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Frumil (Amiloride)

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Frumil enthält den Wirkstoff Amilorid und wird zur Behandlung von Bluthochdruck und Flüssigkeitsansammlungen (Ödemen) eingesetzt. Es hilft, überschüssiges Wasser und Salz aus dem Körper auszuscheiden und entlastet dadurch das Herz. Die Tabletten werden meist einmal täglich eingenommen. Informieren Sie Ihren Arzt über andere Medikamente und gesundheitliche Probleme, bevor Sie Frumil anwenden. Bitte nehmen Sie Frumil immer genau nach Anweisung Ihres Arztes ein.

Frumil (Amilorid) – Patienteninformation für Deutschland

Grundlegende Produktinformationen

Internationaler Freiname (INN) Amilorid (in Kombination mit Furosemid: Frumil)
Handelsnamen in Deutschland Frumil®, Moduretic®, Amilostad®
ATC-Code C03DA01 (Amilorid und Diuretika), C03EA01 (Kombinationen)
Verfügbare Darreichungsformen & Stärken Tabletten: 5 mg Amilorid/40 mg Furosemid, 2,5 mg Amilorid/20 mg Hydrochlorothiazid (je nach Hersteller)
Hersteller Sanofi-Aventis, Stada, diverse Generika-Hersteller in Deutschland
Verschreibungsstatus Verschreibungspflichtig gemäß § 48 AMG (Arzneimittelgesetz)

Wirkmechanismus

Für Patient:innen: Amilorid gehört zur Gruppe der sogenannten kaliumsparenden Diuretika („Entwässerungstabletten“). Es hilft Ihrem Körper, überschüssiges Wasser und Salz auszuscheiden, ohne dabei das lebenswichtige Kalium zu verlieren.

Für Fachleute: Amilorid hemmt selektiv die Natriumkanäle (ENaC) an der luminalen Membran im distalen Tubulus des Nephrons. Dadurch verringert sich die Natrium-Rückresorption, die Kaliumausscheidung bleibt niedrig, was insbesondere in Kombination mit schleifendiuretischen oder thiazidischen Diuretika einen Kaliumverlust ausgleicht.

Pharmakokinetik

  • Resorption: Die Bioverfügbarkeit nach oraler Gabe beträgt ca. 15–25 %. Maximale Konzentration im Blut nach etwa 3–4 Stunden.
  • Metabolismus: Amilorid wird nicht wesentlich verstoffwechselt, die Ausscheidung erfolgt überwiegend unverändert renal.
  • Elimination: Halbwertszeit ca. 6–9 Stunden. Die Wirkung kann bis zu 24 Stunden anhalten.
  • Besonderheiten: Bei eingeschränkter Nierenfunktion besteht Gefahr der Kumulation!

Anwendung im Alltag & Einnahmepraxis

  • Typische Dosierung: Erwachsene nehmen meist eine Tablette Frumil (5 mg Amilorid/40 mg Furosemid) morgens ein. Die exakte Dosis wird individuell vom Arzt festgelegt.
  • Einnahme: Oral mit ausreichend Flüssigkeit (Wasser).
  • Dauer: Langzeiteinnahme oft notwendig, z.B. bei chronischer Herzinsuffizienz oder Bluthochdruck.
  • Regelmäßigkeit: Am besten zur gleichen Tageszeit, um einen gleichmäßigen Effekt und bessere Verträglichkeit zu gewährleisten. Vergessene Tabletten nicht doppelt einnehmen!

Dosierung: Morgens oder abends?

  • Morgens: Einnahme am Morgen empfohlen, da Amilorid harntreibend wirkt und so nächtliches Wasserlassen (“Nykturie”) vermieden wird. Stabile Tagesroutine fördert Therapietreue.
  • Abends: Eine abendliche Einnahme kann zu häufigem nächtlichem Harndrang führen und den Schlaf stören. Nur bei expliziter ärztlicher Anordnung abends einnehmen!
  • Tipp: Bei hoher Dosis ggf. alleinige Dosis morgens, selten Aufteilung in zwei Gaben nötig.

Einnahme zu den Mahlzeiten oder nüchtern?

  • Frumil kann unabhängig von Mahlzeiten eingenommen werden.
  • Viele Patient:innen bevorzugen die Einnahme nach dem Frühstück, um den Magen zu schonen.
  • Deutsche Ernährung: Besonders bei salzreicher Kost kann die Wirkung abgeschwächt sein. Die Wirkung bleibt bei typisch ausgewogener, salzarmer Kost laut DGE-Leitlinie erhalten.
  • Bitte reichlich trinken, um Nierenbelastung zu vermeiden.

