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Cyklokapron (Tranexamic acid)

€112.07

-17%
Cyklokapron enthält den Wirkstoff Tranexamsäure und wird zur Behandlung und Vorbeugung von übermäßigen Blutungen eingesetzt, zum Beispiel bei starken Regelblutungen oder nach Operationen. Das Arzneimittel wirkt, indem es die Auflösung von Blutgerinnseln hemmt und so den Blutverlust reduziert. Cyklokapron wird nach ärztlicher Anweisung eingenommen. Bei Fragen oder Unverträglichkeiten wenden Sie sich bitte an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke.

Cyklokapron® (Tranexamsäure) – Umfassende Patienteninformation

Grundlegende Produktinformationen

  • Internationaler Freiname (INN): Tranexamsäure
  • Handelsnamen in Deutschland: Cyklokapron®, Tranexamsäure Hexal®, Tranexamed®
  • ATC-Code: B02AA02
  • Verfügbare Darreichungsformen und Stärken:
    • Tabletten: 500 mg, 1000 mg
    • Infusionslösung: 100 mg/ml (5 ml, 10 ml, 20 ml Ampullen)
  • Hersteller: Pfizer Pharma GmbH, HEXAL AG, mibe GmbH, diverse Generikaanbieter
  • Verschreibungsstatus: Rezeptpflichtig (verschreibungspflichtiges Arzneimittel gemäß § 48 Arzneimittelgesetz)

Wirkmechanismus

Für Patienten: Tranexamsäure wirkt, indem sie die Auflösung von Blutgerinnseln verlangsamt. So hilft sie, Blutungen zu stoppen, indem sie das körpereigene „Abbau-System“ für Gerinnsel (die Fibrinolyse) hemmt. Deshalb wird sie bei verschiedenen Blutungsproblemen eingesetzt.

Für Fachpersonal: Tranexamsäure ist ein synthetisches Lysin-Derivat, das kompetitiv die Plasminogenbindung an Fibrin hemmt und die Umwandlung von Plasminogen zu Plasmin blockiert. Somit entsteht eine antifibrinolytische Wirkung, die den Abbau von Fibringerinnseln verhindert.

Pharmakokinetik

  • Absorption: Nach oraler Einnahme rasch und nahezu vollständig (Bioverfügbarkeit ca. 30–50%). Maximale Plasmaspiegel nach 2–3 Stunden.
  • Verteilung: Gute Gewebegängigkeit, Penetration insbesondere in Synovialflüssigkeit und Liquor cerebrospinalis (nur ca. 10% der Plasmakonzentration).
  • Metabolismus: Kein signifikanter Metabolismus; Tranexamsäure bleibt weitgehend unverändert.
  • Elimination: Hauptsächlich renal (über die Nieren), ca. 95% unverändert im Urin; Halbwertszeit 2–3 Stunden.
  • Wirkdauer: Die antifibrinolytische Wirkung dauert ca. 8 Stunden nach einer oralen Dosis an.

Alltagshinweise und bewährte Nutzung (im deutschen Kontext)

Tranexamsäure wird in Deutschland häufig zur Behandlung oder Vorbeugung starker und/oder ungewöhnlicher Blutungen eingesetzt. Typische Anwendungen sind starke Regelblutungen (Menorrhagie), zahnärztliche Eingriffe bei Patienten mit erhöhter Blutungsneigung, Operationen oder Verletzungen, bestimmte Blutungserkrankungen wie die Hämophilie sowie seltene erblich bedingte Angioödeme.

  • Übliche Dosierung:
    • Erwachsene: Meist 2–3 x täglich 1000–1500 mg (Dauer und Dosis je nach Indikation)
    • Pädiatrisch: Dosis je nach Körpergewicht, maximal 15 mg/kg pro Gabe
    • Ältere Patienten: Wie Erwachsene, ggf. Dosisanpassung bei Nierenfunktionsstörung
  • Anwendung: Unabhängig von den Mahlzeiten, mit ausreichend Flüssigkeit einnehmen, möglichst zur gleichen Tageszeit.
  • Deutsche Besonderheiten: In Deutschland erfolgt zunehmend auch die Anwendung zur Perioperativen Blutungsprophylaxe, insbesondere in Orthopädie und Gynäkologie nach den aktuellen Leitlinien.

