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Dilantin (Phenytoin)

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Dilantin (Wirkstoff: Phenytoin) ist ein Arzneimittel zur Behandlung von Epilepsie und bestimmten Anfallsleiden. Es hilft, ungewöhnliche elektrische Aktivitäten im Gehirn zu kontrollieren und somit Krampfanfällen vorzubeugen. Ihr Arzt oder Ihre Ärztin passt die Dosierung individuell an. Bitte nehmen Sie das Medikament regelmäßig und wie verordnet ein. Bei Fragen oder Nebenwirkungen wenden Sie sich an Ihr medizinisches Fachpersonal.

Produktbeschreibung: Dilantin® (Phenytoin) – Informationen für Patienten und Angehörige

Grundlegende Produktinformationen

Internationaler Freiname (INN) Phenytoin
Deutsche Handelsnamen Dilantin®, Phenhydan®, Zentropil®
ATC-Code N03AB02
Formen & Stärken Tabletten (50 mg, 100 mg), Hartkapseln (100 mg), Injektionslösung (50 mg/ml)
Hersteller Pfizer, Desitin, diverse Generikaanbieter
Verschreibungsstatus Rezeptpflichtig (Rx)

Wirkmechanismus

Einfach erklärt

Phenytoin, der Wirkstoff in Dilantin®, gehört zu den sogenannten Antiepileptika. Es stabilisiert die elektrische Aktivität der Nervenzellen im Gehirn. Dadurch hilft es, den Ablauf von epileptischen Anfällen zu verhindern oder zu vermindern.

Für Fachleute

Phenytoin blockiert spannungsabhängige Natriumkanäle in neuronalen Zellmembranen, wodurch die repetitive neuronale Entladung und somit die Ausbreitung von epileptischen Entladungen limitiert wird.

Pharmakokinetik

  • Resorption: Gute, aber variable Aufnahme im Darm (60–95%), abhängig von Darreichungsform und Mageninhalt.
  • Verstoffwechselung: Leber (über CYP2C9, CYP2C19). Sättigbare Metabolisierung, interindividuelle Unterschiede.
  • Elimination: Überwiegend renal als inaktive Metabolite.
  • Halbwertszeit: Im Mittel 10–22 Stunden (variabel, abhängig von Plasmaspiegeln und Leberfunktion).
  • Wirkeintritt: etwa 2–12 Stunden nach Einnahme, maximale Plasmakonzentration nach 4–12 Stunden.

Anwendung im Alltag & bewährte Vorgehensweisen

  • Immer wie vom Arzt verordnet einnehmen – meistens 1–2x täglich zur gleichen Uhrzeit.
  • Übliche Dosis bei Erwachsenen: 3–5 mg/kg Körpergewicht täglich, aufgeteilt auf 1–2 Gaben.
  • Einnahme idealerweise unzerkaut mit einem Glas Wasser.
  • Plasmaspiegel sollten regelmäßig ärztlich kontrolliert werden, um Über- oder Unterdosierung zu vermeiden.
  • Eine vergessene Dosis niemals doppelt nachholen!
  • Absetzen oder Umstellen nur nach Rücksprache mit dem behandelnden Arzt.

Morgens oder abends? – Hinweise zur Einnahme

  • Morgeneinnahme: Positiv, weil die Gefahr von Müdigkeit oft tagsüber besser kompensiert wird.
  • Abendeinnahme: Bei ausgeprägter Müdigkeit als Nebenwirkung manchmal vorteilhafter.
  • Wichtig: Die tägliche Einnahme sollte immer zur gleichen Zeit erfolgen, um gleichmäßige Wirkstoffspiegel zu sichern.

Einnehmen mit oder ohne Mahlzeit? Deutsche Ernährungshinweise

Die Aufnahme von Phenytoin kann durch Nahrung, insbesondere durch eiweißreiche Kost und ballaststoffreiche Lebensmittel, verzögert oder vermindert werden (typisch für deutsche Mischkost: Brot, Käse, Fleischwaren). Ideal ist die Einnahme auf nüchternen Magen oder – falls dies nicht vertragen wird – stets zur gleichen Tageszeit in Bezug auf die Mahlzeit. Milchprodukte können die Aufnahme ebenfalls beeinträchtigen. Alkohol sollte generell gemieden werden, da er sowohl die Wirkung als auch die Nebenwirkungen von Phenytoin beeinflusst.

