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Epivir (Lamivudine)

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Epivir enthält den Wirkstoff Lamivudin und wird zur Behandlung von HIV-Infektionen sowie chronischer Hepatitis B eingesetzt. Das Medikament hilft, die Vermehrung der Viren im Körper zu verringern und unterstützt Ihr Immunsystem. Es ist wichtig, Epivir regelmäßig und wie vom Arzt verordnet einzunehmen. Bei Fragen oder Nebenwirkungen wenden Sie sich bitte an Ihr medizinisches Fachpersonal. Epivir ersetzt keine anderen Schutzmaßnahmen gegen eine Ansteckung.

Epivir (Lamivudin): Umfassende Patienteninformation

Basisinformationen zum Produkt

Wirkstoff (INN) Lamivudin
Handelsnamen in Deutschland Epivir®, Generika verfügbar
ATC-Code J05AF05
Verfügbare Darreichungsformen & Stärken Filmtabletten 150 mg / 300 mg, Lösung zum Einnehmen 10 mg/ml
Hersteller ViiV Healthcare GmbH, GSK, diverse Generikahersteller
Verschreibungsstatus Verschreibungspflichtig (Rx), Apothekenpflichtig

Wirkmechanismus

Lamivudin gehört zur Klasse der Nukleosidanaloga und ist ein sogenannter Reverse-Transkriptase-Inhibitor (NRTI). Es hemmt das Enzym Reverse Transkriptase, das für die Vermehrung von HIV und Hepatitis-B-Viren erforderlich ist. Dadurch wird die Virusvermehrung effektiv gestoppt.

  • Für Patienten: Lamivudin blockiert ein lebenswichtiges Enzym für das Virus und verhindert so, dass sich das Virus weiter ausbreiten kann.
  • Für Ärztinnen/Ärzte/Pharmakologen: Als strukturelles Analogon der Cytidinbase wird Lamivudin in die virale DNA eingebaut und führt zum Kettenabbruch bei der reversen Transkription.

Pharmakokinetik

  • Resorption: Orale Bioverfügbarkeit 80–85%, maximale Plasmaspiegel nach 0,5–2 Stunden
  • Metabolisierung: Minimal (<10%), vorwiegend unverändert renal ausgeschieden
  • Eliminationshalbwertszeit: 5–7 Stunden
  • Ausscheidung: Überwiegend renale Ausscheidung (Niere) durch tubuläre Sekretion

Anwendung im Alltag und Einnahmeempfehlungen (Deutscher Kontext)

  • Übliche Dosierung HIV bei Erwachsenen: 300 mg 1× täglich oder 150 mg 2× täglich
  • Hepatitis B: 100 mg 1× täglich (off-label in Deutschland)
  • Kinder/Adoleszente: alters- und gewichtsabhängige Dosierung (siehe Tabelle unten)
  • Einnahme: Tablette unzerkaut mit ausreichend Flüssigkeit einnehmen, Tageszeit möglichst konstant wählen
  • Arzneimittelsicherheit: Immer regelmäßig zur selben Zeit, keine Dosis auslassen oder eigenmächtig verändern
  • Lagerung: Bei Raumtemperatur (15–25°C), vor Feuchtigkeit schützen

Morgens vs. Abends – Wann ist die beste Einnahmezeit?

  • Morgens: Viele Patienten bevorzugen die Einnahme morgens, um die Regelmäßigkeit zu gewährleisten und mögliche Nebenwirkungen (wie Übelkeit) tagsüber besser beobachten zu können.
  • Abends: Bei Auftreten von Müdigkeit als Nebenwirkung kann eine Einnahme am Abend sinnvoller sein.
  • Tipp: Wählen Sie eine feste Tageszeit, die einfach beizubehalten ist. Nutzen Sie Erinnerungsfunktionen (Smartphone, Medikamentenbox).

Einnahme mit oder ohne Nahrung (Deutsche Ernährungsgewohnheiten)

  • Lamivudin kann mit oder ohne Nahrung eingenommen werden; die Aufnahme wird durch Mahlzeiten nicht relevant beeinflusst.
  • Typische deutsche Kost (z. B. Brot, Milchprodukte, Hauptmahlzeiten) beeinflusst die Wirkung oder Verträglichkeit nicht.
  • Bei empfindlichem Magen wird empfohlen, das Arzneimittel während oder nach einer kleinen Mahlzeit einzunehmen.

