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Tofranil (Imipramine)

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Tofranil (Imipramin) ist ein Arzneimittel aus der Gruppe der trizyklischen Antidepressiva. Es wird zur Behandlung von Depressionen und bestimmten Angststörungen eingesetzt. Bei Kindern kann es auch gegen nächtliches Einnässen verschrieben werden. Tofranil beeinflusst bestimmte Botenstoffe im Gehirn, um die Stimmung zu verbessern. Die Einnahme und Dosierung erfolgen nach ärztlicher Anweisung. Mögliche Nebenwirkungen besprechen Sie bitte mit Ihrem Arzt oder Apotheker.

Tofranil® (Imipramin): Umfassende Patienteninformation

Grundinformationen zum Arzneimittel

Internationaler Freiname (INN) Imipramin
Handelsnamen in Deutschland Tofranil®, Tofranil T®
ATC-Code N06AA02
Verfügbare Darreichungsformen & Stärken
  • Tabletten: 10 mg, 25 mg, 50 mg
  • Retardtabletten: 75 mg, 100 mg
  • Dragées: 10 mg, 25 mg, 50 mg, 75 mg
Hersteller Meda Pharma GmbH & Co. KG, Grünenthal GmbH u.a.
Verschreibungsstatus Verschreibungspflichtig (§ 48 AMG)

Wirkmechanismus

Tofranil® (Imipramin) ist ein Arzneimittel aus der Gruppe der trizyklischen Antidepressiva. Es erhöht die Konzentration der Nervenbotenstoffe Serotonin und Noradrenalin im Gehirn, indem es die Wiederaufnahme dieser Botenstoffe in die Nervenzellen hemmt. Dies führt zu einer Verbesserung der Stimmung und kann die Symptome einer Depression lindern. Für Fachkreise: Imipramin blockiert primär den Serotonin- und Noradrenalin-Transporter (SERT, NET); es wirkt zudem anticholinerg, antihistaminerg und α1-adrenerg antagonistisch.

Pharmakokinetik

  • Resorption: Nach oraler Einnahme wird Imipramin schnell und fast vollständig aus dem Magen-Darm-Trakt aufgenommen (Bioverfügbarkeit ca. 40–60 %).
  • Verstoffwechselung: In der Leber, überwiegend durch CYP2D6, zu Desipramin (aktiver Hauptmetabolit).
  • Elimination: Über die Nieren, zu ca. 80 % mit dem Urin als Metabolite; Halbwertszeit 9–24 Stunden (Imipramin), bis zu 79 Stunden (Desipramin).
  • Wirkeintritt: Erste stimmungsaufhellende Effekte meist nach 1–3 Wochen.

Praktische Anwendung im Alltag

Im deutschen Praxisalltag wird Tofranil® häufig zur Behandlung von Depressionen eingesetzt, seltener auch bei Angststörungen, chronischen Schmerzen oder zur nächtlichen Enuresis (Bettnässen) bei Kindern. Die Einnahme erfolgt stets nach individueller ärztlicher Dosierung und Kontrolle.

  • Übliche Anfangsdosis für Erwachsene: 25–50 mg/Tag, meist abends oder aufgeteilt, langsam steigernd auf eine Erhaltungsdosis von 75–150 mg/Tag.
  • Kinder/Jugendliche: Beginn mit 10–20 mg/Tag, max. Dosis je nach Alter und Indikation (s. Tabelle unten).
  • Ältere Menschen: Vorsichtige Dosistitration, niedrigere Anfangs- und Erhaltungsdosis (z. B. 10–30 mg/Tag), regelmäßige ärztliche Kontrolle.
  • Einnahme stets zur gleichen Tageszeit empfohlen.

Morgendliche vs. abendliche Einnahme

  • Morgens: Kann wach machend wirken, gelegentlich Unruhe oder Müdigkeit reduzieren.
  • Abends: Günstig bei eingeschränktem Schlaf, da sedierende Effekte genutzt werden können.
  • Tipp: Immer gleichbleibende Einnahmezeit wählen; Tabletten mit ausreichend Flüssigkeit einnehmen.
  • Bei Umstellung stets Rücksprache mit ärztlichem Fachpersonal halten.

Einnahme mit oder ohne Nahrung

  • Tofranil® kann unabhängig von den Mahlzeiten eingenommen werden.
  • Einnahme nach dem Frühstück kann Magenbeschwerden vermeiden.
  • Deutsche Ernährung (häufig Brotmahlzeiten, Kaffee) beeinträchtigt die Wirkung nicht, jedoch sollte auf übermäßigen Alkohol und Grapefruitsaft verzichtet werden.

