Angebot!

Elavil (Amitriptyline)

€0.00

-17%
Elavil (Amitriptylin) ist ein Arzneimittel, das zur Behandlung von Depressionen eingesetzt wird. Es kann auch bei chronischen Schmerzen oder Schlafstörungen verschrieben werden. Elavil wirkt auf bestimmte Botenstoffe im Gehirn, um die Stimmung zu verbessern und Beschwerden zu lindern. Die Einnahme erfolgt in der Regel abends. Die Dosierung wird individuell angepasst. Bitte besprechen Sie Nebenwirkungen und Wechselwirkungen mit Ihrem Arzt oder Apotheker.

Elavil (Amitriptylin) – Umfassende Patienteninformation für Deutschland

Basisinformationen zum Produkt

Wirkstoff (INN) Amitriptylin
Handelsnamen in Deutschland Elavil®, Amitriptylin-neuraxpharm®, Saroten®
ATC-Code N06AA09
Verfügbare Darreichungsformen & Stärken Filmtabletten, Tropfen, Retardtabletten (z.B. 10 mg, 25 mg, 50 mg, 75 mg, 100 mg)
Hersteller (Beispiele) neuraxpharm Arzneimittel GmbH, Aurobindo Pharma GmbH, TEVA GmbH, andere Generikahersteller
Verschreibungsstatus Rezeptpflichtig (nur auf ärztliches Rezept gemäß AMG §48, Apothekenpflicht)

Wirkmechanismus (Mechanism of Action)

Für Patient:innen verständlich: Amitriptylin gehört zu den sogenannten trizyklischen Antidepressiva. Der Wirkstoff erhöht im Gehirn die Konzentration wichtiger Botenstoffe wie Serotonin und Noradrenalin, die unsere Stimmung, den Schlaf und das Schmerzempfinden beeinflussen. So kann die Stimmung gebessert, der Schlaf beruhigt und Schmerzen gelindert werden.

Für Fachkreise: Amitriptylin hemmt präsynaptisch die Wiederaufnahme von Serotonin und Noradrenalin, wirkt zudem anticholinerg, antihistaminerg, antiadrenerg und beeinflusst zahlreiche andere Neurotransmittersysteme. Dies erklärt die breite Wirksamkeit, aber auch das Nebenwirkungsprofil.

Pharmakokinetik

  • Absorption: Nach oraler Gabe schnelle, aber variable Resorption (Bioverfügbarkeit ca. 30–60 % durch First-Pass-Effekt). Maximale Plasmakonzentration nach 2–8 Stunden.
  • Metabolismus: In der Leber extensiv über CYP2D6, CYP2C19 und andere Enzyme zu dem aktiven Nortriptylin abgebaut.
  • Elimination: Ausscheidung hauptsächlich renal, Halbwertszeit 10–28 Stunden (Amitriptylin), 16–80 Stunden (Nortriptylin).
  • Wirkdauer: Klinische Wirkung setzt nach Tagen bis Wochen ein, Anxiolyse/Sedierung schon nach 1–2 Tagen spürbar.

Anwendung im Alltag und bewährte Vorgehensweisen

  • Typische Dosierung für Depressionen: Initial 25–50 mg vor dem Schlafengehen, schrittweise Steigerung auf 75–150 mg/Tag.
  • Chronische Schmerzsyndrome/Nervenschmerzen: Initialdosis oft niedriger (10–25 mg) abends. Maximaldosis individuell nach Wirkung/Nebenwirkungen.
  • Ältere Patient:innen/Sensible: Beginn mit 10–25 mg abends, max. 50–75 mg täglich.
  • Retardpräparate: Einmal tägliche Gabe bevorzugt abends.
  • Tabletten unzerkaut mit Wasser einnehmen, Tropfen abmessen und mit etwas Flüssigkeit einnehmen.
  • Regelmäßigkeit und Zeitpunkt beachten (gleiche Zeit täglich).
  • Keine eigenständigen Dosisänderungen oder rasches Absetzen ohne Rücksprache!

Einnahme morgens versus abends

  • Vorteil Abend: Starke Sedierung, fördert Durchschlafen bei Einschlafproblemen.
  • Nachteil Abend: Müdigkeit am nächsten Tag möglich.
  • Vorteil Morgen: Für Patient:innen ohne Schlafprobleme, bei fehlender Sedierung.
  • Empfehlung: Meist abends empfohlen; Zeit individuell an Verträglichkeit und Lebensstil anpassen.
  • Wichtig: Einnahme möglichst zur selben Uhrzeit.

Einnahme zu den Mahlzeiten oder nüchtern

  • Die Einnahme kann unabhängig von den Mahlzeiten erfolgen; bei empfindlichem Magen besser nach dem Essen.
  • Traditionelle deutsche Kost (deftige Hauptmahlzeiten abends) kann ggf. die Verträglichkeit erhöhen.
  • Gleichzeitige Einnahme von Milch oder Milchprodukten ist möglich.

