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Pamelor (Nortriptyline)

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Pamelor (Wirkstoff: Nortriptylin) ist ein Medikament aus der Gruppe der trizyklischen Antidepressiva. Es wird zur Behandlung von Depressionen eingesetzt und kann dabei helfen, Stimmung, Schlaf und Antrieb zu verbessern. Pamelor wird häufig verschrieben, wenn andere Antidepressiva nicht ausreichend wirken. Das Arzneimittel sollte nur nach ärztlicher Anweisung eingenommen werden. Bei Fragen oder Nebenwirkungen wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder Apotheker.

Pamelor (Nortriptylin): Umfassende Patienteninformation für Deutschland

Grundlegende Produktinformationen

Internationaler Freiname (INN) Nortriptylin
Markennamen in Deutschland Pamelor®, Nortrilen® (weitere Handelsnamen variieren je nach Hersteller)
ATC-Code N06AA10
Verfügbare Darreichungsformen und Stärken Filmtabletten (10 mg, 25 mg), Hartkapseln (10 mg, 25 mg), Tropfen (10 mg/ml)
Hersteller in Deutschland Cinfa, Neuraxpharm, diverse Generika-Anbieter
Verschreibungsstatus Verschreibungspflichtig (Rezeptpflicht nach AMG)

Wirkmechanismus

Für Patient:innen:

Nortriptylin gehört zur Gruppe der trizyklischen Antidepressiva. Es beeinflusst das Gleichgewicht bestimmter Botenstoffe im Gehirn, vor allem Noradrenalin und in geringerem Maße Serotonin. Dadurch können Symptome von Depressionen, chronischen Schmerzen oder anderen Störungen gelindert werden.

Für Fachkreise:

Nortriptylin hemmt vorwiegend die Wiederaufnahme von Noradrenalin im synaptischen Spalt und zeigt eine geringe Hemmung der serotonergen Wiederaufnahme. Es wirkt zusätzlich anticholinerg, antihistaminerg und antiadrenerg. Die Affinität zu anderen Rezeptoren (z. B. muskarinerg, H1) erklären weitere Nebenwirkungen.

Pharmakokinetik

  • Resorption: Nortriptylin wird oral nach etwa 2–8 Stunden gut resorbiert. Maximale Plasmaspiegel werden meist nach ca. 6 Stunden erreicht.
  • Metabolismus: Starke Metabolisierung in der Leber, hauptsächlich über CYP2D6. Keine aktive Metaboliten mit ausgeprägtem Effekt.
  • Ausscheidung: Hauptsächlich renal (im Urin) als inaktive Metaboliten.
  • Halbwertszeit: Im Durchschnitt 18–44 Stunden, individuell variabel (Wirkdauer entsprechend langanhaltend).

Anwendung und Alltagsgebrauch (Deutschland)

  • Übliche Dosierung: Start meist mit 10–25 mg/Tag abends, schrittweise Steigerung auf 75–150 mg/Tag verteilt auf 1–3 Gaben.
  • Einnahme: Ganz oder mit etwas Wasser schlucken, mehrere Wochen regelmäßige Einnahme notwendig. Nach Rücksprache mit der Ärztin/dem Arzt nicht abrupt absetzen!
  • Wichtige Hinweise: In den ersten Tagen kann es zu Müdigkeit kommen. Wirkbeginn zeigt sich häufig erst nach 1–2 Wochen. Zur Behandlung von Depressionen, neuropathischen Schmerzen oder Schlafstörungen nach ärztlicher Verordnung.

Einnahme morgens oder abends?

  • Nortriptylin hat sedierende Eigenschaften. In Deutschland wird es deshalb oft abends angewendet, insbesondere, wenn Müdigkeit erwünscht ist (z. B. bei Schlafstörungen).
  • Bei dominanter Antriebslosigkeit oder Tagesmüdigkeit kann die Einnahme morgens individuell sinnvoll sein – die Einstellung erfolgt mit Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt.
  • Tipp: Regelmäßige Einnahme ist wichtig. Am besten immer zur gleichen Tageszeit einnehmen.
  • Niemals die Dosis eigenständig ändern oder das Mittel plötzlich absetzen.

Einnahme mit oder ohne Nahrung?

  • Nortriptylin kann unabhängig von den Mahlzeiten eingenommen werden.
  • In seltenen Fällen können Übelkeit oder Magenbeschwerden auftreten – in diesem Fall hilft die Einnahme nach einer Mahlzeit.
  • Deutscher Kontext: Nortriptylin ist mit typischen deutschen Ernährungsgewohnheiten (Frühstück, Hauptmahlzeit, Brotzeiten) kompatibel. Starke Wechselwirkungen mit bestimmten Lebensmitteln sind nicht bekannt.

