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Metronidazole

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Metronidazol ist ein Arzneimittel, das zur Behandlung von Infektionen durch Bakterien oder Parasiten eingesetzt wird. Es hilft besonders bei Infektionen im Magen-Darm-Trakt, im Genitalbereich oder der Haut. Nehmen Sie Metronidazol genau nach Anweisung Ihres Arztes ein und achten Sie auf die gesamte vorgeschriebene Dauer, auch wenn Sie sich früher besser fühlen. Beachten Sie mögliche Nebenwirkungen und den Verzicht auf Alkohol während der Behandlung.

Metronidazol – Umfassende Patienteninformation

Grundlegende Produktinformationen

INN (Wirkstoffname) Metronidazol
Handelsnamen in Deutschland Clont, Flagyl, Metronidazol-ratiopharm, Metronidazol AL, Metronidazol-CT u. a.
ATC-Code J01XD01
Verfügbare Darreichungsformen/Stärken Tabletten (250 mg, 400 mg), Infusionslösung (5 mg/ml), Vaginalgel (0,75%), Zäpfchen, Mundgel, Creme
Hersteller ratiopharm, CT Arzneimittel, Almirall, Aliud Pharma, Teva, Hexal, diverse Generika
Verschreibungsstatus Rezeptpflichtig (verschreibungspflichtig nach AMVV)

Wirkmechanismus

Metronidazol gehört zur Gruppe der Nitroimidazole und wirkt insbesondere gegen Anaerobier (Bakterien und Protozoen, die ohne Sauerstoff leben). Das Medikament dringt in die Zelle der Erreger ein und wird dort von Enzymen zu toxischen Metaboliten umgewandelt. Diese Metaboliten schädigen die DNA der Mikroorganismen und verhindern deren Vermehrung. Dadurch sterben die Erreger ab. Bei Menschen ist die Aufnahme sicher, da unsere Zellen das Umwandlungsenzym nicht besitzen.

Für medizinisch Interessierte:

Metronidazol wird intrazellulär durch Nitro-Reduktasen zu reaktiven Azidometaboliten reduziert. Diese verursachen DNA-Strangbrüche und hemmen selektiv anaerobe Stoffwechselwege. Es wirkt bakteriostatisch und bakterizid.

Pharmakokinetik

  • Absorption: Rasche und nahezu vollständige Resorption (>80%) nach oraler Gabe.
  • Metabolismus: Leber (über Cytochrom-P450-System; Umwandlung zu aktiven & inaktiven Metaboliten).
  • Ausscheidung: Hauptsächlich renal, teilweise biliär (10-20% unverändert im Urin).
  • Halbwertszeit: ca. 8 Stunden.
  • Wirkdauer: 12–24 Stunden; Anpassung bei Nieren- oder Leberinsuffizienz erforderlich.

Anwendung und Alltag – Beste Praktiken

  • Tabletten: Mit etwas Flüssigkeit unzerkaut schlucken. Die Tabletten sollten regelmäßig und möglichst zur gleichen Zeit eingenommen werden.
  • Vaginalgel / Creme: Nach Anleitung des Arztes oder Beipackzettels lokal auftragen.
  • Infusion: Nur in der Klinik oder unter ärztlicher Aufsicht.
  • Typische Dosen: Erwachsene: 500 mg 2- bis 3-mal täglich; je nach Indikation und Schweregrad.
  • Kinder: Dosisanpassung je nach Körpergewicht und Indikation (siehe Tabelle „Dosierung nach Indikation“).

Bitte halten Sie alle vom Arzt vorgegebenen Einnahmezeiten und Dosierungen strikt ein, auch wenn die Beschwerden bereits nachlassen!

Einnahme morgens oder abends?

