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Leukeran (Chlorambucil)

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Leukeran (Wirkstoff: Chlorambucil) gehört zur Gruppe der Zytostatika und wird zur Behandlung bestimmter Krebsarten wie Leukämien und Lymphome eingesetzt. Es hemmt das Wachstum und die Vermehrung von Krebszellen im Körper. Die Dosierung wird individuell vom Arzt festgelegt. Während der Behandlung sind regelmäßige ärztliche Kontrollen wichtig. Bitte besprechen Sie mögliche Nebenwirkungen und Wechselwirkungen mit Ihrem Arzt oder Apotheker.

Leukeran® (Chlorambucil): Umfassende Information für Patientinnen und Patienten in Deutschland

Basisinformationen zum Medikament

Wirkstoff (INN) Chlorambucil
Handelsnamen in Deutschland Leukeran®
ATC-Code L01AA02
Verfügbare Darreichungsformen und Stärken Filmtabletten zu 2 mg
Hersteller Aspen Germany GmbH
Verschreibungsstatus Verschreibungspflichtig (Rezeptpflicht gemäß AMG)

Leukeran® ist ein in Deutschland zugelassenes Arzneimittel zur Behandlung bestimmter Krebserkrankungen des Blutes und des Lymphsystems. Es enthält den Wirkstoff Chlorambucil und ist nur auf ärztliche Verschreibung in Apotheken erhältlich. Die Produktion und Qualitätssicherung unterliegt der Überwachung durch das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM).

Wirkmechanismus (Für Patientinnen, Patienten und Fachkreise)

Leicht verständlich: Chlorambucil gehört zur Gruppe der sogenannten Alkylanzien. Es hemmt die Teilung und das Wachstum von Krebszellen, indem es deren Erbinformation (DNA) verändert. Dadurch wird die unkontrollierte Zellvermehrung gestoppt.
Für Fachpersonal: Chlorambucil bewirkt Alkylierungen an DNA-Basen und führt durch Quervernetzungen zu irreversiblen Schäden der Zellreplikation. Vor allem schnell teilende maligne Zellen sind besonders empfindlich gegenüber diesen Veränderungen. Chlorambucil wirkt in allen Phasen des Zellzyklus, hat aber die höchste Wirkung in der proliferativen Phase.

Pharmakokinetik

  • Absorption: Chlorambucil wird nach oraler Einnahme rasch und nahezu vollständig aus dem Magen-Darm-Trakt resorbiert.
  • Metabolismus: Hauptsächlich hepatisch durch Oxidation zu Phenylessigsäurederivat. Primär Metabolisierung über die Leber.
  • Elimination: Überwiegend renal als Metabolite ausgeschieden, geringe Anteile über Fäzes.
  • Halbwertszeit: 1,5 bis 1,6 Stunden; Metabolit etwa 1,8 Stunden.
  • Wirkdauer: Die zellulären Effekte sind länger anhaltend und dosisabhängig.

Alltäglicher Gebrauch und praktische Anwendung

Ihre ärztliche Betreuung steht im Vordergrund. Nehmen Sie Leukeran® immer genau nach Anweisung Ihrer Onkologin oder Ihres Arztes ein. Das Arzneimittel ist als Filmtablette rezeptiert und meist einmal täglich einzunehmen. Die individuelle Dosierung richtet sich nach Ihrer Erkrankung, Ihrem Alter, Ihrem Körpergewicht sowie nach Ihrem Gesundheitszustand.

  • Gewöhnlich werden die Tabletten morgens bevorzugt, damit Nebenwirkungen wie Übelkeit besser kontrolliert werden können.
  • Nehmen Sie die Tablette unzerkaut mit ausreichend Wasser ein. Die Tabletten sollten nicht zerkleinert oder geteilt werden, um nicht unnötig mit dem Wirkstoff in Kontakt zu kommen.
  • Die Einnahme sollte möglichst immer zur gleichen Tageszeit erfolgen, um die Regelmäßigkeit sicherzustellen.

Morgendliche versus abendliche Einnahme

Zeitpunkt Vorteile Nachteile Empfehlung
Morgens Bessere Kontrolle der Nebenwirkungen (z. B. Übelkeit); erleichtert das Monitoring im Tagesverlauf evtl. Beeinträchtigung des Frühstücks Empfohlen
Abends Diskrete nächtliche Wirkung Ggf. schlechtere Kontrolle von Nebenwirkungen; mögliche Schlafstörungen Nur auf ärztliche Anordnung

Die morgendliche Einnahme ist in Deutschland Standard. Sprechen Sie mit dem Behandlungsteam, falls abweichende Empfehlungen bestehen.

