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Quetiapine

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Quetiapin ist ein verschreibungspflichtiges Medikament, das zur Behandlung verschiedener psychischer Erkrankungen, wie Schizophrenie, bipolaren Störungen und Depressionen eingesetzt wird. Es hilft dabei, Symptome wie Wahnvorstellungen, Stimmungsschwankungen und Halluzinationen zu lindern. Quetiapin wirkt auf bestimmte Botenstoffe im Gehirn. Die Einnahme erfolgt genau nach ärztlicher Anweisung. Bei Fragen oder Nebenwirkungen wenden Sie sich bitte an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.

Quetiapin – Umfassende Patienteninformation

Basisinformationen zum Produkt

Wirkstoff (INN)Quetiapin
Handelsnamen (Deutschland)Seroquel®, Seroquel XR®, Quetiapin Hexal®, Quetiapin-ratiopharm® u. a.
ATC-CodeN05AH04
Verfügbare Darreichungsformen & Stärken Filmtabletten: 25 mg, 100 mg, 150 mg, 200 mg, 300 mg, 400 mg; Retardtabletten (Seroquel XR): 50 mg, 150 mg, 200 mg, 300 mg, 400 mg
HerstellerAstraZeneca, Hexal, ratiopharm, 1A Pharma, AbZ Pharma, u. a.
VerschreibungsstatusRezeptpflichtig (verschreibungspflichtig gemäß AMG §§48.1)

Wirkmechanismus

Quetiapin ist ein atypisches Neuroleptikum (Antipsychotikum). Es wirkt, indem es die Wirkung der Neurotransmitter Dopamin und Serotonin im Gehirn beeinflusst. Insbesondere blockiert es bestimmte Rezeptoren (D2, 5-HT2A), was die Symptome der Schizophrenie und Bipolaren Störung lindert. Einfach ausgedrückt, hilft Quetiapin, das Gleichgewicht bestimmter Botenstoffe im Gehirn wiederherzustellen, was sich positiv auf Stimmung, Denken und Wahrnehmung auswirken kann.

Für Fachkreise: Quetiapin blockiert postsynaptische Dopamin-D2- und Serotonin-5-HT2A-Rezeptoren mit moderater Affinität zu Histamin-H1- und adrenergen Alpha1-Rezeptoren. Seine geringe Affinität zu cholinergen muskarinischen Rezeptoren erklärt die meist moderate Nebenwirkungsrate im anticholinergen Bereich.

Pharmakokinetik

  • Resorption: Nach oraler Einnahme wird Quetiapin gut resorbiert, die maximale Plasmakonzentration (Cmax) wird nach ca. 1,5 Stunden bei Filmtabletten und nach 6 Stunden bei Retardtabletten erreicht.
  • Metabolisierung: Hauptsächlich über die Leber (Schlüsselenzym CYP3A4).
  • Elimination: Die Wirksubstanz und ihre Metabolite werden überwiegend über den Urin ausgeschieden (ca. 73%); die Elimationshalbwertszeit beträgt ca. 7 Stunden (normale Tablette), bei Retardtabletten 12 Stunden.

Anwendung im Alltag & Best Practices

Quetiapin wird üblicherweise zur Behandlung von Schizophrenie, bipolaren Störungen (manische und depressive Episoden) und als Zusatztherapie bei Major Depression verwendet. In Deutschland erfolgt die Anwendung nach den aktuellen Leitlinien für psychische Erkrankungen. Die Dosierung wird individuell von Ihrem Arzt festgelegt und langsam angepasst, um Nebenwirkungen zu verringern.

  • Tabletten ganz mit Wasser schlucken, nicht zerkleinern oder kauen.
  • Regelmäßige Einnahme zur selben Tageszeit verbessert die Wirksamkeit.
  • Plötzlicher Einnahmestopp kann Entzugserscheinungen verursachen – nie ohne ärztliche Rücksprache absetzen!
  • Kinder und Jugendliche: Nur unter spezieller Indikation, sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung.

Quetiapin am Morgen oder am Abend?

  • Abendliche Einnahme: Wird meist bevorzugt, da Müdigkeit zu den häufigsten Nebenwirkungen zählt. Die schläfrige Wirkung kann so besser zum Nachtschlaf genutzt werden.
  • Morgendliche Einnahme: Eventuell bei Patienten ohne starke Müdigkeitsproblematik oder bei Retardtabletten. Vorsicht wegen möglicher Beeinträchtigung der Konzentration am Tage.
  • Tipp: Einnahme möglichst immer zur gleichen Uhrzeit wählen, um einen gleichmäßigen Blutspiegel zu gewährleisten.

