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Asacol (Mesalamine)

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Asacol enthält den Wirkstoff Mesalazin und wird zur Behandlung von chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen wie Colitis ulcerosa eingesetzt. Das Medikament hilft, Entzündungen im Darm zu lindern und Beschwerden wie Durchfall und Bauchschmerzen zu reduzieren. Die Einnahme erfolgt in der Regel als Tablette, wie vom Arzt verordnet. Asacol unterstützt so eine bessere Lebensqualität und hilft, Krankheitsschübe zu vermeiden.

Asacol® (Mesalazin): Umfassende Patienteninformation

Grundlegende Produktinformationen

Wirkstoff (INN) Mesalazin (auch Mesalamin/Mesalamine)
Handelsnamen in Deutschland Asacol®, Mesalazin Merck®, Pentasa®, Salofalk®, Claversal®
ATC-Code A07EC02
Verfügbare Darreichungsformen Filmtabletten, magensaftresistente Tabletten, Zäpfchen, Rektalklysmen, granuliertes Pulver
Verfügbare Stärken 250, 400, 500, 800, 1.000 mg (je nach Hersteller)
Hersteller Allergan GmbH, Dr. Falk Pharma GmbH, Ferring GmbH, Merckle Recordati GmbH
Verschreibungsstatus Rezeptpflichtig (verschreibungspflichtig nach § 48 AMG)

Wirkmechanismus (Anschaulich & Fachlich)

Mesalazin gehört zur Gruppe der Aminosalizylate. Es wirkt lokal im Darm entzündungshemmend, indem es die Freisetzung von Entzündungsbotenstoffen (z.B. Prostaglandine, Leukotriene) hemmt. Fachlich betrachtet blockiert Mesalazin insbesondere die Cyclooxygenase- und Lipoxygenase-Enzyme, wodurch eine modulierte Immunantwort im Schleimhautbereich zustande kommt – essenziell für die Behandlung chronisch-entzündlicher Darmerkrankungen (CED).

Pharmakokinetik

  • Absorption: Mesalazin wird lokal im Darm freigesetzt, systemische Aufnahme ist gering (Form-abhängig 15–30%).
  • Metabolisierung: In der Darmwand und Leber schnell zu N-Acetyl-Mesalazin umgewandelt.
  • Ausscheidung: Über den Urin und Stuhl als aktive und inaktive Metaboliten.
  • Wirkdauer: Dosisabhängig; gleichmäßige Spiegel bei 1–2 x täglicher Gabe.

Alltag und Anwendungsbestimmungen (DE-Kontext)

  • Typische Dosierung:
    • Erwachsene: 1,5–4 g Mesalazin pro Tag, verteilt auf 1–3 Gaben (je nach Schweregrad/Aktivität der Erkrankung).
    • Dosisanpassungen bei Kindern, älteren Patienten und Patienten mit Nieren-/Lebererkrankungen erfolgen individuell.
  • Wichtige Hinweise für deutsche Patienten:
    • Regelmäßige Einnahme ist entscheidend für die Rückfallprophylaxe („Rezidivprophylaxe“).
    • Arzneimittel immer mit ausreichend Flüssigkeit einnehmen, nicht zerkauen oder teilen (außer bei Teilbarkeit vorgesehen).
    • Dauer der Therapie gemäß ärztlicher Anordnung, häufig mehrmonatige bis dauerhafte Anwendung nötig.

Einnahme am Morgen oder Abend?

  • Vorteile morgendlicher Einnahme: Unterstützt Therapie-Routine (z. B. mit Frühstück), Studien zeigen bei Einmalgabe keine Wirksamkeitsunterschiede zu abendlicher Einnahme.
  • Vorteile abendlicher Einnahme: Kann bei Patienten mit morgendlicher Übelkeit/Erbrechen vorteilhaft sein; flexible Gestaltung nach Lebensstil möglich.
  • Empfehlung: Einnahmezeit möglichst konstant wählen, um Wirkung und Compliance zu optimieren.

Einnahme zu den Mahlzeiten oder nüchtern?

  • Die meisten Mesalazin-Präparate (wie Asacol®) können unabhängig von den Mahlzeiten eingenommen werden.
  • Bei empfindlichem Magen oder deutscher Frühstückskultur (mit Brot, Müsli etc.) empfiehlt es sich, die Einnahme kurz nach dem Essen vorzunehmen; dies erhöht Verträglichkeit und erleichtert Routinebildung.
  • Wichtig: Tabletten unzerkaut schlucken – Beachten Sie die Hinweise Ihres Arztes oder Apothekers.

