Angebot!

Citalopram (Citalopram hydrobromide)

€38.22

-17%
Citalopram ist ein Arzneimittel, das zur Behandlung von Depressionen und Angststörungen eingesetzt wird. Es gehört zur Gruppe der sogenannten selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI). Citalopram hilft dabei, das Gleichgewicht der Botenstoffe im Gehirn zu verbessern und so die Stimmung zu stabilisieren. Die Wirkung setzt meist nach einigen Wochen ein. Citalopram wird in der Regel gut vertragen, mögliche Nebenwirkungen besprechen Sie bitte mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Citalopram (Citalopramhydrobromid) – Umfassende Patienteninformation für Deutschland

Grundlegende Produktinformationen

  • Internationaler Freiname (INN): Citalopram
  • Handelsnamen in Deutschland: Cipramil®, Citalopram-ratiopharm®, Citalopram AL®, weitere Generika
  • ATC-Code: N06AB04
  • Verfügbare Darreichungsformen & Stärken:
    • Filmtabletten (10 mg, 20 mg, 40 mg)
    • Orale Tropfenlösung (10 mg/ml)
  • Hersteller (Beispiele): Lundbeck GmbH, ratiopharm GmbH, Aliud Pharma GmbH, HEXAL AG, viele weitere
  • Verschreibungsstatus: Rezeptpflichtig (§ 48 AMG – Arzneimittelgesetz)

Wirkmechanismus

Für Patientinnen und Patienten:
Citalopram gehört zur Gruppe der selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI). Es erhöht die Verfügbarkeit des Botenstoffes Serotonin im Gehirn. Serotonin wirkt stimmungsaufhellend und angstlösend, wodurch depressive Verstimmungen und Angstsymptome gebessert werden.

Für Fachkreise:
Citalopram hemmt selektiv und nahezu ohne Wirkung auf Noradrenalin oder Dopamin die serotonergische Rückaufnahme im synaptischen Spalt. Die Wirkung auf andere Rezeptortypen ist minimal, wodurch ein günstiges Nebenwirkungsprofil resultiert.

Pharmakokinetik

  • Absorption: Hohe orale Bioverfügbarkeit (>80%). Maximale Plasmakonzentration nach 2–4 Stunden.
  • Metabolismus: Über CYP2C19, CYP3A4 und CYP2D6 in der Leber (entstehende aktive Metabolite: Desmethylcitalopram, Didemethylcitalopram).
  • Elimination: Hauptsächlich renal und biliär. Elimination verlängert sich bei Leber- und Nierenfunktionsstörungen.
  • Halbwertszeit: Ca. 35 Stunden.
  • Dauer der Wirkung: 1–2 Tage pro Einzeldosis, steady state nach etwa 1 Woche.

Alltag & Anwendung: Typische Dosierung und Gebrauch

  • Übliche Anfangsdosis (Erwachsene): 20 mg pro Tag als Einzeldosis, ggf. Steigerung je nach Wirksamkeit nach 1–2 Wochen auf maximal 40 mg/Tag.
  • Kinder & Jugendliche: Generell nicht zugelassen zur Behandlung von Depression unter 18 Jahren, Ausnahmen nach individueller ärztlicher Bewertung.
  • Ältere Menschen (>65 Jahre): Reduzierte Maximaldosis (20 mg/Tag) empfohlen.
  • Anwendung: Täglich etwa zur gleichen Uhrzeit mit Wasser unzerkaut einnehmen. Einnahme kann unabhängig von Mahlzeiten erfolgen.
  • Therapiedauer: Meist mehrere Monate, oft mindestens 6 Monate. Absetzen nur nach ärztlicher Rücksprache und schrittweiser Dosisreduktion, um Absetzsymptome zu vermeiden.

Morgens oder abends einnehmen?

  • Morgens: Kann Wachheit steigern, empfohlen bei Patienten mit Schlafproblemen unter Citalopram.
  • Abends: Eher geeignet, falls Müdigkeit oder Sedierung als Nebenwirkung auftreten.
  • Wichtig: Hauptsache ist die tägliche Einnahme zur gleichen Zeit, damit stabile Plasmaspiegel erreicht werden.

Nüchtern oder mit einer Mahlzeit?

  • Einnahme mit oder ohne Nahrung möglich: Die Aufnahme wird durch typische deutsche Mahlzeiten (Frühstück, Mittagessen, Abendbrot) nicht wesentlich beeinflusst.
  • Empfehlung: Bei Magenproblemen nach der Einnahme empfiehlt sich die Einnahme nach dem Essen.