Einnahme mit oder ohne Nahrung – Bedeutung im deutschen Alltag

Quetiapin kann grundsätzlich unabhängig von den Mahlzeiten eingenommen werden. Die Bioverfügbarkeit verändert sich durch leichte/gängige Mahlzeiten kaum – schwere fettreiche Mahlzeiten können jedoch die Aufnahme etwas beschleunigen, was zu stärkerer Müdigkeit führen kann. Gerade in der deutschen Ernährung mit warmem Abendessen ist Vorsicht bei sehr fettigen Speisen (z.B. Bratwurst mit Pommes) ratsam. Ihr Apotheker berät Sie dazu gerne.

Wechselwirkungen – Was ist zu beachten?

Interaktionspartner Empfehlung/Kommentare
Starke CYP3A4-Inhibitoren (z. B. Grapefruitsaft, Ketoconazol, Makrolide) Erhöhte Quetiapin-Spiegel – Grapefruitsaft meiden, andere Medikamente ggf. vom Arzt anpassen lassen
Antihypertensiva (Blutdrucksenker) Verstärkte Blutdrucksenkung möglich – Blutdruck engmaschig kontrollieren
Alkohol Verstärkte Benommenheit und Sedierung – möglichst ganz meiden!
Andere ZNS-dämpfende Medikamente (z. B. Benzodiazepine, Opioide) Erhöhtes Risiko für Sedierung/Atemdepression – Dosierung ärztlich prüfen lassen
Antikonvulsiva (z. B. Carbamazepin, Phenytoin) Verringerte Quetiapin-Wirkung möglich – Dosisanpassung oder Medikamentenwechsel nötig

Anwendungsgebiete (Indikationen)

Indikation Status in Deutschland Bemerkungen
Schizophrenie (bei Erwachsenen und Jugendlichen ≥13 Jahre) Zugelassen Erst- und Folgetherapie
Bipolare Störung (manische und depressive Episoden ab 18 Jahren) Zugelassen Behandlung akuter Episoden und Rezidivprophylaxe
Zusatztherapie bei Major Depression (Erwachsene) Zugelassen Als "add-on" nach Leitlinie
Off-Label: Schlafstörungen, Demenz-assoziierte Psychosen u.a. Nicht zugelassen (Off-Label-Use) Nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung durch Fachärzte

Dosierung nach Indikation und Patientengruppe

Indikation Erwachsene Ältere Patienten (>65 J.) Kinder/Jugendliche
Schizophrenie Initial 50 mg/Tag, Aufdosierung auf 300-450 mg/Tag Geringere Startdosis (25 mg/Tag), langsame Steigerung
Max 400 mg/Tag
Ab 13 J.: Initial niedriger, individuell anpassen
Bipolare Depression Initial 50 mg, Zielwert 300 mg/Tag Initial 25 mg, Steigerung mit Vorsicht
Maximaldosis verringern
Nicht zugelassen
Majore Depression (Zusatztherapie) Initial 50 mg, Dosisanpassung nach Ansprechen bis 300 mg/Tag Niedriger Beginn (25 mg), Dosis vorsichtig titrieren Nicht zugelassen

Sicherheitsprofil und Nebenwirkungen

  • Sehr häufig (≥1/10): Schläfrigkeit/Müdigkeit, Kopfschmerzen, Mundtrockenheit, Gewichtszunahme
  • Häufig (≥1/100, <1/10): Schwindel, Blutdruckabfall beim Aufstehen, Verstopfung, erhöhter Appetit, erhöhter Blutzucker, erhöhte Blutfette
  • Gelegentlich (≥1/1.000, <1/100): Herzrhythmusstörungen (QT-Verlängerung), Nasenbluten, Leberwertanstieg, Sehstörungen
  • Selten/sehr selten: Krampfanfälle, Agranulozytose, malignes neuroleptisches Syndrom, schwere allergische Reaktionen

Warnhinweise: Quetiapin kann die Reaktionsfähigkeit (z. B. beim Autofahren) einschränken. Bei Anzeichen von Muskelstarre, Fieber oder plötzlichen Kreislaufproblemen bitte umgehend ärztliche Hilfe aufsuchen.

Hinweise zur richtigen Anwendung (Beratung in der Apotheke/Arztpraxis)

  • Blutbild, Leberwerte und Blutfette regelmäßig kontrollieren lassen – vor allem bei Langzeiteinnahme.
  • Blutzuckerwerte überwachen (Diabetesrisiko!), besonders bei Übergewicht/Metabolischem Syndrom.
  • Kinder/Jugendliche, Schwangere und ältere Menschen benötigen eine besonders sorgfältige ärztliche Überwachung.
  • Bei geplanten Operationen/Therapieänderungen immer den behandelnden Arzt informieren.
  • Bei längerer Anwendung auf eine ausgewogene Ernährung und regelmäßige Bewegung achten, um Gewichtszunahme entgegenzuwirken.
  • Medikament außerhalb der Reichweite von Kindern aufbewahren, vor Feuchtigkeit schützen.