Einnahme mit oder ohne Mahlzeit

Sie können Leukeran® unabhängig von den Mahlzeiten einnehmen. Die übliche Empfehlung ist jedoch, die Tablette auf nüchternen Magen – mindestens eine Stunde vor oder zwei Stunden nach dem Essen – mit Wasser einzunehmen. Schwere fettreiche Mahlzeiten, wie sie in der deutschen Küche häufiger zu Mittag oder abends konsumiert werden (z.B. Braten, Wurst), könnten die Aufnahme beeinträchtigen.

  • Vorteile nüchtern: Gleichmäßigere Aufnahme, weniger Magenbeschwerden.
  • Mit Mahlzeiten: Bei starker Übelkeit möglich, aber ggf. reduzierte Wirksamkeit.

Interaktions- und Warnhinweise

Wirkstoff/Lebensmittel Interaktion Empfehlung
Alkohol Verstärkung der Lebertoxizität Vermeiden!
Allopurinol Erhöhte Knochenmarkstoxizität Nur unter strenger Kontrolle kombinieren.
Lebendimpfstoffe (z.B. Masern, Mumps) Verminderte Immunantwort, Risiko schwerer Infektionen Impfung vermeiden!
Andere Zytostatika Möglichkeit verstärkter Toxizität Nur unter ärztlicher Aufsicht!
Blutdrucksenker Keine relevante Interaktion bekannt -
Grapefruitsaft Keine Interaktionen -

Anwendungsgebiete laut Zulassung & Off-Label

Indikation Status Kurze Beschreibung
Chronisch-lymphatische Leukämie (CLL) Zugelassen Behandlung der CLL im stabilen oder fortgeschrittenen Stadium
Indolente Non-Hodgkin-Lymphome Zugelassen Therapie von langsam wachsenden Lymphomen
Hodgkin-Lymphom Zugelassen Therapieoption bei bestimmten Subtypen, meist in Kombination
Autoimmunerkrankungen (z.B. Lupus Nephritis) Off-Label Sehr selten und nur auf Spezialindikationen

Dosierung nach Indikation, Alter und Patientengruppe

Indikation/Gruppe Empfohlene Dosis Dauer Besonderheiten
Erwachsene (CLL) 0,15 mg/kg/Tag über 3–6 Wochen, ggf. Anpassung Zyklusweise (z.B. alle 4 Wochen) Knochenmarküberwachung!
Kinder Individuelles Schema je nach Körpergewicht/Körperoberfläche Strenge Überwachung Sehr selten, nur Spezialzentren
Ältere Patienten Reduzierte Initialdosis (z.B. 0,1 mg/kg/Tag) - Leber- und Nierenfunktion prüfen!
Indolente Lymphome 6–12 mg/m² an 1–2 aufeinanderfolgenden Tagen; Wiederholung alle 2–4 Wochen Meist mehrere Zyklen Kombination möglich

Sicherheitsprofil und unerwünschte Wirkungen

Sehr häufig (≥1/10) Häufig (≥1/100, <1/10) Gelegentlich (≥1/1.000, <1/100) Selten (<1/1.000)
Knochenmarkdepression (Blutbildveränderungen) Übelkeit, Erbrechen Atemnot, Hautausschläge Leberfunktionsstörung, allergische Reaktionen
Infektanfälligkeit Mundschleimhautentzündung Krampfanfälle Zweitmalignome bei längerer Anwendung
Vorübergehender Haarausfall Erhöhte Leberwerte Bluthochdruck Schwere Blasenentzündung

Bei ersten Krankheitssymptomen (z.B. Fieber, starke Hals- oder Rachenschmerzen, Blutungen) ist umgehend ein*e Arzt/Ärztin aufzusuchen!

Richtlinien für die sachgerechte Anwendung

  • Lagern Sie das Medikament im Kühlschrank (2–8°C) und außerhalb der Reichweite von Kindern.
  • Vermeiden Sie den Kontakt der Tablette mit der Haut. Bei versehentlichem Kontakt gründlich die Hände waschen.
  • Sprechen Sie regelmäßig mit Ihrem Arzt/Ihrer Ärztin über Ihr Blutbild und Ihre Organfunktionen.
  • Frauen und Männer müssen während und bis zu 6 Monate nach der Therapie eine zuverlässige Empfängnisverhütung anwenden.
  • Während der Anwendung keine Impfungen mit Lebendimpfstoffen (z.B. gegen Masern, Röteln) durchführen lassen.
  • Lassen Sie keine Therapieunterbrechungen ohne Rücksprache zu!

