Cyclophosphamide

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Cyclophosphamid ist ein Medikament, das zur Behandlung verschiedener Krebsarten und bestimmter Autoimmunerkrankungen eingesetzt wird. Es wirkt, indem es das Wachstum von Krebszellen hemmt und das Immunsystem beeinflusst. Vor Beginn der Therapie werden Ihre Blutwerte regelmäßig kontrolliert. Häufige Nebenwirkungen können Übelkeit, Haarausfall und ein geschwächtes Immunsystem sein. Bitte besprechen Sie Ihre Fragen und mögliche Risiken immer mit Ihrem behandelnden Arzt.

Cyclophosphamid – Produktbeschreibung für Patienten in Deutschland

Grundlegende Produktinformationen

Wirkstoff (INN) Cyclophosphamid
Handelsnamen in Deutschland Endoxan®, Cyclostin®, Promoful®
ATC-Code L01AA01
Verfügbare Darreichungsformen & Stärken
  • Tabletten (z. B. 50 mg)
  • Infusionslösung zur Injektion (z. B. 200 mg, 500 mg, 1000 mg, 2000 mg als Pulver zur Herstellung einer Lösung)
Hersteller (Auswahl) Baxter, Baxter Oncology, Acino, Stada, Hikma Pharmaceuticals
Verschreibungsstatus Rezeptpflichtig (nur auf ärztliche Anweisung)

Wirkmechanismus

Für Patient:innen:
Cyclophosphamid gehört zur Gruppe der sogenannten Zytostatika, also Medikamente, die das Zellwachstum und die Zellteilung hemmen. Es wird im Körper zu wirksamen Substanzen umgebaut, die das Erbgut (DNA) von schnell wachsenden Zellen schädigen. Krebszellen teilen sich besonders häufig – deshalb wirkt Cyclophosphamid gezielt auf sie ein.

Für Fachkreise:
Cyclophosphamid ist ein alkylierendes Oxazaphosphorine-Derivat. Es wirkt nach Bioaktivierung (CYP450-abhängig, vor allem CYP2B6, CYP3A4) über seine Metabolite (v. a. Phosphoramid-Lost), die kovalente Kreuzvernetzungen der DNA induzieren und so die Zellreplikation unterbrechen.

Pharmakokinetik

  • Absorption: Gute orale Bioverfügbarkeit, schnelle Resorption nach Einnahme (max. Plasmaspiegel nach 30–120 Minuten).
  • Metabolisierung: Vorwiegend hepatisch über CYP2B6, CYP3A4 und CYP2C9 zu aktiven Substanzen (z. B. 4-Hydroxycyclophosphamid, Aldophosphamid) metabolisiert.
  • Ausscheidung: Überwiegend renal (80 %), teils als Metabolite, teils unverändert. Halbwertszeit: ca. 3–12 Stunden (altersabhängig).
  • Wirkdauer: Das zytotoxische Potenzial hält nach Einnahme mehrere Stunden an, teils auch länger je nach Dosierung und Therapieprotokoll.

Anwendung im Alltag und bewährte Vorgehensweisen

  • Cyclophosphamid wird in spezialisierten onkologischen Praxen und Krankenhausambulanzen verwendet.
  • Die Einnahme erfolgt entweder in Form von Tabletten oder über eine Infusion – letzteres meist unter strenger ärztlicher Kontrolle.
  • Typische Dosierungen hängen stark von der Grunderkrankung, dem Therapieziel (kurativ vs. palliativ), Körperoberfläche, Alter und Allgemeinzustand ab. Eine individuelle Dosierung wird von Ihrem behandelnden Arzt festgelegt.
  • Die Einnahmezeiten, regelmäßige Blutbildkontrollen sowie ausreichende Flüssigkeitszufuhr sind essentiell. Als Patient sollten Sie darauf achten, Ihren Medikationsplan strikt einzuhalten und Rücksprache bei Abweichungen zu halten.

Gabe morgens oder abends?

  • Morgens: Wird meist empfohlen, da so das erhöhte Risiko von Übelkeit und Blasenreizungen durch die am Tag erhöhte Flüssigkeitsaufnahme reduziert werden kann.
  • Abends: Wird selten empfohlen, da längere Expositionszeiten im Körper über Nacht Blasen- und Nierenschäden begünstigen könnten.
  • Empfehlung: Einnahme vorzugsweise morgens; Uhrzeit konstant halten; auf ärztliche Empfehlungen achten.

Einnahme mit oder ohne Nahrung

  • Die Tabletten sollen mit ausreichend Flüssigkeit eingenommen werden.
  • Eine Einnahme auf nüchternen Magen ist nicht zwingend erforderlich, kann aber Magenbeschwerden vorbeugen. Ist Ihnen schlecht, hilft ein kleines Frühstück nach deutscher Ernährungsweise (z. B. Brot, Joghurt, keine fettreichen Speisen).
  • Gleichzeitige Einnahme mit Milchprodukten ist möglich, sofern keine Unverträglichkeit besteht.
  • Kein Alkohol während der Behandlung!