Wechselwirkungen

Wechselwirkendes Mittel Art der Wechselwirkung Empfehlung
ACE-Hemmer / ARB Erhöhtes Risiko für Hyperkaliämie Regelmäßige Kaliumkontrollen notwendig
NSAIDs (z.B. Ibuprofen) Abschwächung der harntreibenden Wirkung, Risiko für Nierenfunktionsstörungen Kombination meiden oder überwachen
Digitalispräparate Veränderung des Elektrolythaushalts, Risiko für Arrhythmien Elektrolyte regelmäßig kontrollieren
Kaliumpräparate / kaliumreiche Nahrung Gefahr der Kaliumüberdosierung (Hyperkaliämie) Nur bei ärztlicher Anordnung
Alkohol Blutdrucksenkende Wirkung kann verstärkt werden, Risiko für Schwindel Zu Beginn Therapie Alkohol reduzieren

Indikationen

Indikation Offiziell / Off-Label Bemerkungen
Ödeme bei Herzinsuffizienz, Leberzirrhose, Nephrotischem Syndrom Offiziell Kombinationstherapie besonders wirksam
Arterielle Hypertonie Offiziell (in Kombinationspräparaten) Allein oder als Ergänzung zu anderen Antihypertensiva
Kaliumverlust durch andere Diuretika Offiziell Vorbeugung von Hypokaliämie
Chronische Herzinsuffizienz bei niedrigdosierter Gabe Off-Label Individuelle ärztliche Entscheidung

Dosierung nach Indikation

Indikation Erwachsene Ältere Erwachsene Kinder
Ödeme/Herzinsuffizienz 1 Tablette/Tag (max. 2 je nach Bedarf) Beginnen mit halber Dosis, langsam steigern 0,2 mg/kg/Tag, individuelle Anpassung
Arterielle Hypertonie 1 Tablette täglich, ggf. Dosisanpassung Wie Erwachsene, vorsichtiger Auftitrierung Kein Standard, nur nach Rücksprache mit Kinderarzt

Sicherheitsprofil & Nebenwirkungen

  • Sehr häufig / Häufig:
    • Kopfschmerzen, Schwindel, Müdigkeit
    • Übelkeit, Magen-Darm-Beschwerden
    • Harndrang, erhöhter Urinabsatz
    • Blutdruckabfall bei schnellem Aufstehen („orthostatische Hypotonie“)
  • Gelegentlich:
    • Hyperkaliämie (zu viel Kalium im Blut – Symptome: Muskelschwäche, Herzrhythmusstörungen)
    • Muskelkrämpfe
    • Leichte Hautreaktionen
  • Selten / Sehr selten:
    • Allergische Reaktionen
    • Störungen der Leberwerte
    • Nierenfunktionsstörung bis Nierenversagen

Warnhinweis: Bei Symptomen wie Herzstolpern, Muskelschwäche oder starker Müdigkeit sofort ärztlich Rücksprache halten!

Leitlinien zur Anwendung – Tipps für Patient:innen und Apotheken

  • Regelmäßige Blutkontrollen (Elektrolyte, Nierenwerte) empfohlen, besonders zu Therapiebeginn und bei Dosisänderungen.
  • Schützen Sie Ihre Tabletten vor Feuchtigkeit und direktem Licht; Aufbewahrung im Originalbehälter.
  • Vermeiden Sie kaliumreiche Lebensmittel in Übermaß (z.B. Bananen, Aprikosen), außer Ihr Arzt empfiehlt dies ausdrücklich.
  • Finger weg von frei verkäuflichen Nahrungsergänzungsmitteln mit Kalium!
  • Informieren Sie Ihren Arzt über alle weiteren Arzneimittel (auch pflanzliche Präparate), da Wechselwirkungen möglich sind.
  • Vorsicht in heißen Sommermonaten: Flüssigkeitsmangel kann Wirkung und Nebenwirkungen verstärken. Trinken Sie ausreichend!

