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Levofloxacin

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Levofloxacin ist ein verschreibungspflichtiges Antibiotikum, das bei bakteriellen Infektionen wie Lungenentzündungen, Harnwegsinfekten oder Hautinfektionen eingesetzt wird. Es wirkt, indem es das Wachstum der Bakterien stoppt. Nehmen Sie Levofloxacin immer genau nach Anweisung Ihres Arztes ein. Bei Fragen oder Nebenwirkungen wenden Sie sich bitte an Ihr medizinisches Fachpersonal. Levofloxacin ist nicht zur Behandlung von Virusinfektionen wie Erkältungen geeignet.

Levofloxacin: Umfassende Patienteninformation

Grundlegende Produktinformationen

  • Wirkstoff (INN): Levofloxacin
  • Handelsnamen (Deutschland): Tavanic®, Levofloxacin Ratiopharm®, Levofloxacin Hexal® u.a.
  • ATC-Code: J01MA12
  • Verfügbare Darreichungsformen & Stärken: Tabletten (250 mg, 500 mg, 750 mg), Infusionslösung (5 mg/ml), Granulat zur Suspension für Kinder in Ausnahmefällen
  • Hersteller (Beispiele): Sanofi-Aventis, HEXAL AG, Ratiopharm GmbH, Aristo Pharma GmbH
  • Verschreibungsstatus: Rezeptpflichtig (verschreibungspflichtig gemäß § 48 AMG)

Wirkmechanismus

Für Patient:innen: Levofloxacin gehört zu den Fluorchinolon-Antibiotika und hemmt das Wachstum und die Vermehrung vieler Bakterienarten, indem es lebenswichtige Prozesse innerhalb der Bakterien blockiert.
Für Fachkreise: Levofloxacin ist das S-enantiomere der Ofloxacin-Racematen, wirkt bakterizid durch Hemmung der bakteriellen DNA-Gyrase (Topoisomerase II) sowie der Topoisomerase IV, was zur Störung der DNA-Replikation, -Transkription und -Reparatur führt.

Pharmakokinetik

  • Resorption: Nach oraler Gabe rasch und fast vollständig absorbiert (Bioverfügbarkeit etwa 100%), max. Blutspiegel nach 1–2 Stunden.
  • Verteilung: Gutes Gewebspenetrieren, besonders Lunge, Bronchialsekret, Urin, Nasennebenhöhlen; geringe Liquorgängigkeit.
  • Verstoffwechselung: Kaum hepatisch metabolisiert (weniger als 5%)
  • Ausscheidung: Hauptsächlich renal (über 85% unverändert im Urin), Eliminationshalbwertszeit 6–8 Stunden.
  • Dauer der Wirkung: 12–24 Stunden, abhängig von Dosis und Nierenfunktion.

Anwendung im Alltag & Best Practices

Levofloxacin wird meistens einmal täglich, vorzugsweise zur gleichen Tageszeit, eingenommen. Die Tabletten sind unzerkaut mit ausreichend Flüssigkeit zu schlucken. Die Therapiedauer richtet sich nach Infektion und ärztlicher Anweisung (typisch 5–14 Tage).

  • Typische Dosierung: Erwachsene 500 mg 1x täglich, ggf. 250 mg (leichtere Infektionen) oder 750 mg (schwere Infektionen); Kinder und Jugendliche nur bei spezifischen Indikationen.
  • Auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr achten, um das Risiko von Nierennebenwirkungen zu senken.
  • Begleiterscheinungen und Nebenwirkungen stets an medizinisches Fachpersonal melden.

Einnahme morgens vs. abends

Morgens: Für Menschen mit geregeltem Tagesablauf geeignet, minimiert das Risiko von schlafbezogenen Nebenwirkungen (z. B. Schlaflosigkeit).
Abends: Praktisch bei Schichtarbeit. Jedoch Vorsicht bei Schlafstörungen.
Tipp: Die regelmäßige Einnahme zur selben Tageszeit verbessert die Wirksamkeit und minimiert Nebenwirkungen.

  • Niemand sollte eine verpasste Dosis „doppelt nehmen“.
  • Im Zweifelsfall Arzt oder Apotheker in Deutschland um Rat fragen.

Nahrungsunabhängigkeit & Essgewohnheiten

Levofloxacin kann unabhängig von den Mahlzeiten eingenommen werden. Die Aufnahme wird durch Nahrung nicht wesentlich beeinflusst. ACHTUNG: Milchprodukte, kalziumreiche Nahrungsmittel oder Mineralstoffpräparate (wie Quark, Joghurt, Calciumtabletten) können die Aufnahme beeinträchtigen, wenn sie gleichzeitig eingenommen werden. Halten Sie 2 Stunden Abstand zu solchen Produkten. Alkohol verstärkt keine unerwünschten Effekte, sollte bei akuter Erkrankung jedoch gemieden werden.