Dosierung morgens vs. abends

  • Morgens: Geeignet für die erste Dosis des Tages, um tagsüber einen stabilen Wirkspiegel zu erreichen.
  • Abends: Kann sinnvoll sein, wenn die Hauptblutung am Abend auftritt (z.B. bei Menorrhagie).
  • Tipp: Nehmen Sie Tranexamsäure idealerweise regelmäßig im Abstand von 8–12 Stunden, um einen konstanten Therapiespiegel zu erhalten.

Die Einnahmezeit kann an den individuellen Tagesrhythmus angepasst werden; entscheidend ist die regelmäßige Einnahme. Ein Dosierungsintervall sollte jedoch eingehalten werden.

Einnahme mit oder ohne Nahrung – Auswirkungen und deutsche Ernährung

  • Tranexamsäure kann unabhängig von den Mahlzeiten eingenommen werden.
  • Mögliche Magenbeschwerden: Bei einigen Patienten empfiehlt sich die Einnahme zu einer Mahlzeit, um seltene Magenschmerzen oder Übelkeit zu vermeiden.
  • Im deutschen Alltag: Besonders zu üppigen/fettreichen Speisen (z.B. deutsches Frühstück, Bratengerichte) treten keine relevanten Wechselwirkungen auf.
  • Alkohol: Kein direkter Einfluss auf die Wirkung, aber übermäßiger Alkoholkonsum kann die Blutungsneigung erhöhen. Besser mäßigen oder meiden.

Wechselwirkungen – Warnhinweise

Wechselwirkendes Mittel Empfohlene Maßnahme/Hinweis
Warnsignale für Thrombosen (andere antifibrinolytische Mittel, hormonelle Kontrazeptiva) Kombination vermeiden, erhöhtes Thromboserisiko
Blutverdünner (z.B. Acetylsalicylsäure, Marcumar, NOAKs) Arzt konsultieren, da gegensätzlicher Mechanismus – engmaschige Überwachung notwendig
Gerinnungsfaktorkonzentrate Wechselwirkung möglich, nur unter ärztlicher Überwachung anwenden
Bestimmte Antibiotika (Tetracycline, Penicilline) Bisher keine relevanten Wechselwirkungen bekannt
Lebens- und Genussmittel Keine spezifischen Interaktionen bekannt

Indikationen (zugelassen & off-label)

Indikation Status
Starke Regelblutung (Menorrhagie) Zugelassen
Perioperative Blutungsprophylaxe (z.B. Herzchirurgie, Orthopädie) Zugelassen
Blutungen bei Hämophilie, Zahnextraktionen Zugelassen
Hereditäres Angioödem (prophylaktisch/therapeutisch) Off-label
Nasenbluten (Epistaxis) Off-label (topische Anwendung möglich)
Subarachnoidalblutung (zur Prophylaxe erneuter Blutungen) Off-label

Übliche Dosierungen nach Indikation

Indikation Erwachsene Kinder Ältere Patienten
Starke Regelblutung 3 x 1000 mg/Tag (Tage der Blutung) 10 mg/kg 3 x täglich (max. 25 mg/kg/Tag) Wie Erwachsene, Dosis ggf. an Nierenfunktion anpassen
Zahnärztliche Eingriffe bei Hämophilie 15 mg/kg alle 8 Stunden für 2–8 Tage 10–15 mg/kg alle 8 Stunden Wie Erwachsene
Operationen, postoperative Blutungen 1000 mg 2–3 x/Tag je nach Blutungsrisiko 10–15 mg/kg 2–3 x/Tag Wie Erwachsene