Wichtige Wechselwirkungswarnungen

Wechselwirkungsstoff/Nahrungsmittel Empfehlung/Erklärung
Alkohol Kann die dämpfende Wirkung verstärken und das Unfallrisiko erhöhen. Während der Therapie Alkohol meiden.
Andere Antidepressiva (z. B. SSRIs, MAO-Hemmer) Gefahr von Serotonin-Syndrom, Krampfanfällen; keine gleichzeitige Anwendung.
Herzglykoside, Antiarrhythmika Risiko für Herzrhythmusstörungen erhöht.
Antihypertensiva/Anticholinergika Wechselwirkungen mit Blutdruck, Harnverhalt, Mundtrockenheit verstärkt.
Johanniskraut (Naturheilmittel) Kann die Wirkung von Amitriptylin abschwächen; Kombination vermeiden.
Grapefruitsaft Kann den Blutspiegel erhöhen – besser meiden.
Antiepileptika Erhöhen das Risiko für Krampfanfälle.

Indikationen (zugelassene und Off-Label-Anwendungen)

Anwendungsgebiet Zulassungsstatus
Depressive Erkrankungen (Major Depression) Zugelassen, Leitlinienempfehlung (AWMF)
Chronische Schmerzen (neuropathische Schmerzen, Fibromyalgie) Off-Label, jedoch in Versorgungspraxis etabliert
Therapieresistente Kopfschmerzen/Migräneprophylaxe Teilweise off-label
Angststörungen/Panikattacken Selten off-label
Enuresis nocturna (Bettnässen bei Kindern) Off-Label, nur bei strenger Indikation

Dosierung nach Indikation und Patient:innengruppe

Indikation Erwachsene Kinder/Jugendliche Ältere Patient:innen
Depression Start: 25-50 mg abends, max. 150 mg/Tag (individuell höher möglich) Nur ab 12 Jahren und nur bei schweren Fällen, max. 1 mg/kg KG/Tag Start: 10–25 mg abends, max. 75 mg/Tag
Chronische Schmerzen 10–25 mg abends, Steigerung auf max. 75 mg/Tag Nur unter ärztlicher Kontrolle Besonders niedrige Start- und Höchstdosis, langsame Steigerung
Migräneprophylaxe 10–25 mg abends Selten und nur auf ärztliche Verordnung Wie Erwachsene, aber geringere Höchstdosis

Sicherheitsprofil & Nebenwirkungen

  • Sehr häufig (≥ 1/10): Mundtrockenheit, Müdigkeit, Schwitzen, Gewichtszunahme, Benommenheit
  • Häufig (≥ 1/100 bis < 1/10): Obstipation, Harnverhalt, Sehstörungen, niedriger Blutdruck, Herzrasen
  • Gelegentlich (≥ 1/1.000 bis < 1/100): Verwirrtheit, Schlafstörungen, Appetitsteigerung, Libidoverlust
  • Selten (< 1/1.000): Krampfanfälle, schwere allergische Reaktionen, Herzrhythmusstörungen (insb. bei Überdosierung)
  • Warnhinweise: Suizidgedanken zu Therapiebeginn (insb. bei Jugendlichen/jungen Erwachsenen), rasche Dosisveränderungen vermeiden, keine Kombination mit anderen serotoninsteigernden Substanzen!

Richtlinien für die richtige Anwendung

  • Langsames Einschleichen empfohlen zur Minimierung von Nebenwirkungen.
  • Keine plötzliche Beendigung – immer ausschleichen (Rebound/Absetzsymptome möglich).
  • Regelmäßige ärztliche Kontrolle, insbesondere EKG und Leberwerte bei älteren Patient:innen.
  • Arzt oder Apotheker bei Unsicherheiten kontaktieren.
  • Medikationsplan erstellen (z. B. in der App Mein Apothekenmanager oder auf Papier).
  • Verkehrstüchtigkeit kann beeinträchtigt sein – Auto- und Maschinenfahren vermeiden, bis Verträglichkeit klar ist.
  • Nicht mit Alkohol kombinieren!
  • Keine Selbstmedikation mit frei verkäuflichen Präparaten (z. B. Johanniskraut) während der Therapie.

