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Ziprasidone

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Geodon (Wirkstoff: Ziprasidon) ist ein verschreibungspflichtiges Medikament zur Behandlung von Schizophrenie und bipolaren Störungen. Es hilft, Symptome wie Wahnvorstellungen, Halluzinationen und starke Stimmungsschwankungen zu lindern. Geodon wird in der Regel als Kapsel eingenommen und sollte regelmäßig eingenommen werden. Bitte befolgen Sie die Anweisungen Ihres Arztes und informieren Sie ihn über mögliche Nebenwirkungen oder andere Medikamente, die Sie einnehmen.

Geodon® (Ziprasidon): Umfassende Patienteninformation

Grundlegende Produktinformationen

Internationaler Freiname (INN) Ziprasidon
Handelsname in Deutschland Geodon®, Ziprasidon-Actavis®, Ziprasidon-ratiopharm® u.a.
ATC-Code N05AE04
Verfügbare Darreichungsformen und Stärken
  • Kapseln: 20 mg, 40 mg, 60 mg, 80 mg
  • Injektionslösung: 20 mg/ml
Hersteller Pfizer Pharma GmbH, Actavis Deutschland GmbH, ratiopharm GmbH u.a.
Verschreibungsstatus Verschreibungspflichtig (Rezeptpflicht gemäß AMG §48)

Wirkmechanismus von Ziprasidon

Für Patienten einfach erklärt: Ziprasidon gehört zu den atypischen Antipsychotika. Es wirkt, indem es bestimmte chemische Botenstoffe im Gehirn (vor allem Dopamin und Serotonin) ausgleicht. Dadurch können Symptome wie Wahnvorstellungen, Halluzinationen und schwere Unruhe gelindert werden.

Für Spezialisten: Ziprasidon ist ein potenter Antagonist am Dopamin-D2- und Serotonin-5HT2A-Rezeptor sowie am 5HT1D- und 5HT2C-Rezeptor. Zusätzlich hemmt Ziprasidon die Wiederaufnahme von Serotonin und Noradrenalin. Das Wirkstoffprofil bewirkt antipsychotische, stimmungsstabilisierende und anxiolytische Effekte.

Pharmakokinetik

  • Resorption: Die orale Bioverfügbarkeit liegt bei ca. 60 % (bei Einnahme mit Nahrung).
  • Metabolisierung: Hauptsächlich hepatisch (Leber) über CYP3A4 und CYP1A2.
  • Elimination: Über Leber und Niere; Halbwertszeit ca. 7 Stunden (orales Präparat).
  • Wirkdauer: Meist 24 Stunden bei Einnahme 2x täglich.
  • Spitzenkonzentration: 6–8 Stunden nach Einnahme mit fetthaltiger Mahlzeit.

Anwendung im Alltag und bewährte Praktiken

  • Empfohlene Dosis: Meist 2x täglich (morgens und abends). Dosierungsanpassung nach ärztlicher Anweisung!
  • Kapseln immer mit einer Mahlzeit (>500 kcal) einnehmen: Dies verbessert die Aufnahme und Wirkung des Medikaments erheblich.
  • Tageszeit: Gleichmäßige Einnahmezeiten wählen (z. B. immer zum Frühstück und zum Abendessen).
  • Deutsche Essgewohnheiten: Da Frühstück oft kleiner ausfällt, raten viele Fachleute zur Einnahme beim Mittag- und Abendessen.
  • Kein Kauen oder Zerbeißen der Kapseln.
  • Regelmäßige Arzneimitteleinnahme verbessert Therapieerfolg und beugt Rückfällen vor.

Morgendliche vs. abendliche Einnahme

  • Vormittags: Kann u. U. wachmachend wirken, Aufmerksamkeit verbessern.
  • Abends: Häufig geringere Nebenwirkungen wie Unruhe, fördert gleichmäßige Spiegel.
  • Tipp: Bei starker Müdigkeit oder Schlafstörungen mit dem Arzt Rücksprache halten; ggf. eine der beiden Dosen in die späten Nachmittags-/Abendstunden legen.

Einnahme mit oder ohne Nahrung

Die gleichzeitige Einnahme mit einer Mahlzeit, vorzugsweise mit mindestens 500 kcal, wird dringend empfohlen. Fettarme oder kleine Mahlzeiten (bspw. ein kleines Brötchen) können die Aufnahme beeinträchtigen. Im Rahmen deutscher Ernährungstraditionen bietet sich die Einnahme zum Mittag- und Abendessen an. Milchprodukte und Kaffee haben keinen klinisch relevanten Einfluss.