Sicherheitsprofil und Nebenwirkungen

  • Häufig:
    • Verdauungsbeschwerden (Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Bauchschmerzen)
    • Kopfschmerzen
    • Müdigkeit, Schwindel
  • Gelegentlich bis selten:
    • Allergische Reaktionen (Hautausschlag, Juckreiz)
    • Sehstörungen (Farbsehen, Doppelbilder)
    • Thrombosen (insbesondere bei Prädisposition oder gleichzeitiger Einnahme hormoneller Kontrazeptiva)
    • Nierenfunktionsstörungen (besonders bei Vorschädigung)
  • Warnhinweise:
    • Besser keine Anwendung bei aktiver Thrombose oder thromboembolischen Erkrankungen in der Vorgeschichte
    • Regelmäßige Kontrolle der Nierenfunktion bei Langzeitanwendung
    • Bei plötzlich auftretender Atemnot, Schmerzen in Brust oder Beinen: sofort ärztliche Hilfe!

Richtige Anwendung – Tipps aus der Praxis

  • Tranexamsäure-Tabletten unverändert mit viel Wasser einnehmen, nicht zerkauen oder zerstoßen.
  • Infusionslösung nur nach Anweisung des Arztes, meist im klinischen Setting, verwenden.
  • Bei wiederholten starken Blutungen ärztliche Rücksprache halten, um Ursachen abzuklären.
  • Packungsbeilage sorgfältig lesen und Dosierung streng einhalten.
  • Vergessene Dosis nachholen, sofern der nächste Einnahmezeitpunkt nicht unmittelbar bevorsteht.
  • Medikament außerhalb der Reichweite von Kindern aufbewahren.
  • Bei Unsicherheit bezüglich Wechsel- oder Nebenwirkungen: Rücksprache mit Ärztin/Arzt oder Apotheker/in.

Alternative Behandlungsoptionen – Erstattungsfähige Arzneimittel in Deutschland (GKV/NFZ)

  • Antifibrinolytika: p-Aminomethylbenzoesäure (PAMBA®); seltener angewandt, weniger klinische Erfahrung
  • Hormonelle Präparate: Gestagenmonopräparate (z. B. Lynestrenol, Dienogest) und kombinierte Kontrazeptiva zur Zyklusregulierung (nur für Menorrhagie)
  • NSAR (nonsteroidale Antirheumatika): Mäßige Blutungshemmung, vor allem Ibuprofen – Vorsicht bei Magenproblemen
  • Gerinnungsfaktor-Konzentrate: Bei Hämophilie
  • Interventionelle Maßnahmen: Endometriumablation, Myomektomie, uterine Arterienembolisation (bei starker Menorrhagie, nicht medikamentös)
Option Vorteile Nachteile
Tranexamsäure (Cyklokapron®) Sofortige Wirkung, Einnahme nach Bedarf, gut verträglich Rezeptpflichtig, Thromboserisiko
Gestagene Zyklusregulierung, auch kontrazeptiv Hormonelle Nebenwirkungen, Kontraindikationen bei Thromboserisiko
NSAR (Ibuprofen, Naproxen) Schmerzlindernd, teils rezeptfrei Magenbeschwerden, keine starke Blutungshemmung
PAMBA® Alternative bei Unverträglichkeit Geringere Studienlage

Regulatorischer, rechtlicher und erstattungsrechtlicher Status in Deutschland

  • Zulassung: Durch das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM)
  • Verschreibungspflicht: Ja (in allen Darreichungsformen)
  • Erstattung/GKV (Krankenkassen): Tranexamsäure wird für die genannten zugelassenen Indikationen vollumfänglich von der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) übernommen.
  • Preisbindung: Festbetragsregelungen, keine Rabattverträge (Stand: 2024)
  • Patienteninformation & Sicherheit: Versorgungs- und Pharmakovigilanzpflichten gemäß § 63b AMG, regelmäßige Aktualisierung der Fachinformationen

