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Endep (Amitriptyline)

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Endep (Amitriptylin) ist ein Arzneimittel, das zur Behandlung von Depressionen und bestimmten Nervenschmerzen verschrieben wird. Es wirkt, indem es den Spiegel von Botenstoffen im Gehirn beeinflusst und so die Stimmung verbessert. Endep kann auch bei Schlafstörungen oder Migräne eingesetzt werden. Bitte nehmen Sie dieses Medikament nur nach Absprache mit Ihrem Arzt ein und beachten Sie mögliche Nebenwirkungen und Wechselwirkungen.

Endep (Amitriptylin): Umfassende Produktbeschreibung für Patienten in Deutschland

Grundlegende Produktinformationen

Internationaler Freiname (INN) Amitriptylin
Markenname(n) in Deutschland Endep®, Amitriptylin neuraxpharm®, Amitril®, Saroten®
ATC-Code N06AA09
Verfügbare Darreichungsformen und Stärken Filmtabletten: 10 mg, 25 mg, 50 mg, 75 mg, 100 mg, 150 mg
Kapseln: 10 mg, 25 mg
Tropfen: 25 mg/ml
Retardtabletten: 50 mg, 75 mg (je nach Hersteller)
Hersteller neuraxpharm, Teva, Hexal, Heumann, diverse Generikahersteller
Verschreibungsstatus Rezeptpflichtig (verschreibungspflichtiges Arzneimittel gemäß AMG)

Wirkmechanismus

Für Laien erklärt: Amitriptylin gehört zur Gruppe der trizyklischen Antidepressiva. Es wirkt, indem es bestimmte chemische Botenstoffe (Serotonin und Noradrenalin) im Gehirn beeinflusst, welche die Stimmung, den Schlaf und die Schmerzwahrnehmung steuern. Das hilft dabei, depressive Stimmungen zu verbessern, Schmerzen zu lindern und die Schlafqualität zu fördern.

Für Fachkreise: Amitriptylin hemmt die präsynaptische Wiederaufnahme von Serotonin und Noradrenalin durch Blockade der entsprechenden Transporter (SERT und NET), wirkt zusätzlich anticholinerg, antihistaminerg (H₁-Rezeptor), und besitzt eine α1-adrenerge Wirkung. Die schmerzlindernde Wirkung beruht auf der Modulation nozizeptiver Signalwege im zentralen Nervensystem.

Pharmakokinetik

  • Absorption: Nach oraler Verabreichung wird Amitriptylin rasch und fast vollständig im Magen-Darm-Trakt aufgenommen. Die Bioverfügbarkeit beträgt ca. 30–60 % (First-Pass-Effekt).
  • Metabolisierung: Hauptsächlich hepatisch über CYP2C19, CYP3A4 und CYP2D6 zu Nortriptylin (aktiver Metabolit) und weiteren inaktiven Metaboliten.
  • Halbwertszeit: 10–28 Stunden (Amitriptylin) bzw. 16–90 Stunden (Nortriptylin, individuell unterschiedlich).
  • Ausscheidung: Vorwiegend renal (Niere), teils mit dem Stuhl (biliär).
  • Wirkdauer: Die volle antidepressive Wirkung tritt meist nach 2–4 Wochen ein. Die schmerzlindernde Wirkung kann häufig nach wenigen Tagen spürbar werden.

Anwendung im Alltag & Empfehlungen

In Deutschland wird Amitriptylin häufig zur Behandlung folgender Beschwerden eingesetzt:

  • Depressive Störungen / Major Depression
  • Chronische Schmerzen (v.a. neuropathische Schmerzen, Spannungskopfschmerz, Fibromyalgie)
  • Prävention von Migräneanfällen
  • Schlafstörungen im Rahmen psychischer Erkrankungen
  • Enuresis nocturna (Bettnässen) bei Kindern ab 6 Jahren (nur unter ärztlicher Aufsicht, Off-Label)

Die Therapie sollte individuell durch Ihren behandelnden Arzt verschrieben und überwacht werden. Die Dosierung wird für Erwachsene meist mit 25–75 mg/Tag begonnen und ggf. langsam gesteigert. Die Einnahme erfolgt üblicherweise ein- oder zweimal täglich, vorzugsweise abends. Tropfen oder Tabletten können mit etwas Flüssigkeit eingenommen werden.

Zeitpunkt der Einnahme: Morgen vs. Abend

Abends: Amitriptylin hat eine dämpfende (sedierende) Wirkung, weshalb die Einnahme vor dem Schlafengehen in Deutschland üblich ist. Das fördert den Schlaf und minimiert Tagesmüdigkeit.
Morgens: Eine morgendliche Einnahme ist selten sinnvoll und kann zu erhöhter Schläfrigkeit tagsüber führen.
Tipp: Möglichst immer zur gleichen Tageszeit einnehmen, um einen konstanten Wirkstoffspiegel zu gewährleisten.