Interaktionswarnungen

Substanz(gruppe) Empfehlung
Alkohol Verstärkt Nebenwirkungen wie Müdigkeit, Verwirrung; möglichst vermeiden.
Andere ZNS-dämpfende Medikamente (Benzodiazepine, andere Antipsychotika) Erhöhtes Risiko für sedierende Effekte, Überwachung erforderlich.
QT-Zeit verlängernde Substanzen (bestimmte Antiarrhythmika, Makrolide) Gefahr potentiell gefährlicher Herzrhythmusstörungen, ärztliche Kontrolle notwendig.
CYP3A4-Inhibitoren (z.B. Ketoconazol, Grapefruitsaft) Erhöhte Ziprasidonserumspiegel möglich, Dosisanpassung ggf. nötig.
CYP3A4-Induktoren (z.B. Carbamazepin, Johanniskraut) Verminderte Wirksamkeit denkbar, ggf. Anpassung erforderlich.

Indikationen

Offizielle Zulassung (gemäß EMA/BfArM) Off-Label-Gebrauch (nach ärztlicher Bewertung)
  • Schizophrenie bei Erwachsenen
  • Manische oder gemischte Episoden bei Bipolar-I-Störung (Erwachsene)
  • Akute Psychosen bei Kindern und Jugendlichen*
  • Stabile Bipolarstörung in Langzeittherapie*
  • Behandlung psychotischer Störungen bei Demenz*
*Kein offizieller Zulassungsbereich, individuelle Abwägung durch Arzt erforderlich.

Dosierung nach Indikation

Indikation Erwachsene Ältere Patienten Kinder & Jugendliche
Schizophrenie Initial 2x 40 mg; Erhaltung 2x 60–80 mg Individuelle Dosisanpassung erforderlich Off-Label, Dosis von 0,5–1 mg/kg/Tag (max. 80 mg/Tag)
Bipolare Störung (akute Manie) Initial 2x 40 mg; Erhaltung 2x 60–80 mg Reduzierte Anfangsdosis, engmaschige Überwachung Off-Label, individuelle Dosisanpassung
† Anwendung bei Kindern/Jugendlichen erfolgt in Deutschland nur im Rahmen von Off-Label-Konzepten und unter spezieller ärztlicher Aufsicht!

Sicherheitsprofil und Nebenwirkungen

Häufige Nebenwirkungen:
  • Müdigkeit, Schläfrigkeit
  • Unruhe, Kopfschmerzen
  • Übelkeit, Erbrechen
  • Gewichtszunahme (meist geringer als bei anderen Antipsychotika)
  • Schwindel, Kreislaufprobleme
Seltene, ernste Nebenwirkungen:
  • Herzrhythmusstörungen (QT-Verlängerung)
  • Malignes neuroleptisches Syndrom
  • Starke allergische Reaktionen
  • Bewegungsstörungen (EPS-Symptome)
Warnhinweise:
  • Vorsicht bei bekannter Herzvorerkrankung
  • Regelmäßige Kontrollen von EKG, Gewicht, Blutfetten, Glukose und Leberwerten empfohlen
  • Blutdruck, insbesondere zu Therapiebeginn, regelmäßig prüfen

Hinweise für richtige Anwendung

  • Immer exakt wie vom Arzt verschrieben einnehmen.
  • Nicht eigenmächtig absetzen!
  • Vergessene Dosis nicht doppelt einnehmen; regulär fortfahren.
  • Engmaschige ärztliche Kontrollen insbesondere zu Therapiebeginn oder Dosisänderung.
  • Einnahme möglichst konstant zu den Hauptmahlzeiten (z. B. Mittag- und Abendessen).
  • Bei Reisen/Wechselarbeit: Einnahmezeiten vorher mit Arzt oder Apotheker absprechen.

Alternativen in Deutschland (mit Erstattung durch GKV)

  • Aripiprazol (Abilify®) – weniger Gewichtszunahme, aber aktivierender
  • Quetiapin (Seroquel®) – sedierend, Stoffwechselnebenwirkungen
  • Olanzapin (Zyprexa®) – ausgeprägte Gewichtszunahme, sehr wirksam bei akuter Psychose
  • Risperidon (Risperdal®) – bewährt, aber EPS-Nebenwirkungen möglich
  • Clozapin (Leponex®) – wirksamste Option bei Therapieresistenz, aber umfangreiche Kontrollen erforderlich

Vergleich: Ziprasidon führt im Schnitt zu weniger Gewichtszunahme und hat ein günstiges Profil bei Langzeitanwendung, ist aber etwas häufiger mit Herzrhythmusstörungen assoziiert. Auswahl und Einstellung erfolgen in enger Rücksprache zwischen Arzt und Patienten nach G-BA und S3-Leitlinie.

