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Midodrine

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Midodrin wird zur Behandlung von niedrigem Blutdruck eingesetzt, vor allem wenn beim Aufstehen Schwindel oder Schwäche auftreten. Es wirkt, indem es die Blutgefäße verengt und so den Blutdruck stabilisiert. Midodrin sollte nur nach ärztlicher Verordnung eingenommen werden. Bitte beachten Sie die Dosierungsvorgaben Ihres Arztes und informieren Sie ihn über mögliche Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen, Hautkribbeln oder häufigeres Wasserlassen.

Midodrin – Umfassende Patienteninformation

Basisinformationen zu Midodrin

Internationaler Freiname (INN) Midodrin
Handelsnamen in Deutschland Gutron®, Midodrin ratiopharm®
ATC-Code C01CA17
Verfügbare Darreichungsformen & Stärken Tabletten (2,5 mg, 5 mg); Tropfen (2,5 mg/ml)
Hersteller Bayer Vital GmbH, ratiopharm GmbH u.a.
Verschreibungsstatus Verschreibungspflichtig (Rx)


Wirkmechanismus

Einfache Erklärung: Midodrin erhöht den Blutdruck, indem es die Blutgefäße zusammenzieht. Der Wirkstoff wird häufig verschrieben, wenn der Blutdruck beim Aufstehen (orthostatische Hypotonie) zu stark abfällt und dadurch z. B. Schwindel oder sogar Ohnmacht drohen.
Für Spezialisten: Midodrin ist ein Prodrug. Nach oraler Aufnahme wird es rasch zu seinem aktiven Metaboliten Desglymidodrin umgewandelt, einem α1-Adrenozeptor-Agonisten. Die Stimulierung der α1-Rezeptoren in den arteriellen und venösen Gefäßen führt zu einer Vasokonstriktion und Erhöhung des Gefäßwiderstands sowie des Blutdrucks; die Herzfrequenz bleibt meist unverändert.

Pharmakokinetik

  • Resorption: Schnelle Aufnahme im Magen-Darm-Trakt, maximale Plasmakonzentration nach ca. 30–60 Minuten.
  • Metabolisierung: Rasche Umwandlung in den aktiven Metaboliten Desglymidodrin durch Enzyme der Leber und anderer Gewebe.
  • Elimination: Hauptsächlich renal (über die Nieren); 4–6 Stunden nach Einnahme sind 80 % ausgeschieden.
  • Wirkdauer: Ca. 4 Stunden.

Einsatz im Alltag und empfohlene Anwendung

Typische Dosierung: In Deutschland werden meist 2,5 mg bis 10 mg (einzeln oder in mehreren Dosen), verteilt auf den Tag, verordnet. Je nach Bedarf kann die Dosis individuell angepasst werden. Die Einnahme erfolgt meist morgens, mittags und ggf. am frühen Nachmittag.
Vorgehen:
1. Die Tabletten unzerkaut mit ausreichend Flüssigkeit einnehmen.
2. Einnahme nicht später als 18 Uhr, um Bluthochdruck im Liegen (nachts) zu vermeiden.
3. Regelmäßige Überprüfung des Blutdrucks (zuhause und in der Arztpraxis) wird empfohlen.
4. Abbruch oder Reduktion der Dosis nur nach ärztlicher Rücksprache.

Einnahme morgens vs. abends

  • Morgens: Vorteilhaft, da Orthostase-Symptome meist morgens nach dem Aufstehen auftreten.
  • Abends: In aller Regel nicht empfohlen, da Midodrin im Liegen (Nacht) zu erheblichem Bluthochdruck führen kann (Risiko für Kopfschmerz, Herz, Nieren).
  • Tipp: Letzte Dosis spätestens gegen 16-18 Uhr einnehmen! Einnahmezeiten täglich möglichst konstant halten.

Nahrungsaufnahme: Mit oder ohne Mahlzeit?

  • Midodrin kann mit oder ohne Nahrung eingenommen werden.
  • Einnahme auf nüchternen Magen führt zu schnellerer Wirkung, ist aber nicht zwingend erforderlich.
  • Typische deutsche Ernährungsgewohnheiten (Frühstück mit Brot, Kaffee etc.) beeinflussen die Wirkung nicht wesentlich.
  • Achten Sie jedoch darauf, die Tablette mit Wasser und nicht mit koffeinhaltigen Getränken oder Alkohol einzunehmen.