Einnahme mit oder ohne Mahlzeit

Die Wirkung von Amitriptylin ist von der Nahrungsaufnahme weitgehend unabhängig. Leichte Magenbeschwerden oder Übelkeit können vermindert werden, wenn das Arzneimittel nach einer kleinen Mahlzeit (z.B. traditionelles deutsches Abendbrot) eingenommen wird. Schwere oder fetthaltige Speisen verzögern eventuell die Aufnahme geringfügig.

Wechselwirkungen und Warnhinweise

Substanz/Kategorie Wechselwirkung/Besonderheit
Alkohol Verstärkte sedierende Wirkung, erhöhte Unfall- und Sturzgefahr
MAO-Hemmer Lebensbedrohliches Serotoninsyndrom; unbedingt Kombinationsverbot (Mindestabstand 14 Tage)
Anticholinerge Arzneimittel (z.B. Antihistaminika, Parasympatholytika) Erhöhtes Risiko für Mundtrockenheit, Harnverhalt, Obstipation, Verwirrtheit
Antihypertensiva Können in ihrer Wirkung abgeschwächt werden, besonders Clonidin
Antiarhythmika (Klasse 1 und 3, z.B. Amiodaron, Quinidin) Erhöhtes Risiko für Herzrhythmusstörungen (QT-Zeit-Verlängerung)
Johanniskraut Wirkverstärkung/-abschwächung durch Enzyminduktion möglich
Grapefruitsaft Kann die Wirkung durch CYP3A4-Hemmung verstärken – bitte meiden

Indikationen (Zugelassen & Off-Label)

Indikation Status Bemerkungen
Depression (mittelschwer/schwer) Zugelassen Standardanwendung
Chronische Schmerzen (neuropathisch, Spannungskopfschmerz, Fibromyalgie) Zugelassen Oft in niedriger Dosierung
Migräneprophylaxe Off-Label Empfohlen von Leitlinien
Enuresis nocturna (Bettnässen) Off-Label Nur bei Kindern ab 6 Jahren, nach Ausschluss anderer Ursachen
Schlafstörungen (bei Depression/Schmerzsyndrom) Off-Label Kombinationseffekt

Dosierung nach Indikationen

Indikation Erwachsene Ältere Menschen Kinder/Jugendliche
Depression Beginn: 25–50 mg abends, Steigerung bis 150 mg/Tag, max. 200 mg/Tag Beginn: 10–25 mg, langsam steigern auf 50–100 mg/Tag 12–18 Jahre: 10–50 mg/Tag, unter ärztlicher Kontrolle
Chronische Schmerzen / Migraine Beginn: 10–25 mg abends, ggf. Steigerung bis 50–100 mg/Tag Beginn: 10 mg abends, individuell steigern bis max. 75 mg/Tag Meist nicht empfohlen
Enuresis nocturna 6–10 Jahre: 10–20 mg abends; 11–16 Jahre: 25–50 mg abends

Die Dosierung immer langsam einschleichen (Stufenweise Dosiserhöhung zur Minimierung von Nebenwirkungen).

Sicherheitsprofil & Nebenwirkungen

Häufige Nebenwirkungen (≥1/100):
  • Müdigkeit und Konzentrationsstörungen
  • Mundtrockenheit, beschleunigter Herzschlag, Schwindel, Gewichtszunahme
  • Obstipation (Verstopfung), Harnverhalt
  • Schwitzen, Benommenheit, orthostatische Hypotonie
Seltene, aber schwerwiegende Nebenwirkungen (<1/1000):
  • Herzrhythmusstörungen (QT-Zeit-Verlängerung)
  • Krampfanfälle
  • Halluzinationen oder akute Verwirrtheitszustände
  • Leberfunktionsstörungen, Panzytopenie
  • Suizidgedanken (vor allem zu Beginn der Therapie)
Warnhinweise:
  • Nicht abrupt absetzen – Risiko für Absetzsymptome
  • Bei älteren Patienten engmaschige Kontrolle (z.B. EKG bei Herzvorgeschichte)
  • Cave bei gleichzeitiger Anwendung anderer sedierender oder anticholinerger Substanzen

Richtige Anwendung & Praktische Hinweise

  • Verpassen Sie keine Dosis – falls doch, am Folgetag nicht doppelt einnehmen.
  • Alkohol während der Therapie möglichst meiden!
  • Am Anfang ist die Reaktionsfähigkeit (z.B. beim Führen eines Fahrzeugs) eingeschränkt.
  • Regelmäßige ärztliche Kontrolle (u.a. Blutbild, Leberwerte, Herzfrequenz) empfohlen.
  • Bei Blasenentleerungsstörungen, Glaukom oder Prostataerkrankungen ist besondere Vorsicht geboten.
  • Herstellung einer "Medikamentenliste" für alle behandelnden Ärzte und Apotheker.