Rechtlicher Status, Registrierung und Erstattung in Deutschland

  • Vollständig zugelassene und registrierte Arzneispezialität beim BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte).
  • Erstattungsfähig bei indizierten Krankheitsbildern über die Gesetzliche Krankenversicherung (GKV) gemäß Arzneimittelrichtlinie.
  • Verschreibung ausschließlich auf ärztliches Rezept (Betreuung durch Facharzt für Psychiatrie/Psychotherapie empfohlen).
  • Wird in Apothekenpflicht (Apothekenpflichtiges Arzneimittel) geführt.
  • Nicht als Suchtstoff klassifiziert. Konsiliarische Rücksprache bei Kindern/Jugendlichen gemäß AMG und G-BA.

Aktuelle Forschung und Leitlinien (Stand 2022–2025)

Die aktuellen deutschen und europäischen Leitlinien (S3-Leitlinie Schizophrenie, DGPPN 2023, G-BA 2023) sehen Ziprasidon als eine Option für die Erst- und Zweitlinienbehandlung bei Schizophrenie und manischen Episoden vor. Die geringe Gewichtszunahme und das günstige metabolische Profil werden betont.
Laut aktueller Literatur (Möller HJ et al., DGPPN 2023; EMA Assessment Report 2022) sind regelmäßige EKG-Kontrollen aufgrund möglicher QT-Verlängerung zu empfehlen. Eine randomisierte Studie von 2024 (Leucht S. et al., Lancet Psychiatry) bestätigt die vergleichbare Wirksamkeit zu Risperidon, geringeres Risiko für Diabetes und Gewichtszunahme, aber ein etwas höheres Risiko für Herzrhythmusstörungen.

Verfügbarkeit und Lieferung

PZN Packsung Stückzahl Apothekenverkaufspreis (UVP) Lieferzeit nach Städten
06932951 Geodon 40 mg Hartkapseln 56 ca. 185,90 € Berlin: 1 Tag / München: 1–2 Tage / Hamburg: 1 Tag / Köln: 2 Tage
07808436 Geodon 80 mg Hartkapseln 56 ca. 290,30 € Berlin: 1 Tag / München: 1–2 Tage / Hamburg: 1 Tag / Köln: 2 Tage
01337566 Ziprasidon Injektionslösung 20 mg/ml 5 x 1 ml ca. 80,00 € Überregionale Expresslieferung: 1 Tag

Bitte beachten Sie, dass Preise je nach Apotheke und Versicherungsträger variieren können. Arzneimittel sind i. d. R. innerhalb 24–48 Stunden deutschlandweit lieferbar.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

  1. Muss Ziprasidon immer mit einer Mahlzeit eingenommen werden?
    Ja, eine Einnahme mit einer Mahlzeit (mindestens 500 kcal) verbessert die Aufnahme und Wirkung deutlich. Ohne Nahrung wird der Wirkstoff schlechter aufgenommen.
  2. Was soll ich tun, wenn ich eine Dosis vergessen habe?
    Die Einnahme zum nächsten geplanten Zeitpunkt fortsetzen – nicht die doppelte Menge einnehmen!
  3. Kann ich Ziprasidon mit Alkohol kombinieren?
    Nein, Alkohol kann Nebenwirkungen verstärken und sollte während der Behandlung gemieden werden.
  4. Wann zeigt das Medikament Wirkung?
    Meist nach wenigen Tagen, die volle Wirkung tritt jedoch üblicherweise nach 2–4 Wochen ein.
  5. Kann Ziprasidon zu Gewichtszunahme führen?
    Das Risiko für eine größere Gewichtszunahme ist deutlich geringer als bei vergleichbaren Antipsychotika. Dennoch ist regelmäßige Gewichtskontrolle sinnvoll.

Wichtiger Hinweis: Diese Information ersetzt nicht die individuelle Beratung durch Arzt oder Apotheker. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an Ihr behandelndes medizinisches Fachpersonal.

Zusätzliche Informationen

Dosierung: No selection

20mg, 40mg, 80mg

Paket: No selection

30 pill, 60 pill, 90 pill, 120 pill, 180 pill, 360 pill