Alternative Therapieoptionen und Vergleich (GKV-Erstattung)

  • Schleifendiuretika: z.B. Furosemid, Torasemid (bei akuten Ödemen sehr wirksam; Nachteil: Kaliumverlust)
  • Thiazid-Diuretika: z.B. Hydrochlorothiazid, Xipamid (gut bei Hypertonie, mäßige harntreibende Wirkung; auch hier Kaliumverlust möglich)
  • Andere kaliumsparende Diuretika: Spironolacton, Eplerenon (häufig bei Herzinsuffizienz; antiandrogene Nebenwirkungen möglich)
  • Kombinationspräparate: Oft als Zweier- oder Dreier-Kombination erhältlich, z.B. mit ACE-Hemmern, Betablockern (individuelle Ärzt:in-Bewertung erforderlich)

Alle genannten Alternativen sind in Deutschland nach SGB V (§ 31) GKV-erstattungsfähig.

Rechtlicher Status, Zulassung und Erstattung in Deutschland

  • Zulassung: Arzneimittel durch das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) zugelassen.
  • Rezeptpflicht: Nach § 48 AMG nur auf ärztliche Verschreibung erhältlich.
  • Erstattung: Durch gesetzliche und private Krankenkassen möglich (Verschreibungsformular „Muster 16“ GKV-verordnungsfähig).
  • Importe und Generika: Gleichwertige Präparate nach AMG und AMVV reguliert.

Aktuelle Forschung & Leitlinien (Stand 2022–2025)

  • Deutsche Gesellschaft für Kardiologie (DGK, 2023): Amilorid-basierte Präparate weiterhin empfohlen bei Herzinsuffizienz und Ödemen zur Kaliumsparung in Kombination mit Schleifendiuretika.
  • ESC/ESH-Leitlinie 2023: Einsatz bei Hypertonie, besonders bei zusätzlichem Kaliumverlust, als geeignet beschrieben.
  • Forschung (2022–2024, ClinicalTrials.gov/Heidenreich et al., Dtsch Ärzteblatt): Neue Studien zur kardioprotektiven Wirkung und zur Rolle von Amilorid bei resistenter Hypertonie laufen; erste Ergebnisse deuten auf einen Zusatznutzen bei ausgewählten Patient:innen hin (s. Dtsch Ärzteblatt 2024; 121: 240-244).

Verfügbarkeit, Packungsgrößen, Preise, Lieferzeiten

Packungsgröße Tabletten pro Packung Apothekenverkaufspreis (UVP, Stand 2024) Verfügbarkeit Lieferzeit (Berlin/München/Hamburg)
Klein 20 ca. 12,00 € In 95% der Apotheken vorrätig 24 Stunden
Standard 50 ca. 22,00 € In 98% der Apotheken vorrätig 12–24 Stunden
Großpackung 100 ca. 40,00 € Apotheken-Lieferung meist am nächsten Tag 1–2 Werktage

Preise variieren je nach Verfügbarkeit, Hersteller, Region und Rabattverträgen.

FAQ – Häufig gestellte Patientenfragen

  1. Muss ich während der Therapie meinen Kaliumspiegel kontrollieren lassen?
    Ja, regelmäßige Laborkontrollen sind essenziell, da sowohl ein zu hoher als auch ein zu niedriger Kaliumwert gefährlich sein kann. Ihr Arzt entscheidet über das Intervall.
  2. Was tun, wenn ich eine Tablette vergessen habe?
    Nehmen Sie die vergessene Tablette baldmöglichst am selben Tag ein. Ist es bereits Abend, holen Sie die Einnahme nicht nach, sondern nehmen Sie die nächste reguläre Dosis. Niemals die doppelte Menge einnehmen!
  3. Darf ich Frumil in der Schwangerschaft anwenden?
    Eine Einnahme während der Schwangerschaft und Stillzeit ist nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung durch den behandelnden Arzt möglich. Informieren Sie Ihren Arzt, sobald Sie schwanger sind oder planen, es zu werden.
  4. Kann ich mit Frumil Autofahren?
    Zu Therapiebeginn oder bei Dosisänderungen kann es zu Schwindel oder Blutdruckabfall kommen. Fühlen Sie sich sicher, können Sie Auto fahren. Bei Nebenwirkungen, sofort Fahrzeug stehen lassen und Rücksprache mit dem behandelnden Arzt halten.
  5. Werden die Kosten von meiner Krankenkasse übernommen?
    Ja, Frumil und generische Präparate sind in Deutschland bei entsprechender Indikation erstattungsfähig. Gültiges Kassenrezept erforderlich.

Zusätzliche Informationen

Dosierung: No selection

5mg

Paket: No selection

100 pill, 200 pill, 300 pill