Interaktionswarnungen

Kategorie Interaktion/Bemerkung
Lebensmittel
  • Grapefruitsaft meiden (mögliche CYP3A4-Interaktion).
  • Keine präventiven antioxidantienreichen Nahrungsergänzungen einnehmen, da die Wirksamkeit beeinflusst werden kann.
Alkohol Kann Nebenwirkungen (z. B. Übelkeit, Lebertoxizität) verstärken – meiden.
Medikamente
  • Allopurinol: Erhöht das Risiko von Knochenmarksuppression.
  • Induktoren/Inhibitoren von CYP3A4/2B6 können die Wirkung verstärken oder abschwächen (z. B. Rifampicin, Phenytoin, Azol-Antimykotika).
  • Lebendimpfstoffe: Abgeschwächte Immunantwort, Risiko schwerer Infektionen.

Indikationen

Indikation Status Kommentar
Mammakarzinom, Ovarialkarzinom, Bronchialkarzinom, Lymphome (Hodgkin, Non-Hodgkin), Multiples Myelom Zugelassen In Kombination mit anderen Chemotherapeutika (z. B. CHOP-, CMF-Schema)
Nephrotisches Syndrom, schwere Autoimmunkrankheiten (z. B. Lupus erythematodes, Vaskulitis) Zugelassen / Off-Label Therapiereservat bei schwerem Verlauf
Transplantationsmedizin (Konditionierung vor Stammzelltransplantation) Anwendung lt. Leitlinie Nur unter stationären Bedingungen

Dosierung nach klinischer Indikation

Klinische Situation Stichwort Erwachsene Kinder Ältere Patient:innen
Kombinations-Chemotherapie (z. B. CHOP) Mammakarzinom, Lymphom 500–750 mg/m² KOF i.v. Tag 1, i.d.R. alle 21 Tage 300–500 mg/m² KOF i.v., angepasst Dosisanpassung je nach Nieren- und Leberfunktion
Autoimmunerkrankungen Nephrotisches Syndrom 2–3 mg/kg KG/Tag p.o. über 8–12 Wochen 2–3 mg/kg KG/Tag p.o. Sehr vorsichtige Dosierung, engmaschige Überwachung
Stammzelltransplantation Konditionierung 50–60 mg/kg KG i.v. über mehrere Tage individuelle Anpassung Nur nach strenger Indikationsstellung

Sicherheitsprofil und Nebenwirkungen

Sehr häufig/Häufig Gelegentlich Selten/Sehr selten
  • Übelkeit, Erbrechen, Durchfall
  • Haarausfall (reversibel)
  • Knochmarksuppression: verminderte Blutzellen, Infektionsrisiko
  • Müdigkeit, Schleimhautentzündung
  • Blasenentzündung (hämorrhagisch)
  • Mundtrockenheit
  • Leberwertveränderungen
  • Störungen im Menstruationszyklus, vorzeitige Menopause
  • Polyneuropathie (Kribbeln, Taubheitsgefühl)
  • Herzerkrankungen
  • Leukämie oder Blasenkrebs nach Langzeittherapie
  • Lungenfibrose
  • Schwere allergische Reaktionen

Warnhinweis: Bei Fieber, blutigem Urin oder anhaltender Übelkeit sofort ärztlichen Rat einholen. Regelmäßige Labor- und Urinkontrollen sind Pflicht.

Hinweise zur richtigen Anwendung (Pharmazie- & Klinikberatung)

  • Trinken Sie während der Einnahme täglich mindestens 2–3 Liter Wasser, besonders an Infusionstagen. Das unterstützt die Ausscheidung und schützt die Blase.
  • Halten Sie die Tageszeit der Tabletteneinnahme konstant.
  • Kontakt zu kranken Personen meiden, da das Infektionsrisiko erhöht ist.
  • Tragen Sie einen Mund-Nasen-Schutz in Menschenansammlungen, wenn Ihr Arzt es empfiehlt.
  • Halten Sie Termine für Blutbild- und Organkontrollen ein.
  • Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten vorab mit Apotheken- oder Praxisteam besprechen.
  • Kinder und Schwangere dürfen Kontakt mit Körperflüssigkeiten während und nach der Behandlung vermeiden.
  • Lagern Sie die Tabletten trocken, kühl und für Kinder unzugänglich.

Alternative Behandlungsmöglichkeiten

  • Für Tumorerkrankungen: Methotrexat, Ifosfamid, Doxorubicin, Cisplatin, Carboplatin, Docetaxel (je nach Indikation; erstattungsfähig durch die gesetzliche Krankenversicherung (GKV)).
  • Für Autoimmunerkrankungen: Azathioprin, Mycophenolat-Mofetil, Rituximab, Glukokortikoide (Prednisolon; auch GKV-gelistet).