  • Täglich zur gleichen Zeit einnehmen fördert die Wirksamkeit und beugt Nebenwirkungen vor.
  • Morgens: Vorteil bei Tagesrhythmus und besserer Verträglichkeit bei Übelkeit; kann aber Müdigkeit tagsüber verursachen.
  • Abends: Hilfreich, wenn Müdigkeit als Nebenwirkung besteht; Essen am Abend verlangsamt die Resorption leicht, was bei Unverträglichkeit günstiger sein kann.
  • Tipp: Wählen Sie einen festen Zeitpunkt, der zu Ihrem Alltag in Deutschland passt (z.B. zusammen mit Frühstück oder Abendbrot).

Mit oder ohne Mahlzeit?

  • Die Einnahme erfolgt vorzugsweise während oder nach einer Mahlzeit, um Magenbeschwerden zu vermeiden. Auf nüchternen Magen kann es gehäuft zu Übelkeit kommen.
  • Typisch deutsche Mahlzeiten (Frühstück: Brot/Brötchen, Mittag-/Abendessen: warme Speise) sind für die Einnahme geeignet.
  • Milch- oder milchhaltige Getränke können bedenkenlos verwendet werden.

Wechselwirkungen & Warnhinweise

Interagierendes Produkt/Lebensmittel Hinweis/Risiko
Alkohol Unbedingt vermeiden! → Disulfiram-ähnliche Reaktion (Übelkeit, Erbrechen, Krämpfe, Kopfschmerzen)
Blutverdünner (z.B. Warfarin, Phenprocoumon) Verstärkung der Wirkung → Erhöhtes Blutungsrisiko
Antiepileptika (z.B. Phenytoin, Phenobarbital) Spiegelveränderung und Nebenwirkungsrisiko
Cimetidin Metronidazolspiegel erhöht → Nebenwirkungsgefahr
Lithium Erhöhtes Risiko für Lithium-Nebenwirkungen
Ciclosporin/Tacrolimus Erhöhung der Konzentrationen → Kontrollierte Blutspiegel erforderlich

Indikationen (Zulassung/Off-Label)

Indikation Status
Bakterielle Vaginose Zugelassen
Trichomoniasis Zugelassen
Anaerobe bakterielle Infektionen (z. B. Abszesse, Peritonitis, Sepsis) Zugelassen
Clostridioides difficile-assoziierte Diarrhö Off-Label (nur bei Unverträglichkeit von Vancomycin/Fidaxomicin)
Amebiasis (Amöbenruhr), Giardiasis (Lambliasis) Zugelassen
Helicobacter pylori-Eradikation (Kombinationstherapie) Off-Label (z.T. Kassenleistung)
Zahnmedizinische Infektionen Zugelassen

Dosierung nach Indikation

Indikation Erwachsene Kinder Ältere Patienten
Bakterielle Vaginose 2× täglich 400 mg für 7 Tage ODER 5–7 Tage Vaginalgel Individuell, meist
7 mg/kg/Tag aufgeteilt
Wie Erwachsene, ggf. Dosisanpassung bei Nieren-/Leberfunktionsstörung
Trichomoniasis 1× 2 g Einmalgabe ODER 5–7 Tage 2× 250 mg Trichomoniasis: 5–7 mg/kg/Tag Wie Erwachsene, Dosisanpassung beachten
Amebiasis 3× 500–750 mg für 7–10 Tage 30–50 mg/kg/Tag aufgeteilt Wie Erwachsene
Anaerobe Infektion 2× 500 mg bis max. 2 g pro Tag 20–30 mg/kg/Tag Wie Erwachsene, Überwachung empfohlen

In jedem Fall erfolgt die Dosisanpassung nach ärztlicher Anordnung. Besonders bei Kindern und älteren Menschen ist die Überwachung wichtig!