Warnungen zu Wechselwirkungen

Interaktionspartner Beschreibung / Risiko Empfehlung
Alkohol Kombination kann dämpfende Effekte verstärken Meiden oder nur geringe Mengen trinken
Andere Antidepressiva (z. B. MAO-Hemmer, SSRIs) Gefahr eines Serotoninsyndroms (Fieber, Verwirrtheit, Muskelzuckungen) Niemals kombinieren ohne ärztliche Kontrolle
Blutverdünner (z. B. ASS, Warfarin) Erhöhte Blutungsgefahr Regelmäßige Kontrolle & Dosisanpassung möglich
Johanniskraut Wirkungsverstärkung/Abbaustörungen möglich Vermeiden
Antiepileptika, Antipsychotika, gewisse Schmerzmittel QT-Zeit-Verlängerung, Krampfanfälle, Rhythmusstörungen Besondere Vorsicht, ärztlicher Check erforderlich
Grapefruitsaft Kann Abbau über CYP3A4 beeinträchtigen Besser meiden

Indikationen laut Zulassung und Off-Label-Use

Indikation Zugelassen in DE? Bemerkung
Depressive Episoden Ja Alle Schweregrade, v. a. mittel bis schwer
Panikstörung mit oder ohne Agoraphobie Ja Dosisanpassung nötig, langsame Aufdosierung
Zwangsstörung (OCD) Nein (Off-Label) Kann bei Therapieresistenz erwogen werden
Generalisierte Angststörung, PTBS Nein (Off-Label) Gelegentlich Einsatz bei mangelnder Alternativen

Dosierung je nach Indikation und Patientengruppe

Patientengruppe Indikation Initialdosis Erhaltungsdosis Max. Tagesdosis
Erwachsene Depression, Panikstörung 10–20 mg 20–40 mg 40 mg
Ältere Patienten (>65 J.) Depression, Panikstörung 10 mg 10–20 mg 20 mg
Patienten mit Leber-/Niereninsuffizienz s. o. 5–10 mg 10–20 mg 20 mg
Kinder/Jugendliche Depression, Panikstörung i.d.R. nicht empfohlen*

*In Ausnahmefällen unter engmaschiger ärztlicher Überwachung Off-Label im Jugendalter möglich.

Sicherheitsprofil und Nebenwirkungen

Grundsätzlich wird Citalopram von den meisten Patient:innen gut vertragen. Nebenwirkungen sind jedoch möglich. Eine Auswahl:

Häufig Gelegentlich Selten / schwerwiegend
Übelkeit, Mundtrockenheit, Schwitzen, Müdigkeit, Kopfschmerzen, Schlafstörungen, verminderter Appetit, sexuelle Funktionsstörungen Zittern, Nervosität, Gewichtsveränderungen, Durchfall, Verstopfung, Verdauungsbeschwerden, erhöhter Blutdruck QT-Zeit-Verlängerung (Herz), Krampfanfälle, Hyponatriämie (Natriummangel), Serotoninsyndrom, allergische Reaktionen
  • Nebenwirkungen sind meist zu Beginn der Therapie ausgeprägter und gehen mit der Zeit häufig zurück.
  • Bei schwerwiegenden Symptomen (Herzrasen, starke Unruhe, Verwirrtheit, Fieber, Krampfanfälle): Sofort ärztlichen Rat suchen!

Anwendungshinweise für Deutschland

  • Tabletten oder Tropfen immer wie verordnet einnehmen. Tabletten unzerkaut mit ausreichend Flüssigkeit schlucken.
  • Bei Vergessen einer Dosis: Nicht doppelt einnehmen, sondern normal fortfahren.
  • Therapieabbruch: Ausschleichen in ärztlicher Begleitung, um Entzugssymptome zu verhindern.
  • Regelmäßige ärztliche Kontrollen (Blutbild, EKG bei Risikopatienten, Leberwerte) empfohlen – Hausarzt, Psychiater oder Facharzt für Psychosomatik kann dies in Deutschland koordinieren.
  • Bei ambulant psychiatrscher Behandlung: Kosten werden in Deutschland durch die Gesetzliche Krankenversicherung (GKV) übernommen.
  • Fahrtüchtigkeit und Bedienen von Maschinen: Vorübergehende Einschränkungen zu Therapiebeginn möglich.

Alternative Therapieoptionen (Kassenleistungen, Übersicht)

  • Andere SSRIs: Sertralin, Escitalopram, Paroxetin, Fluoxetin (vergleichbarer Wirkmechanismus, individuelle Verträglichkeit & Nebenwirkungsspektrum beachten)
  • SNRIs: Venlafaxin, Duloxetin (bei zusätzlichen Angstsymptomen oder Schmerzsyndromen hilfreich)
  • Trizyklische Antidepressiva: Amitriptylin, Doxepin (stärkere Nebenwirkungen, Nutzen-Risiko-Check bei älteren Patienten nötig)
  • Pflanzliche Mittel: Johanniskraut (apothekenpflichtig, Wechselwirkungen beachten, nicht mit Citalopram kombinieren!)
  • Psychotherapie: In Kombination empfohlen, besonders bei leichten/mittelgradigen Depressionen

Alle genannten Arzneimittel sind in Deutschland zum Teil als Generika verfügbar und werden i.d.R. von den gesetzlichen Krankenkassen erstattet, sofern sie indiziert und verordnet sind. Entscheidung trifft der behandelnde Arzt nach individueller Lage.