Warnhinweise zu Wechselwirkungen

Interaktion Empfehlung
Milchprodukte/Antazida/Eisen- oder Zinkpräparate 2 Stunden Abstand halten
Antikoagulanzien (z. B. Marcumar®, Warfarin) Gerinnung häufig kontrollieren lassen
Glukokortikoide (Kortison etc.) Sehnenentzündungen möglich, Arzt konsultieren
QT-Zeit verlängernde Medikamente (z. B. Amiodaron) Ggf. EKG-Kontrollen empfohlen
Antidiabetika Blutzucker engmaschig überwachen
Alkohol Keine relevante Wechselwirkung, aber besser meiden

Indikationen

Indikation Zugelassen (offiziell, Fachinformation BfArM) Off-Label-Einsatz
Community-acquired pneumonia Ja -
Chronische Bronchitis, akute Exazerbation Ja -
Komplizierte Harnwegsinfektionen inkl. Pyelonephritis Ja -
Prostatitis Ja -
Osteomyelitis Ja -
Spezielle Fälle von Tuberkulose, Gonorrhoe - Mit Zustimmung des Arztes
Behandlung von multiresistenten Keimen - Individuell, Rücksprache Facharzt

Dosierung nach klinischer Indikation

Indikation Standarddosis (Erwachsene) Kinder/Jugendliche* Ältere Patienten / Niereninsuffizienz
Pneumonie/akute Sinusitis/Bronchitis 500 mg 1x/tlg. nicht zugelassen Dosisreduktion gem. Nierenfunktion
Harnwegsinfekt/Pyelonephritis 250–500 mg 1x/tlg. nicht zugelassen Dosisreduktion erforderlich
Prostatitis 500 mg 1x/tlg., 2–4 Wochen nicht zugelassen Anpassen
Osteomyelitis 500–750 mg 1x/tlg. nicht empfohlen Anpassen erforderlich
*Kinder: Nur in Ausnahmefällen, z.B. spezielle Infektionen, auf ärztliche Weisung

Sicherheitsprofil und Nebenwirkungen

Am häufigsten:

  • Übelkeit, Durchfall, Bauchschmerzen
  • Kopfschmerzen, Schwindel, Schlafstörungen
  • Hautausschlag, Juckreiz
Seltener/Schwerwiegend:
  • Sehnenentzündung/-riss, besonders bei Älteren und Kortisontherapie
  • QT-Verlängerung im EKG (Herzrhythmusstörung)
  • Verminderte Nierenfunktion
  • Allergische Reaktionen bis hin zum anaphylaktischen Schock
  • Psychiatrische Nebenwirkungen: Angst, Depression, seltener Halluzinationen
  • Erhöhtes Risiko für Aortenaneurysma/-dissektion bei Vorschäden

praktische Anwendungshinweise (für Deutschland)

  • Packungsbeilage sorgfältig lesen und Unklarheiten beim Arzt oder Apotheker in der Apotheke vor Ort besprechen
  • Therapiedauer vollständig einhalten, selbst wenn die Beschwerden früher abklingen
  • Auf Lichtempfindlichkeit achten: Sonneneinstrahlung meiden, Sonnenschutz verwenden
  • Kein abruptes Unterbrechen der Einnahme, außer bei schwerwiegenden Nebenwirkungen (unverzüglich Arzt aufsuchen)
  • Auf Liste der Wechselwirkungen achten, Medikationsplan führen
  • Mitführpflicht des Medikamentes bei Reisen, Rezeptkopie mitnehmen (z. B. für Geschäftsreisen in der EU)
  • Apothekenpflichtig, keine Selbstmedikation!

Therapiealternativen (Kassenleistungen, Vor- & Nachteile)

  • Amoxicillin/Clavulansäure: Weniger Nebenwirkungen, aber nicht gegen atypische Erreger oder Fluorchinolon-resistente Keime wirksam.
  • Cefuroxim: Gute Wirksamkeit gegen typische Atemwegskeime, aber keine Wirkung bei atypischen Erregern.
  • Doxycyclin: Oral einnehmbar, bei vielen Atemwegsinfektionen Alternative, aber ebenfalls photosensibilisierend.
  • Moxifloxacin: Auch Fluorchinolon, aber breiteres Wirkspektrum bei höherem Nebenwirkungsrisiko.
  • Fosfomycin: Bei unkomplizierten Harnwegsinfekten, einfache Einmaldosis
  • Alle Alternativen sind in der Regel GKV-erstattungsfähig. Die Auswahl sollte individuell nach Resistenzlage, Nebenwirkungsprofil und Patientencharakteristika erfolgen.

