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Dapsone (Diaminodiphenyl sulfone)

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Dapson (Diaminodiphenylsulfon) ist ein Arzneimittel, das bei bestimmten bakteriellen Infektionen wie Lepra und Dermatitis herpetiformis eingesetzt wird. Es wirkt, indem es das Wachstum von Bakterien hemmt. Dapson wird meist in Tablettenform verabreicht. Ihr Arzt legt die genaue Dosierung fest. Während der Behandlung sind regelmäßige Blutuntersuchungen wichtig, da Nebenwirkungen auftreten können. Bei Fragen oder Unsicherheiten wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder Apotheker.

Dapsone (Diaminodiphenylsulfon) – Produktinformation für Patientinnen und Patienten in Deutschland

Grundlegende Produktinformationen

Wirkstoff (INN) Dapson (Diaminodiphenylsulfon)
Handelsnamen in Deutschland Dapsone Acino, Dapson Madaus, Dapson Heumann
ATC-Code J04BA02
Verfügbare Darreichungsformen & Stärken Tabletten, meist 50 mg und 100 mg
Hersteller z. B. Acino Pharma, Madaus, Heumann
Verschreibungsstatus Verschreibungspflichtig (Rezeptpflichtig nach AMG)

Wirkmechanismus

Für Patientinnen und Patienten:
Dapson wirkt als Antibiotikum und reduziert Entzündungen. Es hemmt das Wachstum bestimmter Bakterien und beeinflusst zudem das Immunsystem, wodurch Entzündungsreaktionen abgemildert werden. Daher kommt es zur Behandlung verschiedener Infektionen, insbesondere der Haut, sowie bei einigen Entzündungserkrankungen zum Einsatz.

Für medizinische Fachkreise:
Dapson ist ein Sulfon-Antibiotikum, das die Folsäuresynthese durch Hemmung der Dihydropteroat-Synthetase in Bakterien blockiert. Es wirkt bakteriostatisch und zeigt auch entzündungshemmende Effekte etwa bei der Inhibition der myeloperoxidase-vermittelten Neutrophilenaktivität.

Pharmakokinetik

  • Resorption: Nach oraler Einnahme wird Dapson nahezu vollständig (ca. 80–100 %) aus dem Magen-Darm-Trakt in das Blut aufgenommen.
  • Verteilung: Gute Gewebegängigkeit, Anreicherung besonders in Haut, Leber, Nieren und Muskulatur. Plasmaproteinbindung ca. 70–90 %, Übertritt in Muttermilch und Plazenta möglich.
  • Metabolisierung: Hauptsächlich in der Leber durch Acetylierung und Hydroxylierung, diverse Metaboliten (teils aktiv), Beteiligung von CYP2E1/3A4-Enzymen möglich.
  • Ausscheidung: Zu etwa 90 % renal (über die Niere), zu geringem Anteil biliär (über die Galle).
  • Halbwertszeit: Unverändert ca. 20–30 Stunden (längere Wirkdauer möglich).

Alltagsgebrauch und bewährte Anwendung in Deutschland

  • Typische Dosen: Erwachsene erhalten in der Regel 50–100 mg täglich; die Dosis kann je nach Erkrankung und Situation angepasst werden.
  • Einnahmeart: Immer genau nach ärztlicher Verordnung. Tabletten unzerkaut mit ausreichend Flüssigkeit einnehmen.
  • Dauer der Behandlung: Von wenigen Wochen bis zu mehreren Monaten oder Jahren – abhängig von Diagnose und klinischem Verlauf.
  • Kombinationstherapie: Dapson wird häufig in Kombination mit anderen Medikamenten gegen Lepra, Dermatitis herpetiformis oder bestimmte Hautentzündungen eingesetzt.
  • Regelmäßige Kontrollen: Blutbild und Leberfunktion sollten regelmäßig überwacht werden.
  • Hinweis für den Alltag: Wegen möglicher Nebenwirkungen stets einen aktuellen Medikationsplan und Laborwerte beim Arzt/Apotheker vorlegen.

Dosierung morgens oder abends?

Im Allgemeinen kann Dapson unabhängig von der Tageszeit eingenommen werden. Es empfiehlt sich jedoch, die Tabletten täglich zur gleichen Zeit einzunehmen, um Wirkspiegel und Gewohnheiten zu stabilisieren. Einige Patientinnen und Patienten bevorzugen die morgendliche Einnahme, um eventuelle Magenbeschwerden während des Tages besser zu kontrollieren; andere empfinden abends die Einnahme als besser verträglich. Wichtig ist die Regelmäßigkeit!

Einnahme zu den Mahlzeiten oder nüchtern?