Wechselwirkungen – Warnhinweise

Interaktionspartner Mögliche Auswirkung Empfehlung
Trimethoprim/Sulfamethoxazol (z. B. Cotrimoxazol) Mögliche Erhöhung der Lamivudin-Spiegel Klinische Überwachung, ggf. Dosisanpassung
Emtricitabin Verstärkte Nebenwirkungen möglich Kombination vermeiden
Cladribin Wirkverlust von Cladribin Gleichzeitige Anwendung vermeiden
Renal ausgeschiedene Arzneimittel (z. B. Tenofovir) Mögliche Kumulation, verstärkte Nebenwirkungen Nierenfunktion überwachen
Alkohol Keine relevante Interaktion Alkoholkonsum in Maßen

Indikationen – Offizielle & Off-Label-Verwendung

Indikation Status Bemerkung
HIV-1-Infektion (in Kombinationstherapie) Zugelassen Standard in antiretroviraler Therapie
Hepatitis B Off-label Nur bei Unverträglichkeit/Resistenz gegenüber Erstlinientherapien
Postexpositionsprophylaxe (PEP HIV) Zugelassen Teil empfohlener PEP-Schemata

Dosierung gemäß Indikation

Indikation Erwachsene Kinder (3 Monate–12 Jahre) Ältere Patienten Niereninsuffizienz
HIV 300 mg täglich (1× oder 2×150 mg) 4 mg/kg 2× tgl., max. 300 mg tgl. Wie Erwachsene, aber Nierenfunktion beachten Dosisanpassung je nach GFR (ärztlich festlegen!)
Hepatitis B 100 mg täglich Off-label, nach ärztlicher Anordnung Wie Erwachsene, Dosisanpassung erforderlich Dosisanpassung notwendig
PEP (HIV-Notfall) 150 mg 2× täglich für 28 Tage (in Kombi) Ärztlich individuell dosingiert Wie Erwachsene, GFR beachten Erhöhte Monitoring-Notwendigkeit

Sicherheitsprofil & Nebenwirkungen

Lamivudin wird allgemein gut vertragen. In seltenen Fällen treten schwerwiegende Nebenwirkungen auf.

Häufigkeit Beispiele Maßnahmen
Sehr häufig / Häufig (>1–10%) Übelkeit, Kopfschmerzen, Müdigkeit, Durchfall, Fieber, Atemwegsinfekte Symptomatisch behandeln, Arzt informieren bei anhaltenden Beschwerden
Gelegentlich (<1%) Leberwerterhöhungen, Bauchschmerzen, Ausschlag, Haarausfall Ärztliche Kontrolle
Selten (<0,1%) Laktatazidose, Pankreatitis, Laktoseintoleranz Sofort Arzt aufsuchen!
Warnungen Laktatazidose-Risiko bei Leber- oder Nierenfunktionsstörung Regelmäßige Arztkontrollen erforderlich

Richtige Anwendung – Empfehlungen für Deutschland

  • Vor der Erstverordnung ärztliches Beratungsgespräch und Laborkontrolle
  • Medikationsplan regelmäßig mit der Apotheke abgleichen
  • Dosisabweichungen und vergessene Einnahme sofort mit dem behandelnden Arzt besprechen
  • Keine Selbstmedikation oder Eigenumstellung ohne Rücksprache
  • Regelmäßige Kontrolle von Blutbild, Leber- und Nierenwerten
  • Für die HIV-Therapie: strikte Therapietreue und Teilnahme an Disease-Management-Programmen (DMP HIV)
  • Für Jugendliche und Kinder: Gewicht und Wachstum regelmäßig überwachen lassen

Therapiealternativen (Erstattungsfähig durch GKV, Vergleich)

  • Emtricitabin – ähnlich wirksam, oft als Kombipräparat (z. B. Truvada®); leicht längere Halbwertszeit
  • Tenofovir (Fumarat/Alafenamid) – bevorzugt bei HIV und HBV, breiteres Wirkspektrum, muss auf Nierenfunktion geprüft werden
  • Abacavir – Alternative bei Unverträglichkeit anderer NRTIs; HLA-B*5701-Test empfohlen vor Behandlungsbeginn
  • Alle genannten Alternativen sind erstattungsfähig und in Deutschland als Generika verfügbar
  • Der genaue Vorteil pro Substanz wird individuell ärztlich festgelegt (Resistenzlage, Begleiterkrankungen)