Wechselwirkungen

Interaktion Empfehlung/Hinweis
Azathioprin, 6-Mercaptopurin, Thioguanin Kontrollierte Kombination möglich; regelmäßige Blutbildkontrollen notwendig.
NSAR/COX-Hemmer (z.B. Ibuprofen, Diclofenac) Verstärkte Nierennebenwirkungen möglich; ggf. vermeiden oder Dosis anpassen.
Antikoagulanzien (z.B. Warfarin) Beobachtung auf veränderte Gerinnungswerte empfohlen.
Lebensmittel/Alkohol Keine spezifischen Wechselwirkungen; Alkohol kann CED jedoch verschlechtern.
Protonenpumpenhemmer/Antazida Kleine Veränderungen in Wirkstofffreisetzung möglich; Rücksprache mit Arzt empfohlen.

Indikationen / Anwendungsgebiete

Indikation Zulassungsstatus
Colitis ulcerosa (aktive Phase und Remissionserhaltung) Offiziell zugelassen
Morbus Crohn (leichte bis mittlere Ausprägung; v.a. Colon-Beteiligung) Teilweise/Off-label-Use
Proktitis/Proktosigmoiditis Offiziell zugelassen (Rektale Formen)
Divertikulitis-Rezidivprophylaxe Off-label in Absprache mit Arzt

Dosierung nach Indikation (Erwachsene, Kinder, Ältere)

Indikation/Patientengruppe Empfohlene Tagesdosis Hinweis
Colitis ulcerosa (Erwachsene, Akutphase) 2–4 g/d (in 1–3 Dosen, oral oder rektal) Je nach Schweregrad ggf. orale + rektale Kombi
Colitis ulcerosa (Kinder ab 6 J.) 30–60 mg/kg/d, max. 2,4 g/d Nur nach ärztlicher Anweisung
Colitis ulcerosa (ältere Patienten) Dosierung wie Erwachsene, ggf. Reduzierung bei Niereninsuffizienz Regelmäßige Nierenkontrolle
Remissionserhaltung 1–2 g/d Dauertherapie zur Vermeidung von Rückfällen
Morbus Crohn (Colonbeteiligung) Bis zu 4 g/d Wirkung v.a. in milden Fällen belegt

Sicherheitsprofil & Nebenwirkungen

  • Sehr häufig / Häufig:
    • Blähungen, Bauchschmerzen, leichter Durchfall/Verstopfung
    • Kopfschmerzen
    • leichte Schleimhautreizungen (bei rektaler Anwendung)
  • Gelegentlich:
    • Hautausschläge, Juckreiz
    • Gelenkschmerzen, Muskelschmerzen
    • Übelkeit, Erbrechen
  • Selten:
    • Nierenfunktionsstörungen (regelmäßige Blut- und Urinkontrollen empfohlen)
    • Blutbildveränderungen
    • Lungenentzündungen (interstitielle Pneumonitis)
  • Warnhinweise:
    • Bei Verschlechterung des Allgemeinzustands sofort Arzt informieren (evtl. Mesalazin-Intoleranz).
    • Regelmäßige Laborkontrollen (Blutbild, Nierenwerte) empfohlen.

Richtige Anwendung: Tipps vom Apotheker/Arzt

  1. Medikament immer nach Anweisung des behandelnden Arztes/Apothekers nutzen.
  2. Tabletten nicht zerkleinern – wichtig für die gezielte Freisetzung im Darm.
  3. Routinen schaffen (z. B. immer morgens zum Frühstück).
  4. Kombination rektal/oral bei ausgeprägter Entzündung des Enddarms überlegen.
  5. Regelmäßiger Arztbesuch zur Kontrolle von Laborwerten und Therapieerfolg.
  6. Eventuelle Wechselwirkungen/Änderungen der Ernährung mit dem Arzt besprechen.

Alternative Therapien (GKV-Erstattungsfähig)

  • Sulfasalazin: Älteres Aminosalizylat, bei Unverträglichkeit von Mesalazin jedoch mit mehr Nebenwirkungen (häufig Unverträglichkeit, u.a. Übelkeit, Kopfschmerzen).
  • Corticosteroide (z.B. Budesonid, Prednisolon): Bei schwereren Schüben, Nebenwirkungen bei langfristiger Anwendung.
  • Immunmodulatoren (z.B. Azathioprin, 6-Mercaptopurin): Bei häufigen Rückfällen oder Unverträglichkeit gegenüber Mesalazin.
  • Biologika (z.B. Infliximab, Adalimumab): Für schwere Verläufe, kostenintensiv, bei GKV mit Indikationsgenehmigung erstattungsfähig.
  • Vergleich: Mesalazin ist in Deutschland als Standard zur Remissionserhaltung etabliert, bei schwereren Schüben kommen Kortikosteroide/Immunmodulatoren zum Einsatz.