Rechtlicher Status & Erstattung in Deutschland

  • Rezeptpflichtig: Abgabe nur gegen ärztliche Verschreibung (§ 48 AMG)
  • Zulassung: Nach Arzneimittelgesetz (AMG) durch das BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte)
  • Erstattungsfähig: Im Rahmen der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) für zugelassene Indikationen
  • Verschreibung außerhalb der Zulassung (Off-Label-Use): Nach zusätzlicher individueller Nutzen-Risiko-Abwägung möglich (vgl. Versorgung durch SGB V)
  • Substitutionsausschluss: Kann im Einzelfall vom Arzt verordnet werden (u. a. bei Allergien oder Unverträglichkeiten)

Aktuelle Forschung und Leitlinien (2022–2025)

Laut der deutschen S3-Leitlinie zur Antibiotikatherapie sowie internationalen Empfehlungen (z. B. ESCMID, IDSA) wird Levofloxacin vermehrt für Fälle eingesetzt, in denen andere Antibiotika versagen oder eine erhöhte Resistenzlage vorliegt. Die Anwendung bei unkomplizierten Infektionen wurde in den letzten Jahren eingeschränkt, um Resistenzen und Nebenwirkungen zu reduzieren. Deutsche Warnhinweise (Rote-Hand-Brief 2019, fachliche Bestätigungen 2022–2025) unterstreichen besondere Vorsicht bei älteren Menschen und Patienten mit vaskulären Erkrankungen. Quelle: AWMF-Leitlinie 020-009 / BfArM Fluorchinolone-Hinweise

Verfügbarkeit, Packungsgrößen & Lieferzeiten

Packungsgröße Inhalt Apothekenverkaufspreis (Indikation, Stand 2024) Lieferzeit (Beispiel Städte)
N1 5 Tabletten 500 mg ca. 25 € Frankfurt: 2 Std, Berlin: 4 Std, München: 3 Std, Hamburg: 4 Std
N2 10 Tabletten 500 mg ca. 46 € Großraum DE: < 24 Std über zahlreiche Versandapotheken
N3 20 Tabletten 500 mg ca. 78 € Wenn vorrätig, sofort abholbar, ansonsten 1–2 Werktage
Infusionslösung 5 x 100 ml (500 mg/100 ml) ca. 100 € Nur über Klinik oder Krankenhausapotheke

FAQ – Häufige Patientenfragen zu Levofloxacin

1. Kann ich während einer Levofloxacin-Therapie Autofahren oder Maschinen bedienen?

Müdigkeit, Schwindel oder Sehstörungen als Nebenwirkung sind möglich. Fühlen Sie sich beeinträchtigt, verzichten Sie auf das Fahren und Maschinenbedienung. Im Zweifelsfall Rücksprache mit dem behandelnden Arzt halten.

2. Muss ich während der Einnahme besondere Lebensmittel meiden?

Vermeiden Sie die gleichzeitige Einnahme mit Milchprodukten oder calcium-, eisen- und magnesiumhaltigen Präparaten. Halten Sie jeweils mindestens 2 Stunden Abstand. Normale Ernährung wie Brot, Gemüse, Fleisch, Getränke (außer Alkohol in Maßen) ist unproblematisch.

3. Wann sollte ich einen Arzt kontaktieren?

Bei schweren Nebenwirkungen wie Hautausschlag, Atemnot, Sehnen- oder Muskelschmerzen, Herzrhythmusstörungen oder allergischen Reaktionen brechen Sie die Einnahme ab und suchen Sie umgehend ärztliche Hilfe auf.

4. Was mache ich, wenn ich eine Dosis vergessen habe?

Nehmen Sie die vergessene Dosis baldmöglichst ein. Liegt der Zeitpunkt jedoch nahe an der nächsten Dosis, nehmen Sie nicht doppelt ein, sondern setzen Sie den normalen Rhythmus fort.

5. Kann ich Levofloxacin zusammen mit anderen Antibiotika einnehmen?

Nur nach ärztlicher Anordnung. In manchen Fällen sind Kombinationen notwendig (z. B. bei schweren, komplizierten Infekten). Die Therapiekombination muss auf Verträglichkeit geprüft werden.

Für alle weiteren Fragen stehen Ihnen Ihre Apotheke oder Ihr behandelnder Arzt in Deutschland zur Verfügung.

Zusätzliche Informationen

Dosierung: No selection

250mg, 500mg, 750mg

Paket: No selection

30 pill, 60 pill, 90 pill, 120 pill, 180 pill, 360 pill