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Sertraline

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Sertralin ist ein Medikament, das zur Behandlung von Depressionen, Angststörungen, Panikstörungen und Zwangsstörungen eingesetzt wird. Es gehört zur Gruppe der sogenannten selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI) und hilft, das Gleichgewicht von Botenstoffen im Gehirn zu verbessern. Die Einnahme erfolgt in der Regel einmal täglich. Bitte besprechen Sie Anwendung und mögliche Nebenwirkungen mit Ihrem Arzt oder Apotheker.

Sertralin – Umfassende Produktinformation für Patientinnen und Patienten in Deutschland

Basisinformationen zum Präparat

Wirkstoff (INN) Sertralin
Handelsnamen in Deutschland Gladem®, Tresleen®, Zoloft®, Sertralin HEXAL®, Sertralin AL®, diverse Generika
ATC-Code N06AB06
Verfügbare Darreichungsformen und Stärken Filmtabletten: 25 mg, 50 mg, 100 mg (Selten: Lösungen 20 mg/ml)
Hersteller (Deutschland) Pfizer, HEXAL AG, ALIUD Pharma, Zentiva, ratiopharm u. a.
Verschreibungsstatus Verschreibungspflichtig (rezeptpflichtiges Arzneimittel, Apothekenpflicht nach AMG)

Wirkmechanismus

Sertralin ist ein sogenannter selektiver Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI). Dies bedeutet, dass Sertralin gezielt den Rücktransport des Botenstoffs Serotonin im Gehirn hemmt, wodurch die Serotonin-Konzentration zwischen den Nervenzellen steigt. Weil Serotonin eine wichtige Rolle für die Stimmungslage spielt, kann Sertralin depressive Verstimmungen und Angstzustände lindern.

  • Für Fachkreise: Hemmung des präsynaptischen Serotonintransporters (SERT) bei minimaler Affinität zu noradrenergen und dopaminergen Rezeptoren.

Pharmakokinetik

  • Resorption: Sertralin wird nach oraler Gabe rasch, aber unvollständig resorbiert; Bioverfügbarkeit ca. 44% (First-Pass-Effekt).
  • Metabolisierung: Leber (CYP450-abhängig, v. a. CYP2C19, CYP2B6, CYP2D6).
  • Elimination: Über den Stuhl (>50%) und zu einem geringen Teil im Urin.
  • Wirkeintritt: Häufig erst nach 1–2 Wochen spürbar.
  • Halbwertszeit: ca. 26 Stunden; Metabolit Desmethylsertralin ca. 62–104 Stunden.

Praktischer Gebrauch im Alltag

Empfohlene Anwendungsgebiete (Erwachsene)
  • Depressionen (Major Depression, Episoden schwerer Depression)
  • Panikstörung mit/ohne Agoraphobie
  • Soziale Angststörung (Soziale Phobie)
  • Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS)
  • Zwangsstörung (OCD)
Dosistabelle (Erwachsene)
Indikation Anfangsdosis (mg/Tag) Zieldosis (mg/Tag) Maximaldosis (mg/Tag)
Depression, PTBS 50 50–100 200
Panikstörung, Zwangsstörung 25 50–100 200
Soziale Angststörung 25–50 50–200 200

Sertralin wird in der Regel einmal täglich als Tablette eingenommen, vorzugsweise immer zur gleichen Tageszeit. Der Einnahmezeitpunkt kann lebensnah – je nach Verträglichkeit und Tagesstruktur – gewählt werden.

Morgens vs. abends – Hinweise zur Einnahme

Ob Sertralin besser morgens oder abends einzunehmen ist, entscheidet man individuell:

  • Morgens: Bei Patient:innen, die unter Schlaflosigkeit als Nebenwirkung leiden, empfiehlt sich eine morgendliche Einnahme.
  • Abends: Falls eher Müdigkeit oder Antriebsprobleme auftreten, kann eine abendliche Einnahme günstiger sein.
  • Tipp: Mindestens eine Woche lang immer zum gleichen Zeitpunkt einnehmen für optimale Spiegel und Wirkung.

Mit oder ohne Nahrung? – Ernährung in Deutschland

Sertralin kann unabhängig von den Mahlzeiten eingenommen werden; ein voller Magen kann jedoch gelegentliche Magen-Darm-Beschwerden mildern. In Deutschland ist das Frühstück oft kohlenhydratreich, dennoch sollte bei empfindlichem Magen die Einnahme mit etwas Nahrung erfolgen.