Interaktionswarnungen

Substanzklasse/Faktor Mögliche Auswirkung Empfehlung
Alkohol Erhöhtes Risiko für Nebenwirkungen, verstärkte oder abgeschwächte Wirkung Verzicht empfohlen
Johanniskraut, Grapefruit Beeinflussung des Stoffwechsels, geringere Wirksamkeit oder mehr Nebenwirkungen Vermeiden
Antikoagulanzien (z. B. Marcumar®) Potenzielle Blutungsgefahr durch Wirkungsverstärkung/-abschwächung Kontrolle der Gerinnung
Orale Kontrazeptiva (Pille) Verminderte Wirksamkeit, erhöhtes Schwangerschaftsrisiko Auf Alternativen ausweichen
Bestimmte Antibiotika/Antimykotika (z. B. Doxycyclin, Azol-Antimykotika) Veränderte Phenytoinkonzentration Dosisanpassung möglich

Indikationen

Indikation Status Bemerkung
Epilepsie (Grand-mal, fokale Anfälle) Offiziell zugelassen Vor allem als Zusatztherapie
Status epilepticus Offiziell zugelassen (i. v.) Notfallmedizin
Trigeminusneuralgie Off-Label Nur bei Therapieversagen anderer Mittel
Herzrhythmusstörungen (z. B. Digitalisintoxikation) Off-Label Spezialfall, stationär

Dosierung nach Indikation und Altersgruppe

Indikation Erwachsene Kinder/Jugendliche Ältere Patienten
Epilepsie 300–400 mg pro Tag 5 mg/kg KG/Tag, ggf. angepasst Zumeist niedrigere Dosis, individuelle Titration
Status epilepticus (i. v.) 10–15 mg/kg KG als Bolus 10–20 mg/kg KG 10 mg/kg KG (langsam, monitorisiert)
Trigeminusneuralgie 100–400 mg pro Tag Nur nach Rücksprache Mit Vorsicht, niedrig starten

Sicherheitsprofil und Nebenwirkungen

  • Sehr häufig: Schwindel, Müdigkeit, Gangunsicherheit, Übelkeit, Augenbewegungsstörungen (Nystagmus)
  • Häufig: Zahnfleischwucherung (Gingivahyperplasie), Hautausschlag, Kopfschmerzen, Schlafstörungen
  • Gelegentlich: Leberfunktionsstörungen, Blutbildveränderungen, allergische Hautreaktionen
  • Selten: Schwerwiegende Überempfindlichkeitsreaktionen (z. B. Stevens-Johnson-Syndrom), schwere Hautreaktionen, Knochenerkrankungen, Lymphknotenvergrößerung

Richtige Anwendung – Tipps aus der deutschen Apotheke

  • Regelmäßige Einnahme sichern – Erinnerungsfunktion (App, Kalender) nutzen
  • Eigene Plasmaspiegel beim Arzt erfragen – Zielwert liegt meist bei 10–20 µg/ml
  • Mundpflege intensivieren (Zahnfleischwucherung!), regelmäßige Zahnarztkontrollen
  • Plötzliche Dosisänderung/Absetzen vermeiden – Gefahr von Krampfanfällen
  • Bei Nebenwirkungen sofort Rücksprache mit Arzt oder Apotheker halten
  • Reisen: Ausreichend Vorrat mitnehmen, ärztliches Attest für Flughafensicherheit
  • Alkohol und Grapefruitsaft meiden

Alternative Therapieoptionen (erstattungsfähig – GKV)

  • Lamotrigin (Lamictal®): Gut verträglich, breite Zulassung, günstig für viele Epilepsieformen (Vorteil: weniger Interaktionen)
  • Levetiracetam (Keppra®): Schnelle Wirkung, geringe Interaktionen, auch i.v.-Verfügbarkeit
  • Carbamazepin (Tegretal®): Besonders bei fokalen Anfällen Standardtherapie
  • Valproinsäure (Ergenyl®): Sowohl bei generalisierten als auch bei fokalen Anfällen, jedoch mit relevanten Risiken (insbesondere bei jungen Frauen)

Zusätzliche Alternativen: Oxcarbazepin, Topiramat, Lacosamid. Alle genannten Präparate sind zur Kassenleistung (GKV) zugelassen.

