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Paxil Cr (Paroxetine)

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Paxil Cr (Paroxetin) ist ein Arzneimittel zur Behandlung von Depressionen, Angststörungen, Panikattacken und Zwangsstörungen. Es gehört zur Gruppe der sogenannten selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI) und hilft, das Gleichgewicht bestimmter Botenstoffe im Gehirn zu verbessern. Paxil Cr wird in Tablettenform eingenommen. Die Dosierung und Dauer der Behandlung werden individuell vom Arzt festgelegt. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über mögliche Nebenwirkungen.

Paxil (Paroxetin) – Umfassende Produktinformation für Patienten

Grundlegende Produktinformationen

Wirkstoff (INN) Paroxetin
Handelsnamen in Deutschland Paxil®, Seroxat®, Paroxetin-1A Pharma®, Paroxetin Hexal®, Paroxetin-ratiopharm® u.a.
ATC-Code N06AB05
Verfügbare Darreichungsformen & Stärken Filmtabletten (10 mg, 20 mg, 30 mg, 40 mg), Suspension zum Einnehmen (10 mg/5 ml)
Hersteller GlaxoSmithKline, Hexal AG, Ratiopharm GmbH, 1A Pharma GmbH, weitere Generikahersteller
Verschreibungsstatus Verschreibungspflichtig nach §48 AMG; Abgabe nur auf ärztliche Verordnung

Wirkmechanismus

Paroxetin zählt zu den sogenannten selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmern (SSRI) und wird zur Behandlung verschiedener psychischer Erkrankungen eingesetzt.
Für Patienten erklärt: Paroxetin erhöht gezielt die Menge des Botenstoffs Serotonin im Gehirn. Serotonin beeinflusst Stimmung, Antrieb und Wohlbefinden. Paroxetin „blockiert“ die Aufnahme von Serotonin in die Nervenzellen, sodass es länger an den Kontaktstellen wirkt. So können depressive Symptome, Angst oder Stress reduziert werden.

Für Fachleute: Paroxetin bindet hochselektiv an den Serotonintransporter (SERT) und hemmt die Rückführung (Reuptake) von Serotonin aus dem synaptischen Spalt, erhöht so die serotonerge Neurotransmission. Die Affinität zu anderen Neurotransmittern (z.B. Noradrenalin, Dopamin) ist gering.

Pharmakokinetik

  • Resorption: Paroxetin wird nach oraler Einnahme im Magen-Darm-Trakt nahezu vollständig aufgenommen. Die Bioverfügbarkeit beträgt etwa 50% aufgrund eines umfassenden First-Pass-Effekts in der Leber.
  • Metabolismus: Leberbiotransformation über das Isoenzym CYP2D6 zu weniger aktiven Metaboliten.
  • Elimination: Hauptsächlich über den Urin (ca. 64%), Rest über die Fäzes (ca. 36%).
  • Halbwertszeit: 15–21 Stunden – daher 1x tägliche Einnahme ausreichend.
  • Steady-state: Nach ca. 7–14 Tagen regelmäßiger Einnahme.

Einnahme im Alltag und bewährte Praktiken

  • Typische Dosierung: Startdosis meist 20 mg täglich – individuelle Dosisanpassung durch den Arzt.
  • Tablette einmal täglich, vorzugsweise morgens oder nach Anweisung des Arztes einnehmen.
  • Tablette mit reichlich Flüssigkeit (z.B. Wasser) schlucken, nicht kauen.
  • Regelmäßige Einnahme zur gleichen Tageszeit fördert die Wirksamkeit und Verträglichkeit.
  • Ohne ärztliche Rücksprache nicht plötzlich absetzen (Absetzsymptome möglich).
  • Nicht für Kinder unter 18 Jahren ohne spezielle ärztliche Anweisung geeignet.

Einnahme morgens oder abends

  • Morgens: Vorteilhaft wegen möglicher antriebssteigernder Wirkung. Geringeres Risiko für Schlafstörungen.
  • Abends: Bei ausgeprägter morgendlicher Übelkeit kann die Einnahme am Abend sinnvoll sein.
  • Tipp: Einnahmezeit konsequent beibehalten. Bei unerwünschten Wirkungen (z.B. Müdigkeit oder Schlafstörungen) kann ggf. eine Anpassung nach Rücksprache mit dem Arzt erfolgen.

Einnahme mit oder ohne Nahrung

  • Paroxetin kann unabhängig von den Mahlzeiten eingenommen werden.
  • Magenunverträglichkeit: Bei empfindlichem Magen nach dem Frühstück (z.B. deutsches Brot, Müsli) einnehmen.
  • Fazit: Mahlzeiten beeinflussen die Wirkung kaum, können aber Nebenwirkungen auf den Magen mildern.

