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Capecitabine

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Capecitabin ist ein Medikament zur Behandlung bestimmter Krebsarten wie Brustkrebs und Darmkrebs. Es gehört zur Gruppe der sogenannten Zytostatika und hemmt das Wachstum von Krebszellen. Die Einnahme erfolgt meist in Tablettenform und wird individuell vom Arzt festgelegt. Während der Behandlung können Nebenwirkungen auftreten, daher ist eine regelmäßige ärztliche Kontrolle wichtig. Bitte wenden Sie sich bei Fragen immer an Ihr behandelndes Fachpersonal.

Capecitabin: Umfassende Patienteninformation

Grundlegende Produktinformationen

Wirkstoff (INN) Capecitabin
Handelsnamen (Deutschland) Xeloda®, Capecitabin Hexal®, Capecitabin Accord®, u.a.
ATC-Code L01BC06
Verfügbare Darreichungsformen & Stärken Filmtabletten zu 150 mg und 500 mg
Hersteller Roche Pharma AG, Hexal AG, Accord Healthcare GmbH, weitere Generikahersteller
Verschreibungsstatus Rezeptpflichtig (nach §48 AMG); Abgabe nur in Apotheken

Wirkmechanismus

Für Patienten erklärt: Capecitabin ist ein sogenanntes Chemotherapeutikum und gehört zu den Fluoropyrimidinen. Es wirkt, indem es im Körper in die Substanz 5-Fluoruracil (5-FU) umgewandelt wird. Diese Substanz stört die Zellteilung – besonders Tumorzellen sind darauf angewiesen, sich schnell zu teilen.
Für Fachpersonal: Capecitabin ist ein orales Prodrug, das aufgrund der höheren Expression der Thymidinphosphorylase in Tumorgewebe selektiv in 5-FU umgewandelt wird. 5-FU hemmt sowohl die Thymidylatsynthase zur DNA-Synthese (S-Phase) als auch die RNA-Bildung, was zum Tumorzelltod führt.

Pharmakokinetik

  • Absorption: Nach oraler Gabe rasche und fast vollständige Aufnahme.
  • Metabolismus: Über 3 enzymatische Schritte, v. a. in Tumorgewebe, zu aktivem 5-FU.
  • Elimination: Überwiegend renal (als Metaboliten).
  • Halbwertszeit: 0,5 bis 1 Stunde für Capecitabin, ca. 30–50 Minuten für 5-FU.
  • Kumulation: Keine relevante Akkumulation bei normfunktionierender Niere.

Anwendung im Alltag & Best Practices

Die Verordnung und Dosierung erfolgt stets individuell durch den Onkologen. Die Tabletten werden meistens zweimal täglich im Abstand von ca. 12 Stunden (z. B. morgens und abends) eingenommen. Wichtig: Dosierschema, Einnahmeintervall und Therapiedauer richten sich nach Tumorart, Therapieschema sowie individuellem Ansprechen und Verträglichkeit.

Typische Dosierungen (bei Erwachsenen):

  • Monotherapie: 1.250 mg/m² Körperoberfläche 2 × täglich über 14 Tage, gefolgt von 7 Tagen Pause (21-Tage-Zyklus).
  • Kombinationstherapie: Meist reduzierte Tagesdosen (z. B. 1.000 mg/m² 2 × täglich).

Die Tabletten sollen ganz mit Wasser, innerhalb von 30 Minuten nach einer Mahlzeit, eingenommen werden.

Morgens oder abends? Einnahmehinweise zur Tageszeit

  • Die Einnahme erfolgt morgens und etwa 12 Stunden später abends.
  • Regelmäßigkeit ist entscheidend: Feste Zeiten – z. B. 08:00 und 20:00 Uhr – helfen.
  • Vor-/Nachteile:
    • Abendliche Einnahme bei Müdigkeit/Vergesslichkeit ggf. mit Erinnerungsunterstützung (Wecker, Medikamentenplaner).
    • Patienten mit Magenproblemen abends ggf. geringere Beschwerdeintensität, wenn nachts mehr Ruhe besteht.

Einnahme mit oder ohne Nahrung – Einfluss der Mahlzeiten

  • Capecitabin muss immer kurz nach einer Mahlzeit (innerhalb von 30 Minuten) mit ausreichend Flüssigkeit eingenommen werden. Dies vermindert Magen-Darm-Beschwerden und unterstützt eine gleichmäßige Wirkstoffaufnahme.
  • In Deutschland typisch: Einnahme nach Frühstück und Abendessen, ggf. auch nach leichtem Snack (idealerweise keine besonders fetthaltigen oder schweren Speisen).
  • Keine Einnahme auf nüchternen Magen!

