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Methotrexate

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Methotrexat ist ein Arzneimittel, das zur Behandlung von bestimmten entzündlichen Erkrankungen wie Rheumatoider Arthritis, Schuppenflechte (Psoriasis) und bestimmten Krebsarten eingesetzt wird. Es wirkt, indem es das Immunsystem bremst und das Wachstum von Zellen hemmt. Die Einnahme erfolgt genau nach Anweisung Ihres Arztes, da Methotrexat in zu hoher Dosis ernsthafte Nebenwirkungen verursachen kann. Regelmäßige Kontrollen sind empfehlenswert.

Methotrexat – Umfassende Informationen für Patientinnen und Patienten in Deutschland

Basisinformationen zum Medikament

Wirkstoff (INN) Methotrexat (MTX)
Handelsnamen in Deutschland Metoject®, Lantarel®, Methotrexat HEXAL®, Ebetrexat®
ATC-Code L01BA01
Verfügbare Darreichungsformen & Stärken
  • Tabletten: 2,5 mg, 5 mg, 7,5 mg, 10 mg
  • Injektionslösung (subkutan, intramuskulär, intravenös): 7,5 mg/ml, 10 mg/ml, 15 mg/ml, 20 mg/ml, 25 mg/ml
Hersteller HEXAL AG, Medac GmbH, Sandoz, ratiopharm u.a.
Verschreibungsstatus Verschreibungspflichtig (Rx)

Wirkmechanismus

Für Patienten erklärt: Methotrexat hemmt gezielt das Wachstum und die Aktivität bestimmter Zellen im Körper, insbesondere von Immunzellen und schnell teilenden Krebszellen. Dadurch wird die Entzündungsreaktion bei Autoimmunerkrankungen verhindert und das Tumorwachstum gehemmt.

Für Spezialisten: Methotrexat ist ein Folsäureanalogon und hemmt kompetitiv das Enzym Dihydrofolatreduktase (DHFR). Dies unterbricht die DNA- und RNA-Synthese, was antiproliferative und immunsuppressive Wirkungen erzielt.

Pharmakokinetik

  • Resorption: Nach oraler Einnahme ca. 60–80 %, bei höheren Dosen sinkend; subkutane Applikation fast vollständige Bioverfügbarkeit.
  • Metabolisierung: Hepatisch (Leber) in inaktive und aktive Metaboliten.
  • Ausscheidung: Hauptsächlich unverändert über die Niere (renal).
  • Wirkdauer: 24–48 Stunden (je nach Dosis und Applikationsweg).

Anwendung im Alltag & Best Practices

  • Methotrexat wird in der Regel 1-mal wöchentlich eingenommen/injiziert (nicht täglich!).
  • Tabletten: Mit etwas Wasser, vorzugsweise immer am gleichen Wochentag.
  • Injektionen: Subkutane Anwendung (z.B. Oberschenkel oder Bauch) durch Patient/in selbst nach Einweisung durch das medizinische Fachpersonal.
  • Regelmäßige Blut- und Leberwertkontrollen sind Pflicht.
  • Folsäure-Ergänzung wird empfohlen (6 Tage nach Methotrexat, außer am MTX-Tag).
  • Kein Alkohol – Leber schützt!

Einnahme morgens vs. abends

  • Am Morgen: Vorteil: eventuell weniger Müdigkeit am Folgetag, besser planbar; Nachteil: evtl. stärkere Übelkeit.
  • Am Abend: Vorteil: Müdigkeit oft nachts, Schlaf kann Übelkeit mildern; Nachteil: möglicher Einfluss auf Tagesaktivität nach dem Aufwachen.
  • Wählen Sie einen festen Wochentag und bleiben Sie dabei.
  • Individuelle Verträglichkeit beachten.

Einnahme mit oder ohne Nahrung

  • Magenschonender mit Mahlzeit (in Deutschland übliche ballaststoffreiche Ernährung ist geeignet).
  • Fettreiche Mahlzeiten verzögern die Resorption, aber Gesamtwirkung bleibt erhalten.
  • Wichtig: Immer mit ausreichend Flüssigkeit einnehmen!

Interaktionswarnungen

Interaktionspartner Empfehlung/Hinweis
Alkohol Vermeiden, da Lebertoxizität erhöht wird.
NSAIDs/Steroide Erhöhtes Risiko für Nebenwirkungen, besonders auf Blutbild und Magen-Darm-Trakt.
Cotrimoxazol, Penicilline Vorsicht, verstärkte Methotrexat-Wirkung möglich (Blut/Leber überwachen).
Impfstoffe (Lebendimpfstoffe) Gegenanzeigen während der Therapie.
Folsäure-Präparate Nicht am gleichen Tag wie MTX, an den Folgetagen empfohlen.

Indikationen (zulassungs- & off-label)

Indikation Zulassungsstatus
Rheumatoide Arthritis (RA) Zugelassen
Psoriasis vulgaris und Psoriasis-Arthritis Zugelassen
Juvenile idiopathische Arthritis (JIA) Zugelassen (ab 3 Jahren)
Morbus Crohn (off-label) Off-label
Onkologie (z.B. Akute lymphatische Leukämie, Lymphome) Zugelassen

Dosierung nach Indikation und Patientengruppe

Indikation Erwachsene Kinder/Jugendliche Senioren (≥65 Jahre)
Rheumatoide Arthritis 7,5–25 mg 1x wöchentlich 10–15 mg/m² KOF 1x wöchentlich Start mit niedrigerer Dosis, engmaschige Kontrolle
Psoriasis/ Psoriasis-Arthritis 7,5–30 mg 1x wöchentlich keine Zulassung Start < 10 mg/Woche empfehlenswert
Onkologie Schemaabhängig, teils hohe Dosen mit Leucovorin-„Rescue“ individuell nach Protokoll angepasste Dosis je nach Organfunktion