Wechselwirkungen

Beteiligtes Produkt/Lebensmittel Mögliche Auswirkung
Alkohol Verstärkte Müdigkeit, Beeinträchtigung von Reaktionsvermögen/Motorik
MAO-Hemmer Gefährliche Wechselwirkung, nicht zusammen einnehmen (mind. 14 Tage Abstand!)
Andere Antidepressiva (Trizyklika, SSRIs, SNRIs) Suizidales Risiko, Serotoninsyndrom, nur unter ärztlicher Kontrolle kombinieren
Blutverdünner (z. B. ASS, Warfarin) Erhöhte Blutungsgefahr
Kräuterpräparate (Johanniskraut) Risiko von Nebenwirkungen/Serotoninsyndrom
  • Typisch deutsche Ernährung: Keine speziellen Einschränkungen bei Brot, Milchprodukten, Kaffee, Tee, Obst/Gemüse etc.
  • Keine Grapefruit: Paroxetin zeigte bisher keine relevante Interaktion.

Indikationen: Wann wird Paroxetin eingesetzt?

Indikation Status Bemerkungen
Depressive Episoden (Major Depression) Zugelassen Erwachsene
Generalisierte Angststörung (GAD) Zugelassen Erwachsene
Panikstörung (mit/ohne Agoraphobie) Zugelassen Erwachsene
Soziale Angststörung (soziale Phobie) Zugelassen Erwachsene
Zwangsstörung (OCD) Zugelassen Erwachsene
Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) Off-Label Einzelfall, nach ärztl. Entscheidung
Premenstruelle Dysphorische Störung (PMDS) Off-Label Selten, individuelle Indikation

Dosierung nach klinischer Indikation

Indikation Erwachsene Standarddosis Erwachsene Maximaldosis Ältere Patienten/Leber-Nieren-Einschränkung
Depression 20 mg/Tag 50 mg/Tag Beginn max. 20 mg/Tag, ggf. max 40 mg/Tag
Panikstörung 10 mg/Tag (Einschleichen) 50 mg/Tag Beginn 10 mg/Tag, langsam steigern, max. 40 mg/Tag
Zwangsstörung 20 mg/Tag 60 mg/Tag Reduzierte Anfangsdosis, vorsichtige Steigerung
Soziale Phobie 20 mg/Tag 50 mg/Tag Beginn 10–20 mg/Tag, max. 40 mg/Tag
  • Pädiatrie: In Deutschland nicht für Kinder und Jugendliche zugelassen (<18 J.), nur bei strenger Abwägung Off-Label.

Sicherheitsprofil & Nebenwirkungen

Kategorie Beispiele Hinweise
Häufig Übelkeit (20–30%), Mundtrockenheit, Schwitzen, Schlaflosigkeit, Kopfschmerzen, sexuelle Funktionsstörungen Oft in den ersten Wochen, bessert sich häufig
Gelegentlich Gewichtszunahme, Müdigkeit, Zittern, verlängerte QT-Zeit im EKG Regelmäßige Kontrolle empfohlen
Selten Hautausschlag, allergische Reaktionen, Blutdruckanstieg Bei neuen Symptomen Arzt informieren
Warnhinweise Absetzsyndrom (Schwindel, Missempfindungen, Reizbarkeit), Suizidgedanken (junge Erwachsene), Hyponatriämie Keine plötzliche Einnahmeunterbrechung

Hinweise zur sachgemäßen Anwendung

  • Einnahme täglich zur gleichen Uhrzeit, um Konzentrationsschwankungen zu vermeiden.
  • Beim Vergessen einer Dosis: Nicht doppelt nehmen, sondern am nächsten Tag wie gewohnt fortsetzen.
  • Alkohol meiden, da die Nebenwirkungsrate steigen kann.
  • Begleitende ärztliche und ggf. psychotherapeutische Behandlung wird empfohlen.
  • Veränderungen im Befinden oder neue Symptome bitte stets mit Ihrem Arzt oder Apotheker besprechen.

Alternative Therapieoptionen (mit GKV-Erstattung)

  • Weitere SSRIs: Citalopram, Escitalopram, Fluoxetin, Sertralin (vergleichbare Wirksamkeit, verschiedene Nebenwirkungsprofile)
  • SNRIs: Venlafaxin, Duloxetin (bei kombinierter Depression/Angst)
  • Trizyklische Antidepressiva: Amitryptilin, Doxepin (ältere, wirksame Substanzen, teils mehr Nebenwirkungen)
  • Psychotherapie: In vielen Fällen als Kombinations- oder Alternativmaßnahme empfohlen (z. B. kognitive Verhaltenstherapie)

Die Auswahl der Therapie erfolgt gemäß Leitlinien (z. B. S3-Leitlinie/Nationale Versorgungsleitlinie Depression), individuell angepasst. Alle genannten Alternativen sind in Deutschland erstattungsfähig.

