Angebot!

Inderal (Propranolol)

€0.00

-17%
Inderal enthält den Wirkstoff Propranolol und wird zur Behandlung von Bluthochdruck, Herzrhythmusstörungen, Angina pectoris und zur Vorbeugung von Migräne eingesetzt. Es hilft, das Herz zu entlasten und das Risiko von Herzproblemen zu verringern. Nehmen Sie Inderal immer genau nach Anweisung Ihres Arztes ein. Bei Fragen oder Nebenwirkungen wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder Apotheker.

Inderal (Propranolol): ausführlicher Patientenratgeber

Grundlegende Produktinformationen

Internationaler Freiname (INN) Propranolol
Handelsnamen (Deutschland) Inderal®, Dociton®, Propanolol-ratiopharm®, Diverse Generika
ATC-Code C07AA05
Verfügbare Darreichungsformen & Stärken Tabletten (10 mg, 40 mg, 80 mg), Retard-Kapseln (80 mg, 160 mg), Lösung zum Einnehmen
Hersteller AstraZeneca GmbH, Hexal AG, ratiopharm GmbH, diverse Generikaanbieter
Verschreibungsstatus Rezeptpflichtig in Deutschland (Apothekenpflicht nach §48 AMG)

Wirkmechanismus von Propranolol (Inderal)

  • Für Patient:innen vereinfacht erklärt: Propranolol gehört zur Wirkstoffgruppe der Betablocker. Es blockiert bestimmte Nervenrezeptoren (Beta-Adrenozeptoren) im Herzen und in den Blutgefäßen. Dadurch wird der Herzschlag beruhigt und der Blutdruck gesenkt. Auch die „Kampf-oder-Flucht“-Reaktion des Körpers wird abgeschwächt.
  • Für Fachleute: Kompetitiver, unselektiver β1- und β2-Rezeptorenblocker. Inderal vermindert die sympathische Stimulation am Myokard, die Renin-Ausschüttung und reduziert so Herzfrequenz, Schlagvolumen und Blutdruck. Zusätzliche membranstabilisierende Effekte.

Pharmakokinetik

  • Absorption: Schnelle und nahezu vollständige Aufnahme im Magen-Darm-Trakt (Bioverfügbarkeit 20–30 %, starker First-Pass-Effekt in der Leber).
  • Metabolisierung: Leber (v. a. CYP2D6); Bildung mehrerer aktiver und inaktiver Metaboliten.
  • Ausscheidung: Vorwiegend renal (als Metabolite), weniger als 1 % unverändert.
  • Dauer der Wirkung: 6–12 Stunden (Retard: bis 24 Std.), Halbwertszeit ca. 3–5 Stunden, individuell unterschiedlich.

Indikationen (Zugelassen & Off-label)

Indikation Zugelassen Off-label
Hypertonie (Bluthochdruck)
Koronare Herzkrankheit (KHK), Angina pectoris
Herzrhythmusstörungen
Migräneprophylaxe
Tremor (z. B. essentieller Tremor)
Phäochromozytom ✓ (nur in Kombination mit Alpha-Blocker!)
Angst/Leistungsangst ✓ (z. B. für Redeangst, Lampenfieber, situativ auf eigene ärztliche Verantwortung)
Infantile Hämangiome (Säuglinge) ✓ (als orale Lösung)

Dosierung nach Indikation, Lebensalter & Spezielle Patienten

Indikation Erwachsene Kinder / Jugendliche Geriatrie (ältere Patient:innen)
Hypertonie 40 mg 2–3×/Tag, ggf. Steigerung bis max. 320 mg/Tag Nicht bevorzugt; alternative Mittel empfohlen Mit erhöhter Vorsicht, niedrige Anfangsdosis
Migräneprophylaxe Individuell: Start meist 40 mg 2×/Tag, ggf. Steigerung auf 80–160 mg/Tag 0,5–2 mg/kg/Tag auf 2–3 Gaben verteilt niedrigste wirksame Dosis, engmaschig überwachen
Tremor 40 mg 2–3×/Tag (bis 120–160 mg/Tag) Daten limitiert, ärztliche Einzelfallentscheidung mit niedriger Anfangsdosis, individuelle Anpassung
Infantile Hämangiome n. a. Start: 1 mg/kg/Tag, Steigerung auf 2–3 mg/kg/Tag (orale Lösung, vom Kinderarzt verschrieben) nicht relevant

Propranolol im Alltag – Anwendung und Dosierung (Deutschland)

  • Dosierung und Einnahmezeit werden individuell vom Arzt/Ärztin festgelegt. Unbedingt ärztliche Anweisung befolgen.
  • Tabletten mit etwas Flüssigkeit unzerkaut schlucken.
  • Retard-Kapseln dürfen ebenfalls nicht zerbissen werden. Alternativ sind Lösungen für Säuglinge/Kinder erhältlich.
  • Ziel ist eine regelmäßige Einnahme zur selben Tageszeit, um konstanten Wirkstoffspiegel zu gewährleisten.