Wechselwirkungen

Interaktionspartner Empfohlene Maßnahmen
Alkohol Verstärkte sedierende Wirkung, Gefahr von Koordinationsstörungen – Konsum meiden oder stark einschränken.
MAO-Hemmer (z. B. Moclobemid) Kombination kontraindiziert – Gefahr lebensbedrohlicher Wechselwirkungen.
Andere zentral wirksame Arzneimittel (z. B. Benzodiazepine, Antipsychotika) Kombinierte sedierende Effekte, Dosisanpassung erforderlich.
Antihypertensiva Abgeschwächte Wirkung dieser Arzneimittel möglich – Blutdruck regelmäßig kontrollieren.
Anticholinerg wirkende Medikamente (z. B. Antihistaminika) Verstärkte Nebenwirkungen (z. B. Mundtrockenheit, Verstopfung).
Johanniskraut-Präparate Abbau von Nortriptylin kann beschleunigt werden – Wirkung nimmt ab.
Blutverdünner (z. B. Phenprocoumon) INR-Wert regelmäßig kontrollieren, Gefahr von Wechselwirkungen!
Grapefruitprodukte Keine signifikanten Wechselwirkungen bekannt, dennoch mäßigen.

Indikationen

Klinische Indikation Zulassungsstatus Kurzbeschreibung
Depressive Episode (Major Depression) Offiziell zugelassen Erwachsene und Kinder* bei mittleren bis schweren Depressionen
Chronische neuropathische Schmerzen Off-label z. B. diabetische Polyneuropathie, Post-Zoster-Schmerz
Angststörungen Off-label Bei speziellen Formen, z. B. generalisierte Angststörung
ADHS (bei Erwachsenen) Off-label In bestimmten Fällen nach individueller Nutzen-Risiko-Abwägung
Schlafstörungen (sekundär) Off-label Besonders bei komorbider Depression oder Schmerzsyndrom

* Offizielle Kinderdosierung bitte immer mit Ärztin/Arzt absprechen.

Dosierung nach Indikation und Altersgruppe

Indikation Erwachsene Ältere Menschen Kinder/Jugendliche
Depression Start: 25 mg abends, Steigerung bis max. 150 mg/Tag Start: 10 mg abends, max. Dosis: 50–75 mg/Tag Individuelle Anpassung, je nach Gewicht und Alter
Neuropath. Schmerz Start: 10–25 mg abends, ggf. Steigerung Start: 10 mg abends, vorsichtige Steigerung Anwendung selten und nach Rücksprache

Anwendung bei Kindern und Jugendlichen nur unter strenger ärztlicher Aufsicht.

Sicherheitsprofil & Nebenwirkungen

Häufig (≥1/10) Gelegentlich (1/100–1/10) Selten (<1/1000) Warnhinweise
Mundtrockenheit, Schläfrigkeit, Konzentrationsstörungen, Verdauungsbeschwerden (Verstopfung), Gewichtszunahme (meist moderat) Herzrhythmusstörungen, vermehrtes Schwitzen, Harnverhalt, Zittern, Unruhe Krampfanfälle, Leberfunktionsstörungen, Hautausschläge, Glaukomverschlechterung QT-Intervallverlängerung (insb. bei vorgeschädigtem Herzen); Suizidalität überwachen (besonders bei Behandlungsbeginn); Serotoninsyndrom

Leitfaden für die richtige Anwendung (Hinweise aus der Apotheke und Klinik)

  • Verpassen Sie eine Dosis, holen Sie diese nicht doppelt nach – fahren Sie mit dem gewohnten Schema fort.
  • Vorsicht bei Autofahrten oder beim Bedienen von Maschinen in der Einstellungsphase.
  • Regelmäßige Blutdruck- und ggf. EKG-Kontrollen bei Herz-Kreislauf-Problemen empfohlen.
  • Engmaschige ärztliche Kontrolle zu Beginn, bei Dosiserhöhung oder bei Nebenwirkungen!
  • Konsum von Alkohol möglichst vermeiden.
  • Passen Sie die Lagerung an: Trocken, nicht über 25°C, außerhalb der Reichweite von Kindern aufbewahren.
  • Bei Schwangerschaft, Stillzeit oder geplanter Operation Rücksprache mit Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt halten.

Alternative Therapieoptionen (Kassenleistung/NFZ)

  • Selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRIs; z. B. Sertralin, Citalopram): Weniger Nebenwirkungen, bevorzugt bei älteren Patient:innen.
  • Andere trizyklische Antidepressiva (z. B. Amitriptylin): Vergleichbare Wirksamkeit, individuell unterschiedliche Verträglichkeit.
  • SNRIs (z. B. Duloxetin, Venlafaxin): Eignen sich für Depressionen und neuropathische Schmerzen, geringere anticholinerge Belastung.
  • Mirtazapin: Häufig bei zusätzlicher Schlafstörung eingesetzt. Wirkt stärker appetitanregend.
  • Bupropion: Insbesondere bei Antriebsstörung vorteilhaft, geringeres Risiko für Gewichtszunahme.
  • Alle genannten Alternativen sind in Deutschland verschreibungs- und erstattungsfähig (GKV/NFZ), Wirksamkeit und Nebenwirkungen können individuell variieren.