Sicherheitsprofil / Nebenwirkungen

Kategorie Häufigkeit Beispiele
Sehr häufig ≥10 % Übelkeit, metallischer Geschmack
Häufig 1–10 % Magenbeschwerden, Durchfall, Kopfschmerzen, Appetitverlust, Schwindel
Gelegentlich 0,1–1 % Vaginale Irritation (bei Gel), Hautausschläge, Juckreiz
Selten 0,01–0,1 % Neurologische Nebenwirkungen (Taubheit, Kribbeln, Krampfanfälle), Leberwertanstieg
Sehr selten <0,01 % Blutbildveränderungen, Anaphylaxie
  • Achtung: Bei plötzlichen schweren Nebenwirkungen (z. B. Hautausschlag, Schwellungen, Atemnot, Krämpfe, Gelbfärbung der Haut) bitte sofort ärztlichen Notdienst kontaktieren!
  • Vor Beginn ärztlich abklären: Schwangerschaft, Stillzeit, chronische Leber- oder Nierenerkrankung, Epilepsie, Alkoholmissbrauch.

Anleitung zur richtigen Anwendung (Apothekenberatung)

  • Nie mit Alkohol kombinieren – während und mind. 48 Stunden nach Therapie meiden!
  • Packungsbeilage gründlich lesen und Rückfragen an Arzt/Apotheke stellen.
  • Medikationsplan (Arzneimittelpass) bei mehreren Medikamenten nutzen.
  • Therapiedauer einhalten, nicht vorzeitig abbrechen – Rückfallrisiko!
  • Auf regelmäßige Einnahme achten, zur gleichen Tageszeit. Ggf. Handy-Wecker nutzen.
  • Bei Vergessen möglichst rasch nachholen, aber nie doppelte Dosis einnehmen!
  • Müdigkeit und Konzentrationsstörungen möglich – Vorsicht im Straßenverkehr.
  • Praktische Apothekentipp: Einnahme unmittelbar nach einer Hauptmahlzeit zur besseren Magenverträglichkeit.
  • Vaginalgel: Applikatoren regelmäßig wechseln, auf Hygiene achten.
  • Arzneimittel stets kühl und trocken lagern, Kindersicherung beachten.

Alternative Therapieoptionen (erstattete Medikamente, Vergleich)

  • Clindamycin (oral oder lokal) – bei bakterieller Vaginose als Alternative (auch erstattungsfähig), meist gut verträglich. Kein Alkoholproblem; Risiko für Durchfall und Resistenzentwicklung.
  • Vancomycin (bei C. difficile) – bei Unverträglichkeit von Metronidazol; teurer, selektiver.
  • Fidaxomicin (speziell bei C. difficile) – hohe Effektivität, bester Schutz gegen Rückfälle, sehr teuer.
  • Nitrofurantoin (nur bei Harnwegsinfekten, nicht als Alternative im gynäkologischen Bereich geeignet).
  • Weitere Nitroimidazole (z. B. Tinidazol, Secnidazol; selten in Deutschland verfügbar).

Vergleich: Metronidazol ist meist kostengünstig, einfach anzuwenden, aber strikt alkoholfrei und gelegentlich schlechter magenverträglich als Clindamycin.

Rechtlicher Status / Erstattung / Zulassung

  • Verschreibungspflichtig (sog. Rx-Arzneimittel gem. AMVV).
  • Zulassung: Beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM).
  • Erstattung: Mittel sind i. d. R. GKV-Leistung (NFZ = Nationaler Rahmenvertrag; Kassenrezept gilt), auch Generika umfangreich erstattungsfähig.
  • Dokumentation: Sorgfältige ärztliche Dokumentation und Arzneimittelüberwachung empfohlen.
  • Vorsicht: Off-Label-Anwendung (z. B. bei H. pylori) erfordert besondere Begründung nach ärztlicher Leitlinie.