Alternative Therapieoptionen (zugelassene/Kassenleistungen der GKV)

  • SSRIs (z. B. Sertralin, Citalopram): Besser verträglich, weniger sedierend, aber oft weniger wirksam bei Schmerzen.
  • SNRIs (Duloxetin, Venlafaxin): Besonders effektiv bei Schmerzen, modernes Nebenwirkungsprofil.
  • Mirtazapin: Wirksam bei Schlaflosigkeit und Appetitlosigkeit, weniger anticholinerge Wirkungen.
  • Nortriptylin: Ähnlicher Wirkmechanismus, evtl. besser bei älteren Patient:innen.
  • Psychotherapie: Empfohlen in der Kombination, v. a. bei leichter/mittlerer Depression.
  • Weitere Schmerzmittel (Pregabalin, Gabapentin): Bei chronischen Nervenschmerzen Kassenleistung, andere Nebenwirkungen.

Rechtliche, Zulassungs- & Erstattungsinformationen (Deutschland)

  • Zugelassen durch das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM).
  • Verschreibung nur mit Kassen- oder Privatrezept (§48 AMG, §73 AMG, AMPreisV).
  • Arzneimittelverschreibungsverordnung (AMVV) beachten.
  • Vergütung der Kosten erfolgt im Rahmen der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) für zugelassene Indikationen und in der Regel auch bei Off-Label-Anwendungen gemäß G-BA-Richtlinie.
  • Festbeträge durch den GKV-Spitzenverband reguliert.

Aktuelle Studienlage & klinische Empfehlungen (2022–2025)

  • AWMF S3-Leitlinie Depressive Störungen (2022): Amitriptylin empfohlen als Reservetherapeutikum, insbesondere bei Komorbidität mit Schmerzstörungen.
  • Deutsche Schmerzgesellschaft (2023): Amitriptylin Mittel erster Wahl bei chronischem neuropathischen Schmerz (Low-dose-Therapie).
  • Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ, 2024): Warnung vor anticholinergen Nebenwirkungen, EKG-Kontrolle empfohlen, besonders bei älteren Patient:innen.
  • Internationale Metaanalysen (Cipriani et al., Lancet 2018/2023): Amitriptylin ist eines der wirksamsten Antidepressiva, aber weniger gut verträglich als moderne Wirkstoffe.
  • Keine neuen schwerwiegenden Warnhinweise durch EMA oder BfArM im Zeitraum 2022–2025 veröffentlicht.

Verfügbarkeit und Lieferung

Packungsgröße Stückzahl pro Packung Indikativer Preis (€) Lieferzeit (Apotheke vor Ort) Lieferzeit (Online-Apotheke)
Klein 20 Tabletten (25 mg) ca. 12–16 € (Erstattung GKV) sofort/vorrätig 1–2 Werktage (Berlin, Köln, München)
Mittel 50 Tabletten (25 mg) ca. 20–22 € i. d. R. vorrätig/nachbestellbar 1–3 Werktage
Groß 100 Tabletten (25 mg) ca. 28–32 € Apotheke bestellen: 24–48h 1–4 Werktage (bundesweit)
Tropfen 50 ml (Drops, 40 mg/ml) ca. 19 € i. d. R. sofort oder 24h 1–2 Werktage

FAQ – Häufig gestellte Fragen zu Amitriptylin (Elavil)

  1. Wie schnell wirkt Amitriptylin?
    Die schmerzlindernde oder schlaffördernde Wirkung tritt häufig nach wenigen Tagen auf, die stimmungsaufhellende Wirkung meist nach 2–3 Wochen. Geduld ist wichtig.
  2. Macht Amitriptylin abhängig?
    Nein, Amitriptylin verursacht keine körperliche Abhängigkeit. Beim plötzlichen Absetzen können aber Absetzsymptome auftreten.
  3. Kann ich unter Amitriptylin Auto fahren?
    Zu Beginn der Behandlung und nach Dosisänderung bitte auf das Autofahren verzichten, da Müdigkeit und Konzentrationsstörungen auftreten können. Sprechen Sie ggf. mit Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt.
  4. Was tun, wenn ich eine Dosis vergessen habe?
    Holen Sie die vergessene Dosis nicht nach, sondern nehmen Sie die nächste Dosis zum vorgesehenen Zeitpunkt. Niemals die Dosis verdoppeln.
  5. Ist Amitriptylin während Schwangerschaft und Stillzeit möglich?
    Nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung durch den Arzt. Bitte informieren Sie umgehend Ihren Arzt, wenn Sie schwanger sind oder eine Schwangerschaft planen.

Wichtiger Hinweis: Diese Informationen ersetzen nicht das ärztliche Beratungsgespräch. Konsultieren Sie bei Unsicherheiten stets Ihre Ärztin/Ihren Arzt oder Ihre Apothekerin/Ihren Apotheker. Alle Angaben wurden nach deutschem Stand von Juni 2024 erstellt.

Zusätzliche Informationen

Dosierung: No selection

10mg, 25mg, 50mg

Paket: No selection

30 pill, 60 pill, 90 pill, 120 pill, 180 pill, 270 pill, 360 pill