Rechtliche Einordnung, Zulassung und Erstattung

  • Zulassung: Paroxetin ist durch das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) sowie die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) für die oben genannten Indikationen zugelassen.
  • Erstattung: In Deutschland als verschreibungspflichtiges Arzneimittel von der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) bei entsprechender Indikation erstattungsfähig.
  • Abgabe: Nur nach ärztlicher Verschreibung in Apotheken erhältlich.

Aktuelle Studien und klinische Empfehlungen (2022–2025)

  • Die deutsche S3-Leitlinie/Nationale Versorgungsleitlinie Unipolare Depression (2022) empfiehlt Paroxetin neben anderen SSRIs als Mittel erster Wahl bei Erwachsenen. Bei älteren Patienten bevorzugt Citalopram/Sertralin wegen besserer Verträglichkeit.
  • Eine Metaanalyse der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie (2023) bestätigt die Wirksamkeit von Paroxetin für Depression, Angst- und Zwangsstörungen.
  • Internationale Studien (Lancet 2024, JAMA Psychiatry 2023) unterstreichen den Stellenwert als SSRI, weisen aber auf ein erhöhtes Risiko für sexuelle Dysfunktion und Absetzsymptome im Vergleich zu anderen SSRIs hin.
  • Aktuelle pharmakovigilanzbasierte Daten betonen die Bedeutung ärztlicher Überwachung, besonders bezüglich Suizidalität bei jungen Erwachsenen.

Verfügbarkeit, Packungsgrößen, Preise und Lieferzeiten

Packungsgröße Tabletten/Menge Indikativer GKV-Erstattungspreis* Lieferzeit (Berlin) Lieferzeit (München) Lieferzeit (Hamburg) Lieferzeit (Köln)
Kleinpackung 20 Stk. à 20 mg ca. 16–21 € 24–36 h 24–48 h 24–36 h 24–48 h
Mittlere Packung 50 Stk. à 20 mg ca. 34–42 € 24–36 h 24–48 h 24–36 h 24–48 h
Großpackung 100 Stk. à 20 mg ca. 61–80 € 36–48 h 36–60 h 36–48 h 36–60 h

*Preise sind abhängig vom Hersteller, gesetzlichen Festbeträgen und können variieren.
Hinweis: Apotheken liefern nach Vorlage des Rezepts; Versandapotheken bieten bundesweite Zustellung (Boten- oder Postversand); lokale Abholung meist kurzfristig möglich.

FAQ – Häufig gestellte Fragen

  1. Wie lange dauert es, bis Paroxetin wirkt?
    Die Wirkung setzt meist nach 1–2 Wochen ein, eine spürbare Besserung tritt häufig nach 2–4 Wochen ein. Wichtig ist die kontinuierliche tägliche Einnahme.
  2. Muss ich bei Paroxetin speziell auf meine Ernährung achten?
    Nein, Paroxetin kann unabhängig von den Mahlzeiten eingenommen werden. Einzige Empfehlung: Stark alkoholhaltige Getränke meiden, da Nebenwirkungen verstärkt werden können.
  3. Kann Paroxetin abhängig machen?
    Paroxetin führt nicht zu physischer Abhängigkeit, jedoch können beim plötzlichen Absetzen sogenannte Absetzreaktionen (z. B. Unruhe, Schwindel) auftreten. Das Medikament sollte deshalb nur langsam und unter ärztlicher Begleitung ausgeschlichen werden.
  4. Mit welchen Nebenwirkungen muss ich rechnen?
    Am häufigsten treten in den ersten Wochen Übelkeit, Mundtrockenheit, Schlafstörungen, Kopfschmerzen oder sexuelle Störungen auf. Diese klingen häufig ab, wenn sich der Körper an das Medikament gewöhnt hat.
  5. Kann ich mit Paroxetin Autofahren und Maschinen bedienen?
    In den ersten Tagen der Einnahme und bei Nebenwirkungen wie Müdigkeit oder Schwindel sollte auf solche Tätigkeiten verzichtet werden. Später ist es meist problemlos möglich – im Zweifel Rücksprache mit dem Arzt.

Bei weiteren Fragen – wenden Sie sich bitte vertrauensvoll an Ihre Apotheke oder Ihren behandelnden Arzt. Diese Informationen ersetzen keine persönliche Beratung und dienen ausschließlich der allgemeinen Information!

Zusätzliche Informationen

Dosierung: No selection

12,5mg, 25mg, 37,5mg

Paket: No selection

30 pill, 60 pill, 90 pill, 120 pill, 180 pill