Alternative Therapieoptionen (Erstattungsfähig durch GKV/NFZ)

Arzneimittel Wirkstoff Vergleich zu Amitriptylin
Duloxetin Duloxetin Wirksam bei Depression und Schmerzen (weniger sedierend, jedoch andere Nebenwirkungen; teuerer)
Venlafaxin Venlafaxin Indikation Depression und Angststörung, stimulierender; Blutdruckkontrolle notwendig
Mirtazapin Mirtazapin Sehr schlafanstoßend, Appetitzunahme (Nachteile: Gewichtszunahme)
Nortriptylin Nortriptylin Weniger sedierend als Amitriptylin; jedoch ähnlich anticholinerge Wirkung
Pregabalin Pregabalin Nur bei Schmerzen zugelassen, keine antidepressive Wirkung

Rechtliche, Registrierungs- und Erstattungsinformationen

  • Registrierung: Beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) zugelassen.
  • Verschreibungspflicht: Rezeptpflichtig nach § 48 AMG.
  • Erstattung: Alle Amitriptylin-Präparate sind durch die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) erstattungsfähig (Festbetrag). Keine Selbstzahlerpflicht bei Kassenrezept.
  • Betäubungsmittelstatus: Kein BtM, aber Sorgfaltspflicht bei Verschreibung und Abgabe durch Apotheken.
  • Beaufsichtigung: Regelmäßige ärztliche Verlaufskontrolle empfohlen, besonders zu Beginn und bei Dosisänderungen.

Neueste Forschung und klinische Leitlinien (2022–2025)

  • DGPPN-Leitlinie Depression 2023: Amitriptylin bleibt Mittel der Wahl bei schweren Depressionen, vorwiegend bei stationären Patienten und Patienten mit komorbiden Schmerzen.
  • S3-Leitlinie „Chronischer Schmerz“ (2024): Amitriptylin und seine Generika werden als Erstlinientherapie für chronische, nicht-tumorbedingte neuropathische Schmerzen empfohlen.
  • Internationale Studienlage (Lancet Psychiatry 2023–2024): Effektivität bei Schlafstörungen, Migräneprophylaxe und in der Schmerztherapie erneut bestätigt. Besonderer Fokus: Monitoring der kardialen Sicherheit bei älteren Patienten.
  • Sicherheitsupdates (BfArM, 2022–2025): Überwachung neuro- und kardiotoxischer Nebenwirkungen, vor allem bei Komedikation oder Vorerkrankungen.

Verfügbarkeit, Packungsgrößen & Lieferzeiten

Packungsgröße Tabletten/Kapseln/Tropfen Apothekenverkaufspreis ca.* Lieferzeit deutschlandweit (Werktage)
Klein 20–30 ca. 7–12 € 1–2 (Berlin, Hamburg, München, Köln, Frankfurt)
Standard 50–100 ca. 15–22 € 1–3 (alle Großstädte), 2–4 (ländl. Raum)
Großpackung 200–500 ca. 45–69 € 2–4 (bundesweit)

*Preise können abhängig von Hersteller, Rabattverträgen und Region variieren. Zuzahlungspflicht bei gesetzlichen Krankenkassen möglich (je nach Packungsgröße und persönlichem Versicherungsstatus).

FAQ: Häufig gestellte Patientenfragen zu Amitriptylin (Endep)

  1. Wie lange dauert es, bis Amitriptylin wirkt?
    Die schmerz- und schlaflindernde Wirkung spüren viele Patienten oft bereits nach wenigen Tagen bis 1–2 Wochen. Die antidepressive Wirkung tritt meist nach 2–4 Wochen ein. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, falls Sie nach 4 Wochen keine Besserung bemerken.
  2. Darf ich mit Amitriptylin Auto fahren?
    Zu Beginn und bei jeder Dosissteigerung können Schläfrigkeit und Konzentrationsstörungen auftreten! Im Zweifel ist vom selbstständigen Fahren oder Bedienen von Maschinen zunächst abzuraten. Fragen Sie Ihren Arzt, wann Sie wieder voll verkehrstauglich sind.
  3. Muss ich die Einnahme langsam beenden?
    Ja. Nie abrupt absetzen – die Dosis sollte immer langsam verringert werden (Ausschleichen), um Entzugssymptome wie Übelkeit, Kopfschmerzen oder Verstimmung zu vermeiden. Ihr Arzt erstellt einen individuellen Absetzplan.
  4. Kann man mit Amitriptylin abnehmen oder zunehmen?
    Gewichtszunahme kommt relativ häufig vor, da Amitriptylin den Appetit steigert und den Stoffwechsel leicht verlangsamen kann. Achten Sie auf ausgewogene, typisch deutsche Kost mit viel Gemüse und wenig Zucker/Fett. Bewegung hilft zusätzlich.
  5. Beeinflusst Alkohol die Wirkung von Amitriptylin?
    Ja, Alkoholkonsum verstärkt die sedierende Wirkung und das Risiko für Nebenwirkungen, besonders Unfälle und Atemdepression. Nach Möglichkeit während der Therapie auf Alkohol verzichten!

Tipp: Bei weiteren Fragen wenden Sie sich bitte vertrauensvoll an Ihren behandelnden Arzt oder Ihre Apotheke. Für eine Arzneimittelberatung steht Ihnen Ihr pharmazeutisches Fachpersonal vor Ort gern zur Verfügung.

Zusätzliche Informationen

Dosierung: No selection

10mg, 25mg, 50mg, 75mg

Paket: No selection

30 pill, 60 pill, 90 pill, 120 pill, 180 pill, 360 pill