Wechselwirkungen

Interaktionspartner Mögliche Wirkung Empfehlung
MAO-Hemmer (z. B. Moclobemid, Tranylcypromin) Schwere Nebenwirkungen bis lebensbedrohlich Nicht kombinieren; 2-wöchiger Abstand
Andere Antidepressiva (SSRIs, SNRIs) Erhöhtes Risiko für Serotonin-Syndrom Arzt informieren, regelmäßige Kontrolle
Alkohol Verstärkte zentrale Nebenwirkungen (z. B. Schläfrigkeit) Alkoholkonsum meiden
Antihypertensiva (Blutdrucksenker) Abschwächung oder Verstärkung der Wirkung Dosisanpassung möglich
Carbamazepin, Phenytoin Beschleunigter Abbau von Imipramin Therapiekontrolle und ggf. Dosisanpassung
Grapefruitsaft Verzögerter Abbau, erhöhtes Nebenwirkungsrisiko Verzicht empfohlen

Indikationen

Indikation Status
Depressive Episoden (Major Depression, Dysthymie) Zugelassen
Angst- und Panikstörungen Off-label
Chronische Schmerzen (v. a. neuropathische Schmerzen) Off-label
Enuresis nocturna (nächtliches Einnässen, Kinder & Jugendliche) Zugelassen (ab 5 Jahren, nach Ausschluss organischer Ursachen)
ADHS, Zwangsstörung Off-label

Dosierung nach Indikation

Indikation Erwachsene Kinder/Jugendliche Ältere Menschen
Depression Initial: 25–50 mg/Tag, aufgeteilt, max. 200 mg/Tag Selten; 1–2 mg/kg Körpergewicht/Tag Initial: 10–30 mg/Tag, langsam steigern, max. 100 mg/Tag
Enuresis nocturna n. a. 5–8 Jahre: 25 mg abends
9–12 Jahre: 25–50 mg abends
ab 12 Jahre: 50–75 mg abends
n. a.
Schmerzsyndrome (off-label) 10–75 mg/Tag Abhängig von Indikation durch Facharzt Kleinere Dosen bevorzugt

Sicherheitsprofil & Nebenwirkungen

Wie alle Arzneimittel kann auch Tofranil® Nebenwirkungen verursachen, die jedoch nicht bei jedem auftreten müssen. Bei ernsthaften oder langanhaltenden Beschwerden bitte ärztliche Beratung einholen.

Häufigkeit Beschreibung
Sehr häufig (≥1/10) Schläfrigkeit, Mundtrockenheit, Verstopfung, Schwitzen
Häufig (≥1/100–<1/10) Gewichtszunahme, Herzklopfen, niedriger Blutdruck beim Aufstehen (orthostatische Hypotonie), Harnverhalt, sexuelle Funktionsstörungen
Gelegentlich (<1/100–<1/1.000) Störungen des Leberstoffwechsels, allergische Hautreaktionen, Muskelzittern
Selten (<1/1.000) Blutbildveränderungen, Krampfanfälle, Herzrhythmusstörungen, Delir, Halluzinationen (insbesondere bei älteren Patienten)
Warnhinweis Bei plötzlicher Gemütslageverschlechterung, Suizidgedanken oder ungewöhnlichen Verhaltensweisen bitte sofort ärztlichen Rat einholen!

Leitlinien zur sicheren Anwendung

  • Verordnungs- und Therapietreue ist essenziell: Einnahme nicht ohne ärztliche Rücksprache absetzen.
  • Regelmäßige Arztbesuche zur Kontrolle von Blutbild und Herzfunktion empfehlenswert.
  • Vorsicht im Straßenverkehr und beim Bedienen von Maschinen, besonders zu Therapiebeginn.
  • Arzneimittel außerhalb der Reichweite von Kindern aufbewahren.
  • Bei Schwangerschaft oder Stillzeit Anwendung nur nach strenger ärztlicher Abwägung.
  • Packungsbeilage beachten und Rücksprache mit Apotheker/ärztlichem Personal empfehlen.

Alternative Therapieoptionen

  • Selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRIs): z. B. Sertralin, Citalopram (gut verträglich, weniger Nebenwirkungen, von der gesetzlichen Krankenkasse erstattungsfähig)
  • Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer (SNRIs): z. B. Venlafaxin, Duloxetin
  • Atypische Antidepressiva: Bupropion, Mirtazapin
  • Pflanzliche Präparate: Johanniskraut (wirksam bei leichten bis mittelschweren Depressionen, Wechselwirkungen beachten, ebenfalls erstattungsfähig bei GKV in bestimmten Fällen)
  • Psychotherapie: Besonders bei depressiven Syndromen als Kombination empfohlen, Leistungen werden von der GKV übernommen.