Rechtlicher Status und Erstattung (Deutschland)

  • Zulassung: Europäische Zulassungsbehörde (EMA), nationale Freigabe durch das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM)
  • Pflicht zur Verschreibung: Rezeptpflichtig gemäß AMG
  • Erstattung: Die Kosten für Lamivudin/ Epivir werden bei HIV-Indikation vollständig von der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) übernommen
  • Verwendung außerhalb der Zulassung (Off-Label, z. B. HBV): Individuelle Kostenübernahme durch die GKV möglich, vorherige ärztliche Beantragung empfohlen
  • Meldepflichten: Unerwünschte Wirkungen können durch Patient:innen oder Fachpersonal an das BfArM gemeldet werden

Aktuelle Forschung & Klinische Empfehlungen (2022–2025)

  • Laut AWMF-Leitlinien (2023) bleibt Lamivudin als Kombipartner in antiretroviralen Schemata relevant, insbesondere bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion [AWMF HIV].
  • Internationale Studien (z. B. NEAT-ID, 2022/23) bestätigen gute Langzeitwirksamkeit und verhältnismäßig günstiges Nebenwirkungsprofil.
  • Bei Hepatitis B nur noch bei speziellen Konstellationen zugelassen, da Resistenzen häufiger als bei neueren Substanzen (z. B. Tenofovir).
  • Deutsche Aidshilfe und DAIG empfehlen Lamivudin für spezielle Patientenpopulationen weiterhin explizit [DAIG].

Verfügbarkeit und Lieferung (Deutschland)

Paketgröße (Tabletten) Apothekenpreis* ungefähre Angabe Lieferzeit Berlin Lieferzeit Hamburg Lieferzeit München Lieferzeit Köln
30 ca. 110–135 € (Kassenpatient: Erstattung) 24–48 h 24–48 h 24–48 h 24–48 h
60 ca. 210–260 € 24–48 h 24–48 h 24–48 h 24–48 h

*Richtwert 2024, kann je nach Apotheke und Erstattung variieren. Die Lieferung ist in allen deutschen Metropolen innerhalb von 1–2 Werktagen möglich.

FAQ zu Epivir (Lamivudin) – Häufig gestellte Fragen

  1. Kann ich Epivir einmal vergessen? Was tun?
    Nehmen Sie die vergessene Tablette so bald wie möglich ein. Liegt der nächste Einnahmezeitpunkt kurz bevor, lassen Sie die vergessene Dosis aus und nehmen Sie die nächste reguläre Dosis. Niemals die doppelte Dosis einnehmen! Bei Unsicherheiten Arzt oder Apotheke kontaktieren.
  2. Darf ich während der Einnahme Alkohol trinken?
    Gelegentlicher Alkoholgenuss ist in der Regel unproblematisch, sofern keine anderen Leberprobleme oder Wechselwirkungen bestehen. Dennoch empfiehlt sich bei chronischem Konsum besondere Vorsicht und Rücksprache mit Ihrem Arzt.
  3. Ist Epivir in der Schwangerschaft und Stillzeit erlaubt?
    Ja, Lamivudin kann unter bestimmten Bedingungen während Schwangerschaft und Stillzeit nach ärztlicher Abwägung eingesetzt werden. Wichtig ist hierbei die engmaschige ärztliche Kontrolle und eine Nutzen-Risiko-Abwägung.
  4. Können sich Resistenzen entwickeln?
    Ja, insbesondere bei unregelmäßiger Einnahme oder Monotherapie können sich Resistenzen entwickeln. Deshalb ist die regelmäßige und vollständige Einnahme besonders wichtig.
  5. Was tun bei Nebenwirkungen?
    Bei milden Nebenwirkungen (z. B. Übelkeit) kann abgewartet werden. Bei schwerwiegenden oder ungewohnten Symptomen (z. B. Atemnot, starke Bauchschmerzen, Gelbfärbung der Haut) sofort den Arzt aufsuchen.

Zusätzliche Informationen

Dosierung: No selection

150mg

Paket: No selection

30 pill, 60 pill, 90 pill, 120 pill, 180 pill, 240 pill