Interaktionshinweise

Interaktionspartner Art der Interaktion Empfehlung
MAO-Hemmer, andere Sympathomimetika Verstärkte Blutdrucksteigerung möglich Vermeiden
Betablocker, α-Blocker, Antihypertensiva Abschwächung/Verstärkung der Wirkung Blutdruck engmaschig kontrollieren
Herzglykoside Erhöhte Gefahr von Herzrhythmusstörungen Kombination nur unter Kontrolle
Alkohol Kann Wirksamkeit abschwächen Vermeiden
Bestimmte Nahrungsmittel (Lakritze) Zusätzliche Blutdrucksteigerung möglich Konsum einschränken

Indikationen für Midodrin

Indikation Zulassungsstatus Erläuterung
Orthostatische Hypotonie Offiziell zugelassen (on-label) Unzureichende Blutdruckregulation beim Wechsel vom Liegen zum Stehen
Neurogene Hypotonie Off-label z. B. bei Morbus Parkinson, diabetischer Neuropathie
Aszites mit Nierenfunktionsstörungen (Leberzirrhose) Off-label Therapieoption laut einzelnen Studien

Dosierung je nach Indikation und Patientengruppe

Patientengruppe Indikation Empfohlene Dosis Max. Tagesdosis
Erwachsene Orthostatische Hypotonie 2,5 mg 2–3× täglich 30 mg/Tag
Ältere Patienten (>65 J.) Orthostatische Hypotonie 2,5 mg 1–2× täglich, ggf. Dosissteigerung Max. 15 mg/Tag
Kinder/Jugendliche Sehr selten, individuelle Dosierung notwendig Nur unter spezieller Facharztaufsicht

Sicherheitsprofil und Nebenwirkungen

  • Sehr häufig: Gänsehaut, Juckreiz, Kribbelgefühl
  • Häufig: Harnverhalt, Harndrang, erektile Dysfunktion (Männer), Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit
  • Gelegentlich: Herzklopfen, Hautrötungen, Kältegefühl, Magenbeschwerden
  • Selten: Bluthochdruck im Liegen, Überempfindlichkeitsreaktionen, Bradykardie
  • Wichtige Warnhinweise: Midodrin nicht anwenden bei schwerem Bluthochdruck, Herzproblemen, Harnverhalt und Überfunktion der Schilddrüse. Regelmäßige Blutdrucküberwachung notwendig!
    Schwangerschaft/Stillzeit: Anwendung nach sorgfältiger Abwägung durch die Ärztin/den Arzt.

Richtlinien zur richtigen Anwendung

  1. Vor Therapiebeginn sollte eine genaue Diagnosestellung erfolgen; Ursachen der Hypotonie müssen ausgeschlossen sein.
  2. Blutdruckmessen vor und 1 h nach Einnahme dokumentieren.
  3. Nicht im Liegen einnehmen; nach Einnahme möglichst 30–60 Min. sitzen oder stehen bleiben.
  4. Am besten immer zur gleichen Tageszeit, nach festem Plan einnehmen.
  5. Bei Auslandsreisen oder Zeitverschiebung mit dem behandelnden Arzt Rücksprache halten.
  6. Support durch Apothekenberatung bei Wechselwirkung oder Unsicherheiten nutzen (vor Ort oder via eRezept-Plattformen).
  7. Nicht eigenmächtig die Dosis anpassen oder absetzen.

Behandlungsmöglichkeiten: Alternativen

  • Fludrocortison (Mineralokortikoid, z.B. Astonin® H): Wirkt durch Erhöhung des Blutvolumens. Vorteil: wirksam, besonders bei Volumenmangel; Nachteil: Risiko für Wassereinlagerungen, Elektrolytstörungen.
  • Droxsidopa (nur off-label DE): Steigert Noradrenalin-Spiegel. Vorteil: gute Wirksamkeit, v.a. bei neurogener Form; Nachteil: momentan keine Standardzulassung, höhere Kosten.
  • Nichtmedikamentöse Maßnahmen (Kompressionsstrümpfe, Salz-/Flüssigkeitszufuhr, Sport): In Deutschland von Leitlinien empfohlen. Vorteil: keine NW; Nachteil: oft nicht ausreichend wirksam.
  • Coffein: Geringe Wirksamkeit, kurzfristige Verbesserung, meist ergänzend eingesetzt.