Warnhinweise zu Wechselwirkungen

Kategorie Wechselwirkungen
Lebensmittel
  • Grapefruitsaft: Kann Sertralin-Spiegel erhöhen – meiden!
  • Alkohol: Verstärkte Nebenwirkungen wie Müdigkeit, besser vermeiden.
Medikamente
  • MAO-Hemmer: Lebensgefährliche Wechselwirkung – Kombination strengstens verboten!
  • Andere Antidepressiva (z. B. andere SSRI/SNRI, Trizyklika): Gefahr des Serotonin-Syndroms.
  • Blutverdünner (z. B. ASS, Warfarin): Verstärkte Blutungsneigung.
  • Antiepileptika, Neuroleptika: Individuell prüfen (Enzymhemmungen möglich).
  • Johanniskraut: Gefahr eines Serotonin-Syndroms.
Sonstiges Zusätzliche Medikamente, Nahrungsergänzungsmittel oder pflanzliche Produkte sollten stets mit dem/der Arzt:in oder Apotheker:in besprochen werden.

Indikationen für Sertralin – Tabelle

Offizielle Indikationen (Zulassung in DE) Off-Label-Anwendung (nur nach individueller Indikation)
  • Schwere depressive Episoden
  • Panikstörung
  • Zwangsstörung
  • Soziale Angststörung
  • PTBS
  • Generalisiertes Angstsyndrom
  • Prämenstruelle dysphorische Störung
  • Essstörungen

Dosisanpassung nach Patientengruppe

Patientengruppe Anfangsdosis (mg/Tag) Maximaldosis (mg/Tag) Hinweis
Erwachsene 25-50 200 Regelmäßige Steigerung alle 1–2 Wochen nach klinischer Situation.
Ältere Menschen (>65 Jahre) Meist am unteren Dosierungsbereich starten 150 Größere Nebenwirkungsgefahr – engmaschige Überwachung empfohlen.
Kinder/Jugendliche (6-17 Jahre, nur bei Zwangsstörungen zugelassen) 25 (6–12 J.), 50 (13–17 J.) 200 Nur unter ärztlicher Kontrolle mit Zustimmung der Erziehungsberechtigten!
Leberfunktionsstörung Startdosis halbieren Nach individueller Verträglichkeit Klinische Überwachung!

Sicherheitsprofil – Mögliche Nebenwirkungen

Häufigkeit Nebenwirkung Kommentar/Hinweis
Sehr häufig (>10%) Übelkeit, Durchfall, Schlaflosigkeit, Mundtrockenheit, Kopfschmerzen, Müdigkeit Abschwächung meist nach mehreren Wochen
Häufig (1–10%) Appetitlosigkeit, Schwitzen, sexuelle Funktionsstörungen, Zittern, Angstgefühl Kurzfristige Beobachtung, ggf. ärztliche Rücksprache
Gelegentlich (0,1–1%) Herzrhythmusstörungen, Hautausschlag, erhöhte Leberwerte Blutuntersuchung empfohlen
Selten (0,01–0,1%) Blutdruckabfall, Unruhe, Suizidgedanken (vor allem zu Beginn) Sofort ärztlichen Rat suchen!
Sehr selten (<0,01%) Serotonin-Syndrom, SIADH, Krampfanfälle Notfall – Notruf wählen!

Wichtiger Hinweis:
Selbst eine plötzliche Beendigung (Absetzen) von Sertralin sollte unbedingt vermieden werden, um Entzugssymptome zu verhindern. In Einzelfällen (innerhalb der ersten 2–4 Wochen) kann es zu einer vorübergehenden Verschlechterung der depressiven Symptomatik kommen. Bitte umgehend ärztliche Hilfe suchen!

Richtige Anwendung – Tipps aus Praxis und Apotheke (Deutschland)

  • Tablette immer mit einem Glas Wasser einnehmen.
  • Keine Tablettenteilung, sofern keine Bruchrille vorhanden (auf Packung achten).
  • Regelmäßigkeit entscheidend: Einnahme zur gleichen Zeit (z. B. morgens zum Frühstück).
  • Kein abruptes Absetzen! Ausschleichen – nach Rücksprache mit Arzt oder Ärztin.
  • Fahren, Maschinenbedienung: Konzentrationsstörungen, Müdigkeit möglich.
  • Im Sommer auf Hitzeschutz achten: Schwitzen und Kreislaufstörungen.
  • Die regelmäßige Kontrolle durch Arzt oder Apotheker ist empfohlen (insbesondere bei längerfristiger Anwendung).

Alternativen (Erstattungsfähig nach GKV – NFZ) und kurze Bewertung

Wirkstoff Wirkprinzip Besondere Vorteile Besondere Nachteile
Citalopram, Escitalopram (SSRI) SSRI Gute Verträglichkeit, minimal sedierend QT-Verlängerung, kardiale Überwachung
Venlafaxin, Duloxetin (SSNRI) SNRI (Serotonin-Noradrenalin) Wirksam auch bei Schmerzen, Antriebsmangel Blutdruckanstieg, mehr Wechselwirkungen
Mirtazapin NARI (Noradrenalin-Antagonist) Schlafanstoßend, appetitanregend Gewichtszunahme, Schläfrigkeit
Amitriptylin, Doxepin (trizyklisches AD) Trizyklikum Langjährige Erfahrung, auch bei chron. Schmerzen Anticholinerge NW, Herzrhythmusstörungen, Gewichtszunahme

Alle genannten Präparate sind in der Regel bei gesetzlicher Krankenversicherung (GKV) in Deutschland erstattungsfähig und werden von Apotheken geführt. Die Auswahl erfolgt nach individueller Verträglichkeit und ärztlichem Rat.

