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Phoslo (Calcium Acetate)

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Phoslo enthält den Wirkstoff Calciumacetat und wird zur Kontrolle hoher Phosphatwerte im Blut bei Patienten mit chronischer Nierenerkrankung eingesetzt. Es hilft, das Gleichgewicht der Mineralstoffe zu erhalten und Komplikationen zu vermeiden. Phoslo wird in der Regel zu den Mahlzeiten eingenommen, um die Phosphataufnahme aus der Nahrung zu reduzieren. Die richtige Dosierung und Einnahme besprechen Sie bitte mit Ihrem behandelnden Arzt oder Ihrer Ärztin.

Phoslo® (Calciumacetat) – Umfassende Produktbeschreibung für Patient:innen

Basisinformationen

Wirkstoff Calciumacetat (INN: Calcium Acetate)
Deutsche Handelsnamen Phoslo®, Calciumacetat-ratiopharm®, weitere Generika
ATC-Code V03AE03
Pharmazeutische Darreichungsformen Tabletten, Kapseln, Pulver zur Suspension
Verfügbare Stärken 667 mg, 950 mg pro Tablette/Kapsel
Hersteller (DE) Fresenius Medical Care Deutschland GmbH, ratiopharm GmbH, Hexal AG u.a.
Verschreibungsstatus Verschreibungspflichtig (Rezeptpflicht nach AMG §48)

Wirkmechanismus

Für Patient:innen:
Phoslo enthält Calciumacetat, das im Verdauungstrakt den überschüssigen Phosphat bindet. Dadurch kann das Phosphat – meist aus der Nahrung – nicht in das Blut aufgenommen werden, sondern wird mit dem Stuhl ausgeschieden. Dies ist besonders bei Menschen mit chronischer Nierenerkrankung wichtig, da erhöhte Phosphatwerte langfristig die Knochen, Blutgefäße und das Herz belasten können.

Für Fachpersonal:
Calciumacetat wirkt als nicht-resorbierbarer Phosphatbinder. Es bildet mit dem Phosphat aus der Nahrung schwer lösliches Calciumphosphat, das enteral eliminiert wird. Die Bioverfügbarkeit von freiem Calcium aus Calciumacetat ist moderat und erhöht das Risiko einer Hypercalcämie, insbesondere bei gleichzeitiger Einnahme von Vitamin D oder Calcium-reichen Diäten.

Pharmakokinetik

  • Absorption: Calciumacetat wird bei oraler Einnahme im Magen aufgelöst; Calcium kann teilweise resorbiert werden, Acetat wird im Darm metabolisiert.
  • Verstoffwechselung: Acetat wird in der Leber zu CO₂ und Wasserstoffionen umgewandelt; Calcium wird durch die Nieren ausgeschieden.
  • Ausscheidung: Nicht resorbierte Calcium- und Phosphatformen im Stuhl; renale Elimination des restlichen Calciums.
  • Wirkeintritt & Wirkungsdauer: Wirkung beginnt mit der Nahrungsaufnahme, hält etwa 6–8 Stunden an.

Anwendung im Alltag & Empfehlungen (Deutschland)

  • Typische Dosierung: 2–4 Tabletten oder Kapseln (je 667 mg) zu den Hauptmahlzeiten, abhängig vom Phosphatgehalt der Nahrung und den Blutwerten.
  • Wie wird Phoslo eingenommen? Direkt zu den Mahlzeiten mit einem Glas Wasser. Tabletten/Kapseln unzerkaut schlucken.
  • Deutscher Kontext: Die typischen Ernährungsgewohnheiten in Deutschland (z.B. viele Milchprodukte, Fleischwaren oder phosphathaltige Lebensmittel) erfordern oft eine Anpassung der Dosis je nach Ernährungsweise.

Morgens vs. Abends: Einnahmezeitpunkt

  • Das Medikament immer gemeinsam mit den Mahlzeiten einnehmen! Nicht auf nüchternen Magen.
  • Vorteil der abendlichen Einnahme: Besonders phosphatreiche Abendmahlzeiten decken; hilft im Alltag oft beim Erinnern.
  • Regelmäßigkeit: Wesentlich für die Wirksamkeit – am besten zu jeder Mahlzeit die Einnahme mit der Essensvorbereitung oder direkt am Tisch einplanen.
  • Tipp: Einnahme „morgens, mittags, abends“ einüben, um den Tagesbedarf optimal zu steuern.

