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Escitalopram

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Escitalopram ist ein Medikament, das zur Behandlung von Depressionen und Angststörungen eingesetzt wird. Es hilft, das Gleichgewicht bestimmter Botenstoffe im Gehirn wiederherzustellen. Escitalopram wird in der Regel einmal täglich eingenommen und kann helfen, Stimmung, Schlaf und Energie zu verbessern. Wie jedes Arzneimittel kann Escitalopram Nebenwirkungen haben. Bitte sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, wenn Sie Fragen zur Anwendung haben.

Escitalopram – Umfassende Patienteninformation

Basisinformationen zum Produkt

Wirkstoff (INN) Escitalopram
Handelsnamen in Deutschland Cipralex®, Lexapro®, Escitalopram AbZ®, diverse Generika
ATC-Code N06AB10
Verfügbare Darreichungsformen
  • Filmtabletten (5 mg, 10 mg, 15 mg, 20 mg)
  • Tropfen zum Einnehmen (10 mg/ml)
Hersteller Lundbeck, AbZ Pharma, Hexal, ratiopharm u.a.
Verschreibungsstatus Rezeptpflichtig nach § 48 AMG

Wirkmechanismus

Escitalopram gehört zur Gruppe der selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI). Es erhöht die Menge des Botenstoffs Serotonin im Gehirn, indem es dessen Wiederaufnahme in die Nervenzellen hemmt. Dadurch wird die Stimmung verbessert und depressive Symptome werden gelindert.

Für Fachkreise

Escitalopram ist das S-Enantiomer von Citalopram und blockiert hochselektiv den serotonergen Transporter (SERT), wodurch die serotonerge Transmission signifikant verstärkt wird. Seine hohe Affinität sorgt für ein günstiges Nebenwirkungs- und Interaktionsprofil.

Pharmakokinetik

  • Resorption: Rasche Aufnahme nach oraler Gabe, Bioverfügbarkeit ca. 80%
  • Metabolisierung: Primär in der Leber (CYP2C19, CYP3A4, CYP2D6)
  • Ausscheidung: Über Urin (Hauptweg) und Stuhl
  • Halbwertszeit: ca. 27–32 Stunden
  • Wirkeintritt: Erste Effekte nach 1–2 Wochen, volle Wirkung meist nach 4–6 Wochen

Anwendung im Alltag & Hinweise zur Einnahme

Escitalopram wird einmal täglich eingenommen. Die Einnahme erfolgt vorzugsweise zur gleichen Tageszeit, um Wirkspiegelschwankungen zu vermeiden. Tabletten können morgens oder abends nüchtern oder zu einer Mahlzeit geschluckt werden. Die Tropfen können mit etwas Wasser verdünnt eingenommen werden.

  • Tabletten nicht zerkauen, sondern im Ganzen mit ausreichend Wasser schlucken.
  • Bei Tropfen: genaue Dosis mit beiliegender Pipette abmessen.
  • Nicht eigenmächtig die Dosis verändern oder absetzen, Rücksprache mit Ärzt:in erforderlich!

Einnahme morgens vs. abends

Option Vorteile Nachteile Empfehlung
Morgens Reduziertes Risiko für Schlaflosigkeit, leichte Erinnerbarkeit Evtl. tagsüber mehr Nebenwirkungen (z. B. Übelkeit) Bei Schlafproblemen eher morgens einnehmen
Abends Geeignet bei Müdigkeit als Nebenwirkung Kann Schlafstörungen verstärken Bei Sedierung tagsüber eher abends

Die regelmäßige, tägliche Einnahme ist wichtiger als der genaue Zeitpunkt. Bei Unsicherheit empfiehlt sich die Beratung in der Apotheke oder Praxis.