Rechtlicher Status, Registrierung und Kostenübernahme in Deutschland

  • Rezeptpflicht: Sertralin ist in Deutschland ein verschreibungspflichtiges Medikament (Arzneimittelgesetz, AMG; Verschreibung durch Arzt oder Ärztin notwendig).
  • Zulassung: Deutsche Zulassung durch das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM).
  • Erstattung: Für zugelassene Indikationen übernimmt die gesetzliche Krankenversicherung (GKV, z. B. AOK, Barmer) die Kosten.
  • Generika werden präferenzweise abgegeben (je nach Rabattvertrag).
  • Preisrahmen: (Stand 06/2024) ca. 15–30 € je Monatspackung (abhängig von Hersteller und Packungsgröße; GKV übernimmt die Kosten, ggf. Zuzahlung 5–10 €).

Aktuelle Forschung, Leitlinien und Empfehlungen (Stand 2022–2025)

  • Die AWMF-Leitlinie „Unipolare Depression“ (S3; 2022, aktualisiert 2024) empfiehlt Sertralin als ein SSRI der ersten Wahl bei Depression und Angsterkrankungen (awmf.org).
  • Meta-Analysen (z.B. Cipriani et al., Lancet, 2023) zeigen: Sertralin ist bezüglich Wirksamkeit und Verträglichkeit im europäischen und deutschen Vergleich häufig Favorit.
  • Besonders ältere Patient:innen sollten wegen Wechselwirkungen und Hyponatriämie überwacht werden (Deutsches Ärzteblatt, 2022).
  • Langfristdaten: Keine Hinweise auf erhöhtes Abhängigkeitspotenzial.

Verfügbarkeit, Packungsgrößen und Lieferzeiten (Deutschland)

  • Packungsgrößen: Standard: 20, 50, 98, 100 Tabletten (je Wirkstärke)
  • Vorratshaltung in öffentlichen Apotheken gemäß SGB V; häufig lagernd, sonst 24–48 h Lieferzeit.
  • Online-Apotheken bieten bundesweite Versandoption.
Stadt Standard-Lieferzeit (Werktage) Sofort-Abholung (Apotheke lokal)
Berlin 0–1 Tage Häufig möglich
Hamburg 1 Tag Oft möglich
München 1–2 Tage Häufig möglich
Frankfurt/M. 1 Tag Oft möglich
Köln/Düsseldorf 1 Tag Oft möglich
Stuttgart 1–2 Tage Möglich

FAQ – Häufige Fragen zu Sertralin

  1. Wie lange dauert es, bis Sertralin wirkt?
    Die stimmungsaufhellende Wirkung setzt meist nach 2–4 Wochen regelmäßiger Einnahme ein. Manchmal kann die volle Wirkung auch erst nach 6 Wochen erreicht werden.
  2. Kann ich mit Sertralin Auto fahren?
    Anfangs können Konzentrationsstörungen oder Müdigkeit auftreten. Gewöhnlich legen sich diese Nebenwirkungen, aber Sie sollten bei Beeinträchtigung nicht Auto fahren.
  3. Darf ich Sertralin in der Schwangerschaft oder Stillzeit nehmen?
    Die Anwendung sollte nur nach sorgfältiger ärztlicher Abwägung erfolgen. In Schwangerschaft und Stillzeit bevorzugt alternative oder unterstützende Maßnahmen erwägen.
  4. Was mache ich, wenn ich eine Einnahme vergesse?
    Nehmen Sie die vergessene Dosis so bald wie möglich ein, außer, es ist bereits fast Zeit für die nächste. Niemals doppelte Dosis!
  5. Kann ich Sertralin mit anderen Medikamenten kombinieren?
    Wechselwirkungen sind möglich; immer ärztlichen oder pharmazeutischen Rat einholen, besonders bei neuen oder rezeptfreien Präparaten.

Für weitere Fragen stehen Ihnen Ihr behandelnder Arzt, Ihre Ärztin oder Ihre Apotheke jederzeit gerne beratend zur Seite.

Zusätzliche Informationen

Dosierung: No selection

25mg, 50mg, 100mg

Paket: No selection

30 pill, 60 pill, 90 pill, 120 pill, 180 pill, 270 pill, 360 pill