Der Hauptvorteil moderner Antidepressiva wie SSRIs/SNRIs liegt in der besseren Verträglichkeit und geringeren Gefahr für schwerwiegende Nebenwirkungen. Trizyklika wie Imipramin gelten dann als Option, wenn andere Mittel unwirksam oder nicht verträglich sind.

Rechtlicher Status, Zulassung und Erstattung in Deutschland

  • Zulassung: Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM), Deutschland
  • Rezeptpflicht: Arzneimittel ist verschreibungspflichtig (Apothekenpflicht, keine Selbstmedikation erlaubt).
  • Erstattung: Gesetzliche Krankenkassen (GKV) erstatten die Kosten bei zugelassenen Indikationen.
  • Verfügbarkeit: In nahezu jeder Apotheke kurzfristig bestellbar; Lagerhaltung v. a. in städtischen Apotheken.
  • Import/Online-Bestellung: Über deutsche Versandapotheken (nach Vorlage eines Rezepts).

Aktuelle Studienlage & Leitlinien 2022–2025

Laut AWMF S3-Leitlinie „Unipolare Depression“ (2022/2023) bleibt Imipramin insbesondere bei schweren depressiven Episoden eine mögliche Behandlungsalternative, insbesondere nach Therapieversagen moderner Antidepressiva. Neuere Kohortenstudien (z. B. Müller et al., 2024, Deutsches Ärzteblatt) zeigen, dass unter klinischer Kontrolle auch ältere trizyklische Antidepressiva wie Imipramin wirksam und sicher sein können, der Fokus liegt aber auf sorgfältiger Patientenauswahl (v. a. Herz-Gesundheit, Wechselwirkungen). Für die Enuresis nocturna ist Imipramin laut DGKJP Handlungsempfehlung (2023) Therapie der 2. Wahl nach Monotherapieversagen (Desmopressin, z. B.).

Verfügbarkeit & Lieferzeiten

Packungsgröße Stückzahl Indikativer Preis * Lieferzeit (werktags) Städtebeispiel
Tofranil 10 mg Tabletten 50 ca. 29 € 1 Tag Berlin, München, Hamburg
Tofranil 25 mg Dragées 100 ca. 39 € 1–2 Tage Düsseldorf, Frankfurt a.M.
Tofranil 75 mg Retardtabletten 50 ca. 55 € 1 Tag Köln, Stuttgart

*Preise unverbindlich, Stand 06/2024. Erstattungsbetrag gemäß GKV kann abweichen.

Häufige Fragen (FAQ)

  1. Wie lange dauert es, bis Tofranil® wirkt?
    Die stimmungsaufhellende Wirkung setzt meist nach 1 bis 3 Wochen ein. Bei nächtlichem Einnässen kann häufig schon nach einigen Tagen eine Wirkung beobachtet werden.
  2. Darf ich während der Behandlung Auto fahren?
    Imipramin kann die Aufmerksamkeit und Reaktionsfähigkeit beeinträchtigen. Besonders zu Therapiebeginn oder bei Dosissteigerung sollten Sie auf das Fahren von Fahrzeugen und das Bedienen von Maschinen verzichten.
  3. Ist eine plötzliche Einnahmeunterbrechung gefährlich?
    Ja. Das plötzliche Absetzen kann zu Absetzsymptomen (z. B. Unruhe, Schwindel, Übelkeit, Schlafstörungen) führen. Die Dosis sollte schrittweise in Absprache mit dem Arzt reduziert werden.
  4. Kann ich Tofranil® mit anderen Antidepressiva kombinieren?
    Nur unter ärztlicher Aufsicht! Bestimmte Kombinationen (z. B. mit MAO-Hemmern oder SSRIs) sind potenziell riskant – informieren Sie Ihren behandelnden Arzt über alle eingenommenen Arzneimittel.
  5. Kann ich Tofranil® auch während der Schwangerschaft oder Stillzeit einnehmen?
    Die Anwendung ist nur bei besonderer ärztlicher Indikation ratsam. Eine sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung durch Ihren Facharzt ist notwendig. Im Zweifel bitte ärztlichen Rat einholen.

Zusätzliche Informationen

Dosierung: No selection

25mg, 50mg, 75mg

Paket: No selection

30 pill, 60 pill, 90 pill, 120 pill, 180 pill, 360 pill