Einnahme zu oder unabhängig von Mahlzeiten

Escitalopram kann unabhängig von Mahlzeiten eingenommen werden. Die Wirkung des Medikaments wird durch Nahrung und typische deutsche Kost (z. B. Brot, Milchprodukte) nicht beeinflusst. Bei empfindlichem Magen kann eine Einnahme nach dem Frühstück oder Abendessen die Verträglichkeit verbessern.

Wechselwirkungen

Faktor Risiko/Bemerkung
Alkohol Verstärkte Müdigkeit möglich, am besten vermeiden
Johanniskraut Gesteigertes Risiko für das Serotonin-Syndrom
MAO-Hemmer Lebensbedrohliche Wechselwirkungen möglich – Kombination verboten
NSAR (z. B. Ibuprofen) Erhöhtes Blutungsrisiko
Antikoagulanzien Blutungsgefahr steigt, Kontrolle erforderlich
Andere serotonerge Arzneimittel Risiko für Serotonin-Syndrom (z. B. Triptane, andere Antidepressiva)
Grapefruit(-saft) Keine klinisch relevanten Wirkungen bei normalem Verzehr

Indikationen

Indikation Zulassung DE Off-label?
Major Depression Ja Nein
Generalisierte Angststörung (GAS) Ja Nein
Panikstörung Ja Nein
Soziale Angststörung Ja Nein
Zwangsstörung Nein Ja
Prämenstruelle Dysphorische Störung Nein Ja

Dosierung nach Indikation & Patientengruppe

Indikation Erwachsene Ältere Patient:innen (≥65 J.) Jugendliche (12–17 J.)
Depression Start: 10 mg/Tag, ggf. Steigerung auf max. 20 mg/Tag Start: 5 mg/Tag, max. 10 mg/Tag Start: 5 mg/Tag, max. 20 mg/Tag
Generalisierte Angststörung Start: 10 mg/Tag, ggf. Steigerung auf 20 mg/Tag Start: 5 mg/Tag, max. 10 mg/Tag Keine Zulassung
Panikstörung Start: 5 mg/Tag, nach einer Woche 10 mg/Tag, max. 20 mg/Tag Start: 5 mg/Tag, max. 10 mg/Tag Keine Zulassung
Soziale Angststörung Start: 10 mg/Tag, max. 20 mg/Tag Start: 5 mg/Tag, max. 10 mg/Tag Keine Zulassung

Unverträglichkeiten, Sicherheit & Nebenwirkungen

Häufig Gelegentlich Selten/Ernst
  • Übelkeit
  • Kopfschmerzen
  • Mundtrockenheit
  • Schwitzen
  • Müdigkeit/Schlafstörungen
  • Durchfall/Verstopfung
  • Appetitveränderungen
  • Gewichtszunahme
  • Sexuelle Funktionsstörungen
  • Zittern
  • Schwindel
  • Suizidgedanken (insb. Therapiebeginn)
  • Serotonin-Syndrom
  • Hyponatriämie
  • QT-Verlängerung (EKG-Veränderung)
  • Blutungen

Bei neuen oder ungewöhnlich starken Nebenwirkungen sofort ärztlichen Rat einholen! Schwere allergische Reaktionen müssen umgehend behandelt werden.

Richtige Anwendung – Tipps aus der Apotheke/Arztpraxis

  • Tabletten regelmäßig und täglich einnehmen, nicht abrupt absetzen.
  • Vergessene Einnahme: Sobald bemerkt nachholen, nicht doppelt nehmen.
  • Beobachten Sie sich besonders zu Therapiebeginn hinsichtlich Stimmung und Nebenwirkungen.
  • Blutbild-/Elektrolytkontrolle bei Langzeitanwendung sinnvoll.
  • Nicht für Kinder unter 12 Jahren geeignet.
  • Während Schwangerschaft und Stillzeit nur mit engmaschiger medizinischer Begleitung.
  • Verkehrs- und Arbeitsfähigkeit in den ersten Therapiewochen eingeschränkt.