Neueste Studien & Erkenntnisse (2022–2025)

  • Die Anwendung von Metronidazol zur Behandlung von C. difficile-Infektionen wird gemäß den aktuellen Leitlinien (AWMF, S3-Leitlinien 2023) nur noch bei milderen Verläufen oder bei Unverträglichkeit von Vancomycin oder Fidaxomicin empfohlen.
  • Studien aus Deutschland zeigen, dass Metronidazol weiterhin eine exzellente Wirksamkeit bei bakterieller Vaginose und bestimmten Protozoeninfektionen (Trichomoniasis, Amöben, Giardien) aufweist.
  • Langzeitnutzung birgt neu identifizierte Risiken neurologischer Nebenwirkungen (2024: Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte/BfArM). Es wird empfohlen, Therapiedauer unter 10 Tagen zu halten.
  • Erhöhte Resistenzraten bei H. pylori kombinierter Eradikationstherapie; Metronidazol sollte nach Resistenztestung eingesetzt werden (Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, 2024).
  • 2025: EMA bekräftigt den Nutzen bei gynäkologischen/magendarmbezogenen Infektionen, sofern streng indiziert.

Quellen: S3-Leitlinie Gastrointestinale Infektionen (AWMF, 2023), BfArM Sicherheitshinweise 2024, EMA Pharmakovigilanzberichte 2025.

Verfügbarkeit & Lieferung

Packsgröße (Tabletten) Preis (UVP, €) Lieferzeit Berlin Lieferzeit München Lieferzeit Hamburg Lieferzeit Köln
20× 400 mg 10,50 1 Tag 1–2 Tage 1 Tag 1–2 Tage
50× 400 mg 22,90 1–2 Tage 2 Tage 1–2 Tage 2 Tage
100× 250 mg 29,80 1–2 Tage 2 Tage 1–2 Tage 2 Tage
  • Vaginalgel, Infusionslösungen und Mundgele auf Rezept in jeder deutschen Vor-Ort- oder Versandapotheke lieferbar (in der Regel 1–3 Werktage).

FAQ – Häufig gestellte Patientenfragen

  1. Kann ich während der Einnahme von Metronidazol Alkohol trinken?
    Nein, absolut nicht! Diese Kombination kann schwere Nebenwirkungen wie Übelkeit, Erbrechen, Hautrötung, Herzklopfen und Kreislaufbeschwerden (sog. Antabus-Effekt) verursachen. Warten Sie nach Therapieende mindestens 48 Stunden, bevor Sie wieder Alkohol konsumieren.
  2. Was mache ich, wenn ich eine Dosis vergessen habe?
    Nehmen Sie die vergessene Dosis so bald wie möglich nachträglich ein. Liegt der nächste Einnahmezeitpunkt jedoch nahe, lassen Sie die vergessene Dosis aus und setzen mit dem normalen Zeitplan fort. Niemals die doppelte Menge einnehmen!
  3. Ist Metronidazol auch während der Schwangerschaft oder Stillzeit möglich?
    Eine Anwendung im 2. und 3. Schwangerschaftsdrittel ist nach ärztlicher sorgfältiger Prüfung möglich. Stillen sollte in der Zeit der Einnahme und mindestens 24 Stunden nach der letzten Dosis unterbrochen werden. Klären Sie die Situation immer mit Ihrem behandelnden Arzt!
  4. Muss ich bei der Ernährung etwas Besonderes beachten?
    Normale deutsche Mischkost inklusive Milchprodukte ist erlaubt. Nur auf Alkohol müssen Sie verzichten. Bei empfindlichem Magen empfiehlt sich die Einnahme direkt nach dem Essen.
  5. Kann ich mit Metronidazol arbeiten, Autofahren oder Sport treiben?
    Viele Patienten spüren keine Einschränkungen. Allerdings können Müdigkeit, Schwindel oder Konzentrationsprobleme auftreten. Testen Sie Ihre Reaktion vorsichtig aus und meiden Sie ggf. gefährliche Tätigkeiten.

Bei weiteren Fragen wenden Sie sich bitte immer an Ihren Arzt oder Ihre Apotheke vor Ort!

Zusätzliche Informationen

Dosierung: No selection

200mg, 400mg

Paket: No selection

30 pill, 60 pill, 90 pill, 120 pill, 180 pill, 360 pill