Rechtlicher & Erstattungsstatus in Deutschland

  • Mesalazin ist in Deutschland via Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) zugelassen.
  • Alle Mesalazin-Herstellerprodukte (auch Asacol®) sind rezeptpflichtig (§ 48 AMG), dürfen nur nach ärztlicher Verschreibung in Apotheken abgegeben werden.
  • Alle Standard-Indikationen werden von den gesetzlichen Krankenkassen (GKV, z.B. AOK, TK, Barmer) erstattet.
  • Keine Selbstmedikation erlaubt.

Aktuelle Studien & Leitlinien (2022–2025)

  • S3-Leitlinie "Colitis ulcerosa" (2023, DGVS): Mesalazin ist weiterhin Therapie der ersten Wahl zur Induktion und Erhaltung der Remission, neue Studien zeigen Vorteile einer Einmaldosierung ("Once-Daily") bzgl. Compliance/Effektivität.
    Quellen: “Leitlinie Colitis ulcerosa – DGVS 2023”, “ECCO Guidelines 2023”
  • Studien unterstreichen die Wichtigkeit der regelmäßigen Kontrolle (auch der Nierenfunktion).

Verfügbarkeit & Lieferung (Deutschland)

Paketgröße Inhalt Indikativer Apothekenpreis* Lieferzeit (in Werktagen)
Klein 50 Tabletten (400 mg) ca. 35–50 € 1 (Berlin), 1–2 (Hamburg, München, Köln)
Mittel 100 Tabletten (800 mg) ca. 70–110 € 1 (Frankfurt), 1–2 (Leipzig, Düsseldorf)
Groß 180 Tabletten (800 mg) ca. 120–180 € 2–3 überall in Deutschland

*GKV übernimmt Kosten bei medizinischer Notwendigkeit, tatsächlicher Patientenanteil i.d.R. zwischen 5–10 €, siehe Ihre Apotheke.

FAQ – Häufig gestellte Patientenfragen

  1. Wie lange muss ich Asacol® / Mesalazin einnehmen?
    In vielen Fällen ist eine langfristige, teils jahrelange Einnahme zur Verhinderung von Rückfällen notwendig. Die genaue Therapiedauer bestimmt Ihr Arzt nach Verlauf Ihrer Grunderkrankung.
  2. Was passiert, wenn ich eine Dosis vergesse?
    Nehmen Sie die vergessene Dosis so bald wie möglich ein. Liegt die nächste Einnahme jedoch kurz bevor, lassen Sie die vergessene Dosis aus und fahren Sie wie geplant fort. Niemals eine doppelte Dosis einnehmen.
  3. Sind besondere Diäten während der Behandlung erforderlich?
    Nein, eine spezielle Diät ist nicht vorgeschrieben. Ausgewogene Ernährung nach deutscher Esskultur (z. B. ballaststoffarm bei Aktivitätsphasen) kann aber helfen, Beschwerden zu lindern. Alkohol wird bei CED allgemein nicht empfohlen.
  4. Darf ich Asacol® / Mesalazin während der Schwangerschaft oder Stillzeit nehmen?
    Mesalazin darf grundsätzlich während Schwangerschaft und Stillzeit angewendet werden, wenn Ihr Arzt dies empfiehlt. Erfahrung und Studien zeigen keine erhöhten Risiken für Mutter oder Kind.
  5. Kann ich Asacol® mit anderen Medikamenten kombinieren?
    Oft ist eine Kombination mit anderen Wirkstoffen sinnvoll. Bitte besprechen Sie jede zusätzliche Medikation immer mit Ihrem Arzt oder Apotheker, um Wechselwirkungen zu vermeiden.

Bei weiteren Fragen wenden Sie sich vertrauensvoll an Ihr behandelndes ärztliches Team oder Ihre Apotheke.

Zusätzliche Informationen

Dosierung: No selection

400mg

Paket: No selection

30 pill, 60 pill, 90 pill, 120 pill, 180 pill