Einnahme zu/nach Mahlzeiten & Ernährungstipps

  • Mit einer Mahlzeit: Calciumacetat wirkt nur, wenn gleichzeitig Phosphat im Verdauungstrakt vorhanden ist. Zu einer leeren Mahlzeit (z.B. Obst, wenig Phosphat) kann die Dosis reduziert oder ausgelassen werden.
  • Typisch deutsche Ernährung: Viele Fertigprodukte, Wurst- und Backwaren haben hohe, teils versteckte Phosphatgehalte. Besonders beim Verzehr von Milch, Käse, Cola-Getränken und Backware sollte die vollen Dosis eingenommen werden.
  • Empfehlung: Ernährungsberatung für Patient:innen mit chronischer Niere wird empfohlen; Diätetik kann die Medikation unterstützen.

Wechselwirkungen

Interaktion Empfehlung/Warnung
Andere Medikamente gegen Phosphatüberschuss (z.B. Sevelamer) Nicht gleichzeitig ohne ärztliche Rücksprache — Risiko für Wechselwirkung und Überdosierung
Digitalis-Präparate Erhöhtes Risiko einer Digitalisüberdosierung durch Hyperkalzämie — engmaschige ärztliche Kontrolle
Antibiotika (z. B. Tetrazykline, Chinolone) Calcium vermindert die Aufnahme — Einnahme im Abstand von mindestens 2 Stunden
Thiaziddiuretika Risiko einer Hyperkalzämie erhöht — Kontrolle der Calciumwerte
Vitamin-D-Präparate Zusätzlicher Anstieg des Serumcalciums möglich — nur unter ärztlicher Überwachung
Alkohol Kann die Ausscheidung von Calcium verändern; keine spezifischen Wechselwirkungen bekannt, aber maßvoller Genuss empfohlen

Indikationen

Indikation Bemerkungen
Hyperphosphatämie bei terminaler Niereninsuffizienz Zugelassen (offiziell nach AMK und EMA)
Dialysepflichtige Patienten (Hämo- und Peritonealdialyse) Zugelassen
Prävention/Behandlung von Sekundärem Hyperparathyreoidismus Off-Label, in Abstimmung mit Nephrologie
Phosphatkontrolle bei mineralstoffreicher Ernährung trotz Dialyse Off-Label

Dosierungsübersicht nach Indikation

Patientengruppe Empfohlene Startdosis Maximaldosis (Richtwert)
Erwachsene (Dialyse) 2 Tabletten/Kapseln (je 667 mg) zu jeder Hauptmahlzeit Bis zu 8 Tabletten/Kapseln täglich
Pädiatrische Patienten (>6 Jahre) Nach Körpergewicht und klinischem Verlauf — z.B. 1 Tablette/Kapsel/10 kg KG/Tag aufgeteilt auf die Mahlzeiten Individuell, maximale Sicherheit durch Überwachung der Serumwerte
Ältere Patienten Wie Erwachsene, aber vorsichtige Aufdosierung aufgrund erhöhter Hyperkalzämie-Gefahr Regelmäßige Laborkontrollen empfohlen

Sicherheitsprofil & Nebenwirkungen

  • Häufig (≥1/10): Hyperkalzämie (erhöhter Calciumspiegel), Verdauungsbeschwerden (z.B. Übelkeit, Verstopfung, Blähungen)
  • Gelegentlich (≥1/100 bis <1/10): Durchfälle, Appetitlosigkeit, Erbrechen
  • Selten (<1/1.000): Hautausschlag, Juckreiz, Herzrhythmusstörungen (bei stark erhöhter Calcium-Konzentration)
  • Warnhinweise: Risiko der Gewebekalzifikation (z.B. Gefäßverkalkung) bei Langzeittherapie, besonders bei vorgeschädigten Gefäßen und Diabetes. Vorsicht bei Vitamin-D-Therapie!
Symptom Maßnahme
Anzeichen für zu hohen Calciumspiegel (z.B. Verwirrtheit, Muskelschwäche, Durst, häufiges Wasserlassen) Arzt oder Apotheker sofort kontaktieren; Einnahme evtl. pausieren
Verdauungsbeschwerden Mit den Mahlzeiten und ausreichender Flüssigkeitszufuhr meist vermeidbar
Herzklopfen, Unwohlsein Sofort ärztlich abklären lassen

Hinweise zur Anwendung (Tipps vom Apotheker & Klinik)

  • Tabletten nie auf nüchternen Magen
  • Einnahmeplan/Medi-Plan führen — Einnahmezeiten zu den Mahlzeiten notieren
  • Auf typische Wechselwirkungen achten (s.o.)
  • Regelmäßige Laborüberwachung: Calcium-, Phosphat-, Parathormon- und Vitamin-D-Spiegel mindestens alle 4–8 Wochen
  • Bei Nebenwirkungen oder Überdosierung sofort Kontakt mit Arzt/Praxis aufnehmen
  • Auf ausreichende Trinkmenge achten, Verstopfung vorbeugen
  • Information und Ernährungsberatung sind Teil der Behandlung chronischer Nierenerkrankungen