Sicherheitsprofil & Nebenwirkungen

Häufigkeit Mögliche Nebenwirkungen
Sehr häufig / Häufig Übelkeit, Müdigkeit, Appetitlosigkeit, erh. Leberwerte, Magenbeschwerden, Haarausfall, Infektanfälligkeit
Gelegentlich Hautausschläge, Entzündungen in Mund & Rachen, Anämie, Lungenentzündung
Selten / Sehr selten Schwere Leberschäden, Knochenmarksuppression, Pneumonitis, Nierenfunktionseinschränkung, allergische Reaktionen
  • Bei allen Nebenwirkungen bitte sofort ärztlichen Rat einholen!
  • Spezielle Überwachung durch regelmäßige Blutbild- und Leberfunktionstests

Richtige Anwendung – Hinweise der Apotheke/Arztpraxis

  1. Klare Beratung zum Wochentag und zum Einnahmeschema – Verwechslung mit täglicher Gabe unbedingt vermeiden!
  2. Genaue Dosierung nach Verordnung des Arztes beachten, insbesondere bei Tablettenzählung oder Pen-/Spritzenanwendung.
  3. Kontrolltermine für Blutbild, Leber- und Nierenwerte beachten und einhalten.
  4. Folsäureergänzung (meist 5–10 mg, an 6 Tagen, außer MTX-Tag) regelmäßig einnehmen.
  5. Bei Fieber, Atemnot, schwerer Übelkeit/Magen-Darm-Beschwerden sofort Arzt/Praxis aufsuchen.

Alternative Therapieoptionen (Kassenleistung in Deutschland)

  • Leflunomid (Vorteil: Tabletteneinnahme; Nachteil: Hepatotoxizität, Langzeitwashout nötig)
  • Sulfasalazin (gut bei milderen Verläufen der RA, günstig; Nachteil: selten Unverträglichkeiten)
  • Biologika (z.B. Adalimumab, Etanercept) (Beeindruckende Wirksamkeit; Nachteil: Spritze/Infusion, hohe Kosten, Infektanfälligkeit)
  • JAK-Inhibitoren (z.B. Tofacitinib) (Tablettenform, rasche Wirkung, aber Risiko für Infektionen, Thrombosen)

Alle Alternativen sind grundsätzlich kassenärztlich erstattungsfähig, wenn Methotrexat kontraindiziert, nicht wirksam oder unverträglich ist (nach gemeinsamer Entscheidung mit dem behandelnden Spezialisten).

Rechtliches, Registrierung & Erstattung in Deutschland

  • Zulassung: Durch das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM).
  • Erstattung: Standardmedikation, Kostenübernahme durch alle gesetzlichen Krankenkassen (GKV), sofern nach Indikationsstellung und Leitlinie.
  • Rezeptpflicht: Verschreibungspflichtig, keine OTC-Freigabe möglich.
  • Biosimilars: Rabattverträge und Austauschmöglichkeit durch die Apotheke bei Verordnung nach „aut idem“-Regelung.

Aktuelle Forschung & Leitlinien (2022–2025)

  • 2023: Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie bestätigt Methotrexat weiterhin als Goldstandard für RA (siehe DGRh-Leitlinien 2023).
  • Studien (z.B. ARCTIC-Studie, EULAR 2024): Sicheres Langzeitprofil, besonders bei niedriger Dosis; zusätzliche Folsäure vermindert Nebenwirkungen deutlich.
  • Forciert wird die frühe Starttherapie nach Diagnosestellung, um den Krankheitsverlauf günstig zu beeinflussen (Lowest Basis Dose, individuelle Titration).
  • Quelle: deutsche-apotheker-zeitung.de, dgrh.de, EULAR/ACR Updates 2023-2024.

Verfügbarkeit, Packungsgrößen & Lieferzeiten

Packungsgröße Form Unverbindlicher Apothekenverkaufspreis (€)* Lieferzeit (Berlin, München, Hamburg, Köln)
20 Tabletten à 10 mg Tablette ca. 43–52 1–2 Werktage
6 Fertigspritzen à 15 mg Injektion (subkutan) ca. 74–89 1–2 Werktage
12 Fertigspritzen à 7,5 mg Injektion (subkutan) ca. 110–125 1–2 Werktage

* Preise variieren je nach Apotheke, Stand Juni 2024

FAQ – Häufige Patientenfragen

  1. Wie lange dauert es, bis Methotrexat wirkt?
    Die Wirkung beginnt meist nach 4–6 Wochen; maximale Wirkung nach ca. 12 Wochen. Geduld ist wichtig!
  2. Darf ich während der MTX-Therapie Alkohol trinken?
    Alkohol sollte weitgehend gemieden werden, da das Risiko von Leberschäden steigt.
  3. Kann ich mich während der Behandlung impfen lassen?
    Totimpfstoffe sind in der Regel erlaubt. Lebendimpfstoffe sind kontraindiziert. Vor einer Impfung immer den Behandler fragen!
  4. Muss ich den Einnahmetag wechseln, wenn ich einmal vergesse, Methotrexat zu nehmen?
    Nehmen Sie die Dosis möglichst am Folgetag ein, niemals eine Doppel-Dosis. Suchen Sie ggf. Rat in Ihrer Apotheke oder bei Ihrem Arzt.
  5. Was tun bei starken Nebenwirkungen?
    Brechen Sie die Einnahme nicht eigenmächtig ab! Kontaktieren Sie umgehend Ihren Arzt oder Ihre Ärztin.

Zusätzliche Informationen

Dosierung: No selection

2,5mg

Paket: No selection

30 pill, 60 pill, 90 pill, 120 pill