Vorteile von Cyclophosphamid: bewährtes Standardpräparat, breit einsetzbar, vorhandene Langzeiterfahrung.
Nachteile: Langzeitnebenwirkungen (Zweittumoren), strenge ärztliche Kontrolle erforderlich.
Alternative Wirkstoffe: meist mit eigenen Nebenwirkungsprofilen (Infektionsgefahr, Leberschäden, Unfruchtbarkeit), aber teils geringeres Langzeitrisiko.

Rechtslage, Zulassung & Erstattung in Deutschland

  • Cyclophosphamid ist von der Europäischen Kommission und dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) zugelassen.
  • Das Mittel ist verschreibungspflichtig, die Abgabe erfolgt ausschließlich über Apotheken nach ärztlicher Verordnung.
  • Die Kosten werden im Regelfall von allen gesetzlichen und privaten Krankenkassen erstattet (inkl. DAK, Barmer, Techniker Krankenkasse usw.).
  • Indikationen gemäß deutscher und europäischer Leitlinien sind zur Erstattungsfähigkeit Voraussetzung.

Neueste Forschung & Leitlinien (2022–2025)

  • 2023: Die Onkopedia-Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie (DGHO) empfehlen Cyclophosphamid weiter als Bestandteil von Standard-Kombinationsschemata (z. B. CHOP, CMF) u. a. beim M. Hodgkin, Non-Hodgkin-Lymphom, Brustkrebs, Plasmozytom.
  • 2024: Die S2k-Leitlinie „Nephrotisches Syndrom“ (AWMF) nennt Cyclophosphamid als bevorzugte Zweitlinientherapie nach Versagen der Steroidtherapie, auch in der Pädiatrie.
  • 2022: Internationale Metaanalysen (Walker A. et al., Cancer Treat Rev 2023) bestätigen das günstige Nutzen-Risiko-Profil in den genannten Indikationen auch nach modernen Maßstäben.
  • Regelmäßige Studien zu Dosisreduktionen bei älteren oder komorbiden Patient:innen und zur Prophylaxe/Therapie von Nebenwirkungen (Methionin, Mesna) verbessern die Sicherheit laufend.
  • Leitlinien: Onkopedia, AWMF-Leitlinien

Verfügbarkeit & Lieferung

Packs & Preise (Stand: 2024) Apotheke UVP Beispiel-Lieferzeit (Arzneimittelversand)
Endoxan® 50 mg Tabletten, 30 Stück ca. 55–65 €
  • Berlin: 1 Werktag
  • München: 1–2 Werktage
  • Hamburg: 1 Werktag
  • Köln: 1–2 Werktage
  • Leipzig: 1–2 Werktage
Endoxan® 200 mg Pulver z. Injektionslösung, 1 Flasche ca. 75–85 € bundesweit: in der Regel 1–2 Werktage

Bitte beachten Sie, dass Cyclophosphamid nicht in allen Apotheken vorrätig gehalten wird. Lieferung und Speicherung erfolgen nach Bestellung; Rezept ist erforderlich.

FAQ – Häufige Patientenfragen zu Cyclophosphamid

  • Kann ich mit Cyclophosphamid ein normales Leben führen?
    Während der Behandlung sind besondere Hygienemaßnahmen und regelmäßige ärztliche Kontrollen notwendig. Bei sorgfältiger Einhaltung können viele Patient:innen zu einem geregelten Alltag zurückkehren – Einschränkungen bei Sport, Schule oder Arbeit sind jedoch möglich.
  • Darf ich Impfungen während oder nach der Therapie erhalten?
    Lebendimpfstoffe wie MMR oder Gelbfieber sind während und kurz nach der Behandlung kontraindiziert. Totimpfstoffe (Grippe, Pneumokokken) können nach Rücksprache mit Ihrem Arzt verabreicht werden.
  • Welche Kontrolluntersuchungen sind unter der Therapie wichtig?
    Regelmäßige Kontrollen des Blutbildes, der Nieren- und Leberwerte sowie Urinuntersuchungen sind Pflicht, um Nebenwirkungen frühzeitig zu erkennen.
  • Wie lange wirkt Cyclophosphamid noch im Körper nach der letzten Einnahme?
    Die Hauptwirkung klingt im Regelfall nach 1–3 Tagen ab, Abbauprodukte können aber noch über Tage ausgeschieden werden. Fruchtbarkeit und Immunabwehr können länger beeinträchtigt bleiben – bitte besprechen Sie die Details mit Ihrem Behandlungsteam.
  • Kann ich selbst etwas tun, um Nebenwirkungen zu verringern?
    Ja: Viel trinken, konstante Einnahmezeiten, ausgewogene deutsche Kost, Mundhygiene, Bewegung & Ruhephasen, sowie schnelle Rücksprache bei Beschwerden.

Zusätzliche Informationen

Dosierung: No selection

50mg

Paket: No selection

30 pill, 60 pill, 90 pill, 120 pill, 180 pill, 360 pill