Alternativen & Kurzbewertung (erstattungsfähig durch GKV)

  • Sertralin – ähnlich wirksam; vorteilhaft bei komorbider Angst
  • Paroxetin – schneller Wirkungseintritt, eher mehr Nebenwirkungen
  • Citalopram – höhere Dosis nötig, ähnlich verträglich
  • Venlafaxin (SNRI) – auch bei non-responsiven Depressionen
  • Amitriptylin (trizyklisch) – ältere Substanz, bei chron. Schmerz/Somnolenz vorteilhaft
  • Alle genannten Präparate sind Kassenleistung in Deutschland. Wahl ist von individuellen Faktoren abhängig.

Recht & Erstattung (Deutschland)

Escitalopram ist von der EMA zentral in der EU/Deutschland zugelassen und unterliegt dem Arzneimittelgesetz (AMG). Rezeptpflicht gemäß Arzneimittelverschreibungsverordnung. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten bei zugelassener Indikation (GKV-Leistung). Die Muster 16 (rosa Rezept) ist nötig. Arzneimittel mit Escitalopram sind im Lauer-Taxe und beim GKV-Spitzenverband gelistet.

Stand der Forschung & Leitlinien (2022–2025)

  • S3-Leitlinien der DGPPN (2022): Escitalopram bleibt erstlinientherapie bei Depression und Angststörungen.
  • Meta-Analysen (u. a. Cipriani et al., 2023): Bestätigung guter Balance von Wirksamkeit und Verträglichkeit im SSRI-Vergleich.
  • Einige Studien belegen Vorteile bzgl. Wirkeintritt und geringerer QT-Verlängerung gegenüber Citalopram (Kallmünzer et al., 2024).
  • Empfehlung: Individualisierte Auswahl, Berücksichtigung von Interaktionen und Präferenzen.

Verfügbarkeit, Packungsgrößen, Lieferzeit & Preis

Packungsgröße (Tabletten) Stärke Apothekenverkaufspreis* (€) Erstattung Lieferzeit (Berlin/Hamburg/München/Köln/Ffm.)
20 10 mg ca. 15 Ja 1–2 Werktage
50 10 mg ca. 28 Ja 1–2 Werktage
100 10 mg ca. 45 Ja 1–3 Werktage
20 (Tropfen, 10 ml) 10 mg/ml ca. 18 Ja 2–3 Werktage
*Unverbindliche Richtpreise, regionale Abweichungen möglich

FAQ – Häufig gestellte Patientenfragen & Antworten

  1. Wann tritt die Wirkung von Escitalopram ein?
    Die stimmungsaufhellende Wirkung setzt meist nach 1–2 Wochen ein, das volle Wirkungspotenzial zeigt sich nach 4–6 Wochen.
  2. Muss ich Angst vor Abhängigkeit haben?
    Nein, Escitalopram macht nicht abhängig. Beim Absetzen kann es aber zu Absetzsymptomen kommen. Eine schrittweise Reduktion mit ärztlicher Begleitung wird empfohlen.
  3. Darf ich unter Escitalopram Auto fahren?
    Besonders zu Therapiebeginn sollte auf das Bedienen von Maschinen und das Autofahren verzichtet werden. Nach Gewöhnung in Absprache mit dem Arzt möglich.
  4. Kann ich Escitalopram in der Schwangerschaft oder Stillzeit nehmen?
    Nur nach Rücksprache mit Gynäkolog:in und Psychiater:in. Nutzen und Risiko müssen individuell abgewogen werden.
  5. Was tun bei einer vergessenen Dosis?
    Wenn Sie eine Einnahme vergessen haben, nehmen Sie die Tablette/Tropfen sobald wie möglich nach. Ist das Zeitfenster bis zur nächsten Dosis sehr kurz, lassen Sie die vergessene Dosis aus.

Zusätzliche Informationen

Dosierung: No selection

5mg, 10mg, 20mg

Paket: No selection

30 pill, 60 pill, 90 pill, 120 pill, 180 pill, 360 pill