Aktuelle Forschung & Leitlinien (2022–2025)

  • Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG), S3-Leitlinie 2022: Tranexamsäure als First-Line-Medikament bei Menorrhagie empfohlen.
  • BOOTS-Studie (2023, Uni Essen): Signifikante Reduktion von Blutverlust nach orthopädischen Eingriffen durch Tranexamsäure, keine erhöhte Thromboembolie-Inzidenz beobachtet
  • COCHRANE-Review (2022): Wirksamkeit von Tranexamsäure bei Operationen weiterhin belegt (Reduktion von Bluttransfusionen um bis zu 40%), besonders bei Herz- und Gelenkoperationen.
  • Internationale Studien: Tranexamsäure reduziert perioperative Mortalität bei ausgewählten Traumapatienten (CRASH-3 Studie, Lancet 2022).
  • Literatur: Siehe auch: DGGG S3-Leitlinie 033/035, BOOTS-Trial, Cochrane Database Syst Rev. 2022; Roberts et al., Lancet 2022.

Verfügbarkeit und Lieferung

  • Beliebte Packungsgrößen:
    • Tabletten: 20, 30, 50 Stück
    • Infusionslösungen: 5 x 5 ml, 10 x 10 ml
  • Ungefähre Apothekenpreise (Stand: Q2/2024):
    • Cyklokapron® 20 x 500 mg Tabletten: ca. 25–30 €
    • Tranexamsäure 10 x 10 ml Infusionslösung: ca. 40–55 €
Stadt Lieferzeit (vor Ort/online) Verfügbarkeit (Standortapotheken)
Berlin 1–2 Werktage / Same Day (online/Abholstation) Sehr gut
Hamburg 1–2 Werktage Sehr gut
München 1–3 Werktage Gut
Köln / Düsseldorf 1–2 Werktage Sehr gut
Leipzig / Dresden 2–3 Werktage Gut

Hinweis: Die Lieferung rezeptpflichtiger Arzneimittel setzt das Einreichen eines gültigen ärztlichen Rezepts voraus.

FAQ – Häufige Patientenfragen zu Cyklokapron® (Tranexamsäure)

  1. Muss ich Tranexamsäure immer zur selben Tageszeit einnehmen?
    Die regelmäßige Einnahme ist wichtig – wählen Sie möglichst gleiche Tageszeiten. Falls Sie eine Dosis vergessen, nehmen Sie diese möglichst schnell nach; aber nie die doppelte Dosis beim nächsten Mal.
  2. Darf ich Cyklokapron® in der Schwangerschaft oder Stillzeit einnehmen?
    Anwendung in der Schwangerschaft/Stillzeit nur nach ärztlicher Anordnung. Studien zeigen keine direkten Risiken für das Kind, jedoch wird eine Nutzung nur bei zwingender medizinischer Indikation empfohlen.
  3. Kann ich Tranexamsäure zusammen mit der Pille oder Blutverdünnern verwenden?
    Im Regelfall wird diese Kombination vermieden, da das Thromboserisiko steigt. Besprechen Sie dies immer vorab mit Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt.
  4. Welche Nebenwirkungen muss ich beachten?
    Die häufigsten Nebenwirkungen sind Magen-Darm-Beschwerden und gelegentlich Kopfschmerzen. Bei ungewöhnlichen Symptomen, Atemnot oder Brustschmerzen sofort ärztlichen Rat einholen.
  5. Erstattet meine Krankenkasse das Medikament?
    Für alle zugelassenen Indikationen ist Tranexamsäure ein regulär erstattungsfähiges Arzneimittel in Deutschland. Ihr Arzt/Ihre Ärztin verordnet es Ihnen auf Rezept.

Für weitere Fragen wenden Sie sich gerne an Ihre Apotheke oder Ihren behandelnden Arzt/Ihre Ärztin.

Zusätzliche Informationen

Dosierung: No selection

500mg

Paket: No selection

30 pill, 60 pill, 90 pill, 120 pill