  • Mit Mahlzeiten: Bei empfindlichem Magen wird Dapson vorzugsweise nach einer Mahlzeit (z. B. deutsches Frühstück oder Mittagessen) eingenommen, da dies die Verträglichkeit verbessert.
  • Vor/Nach dem Essen: Die Bioverfügbarkeit ist relativ unabhängig von der Nahrungsaufnahme. Es dürfen jedoch keine Milchprodukte direkt vor oder nach der Einnahme konsumiert werden, da diese die Wirkstoffaufnahme etwas verändern können.
  • Kombination mit typisch deutscher Kost: Es bestehen keine zusätzlichen Einschränkungen hinsichtlich Brot, Fleisch, Gemüse o. Ä.; Alkohol sollte nur in sehr kleinen Mengen und nur nach Rücksprache mit dem Arzt konsumiert werden.

Warnhinweise zu Wechselwirkungen

Substanz(gruppe) Mögliche Wechselwirkung
Rifampicin, Chloramphenicol Kann die Dapson-Plasmaspiegel absenken (Wirkverlust möglich)
Trimethoprim, Probenecid Kann Dapson-Spiegel erhöhen (vermehrte Nebenwirkungen)
Antidiabetika (z. B. Sulfonylharnstoffe) Potenzierung der Wirkung (Hypoglykämiegefahr)
Chinin, Primaquin, Nitrofurantoin Erhöhtes Risiko für Hämolyse (Zerstörung roter Blutkörperchen)
Lebensmittel Milchprodukte: leichte Beeinflussung möglich
Alkohol: erhöhtes Risiko für Leberschäden

Indikationen

Gesetzlich zugelassene Indikationen Off-Label-Anwendungen
  • Lepra (Morbus Hansen, multibazillär und paucibazillär)
  • Dermatitis herpetiformis Duhring
  • Pneumocystis-jirovecii-Pneumonie (Prophylaxe/Behandlung)
  • Akne (spezielle Fälle)
  • Vaskulitiden (bestimmte Formen)
  • Autoimmunblistering-Dermatosen

Dosierung nach Indikation (Erwachsene, Kinder, ältere Personen)

Indikation Dosierung Erwachsen Dosierung Kinder Besonderheiten/Elderly
Lepra 100 mg 1x täglich (meist mit Rifampicin & Clofazimin) 1,5 mg/kg KG täglich, max. 100 mg/Tag Engmaschige Labor- und Nierenkontrolle empfohlen
Dermatitis herpetiformis 50–100 mg 1x täglich 0,5–1,5 mg/kg KG täglich (< 12 Jahre nur nach Rücksprache) Langsam einschleichen, regelmäßige Blutbildkontrolle
Pneumocystis-Prophylaxe 50–100 mg täglich oder 100 mg 2–3x/Woche Nach Gewicht, individuelle Anpassung Enge Überwachung erforderlich
Hinweis: Dosierung ausschließlich gemäß ärztlicher Anordnung! (KG = Körpergewicht)

Sicherheitsprofil und Nebenwirkungen

Häufige Nebenwirkungen
(>1 % der Behandelten)
Gelegentlich/besondere Risiken Seltene (<1 %), schwerwiegende Nebenwirkungen
  • Anämie, leichte Hämolyse
  • Kopfschmerzen
  • Gastrointestinale Beschwerden (Übelkeit, Durchfall)
  • Leichter Hautausschlag
  • Allergische Hautreaktionen
  • Methemoglobinämie (Blaufärbung der Lippen/Haut)
  • Fieber
  • Leberenzymerhöhung
  • Dapson-Syndrom (Fieber, Ausschlag, Organbeteiligung)
  • Schwere hämolytische Anämie
  • Agranulozytose
  • Leberschädigung

Bei Auftreten von starken allergischen Symptomen (Atemnot, Anschwellen der Zunge/Lippen, Hautblutungen) oder ungewöhnlichen Beschwerden bitte sofort ärztliche Hilfe suchen.

Hinweise zur richtigen Anwendung

  • Dapson-Tabletten immer wie vom Arzt/der Ärztin verordnet einnehmen—keine Eigenanpassung der Dosis!
  • Regelmäßige Blutkontrollen (Blutbild, Leberwerte, Nierenwerte) sind notwendig.
  • Bei Anzeichen von Gelbsucht, ungewöhnlicher Müdigkeit oder Fieber: unverzüglich ärztlich abklären lassen.
  • Schwangere und Stillende: Anwendung nur nach sorgfältiger ärztlicher Risiko-Nutzen-Abwägung.
  • Bei Reisen oder längerer Abwesenheit rechtzeitig an Folgerezepte denken und einen Medikamentenpass mitführen.