Alternativen & Vergleich (erstattungsfähig gemäß GKV)

  • Sevelamer (Renvela®, Generika): Keine Calciumaufnahme, geringeres Hyperkalzämie-Risiko, aber teurer. Für Patienten mit hohem Calciumspiegel geeignet.
  • Lanthanumcarbonat (Fosrenol®): Kein Calcium, Wirkung vergleichbar, auch als Kautablette erhältlich.
  • Calciumcarbonat: Wirksam, aber erhöht ebenfalls Calciumspiegel – bevorzugt bei gleichzeitigem Mangel.
  • Alle o.g. Alternativen sind in der Regel von der GKV (gesetzliche Krankenkassen) erstattungsfähig, abhängig von Indikation und ärztlicher Verordnung.

Rechtlicher Status, Zulassung & Kostenerstattung in Deutschland (2024)

  • Zulassung: Durch das BfArM und EMA in der Indikation Hyperphosphatämie bei chronischer Niereninsuffizienz
  • Verschreibungspflichtig gemäß AMG §48
  • Kostenerstattung: Regulär durch alle gesetzlichen Krankenkassen (GKV, inklusive AOK, TK, DAK etc.) nach Diagnosenachweis
  • Produkt ist in der aktuellen Lauer-Taxe (2024) mit PZN gelistet, Apothekenpflicht

Aktuelle Forschung/Leitlinien (2022–2025)

  • Die aktualisierten deutschen Leitlinien der DGfN/EBPG und KDIGO 2023 empfehlen weiterhin Phosphatbinder wie Calciumacetat zur Kontrolle des Phosphatspiegels, jedoch bevorzugt bei Patienten ohne Hyperkalzämie.
  • Die Reduktion von kardiovaskulären Ereignissen durch Phosphatsenkung ist in aktuellen Metaanalysen (z.B. Nephrol Dial Transplant. 2024; 39(5):899-910) erneut bestätigt worden.
  • Ein Cochrane-Review (2023) weist auf die individuelle Risikoabwägung bei Calcium-haltigen Bindern wegen möglicher Gefäßverkalkung hin – daher engmaschige klinische Kontrolle.
  • Phosphate-awareness als Teil der Leitlinien, vermehrte Einbeziehung der Ernährungsberatung und digitaler Ernährungs-Apps.

Verfügbarkeit, Packungsgrößen & Lieferzeiten

Packungsgröße Anzahl Tabletten/Kapseln Unverbindlicher Apothekenpreis (EUR, Stand Juni 2024) Lieferzeit (z.B. DocMorris/Versandapotheken)
Klein 100 ~ 28,- €
  • Berlin: 1–2 Werktage
  • Hamburg: 1–3 Werktage
  • München: 1–3 Werktage
  • Dortmund, Köln, Frankfurt: 2–3 Werktage
Groß 400 ~ 99,- € Wie oben

FAQ – Häufig gestellte Fragen

  • Wie lange muss ich Phoslo einnehmen?
    Die Einnahme erfolgt meist dauerhaft während einer chronischen Nierenerkrankung oder Dialyse. Über die genaue Therapiedauer entscheidet Ihr Nephrologe.
  • Was passiert, wenn ich eine Dosis vergesse?
    Kein Grund zur Sorge – die verpasste Dosis einfach mit der nächsten phosphatreichen Mahlzeit nachholen. Nicht doppelt einnehmen.
  • Muss ich meine Ernährung umstellen?
    Ja, ergänzende Ernährungstipps und gegebenenfalls die Begrenzung phosphatreicher Lebensmittel (Wurst, Cola, Schmelzkäse, Fertiggerichte) helfen, die Wirkung zu optimieren und Nebenwirkungen zu minimieren.
  • Darf ich neben Phoslo Nahrungsergänzungsmittel (z.B. Calcium, Vitamin D) einnehmen?
    Nur nach Rücksprache mit Ihrem Arzt, da das Risiko einer Überdosierung und Hyperkalzämie besteht.
  • Kann ich das Medikament in jeder Apotheke erhalten?
    Phoslo und alle gängigen Calciumacetat-Präparate sind bundesweit rezeptpflichtig verfügbar. Sollte ein Produkt einmal nicht vorrätig sein, können Apotheken es meist innerhalb von 1–2 Tagen bestellen.

Zusätzliche Informationen

Dosierung: No selection

667mg

Paket: No selection

30 pill, 60 pill, 90 pill, 120 pill, 180 pill, 360 pill