Morgens vs. abends einnehmen:

  • Standardtabletten: Einnahme meist morgens und/oder abends – je nach gewünschtem Wirkungszeitraum.
  • Retard-Kapseln: können zumeist einmal täglich, vorzugsweise morgens, eingenommen werden. Vorteil: konstante Wirkung über 24 h, besser für Menschen mit unregelmäßigem Alltag.
  • Experten-Tipp: Stets zur gleichen Tageszeit einnehmen, Wecker oder Apps helfen bei der Regelmäßigkeit.
  • Nachteile abends: Bei empfindlichen Menschen (z. B. Asthmatikern, Senioren) kann es nachts vermehrt zu Bradykardie (langsamer Herzschlag) kommen.
  • Nachteile morgens: Abschwächung der Wirkung am späten Abend, je nach Galenik.

Nahrungsmittel, Ernährung und Einnahme mit Mahlzeiten

  • Propranolol kann unabhängig von den Mahlzeiten (vor, während oder nach dem Essen) eingenommen werden.
  • Deutsche Ernährung (fettarme Kost) beeinflusst die Aufnahme kaum; allerdings kann eine fettreiche Mahlzeit den First-Pass-Effekt minimal verringern (leichter Anstieg des Blutspiegels möglich).
  • Einnehmen am besten immer gleich (z. B. immer vor dem Frühstück), um Schwankungen zu vermeiden.
  • Grapefruit(-saft) verändert die Verstoffwechselung von Propranolol nicht.

Wechselwirkungen (Lebensmittel, Alkohol, Medikamente)

Wechselwirkendes Substrat Auswirkung Hinweis
Alkohol verstärkte Blutdrucksenkung, erhöhte Nebenwirkungen Vorsicht, insbesondere bei Therapiebeginn!
Kalziumantagonisten (z. B. Verapamil, Diltiazem) Additive kardiodepressive Effekte – Gefahr von Bradykardie, AV-Block Nur unter ärztlicher Kontrolle kombinieren!
Insulin und orale Antidiabetika Abschwächung/Maskierung von Hypoglykämiesymptomen Regelmäßigen Blutzucker kontrollieren
Clonidin Rebound-Hypertension nach Absetzen Nicht abrupt absetzen, ärztlich begleiten!
Antidepressiva (Trizyklika, SSRIs) Veränderte Propranolol-Spiegel Beobachtung auf Nebenwirkungen
Rauchen verstärkte Metabolisierung Raucher benötigen oft höhere Dosen

Häufige und seltene Nebenwirkungen

  • Sehr häufig/Häufig (> 1 %):
    • Müdigkeit, Erschöpfung
    • Kältegefühl (z. B. an Händen/Füßen)
    • Schwindel
    • Bradykardie (langsamer Puls)
    • Gastrointestinale Beschwerden (Magen-Darm-Beschwerden, Übelkeit, Durchfall)
  • Gelegentlich:
    • Alpträume, Schlafstörungen
    • Depressive Verstimmungen
    • Impotenz (männlich)
  • Selten und wichtig:
    • Bronchospasmen (Atemnot, bei Asthma-Vorgeschichte!)
    • Herzinsuffizienzverschlechterung
    • starker Blutdruckabfall
    • Hautausschläge, allergische Reaktionen
  • Warnhinweise:
    • Betablocker dürfen niemals abrupt abgesetzt werden (Gefahr für hypertensive Krise, Herzinfarkt!)
    • Bei Diabetes auf Hypoglykämiezeichen achten
    • Asthmapatient:innen Propranolol niemals ohne Rücksprache verwenden!

Anwendungshinweise und Tipps (Deutsche Apotheke & Praxis)

  • Nehmen Sie Propranolol regelmäßig, nicht nur bei Symptomen.
  • Verpassen Sie eine Einnahme, niemals die doppelte Menge einnehmen, sondern beim nächsten Mal normal fortsetzen.
  • Vor Operationen oder Zahnbehandlungen stets den/die Behandler:in informieren.
  • Körperliche Belastung zu Therapiebeginn vorsichtig dosieren.
  • Blutdruck und Herzfrequenz regelmäßig kontrollieren (viele Apotheken bieten diese Messung an).