Rechtlicher Status, Zulassung und Kostenerstattung in Deutschland

  • Zulassung: Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM), EMA für EU-weite Zulassung.
  • Verschreibungspflicht: Arzneimittel muss von Ärzt:innen auf Kassen- oder Privatrezept verordnet werden.
  • Kostenerstattung: Bei Depression und Panikstörung im Regelfall GKV-Leistung. Privatrezepte werden i.d.R. ebenfalls erstattet.
  • Pflicht zur Abgabe- und Beratung durch die Apotheke: Apotheker:innen prüfen Wechselwirkungen und beraten individuell.

Aktuelle Forschung & Leitlinien (2022–2025)

  • Neue S3-Leitlinie Unipolare Depression (AWMF, 2023): Citalopram bleibt Erstlinientherapie bei Erwachsenen mit mittelgradiger/schwerer Depression (empfohlene Startdosis: 20 mg/Tag, bei Verträglichkeit Steigerung möglich)
  • Panikstörung: Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie (DGPPN) empfiehlt Citalopram als eine von mehreren Alternativen
  • Sicherheit: QT-Intervall-Prolongation (Herz) in aktuellen Studien weitergehend untersucht; Dosisanpassungen und EKG-Kontrollen empfohlen bei Risikopatienten
  • Publikationen: vgl. DGPPN/ÄZQ-Leitlinien, AWMF 2023, EMA-Sicherheitsberichte, diverse Metaanalysen aus dem European Journal of Psychiatry (2022–2024)

Verfügbarkeit, Packungsgrößen & Preisübersicht

Packungsgröße / Form Typischer Apothekenpreis* Lieferzeit (z. B. nach)
30 Filmtabletten 20 mg ca. €18–25 (GKV zuzahlungsbefreit/pr >=18 J.) Berlin: 1 Werktag
München: 1–2 Werktage
Köln: 1 Werktag
Hamburg: 1–2 Werktage
100 Filmtabletten 20 mg ca. €40–55 2–3 Werktage bundesweit
20 ml Tropfen (10 mg/ml) ca. €20–29 1–2 Werktage in Großstädten, 2–3 im ländlichen Raum

*Preise abhängig von Hersteller, Rabattverträgen der Krankenkassen und der gewählten Apotheke. GKV übernimmt, abzüglich gesetzlicher Zuzahlung, alle Kosten bei medizinischer Indikation.

FAQ – Häufig gestellte Patientenfragen

  1. Wann setzt die Wirkung von Citalopram ein?
    In der Regel nach 1–2 Wochen, volle antidepressive Wirkung meist erst nach 3–4 Wochen. Bei Panikstörung kann Besserung in ähnlichem Zeitraum auftreten.
  2. Was mache ich, wenn ich die Einnahme vergessen habe?
    Die nächste Tablette einfach zur gewohnten Zeit nehmen. Niemals die doppelte Dosis einnehmen!
  3. Macht Citalopram abhängig?
    Nein, Citalopram verursacht keine Sucht. Das plötzliche Absetzen kann jedoch Beschwerden hervorrufen, daher immer ausschleichen!
  4. Darf ich Citalopram während der Schwangerschaft/Stillzeit nehmen?
    Nur nach sorgfältiger Risiko-Nutzen-Abwägung durch den Arzt. Es gibt sichere Alternativen, Nachteile und individuelle Risiken müssen abgewogen werden.
  5. Muss ich Lebensmittel meiden?
    Nein, im deutschen Alltag keine spezifischen Nahrungsmittel, abgesehen von größeren Mengen Grapefruitsaft. Alkohol möglichst meiden!

Zusammenfassung

Citalopram ist ein bewährtes, sicheres und in Deutschland gut etabliertes Antidepressivum. Es eignet sich vor allem für die Behandlung von Depressionen und Panikstörungen, wird durch die gesetzlichen Krankenkassen erstattet und erreicht bei regelmäßiger Einnahme eine hohe Wirksamkeit. Bei individuellen Fragen oder Unsicherheiten stehen Apotheken und Ärzt:innen gerne beratend zur Seite.

Zusätzliche Informationen

Dosierung: No selection

10mg, 20mg

Paket: No selection

30 pill, 60 pill, 90 pill, 120 pill, 180 pill, 360 pill