Alternative Therapieoptionen (Erstattung durch das GKV-System)

  • Rifampicin: Standard bei Lepra; muss mit anderen Substanzen kombiniert werden. Vorteile: Effektivität; Nachteil: mögliche Lebertoxizität.
  • Clofazimin: Ebenfalls Teil der Lepra-Standardtherapie (Erstattung über GKV). Vorteil: gute Verträglichkeit; Nachteil: Hautverfärbungen möglich.
  • Sulfapyridin: Einsatz bei Dermatitis herpetiformis (bei Unverträglichkeit von Dapson). Vorteil: Alternative bei Allergie; Nachteil: geringere Wirksamkeit.
  • Trimethoprim/Sulfamethoxazol: Für Pneumocystis-Prophylaxe. Vorteil: kostengünstig; Nachteil: mögliche Allergien.

Rechtlicher Status, Registrierung und Erstattung in Deutschland

  • Zulassung: Europäische Union, BfArM-genehmigt (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte) für zugelassene Indikationen.
  • Verschreibungsstatus: Rezeptpflichtig nach AMG; nur auf ärztliches Rezept erhältlich.
  • Erstattung: Voll erstattungsfähig durch Gesetzliche Krankenversicherung (GKV) bei zugelassenen Indikationen.
  • Apothekenpflicht: Abgabe ausschließlich in öffentlichen Apotheken erlaubt.

Neueste Forschung & klinische Empfehlungen (2022–2025)

  • Dermatitis herpetiformis: Neue deutsche Leitlinien (AWMF 2024) bestätigen die hohe Wirksamkeit von Dapson als Mittel der ersten Wahl.
    (Quellen: AWMF S2k-Leitlinie Nr. 013/074, Stand 2024)
  • Lepra-Therapie: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und deutsche Gesellschaft für Tropenmedizin empfehlen Dreifach-Kombinationstherapien, weiterhin mit Dapson als Standard (WHO Guidance 2023).
  • Sicherheit: Erweiterte Empfehlungen zu regelmäßigen G6PD-Mangel-Screenings, besonders bei Kindern und Patient:innen mit Migrationshintergrund.
  • Off-Label: Zunehmender klinischer Einsatz bei bestimmten Autoimmunerkrankungen unter engmaschiger Kontrolle (siehe Der Hautarzt 2022, JDDG 2024).

Verfügbarkeit, Packungsgrößen und Lieferung

Packungsgröße (Tabl.) Stärke Indikativer Apothekenpreis (€)* Reguläre Lieferzeit (Berlin/München/Hamburg/Köln)
20 100 mg ca. 28–34 1–2 Werktage
50 100 mg ca. 90–100 1–2 Werktage
100 50 mg ca. 70–85 2–3 Werktage (alle Städte)
*Stand: 2024. Preise unterliegen Apothekenrabatten und regionalen Schwankungen.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

  • 1. Wie lange muss ich Dapson einnehmen?
    Die Einnahmedauer hängt von Ihrer Erkrankung ab: Bei Lepra meist 6–12 Monate, bei Dermatitis herpetiformis eventuell lebenslang beziehungsweise so lange, wie Beschwerden bestehen. Ihr Arzt wird die Dauer individuell festlegen.
  • 2. Gibt es Wechselwirkungen mit meiner anderen Medikation?
    Ja, beispielsweise mit Antidiabetika, Rifampicin oder bestimmten Antibiotika. Halten Sie Rücksprache mit Ihrem behandelnden Arzt oder Apotheker und bringen Sie stets eine Liste Ihrer Medikamente zu Terminen mit.
  • 3. Muss ich bei der Ernährung etwas beachten?
    Sie können Ihre gewohnte Ernährung beibehalten. Achten Sie darauf, Dapson möglichst nach dem Essen und nicht zusammen mit Milch einzunehmen. Alkohol möglichst vermeiden.
  • 4. Was ist bei Nebenwirkungen zu tun?
    Leichte Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen oder Übelkeit sind nicht ungewöhnlich – sprechen Sie dies dennoch beim nächsten Arztbesuch an. Bei Hautausschlag, Fieber, Atemnot oder starken Beschwerden suchen Sie sofort ärztliche Hilfe auf!
  • 5. Erhalte ich Dapson in jeder Apotheke?
    Ja, Dapson ist als rezeptpflichtiges Arzneimittel in allen Apotheken in Deutschland verfügbar. Manche Packungsgrößen benötigen jedoch ggf. 1–2 Werktage zur Bestellung.

Zusätzliche Informationen

Dosierung: No selection

1000caps

Paket: No selection

1 bottle, 2 bottle, 3 bottle