Alternative Therapieoptionen (von der GKV erstattungsfähig)

  • Andere atypische Neuroleptika:
    • Olanzapin (Zyprexa®) – ähnlich wirksam, häufig stärkere Gewichtszunahme
    • Risperidon (Risperdal®, Generika) – ähnliche Indikationen, häufiger Bewegungsstörungen
    • Aripiprazol (Abilify®) – geringeres Risiko für Gewichtszunahme, manchmal Unruhe
    • Clozapin (Leponex®) – Reservemittel, Blutbildkontrolle zwingend
  • Vorteile Quetiapin: Weniger Bewegungsstörungen als klassische Neuroleptika, abends gute Unterstützung des Schlafs möglich
    Nachteile: Gewichtszunahme, Blutbildveränderungen, gelegentlich kardiometabolische Nebenwirkungen

Rechtlicher Status, Registrierung und Erstattung in Deutschland

Marktzulassung / Registrierung EU-weit zugelassen durch EMA; in Deutschland bei BfArM gelistet
Rezeptpflicht Ja, nur auf ärztliche Verordnung (AMG §48)
Erstattung Von allen gesetzlichen Krankenkassen (GKV) übernommen, sofern zugelassene Indikation
Betäubungsmittelgesetz Nicht dem BtMG unterstellt, keine besonderen Verschreibungsregeln

Aktuelle Forschung und Leitlinien (2022–2025)

Laut der aktuellen S3-Leitlinie Schizophrenie (AWMF, 2023) und der DGPPN-Leitlinie Bipolare Störungen bestätigt sich die Wirksamkeit von Quetiapin besonders für depressive Episoden und zur Rückfallprophylaxe. Neue Studien (2022–2024, z.B. Müller et al., Dtsch Ärztebl Int) zeigen eine signifikante Verbesserung depressiver Symptome bei Bipolarer Störung und Major Depression als Zusatztherapie. Noch immer diskutiert werden der Off-Label-Gebrauch bei Schlafstörungen und Demenz – laut BfArM und EMA sollte dies nur im Ausnahmefall erfolgen. Internationale Daten aus Metaanalysen (z. B. Lancet Psychiatry, 2024) zeigen, dass die kardiometabolische Verträglichkeit gut gemanagt werden kann, wenn regelmäßig kontrolliert wird.

Verfügbarkeit & Lieferung (Deutschland)

Quetiapin ist deutschlandweit in allen Apotheken vorrätig oder innerhalb weniger Stunden bestellbar. Auch Online-Apotheken bieten Lieferung nach Hause – E-Rezept kompatibel!

Packsungsgröße Typische Preisrange (GKV-Zuzahlung) Lieferzeit (Berlin, München, Hamburg, Köln, Frankfurt)
Filmtabletten 30 Stk (50 mg – 400 mg) 5 – 15 € (inkl. 5 € Zuzahlung) In der Regel sofort abholbar oder 1 Werktag
Retardtabletten 60 Stk (Seroquel XR) 12 – 28 € (inkl. 10 € Zuzahlung) 1 – 2 Werktage
120er Packungen 23 – 40 € (inkl. 10 € Zuzahlung) 1 – 2 Werktage

Preis und Verfügbarkeit können je nach Hersteller und Rabattverträge der Krankenkassen variieren.

FAQ – Häufig gestellte Patientenfragen

  • 1. Kann Quetiapin abhängig machen?
    Nein, Quetiapin verursacht keine körperliche Abhängigkeit. Dennoch ist ein plötzliches Absetzen ohne ärztliche Rücksprache zu vermeiden, da Entzugssymptome auftreten können (z.B. Schlaflosigkeit, Übelkeit).
  • 2. Darf ich unter Quetiapin Auto fahren?
    In der Einstellungsphase und bei Dosisänderungen sollte auf das Führen von Fahrzeugen verzichtet werden. Prüfen Sie Ihre individuelle Reaktion (Müdigkeit, Konzentration), bevor Sie sich ans Steuer setzen. Im Zweifel ärztlichen Rat einholen!
  • 3. Was passiert, wenn ich eine Einnahme vergesse?
    Holen Sie die Einnahme nicht nach, wenn es fast Zeit für die nächste Dosis ist. Setzen Sie die Einnahme wie verordnet fort. Niemals die doppelte Menge einnehmen.
  • 4. Wie kann ich Gewichtszunahme unter Quetiapin vermeiden?
    Achten Sie besonders bei längerer Therapie auf ausgewogene, kalorienbewusste Ernährung und regelmäßige Bewegung.
  • 5. Ist Quetiapin während der Schwangerschaft oder Stillzeit erlaubt?
    Grundsätzlich nur nach strenger Nutzen-Risiko-Abwägung und unter ärztlicher Kontrolle. Informieren Sie sofort Ihren Arzt, wenn Sie schwanger sind oder stillen möchten.

Zusätzliche Informationen

Dosierung: No selection

25mg, 50mg, 100mg, 200mg, 300mg

Paket: No selection

30 pill, 60 pill, 90 pill, 120 pill, 180 pill, 360 pill