Rechtlicher Status, Registrierung & Erstattung in Deutschland

  • Zulassungsbehörde: Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM)
  • Rezeptpflicht: Ja – nach § 48 AMG darf Nortriptylin nur nach ärztlicher Verordnung abgegeben werden.
  • Erstattungsfähigkeit: Als trizyklisches Antidepressivum durch gesetzliche und private Kassen (GKV, PKV) bei entsprechender Indikation erstattungsfähig.
  • Apothekenpflicht: Medikament ist nur in Apotheken erhältlich.
  • Gefährdungspotenzial: Missbrauchspotential gering, Suchtgefahr sehr selten beschrieben.

Aktuelle Forschung und klinische Leitlinien (2022–2025)

  • Leitlinie Depression der DGPPN (2023): Trizyklika, inklusive Nortriptylin, weiterhin als Therapieoption bei schweren Depressionen oder Therapieresistenz empfohlen.
  • Neue Studien (2022–2025): Forschungen aus Deutschland und international (z. B. Lancet, JAMA Psychiatry) zeigen, dass die Wirksamkeit von Nortriptylin insbesondere bei chronischem Schmerzsyndrom und Komorbidität weiterhin bestätigt bleibt, Nebenwirkungsprofil jedoch eine engmaschige Überwachung verlangt.
  • Individualisierte Therapie: Genetische Tests (CYP2D6) können Dosis und Erfolg mitbestimmen (Facharztbesuch empfohlen).
  • Quellen: DGPPN Leitlinien 2023, Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft, aktuelle Metaanalysen (z. B. Cipriani et al., 2023, The Lancet).

Verfügbarkeit und Lieferung

PZN Packungsgröße Wirkstoffgehalt Indikativer Apothekenpreis (Stand: 2024) Lieferzeit in Werktagen*
07712821 50 Filmtabletten 25 mg/Tablette ca. €32,40 Berlin: 1, München: 1, Hamburg: 1, Köln: 1–2, Leipzig: 1–2
07712838 100 Filmtabletten 10 mg/Tablette ca. €48,70 Berlin: 1, München: 1, Hamburg: 1, Köln: 1–2, Leipzig: 1–2
06888820 Tropfen, 30 ml 10 mg/ml ca. €18,95 Alle Großstädte: 1–2

*Lieferzeiten können je nach Lagerbestand und Region abweichen. Bitte beachten Sie die aktuelle Verfügbarkeit in Ihrer Apotheke.

FAQ – Häufige Patientenfragen zu Pamelor (Nortriptylin)

  • 1. Wann bemerke ich eine Wirkung?
    Nortriptylin wirkt nicht sofort. Die ersten Verbesserungen treten meist nach 1–2 Wochen regelmäßiger Einnahme auf. Optimal wirkt das Präparat oft nach 3–4 Wochen – Geduld lohnt sich!
  • 2. Ist Nortriptylin sicher in der Langzeitanwendung?
    Ja, bei regelmäßiger ärztlicher Kontrolle und korrekter Einnahme ist Nortriptylin auch über Monate/Jahre sicher anwendbar. Ihr Blutdruck, EKG und eventuelle Nebenwirkungen werden regelmäßig überwacht.
  • 3. Kann ich Nortriptylin in der Schwangerschaft oder Stillzeit anwenden?
    Nur nach klarer ärztlicher Nutzen-Risiko-Abwägung. Sprechen Sie dies unbedingt mit Ihrer Frauenärztin oder Ihrem Arzt ab, da Daten zur Sicherheit begrenzt sind.
  • 4. Was muss ich tun, wenn ich eine Dosis vergessen habe?
    Nehmen Sie die vergessene Dosis NICHT nachträglich doppelt. Setzen Sie die Einnahme regulär zum nächsten Zeitpunkt fort.
  • 5. Darf ich Nortriptylin eigenständig absetzen?
    Ein plötzlicher Abbruch ist riskant (Entzugssymptome, Rückfallgefahr). Das Medikament immer gemeinsam mit Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt absetzen – die Dosis wird schrittweise verringert.

Letzte Aktualisierung: Mai 2024. Für weitere Fragen wenden Sie sich an Ihre Apotheke oder behandelnde Ärztin/Ihren Arzt. Diese Information ersetzt nicht die individuelle Beratung!

Zusätzliche Informationen

Dosierung: No selection

25mg

Paket: No selection

30 pill, 60 pill, 90 pill, 120 pill, 180 pill, 240 pill, 360 pill