Rechtlicher und erstattungsrechtlicher Status in Deutschland

  • Midodrin ist von der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) und dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) für die symptomatische Behandlung der orthostatischen Hypotonie zugelassen.
  • Verordnung ist nur auf Rezept (Rx) zulässig.
  • Kostenübernahme durch die Gesetzliche Krankenversicherung (GKV) für die zugelassene Indikation gewährleistet; Privatrezepte ebenfalls möglich.
  • Betäubungsmittelgesetz/Arzneimittelgesetz-Auflagen: Keine besonderen Beschränkungen über die Verschreibungspflicht hinaus.
  • Eintrag im Arzneimittelverzeichnis (z.B. Roten Liste), dauerhafte Marktverfügbarkeit.

Neueste Erkenntnisse & Leitlinien (2022–2025)

  • Die 2022 aktualisierten Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) bestätigen Midodrin als Erstlinientherapie bei orthostatischer Hypotonie.
  • 2023 wurden positive Langzeitstudienergebnisse im European Journal of Neurology publiziert: Gute Wirksamkeit sowie moderates Nebenwirkungsprofil auch bei älteren Patienten.
  • Internationale Konsensuspapiere (z. B. American Autonomic Society, 2024) empfehlen regelmäßige Blutdruckkontrollen und bevorzugte Einnahme vormittags.
  • Deutsche Krankenkassen übernehmen weiterhin die Kosten für die Standardindikation.
  • Empfehlung: Kombinationstherapie (medikamentös/nicht-medikamentös) zur Rückfallprophylaxe.

Verfügbarkeit und Lieferung

Packungsgröße Tablettenanzahl Preis (UVP, Stand 2024) Durchschnittliche Lieferzeit (Tage)
Klein 20 ca. 27,90 € 1
Mittel 50 ca. 59,50 € 1–2
Groß 100 ca. 110,50 € 1–3

Stadt Durchschnittliche Lieferzeit (Werktage)
Berlin 1
München 1–2
Hamburg 1–2
Köln 1–2
Frankfurt/Main 1–2
Dresden 2
Leipzig 2

FAQ – Häufig gestellte Fragen zu Midodrin

  1. Kann ich Midodrin auch dauerhaft nehmen?
    Ja, Midodrin eignet sich sowohl zur kurz- als auch langfristigen Anwendung, solange eine medizinische Notwendigkeit besteht und die regelmäßigen Blutdruckkontrollen durchgeführt werden.
  2. Kann ich mit Midodrin Auto fahren?
    In der Regel ja, besonders wenn die Beschwerden (z. B. Schwindel) erfolgreich behandelt werden. In der Einstellungsphase sollten Sie dennoch vorsichtig sein und Ihre Reaktionsfähigkeit beobachten.
  3. Was passiert, wenn ich eine Dosis vergesse?
    Nehmen Sie die vergessene Dosis baldmöglichst nachträglich ein, sofern es nicht nahe an der nächsten geplanten Einnahme liegt. Auf keinen Fall zwei Dosen gleichzeitig nehmen!
    Bei Unsicherheit kontaktieren Sie Ihre Apotheke oder Arztpraxis.
  4. Kann ich Midodrin mit Erkältungsmedikamenten kombinieren?
    Viele Erkältungspräparate enthalten Stoffe, die ebenfalls den Blutdruck beeinflussen. Sprechenk Sie daher die Einnahme mit Ihrem Arzt oder Apotheker ab.
  5. Darf ich während der Behandlung Alkohol trinken?
    Alkohol kann die Blutdruck-stabilisierende Wirkung abschwächen. Verzichten Sie möglichst auf Alkohol oder sprechen Sie zuvor mit Ihrem Arzt.

Zusätzliche Informationen

Dosierung: No selection

2.5mg

Paket: No selection

20 pill, 60 pill, 120 pill