Alternative Wirkstoffe (Erstattungsfähig durch die gesetzlichen Krankenkassen, Vergleich)

  • Metoprolol (z. B. Beloc, Generika): Selektiver Beta-1-Blocker, meist besser verträglich bei Asthma/COPD (nicht Asthmasicher!), bevorzugt bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
  • Bisoprolol (z. B. Concor): Noch selektiver, nebenwirkungsärmer bei Diabetes/älteren Menschen.
  • Atenolol: Längere Wirkdauer, weniger ZNS-Nebenwirkungen; Rückhalt in Leitlinien verringert.
  • Calciumantagonisten (z. B. Amlodipin), ACE-Hemmer: Alternative bei Unverträglichkeit, Kombination möglich (individuelle Therapieziele).

Rechtlicher Status, Registrierung & Erstattung in Deutschland

  • Gesetzliche Krankenkassen (GKV) erstatten alle zugelassenen Indikationen nach SGB V (z. B. Bluthochdruck, Migräneprophylaxe, Herzkrankheiten).
  • Rezeptpflicht gemäß Arzneimittelgesetz (AMG).
  • Arzneimittelzulassung und -überwachung durch das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM).
  • Regelmäßig im Rahmen von Rabattverträgen als Generikum erhältlich, Zuzahlungsfrei je nach Produkt.

Aktuelle Forschung und Empfehlungen (2022–2025)

  • Betablocker wie Propranolol bleiben nach aktuellen ESC/DEGAM/DGK-Leitlinien relevanter Bestandteil in der Migräneprophylaxe, Tremor- und Herzrhythmusstörungstherapie. (Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN), ESC Guidelines 2023)
  • Studien (Nature, 2022-2024) belegen die Sicherheit und Wirksamkeit in der Behandlung infantiler Hämangiome im Säuglingsalter.
  • Stärkerer Fokus auf Auswahl selektiver Betablocker bei kardiovaskulären Primärerkrankungen (z. B. Metoprolol, Bisoprolol), jedoch weiterhin Einsatz von Propranolol bei spezifischen Fragestellungen begrüßt.

Verfügbarkeit, Packungsgrößen, Preise und Lieferzeiten in Deutschland

Packungsgröße Hersteller Apothekenverkaufspreis (UVP, Stand 2024) Lieferzeit (Berlin, München, Hamburg)
50 Tabletten à 40 mg ratiopharm ca. 16,00 € i. d. R. 24–48 Stunden
98 Tabletten à 40 mg Hexal ca. 28,00 € 24–48 Stunden
100 Retard-Kapseln à 80 mg AstraZeneca ca. 35,00 € 24–72 Stunden
Saft zum Einnehmen (150 ml, 3,75 mg/ml) Generika ca. 22,00 € Bedarf abhängig, i. d. R. 48 h

(Preise: Durchschnitt laut Lauer-Taxe, Stand 06/2024. Bei Apotheken vor Ort oder Versandapotheken kann es preisliche und regionale Abweichungen geben.)

FAQ – Häufige Patientenfragen

  • Kann ich Inderal auch plötzlich absetzen, wenn ich mich besser fühle?
    Nein! Ein abruptes Absetzen kann gefährlich sein (Gefahr für Herzrhythmusstörungen, Blutdruckkrisen). Immer Rücksprache mit dem/der Arzt/Ärztin halten und Dosierung ggf. ausschleichen.
  • Kann ich unter Propranolol Alkohol trinken?
    Alkohol kann die Blutdrucksenkung verstärken, mehr Nebenwirkungen wie Schwindel verursachen. Kleine Mengen sind meist erlaubt, aber Vorsicht, besonders zu Therapiebeginn.
  • Wirkt Inderal gegen Lampenfieber/Auftrittsangst?
    Ja, Propranolol wird (off-label) bei gelegentlicher Leistungsangst eingesetzt, blockiert typische körperliche Stresssymptome (Herzklopfen, Zittern), aber nur nach Rücksprache mit dem Arzt verwenden.
  • Gibt es auch pflanzliche Alternativen zu Propranolol?
    Für Migräne/Tremor gibt es wenige wissenschaftlich belegte pflanzliche Alternativen. Passionsblume, Baldrian können bei leichten Angstzuständen helfen, ersetzen Propranolol jedoch nicht bei medizinischer Indikation!
  • Übernimmt die Krankenversicherung die Kosten?
    Ja, für zugelassene Indikationen werden Kosten von den gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland im Regelfall übernommen.

Zusätzliche Informationen

Dosierung: No selection

10mg, 20mg, 40mg, 80mg

Paket: No selection

30 pill, 60 pill, 90 pill, 120 pill, 180 pill, 270 pill, 360 pill