Rechtliche, regulatorische und Erstattungs-Situation in Deutschland

  • Arzneimittelzulassung: Durch das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM)
  • Marktzulassung: EU-weit
  • Verschreibungspflicht: Ja, wegen Nebenwirkungs- und Überdosierungsgefahr
  • Erstattung (GKV): Standardmäßig erstattungsfähig bei Epilepsie und Status epilepticus
  • Hinweis: Prüfpflicht bei Schwangerschaft wegen Teratogenität!

Neueste wissenschaftliche Erkenntnisse & Leitlinien (2022–2025)

  • Die Deutsche Gesellschaft für Epileptologie (DGfE) und Leitlinien der AWMF empfehlen Phenytoin bei bestimmten Epilepsieformen weiterhin als Zweitwahl aufgrund des Nebenwirkungs- und Interaktionsprofils.
  • Laut aktuellen Publikationen (AWMF 030-041, 2023) wird für neue Patientinnen und Patienten bevorzugt Lamotrigin oder Levetiracetam eingesetzt.
  • Phenytoin bleibt Mittel der Wahl im Status epilepticus nach Versagen von Benzodiazepinen.
  • 2023-2024: Fokus auf Medikamenteninteraktionen (Literatur: Epilepsia, DGfE Jahresbericht).

Verfügbarkeit und Lieferung

Paketgröße Apothekenverkaufspreis (UVP) Lieferzeit (Berlin) Lieferzeit (München) Lieferzeit (Hamburg)
100 Tabletten (100 mg) ca. 29 € Sofort abholbar 1–2 Tage Sofort abholbar
50 Tabletten (100 mg) ca. 17 € 1 Tag 1 Tag Sofort abholbar
Injektionslösung 5x2 ml ca. 24 € 1–2 Tage Auf Bestellung 1–2 Tage

FAQ – Häufige Patientenfragen

  • Kann ich Dilantin® mit anderen Medikamenten kombinieren?
    Viele Medikamente können die Wirkung von Phenytoin beeinflussen – insbesondere andere Antiepileptika, Blutverdünner, Antibiotika. Bitte informieren Sie immer Ihren Arzt und Apotheker über alle eingenommenen Präparate.
  • Darf ich unter Dilantin® Auto fahren?
    Sobald Sie unter stabiler Therapie anfallsfrei sind und keine einschränkenden Nebenwirkungen auftreten, ist das Autofahren unter bestimmten Voraussetzungen erlaubt. Sprechen Sie dazu mit Ihrem behandelnden Neurologen!
  • Was tun, wenn ich eine Dosis vergessen habe?
    Holen Sie sie nicht doppelt nach! Nehmen Sie die nächste reguläre Dosis wie verordnet ein. Bei wiederholtem Vergessen informieren Sie bitte Ihren behandelnden Arzt.
  • Kann Dilantin® Leber oder Zähne schädigen?
    Es sind selten Leberschäden möglich, daher regelmäßige Blutuntersuchungen beim Arzt. Zahnfleischwucherung (Gingivahyperplasie) tritt häufiger auf – vorbeugend ist sorgfältige Zahnhygiene wichtig.
  • Muss ich mit Nahrung oder Nahrungsergänzungsmitteln aufpassen?
    Ja. Vor allem Kalziumpräparate, eisenhaltige Mittel und ausgedehnte Milchprodukte können die Pharmakokinetik beeinflussen. Am besten mindestens 2 Stunden Abstand zur Einnahme einhalten.

Für weitergehende Beratung stehen deutsche Apotheken und Ihr behandelnder Arzt zur Verfügung. Bei Fragen zu Wechselwirkungen oder zu den Laborwerten wenden Sie sich bitte an Ihren Neurologen oder Apotheker.

Zusätzliche Informationen

Dosierung: No selection

100mg

Paket: No selection

100 pill, 200 pill