Alternativpräparate und Therapieoptionen (Deutschland)

  • Bendamustin (auch Tabletten und Infusion, reimbursiert durch GKV; breiteres Wirkspektrum, gelegentlich stärkere Nebenwirkungen)
  • Fludarabin (insbesondere bei CLL, oral und i.v.; wirksam, aber höhere Immunsuppression)
  • Rituximab (monoklonaler Antikörper, kombiniert mit Chemotherapeutika; präferenzielle Wirkung auf B-Zellen, oft mit besserer Verträglichkeit)
  • Obinutuzumab (bei bestimmten Lymphomen/CLL; neue Generation von Antikörpern, hohe Wirksamkeit, intravenös)
  • Imatinib/Idelalisib/Ibrutinib (bei spezifischen Lymphomen/Leukämien, GKV-Leistung, zielgerichtete Therapien, orale Anwendbarkeit)

Die Wahl des geeigneten Medikamentes hängt von der individuellen Diagnose, Vorbehandlungen und Komorbiditäten ab. Sprechen Sie mit Ihrer Hämatoonkologin/Ihrem Hämatoonkologen.

Gesetzlicher Status, Zulassung und Erstattung in Deutschland

  • Zulassungsinhaber: Aspen Germany GmbH, überwacht durch das BfArM
  • Rückerstattung durch Gesetzliche Krankenversicherung (GKV) gemäß Sozialgesetzbuch V, Arzneimittel-Richtlinie
  • Rezeptpflicht (Einlösen nur nach Vorlage eines ärztlichen Rezepts in öffentlichen Apotheken)
  • Nicht auf der Liste der Betäubungsmittel, jedoch besondere Dokumentationspflicht bei Abgabe
  • Importierte Präparate (via EU oder UK) nur nach ärztlicher Verordnung

Aktueller Stand der Forschung und Leitlinien (2022–2025)

Neue Studien (Deutsche CLL-Studiengruppe, DGHO 2023, Blood 2024) zeigen, dass Chlorambucil heute meist in Kombinationstherapien (z. B. mit Obinutuzumab) Anwendung findet, da neuere Wirkstoffe wie Ibrutinib oder Venetoclax eine längere krankheitsfreie Zeit ermöglichen. Deutsche Onkologie-Leitlinien (Onkopedia) empfehlen Chlorambucil insbesondere noch bei älteren Patient*innen mit Komorbiditäten und als Teil individueller Therapiekonzepte.

  • Erstlinientherapie: zunehmend zielgerichtete Medikamente
  • Chlorambucil bleibt aber relevant, v. a. bei Unverträglichkeit modernerer Präparate
  • Langfristige Überlebensdaten für Chlorambucil-basierte Schemata weiterhin solide

Verfügbarkeit, Packungsgrößen und Lieferzeiten

Packungsgröße Tabletten Preis (Apothekenverkaufspreis, ca.) Verfügbarkeit Deutschland
Klein 25 Stk. ca. 600–700 € In der Regel vorrätig
Groß 50 Stk. ca. 1.100–1.350 € Bestellbar, 1–2 Tage
Stadt Lieferzeit (Apotheken- oder Versandapotheke)
Berlin Innerhalb 1 Werktag
München 1–2 Werktage
Hamburg Innerhalb 1 Werktag
Köln, Frankfurt 1–2 Werktage
Region/kleine Städte 2–3 Werktage, ggf. auf Bestellung

FAQ – Häufig gestellte Patientenfragen

  • Kann ich Leukeran® zusammen mit anderen Medikamenten einnehmen?
    Sprechen Sie vor Beginn jeder neuen Medikation mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin. Viele Medikamente, wie bestimmte Gichtmittel oder andere Krebsmedikamente, können die Wirkung oder Nebenwirkung von Leukeran® beeinflussen.
  • Muss ich während der Behandlung meine Ernährung umstellen?
    Eine spezielle Diät ist in der Regel nicht erforderlich. Sie sollten jedoch auf eine ausgewogene, leicht verdauliche Kost achten und große, fettreiche Mahlzeiten vor der Einnahme meiden.
  • Darf ich während der Behandlung Alkohol trinken?
    Alkohol sollte weitestgehend vermieden werden, da die Leber bei der Verstoffwechslung von Chlorambucil zusätzlich belastet wird.
  • Wie gehe ich mit Nebenwirkungen um?
    Treten Nebenwirkungen wie Fieber, unerklärliche Blutungen oder starke Mengenveränderungen von Urin auf, kontaktieren Sie umgehend Ihre behandelnde Arztpraxis.
  • Was ist, wenn ich eine Einnahme vergessen habe?
    Nehmen Sie niemals eine doppelte Dosis! Holen Sie die Einnahme nicht nach, sondern setzen Sie die Therapie wie verordnet fort und informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.

Für weiterführende Fragen stehen Ihnen Ihr behandelndes hämatologisches Zentrum, Ihre Apotheke vor Ort oder die kostenfreien Servicenummern der Krankenkassen zur Verfügung.

Zusätzliche Informationen

Dosierung: No selection

2mg, 5mg

Paket: No selection

30 pill, 60 pill, 90 pill