Wechselwirkungen – Wichtige Hinweise

Interaktionspartner Wirkung/Risiko Empfehlung
Warfarin (Marcumar®) Erhöhtes Blutungsrisiko durch CYP2C9-Hemmung Engmaschige INR-Kontrolle, ggf. Anpassung der Dosis
Phenytoin Erhöhung des Phenytoinspiegels Serumspiegel überwachen, Dosisanpassung
Leberenzyme (z.B. Allopurinol) Mögliche Wirkungsabschwächung Klinische Kontrolle
Antazida, Calcium-/Magnesiumpräparate Keine klinisch bedeutsame Interaktion Normale Anwendung
Alkohol Keine akute Wechselwirkung; Magenreizungen/Unwohlsein möglich Empfohlen: Alkohol nur in Maßen oder vermeiden
Grapefruitsaft/Zitrusfrüchte Keine direkte Wechselwirkung; aber Vorsicht bei anderen Medikamenten Keine Einschränkung, übliche Mengen

Indikationen und Anwendungsgebiete

Indikation Offiziell (Zulassung/BfArM) Off-Label
Mammakarzinom (Brustkrebs) Metastasiert, nach Versagen anderer Zytostatika Adjuvante Therapie (in Studien)
Kolorektales Karzinom (Darmkrebs) Adjuvant/metastasiert in Mono-/Kombitherapie Neoadjuvant
Magenkarzinom Kombination mit anderen Zytostatika Fortgeschritten/metastasiert
Andere Tumorarten --- Pankreaskarzinom, CUP-Syndrom (nach individueller Entscheidung)

Dosierung nach Indikation und Patientengruppe

Indikation Erwachsene (Standard) Pädiatrie Ältere Patienten (≥65 J.)
Kolorektales Karzinom (Mono) 2 × 1.250 mg/m² 14 Tage + 7 Tage Pause Keine Zulassung/Erfahrung Meist wie Erwachsene, Dosisanpassung je nach Verträglichkeit
Kombinationstherapie 2 × 1.000 mg/m² 14 Tage + 7 Tage Pause --- Anfangsdosis evtl. senken, Verträglichkeit beobachten
Magenkarzinom (Kombi) 2 × 1.000 mg/m² 14 Tage + 7 Tage Pause --- Wie Erwachsene, ggf. reduzierte Startdosis

Für alle: Engmaschige Kontrolle von Blutbild, Leber- und Nierenwerten unter Therapie. Dosisreduktionen bei schweren Nebenwirkungen möglich/notwendig.

Sicherheitsprofil und Nebenwirkungen

  • Sehr häufig (≥1/10): Durchfall, Übelkeit, Erbrechen, Stomatitis (Mundentzündung), Hand-Fuß-Syndrom (Rötung, Verhornung/Hautreizung an Händen/Füßen), Appetitverlust, Müdigkeit, Schwäche.
  • Häufig (1–10 %): Abnahme der Blutwerte (Leuko- und Thrombozytopenie), Leberenzymsteigerungen, Fieber, Haarausfall, Magenschmerzen.
  • Gelegentlich (<1 %): Herzrasen, Hautausschläge, allergische Reaktionen, Nierenfunktionsstörung.
  • Selten: Schwerwiegende Hautreaktionen (Stevens-Johnson-Syndrom), Lungenentzündung, Myelosuppression.

Warnhinweise: Kontrollierte Einnahme, sofortige Arztkonsultation bei Blutungen, hohem Fieber, schwerem Durchfall, Hand-Fuß-Syndrom 3. Grades oder Atemnot.

Anwendungshinweise: Praktische Tipps für Patientinnen und Patienten in Deutschland

  • Führen Sie einen Einnahmekalender oder nutzen Sie die elektronische Patientenakte (ePA), um nichts zu vergessen.
  • Tabletten mit Wasser – niemals zerbrechen oder zerkauen.
  • Regelmäßige Kontrollen in der Onkologiepraxis/bei Ihrem Hausarzt einhalten.
  • Melden Sie Unverträglichkeiten frühzeitig Ihrem ärztlichen Behandlungsteam oder Ihrer Apothekenfachkraft.
  • Lagern Sie das Medikament bei Raumtemperatur, außerhalb der Reichweite von Kindern.
  • Reisen: Sprechen Sie vor einer Reise ins Ausland Ihren Onkologen an – auch bzgl. EU-Arzneimittelversorgung & Mitnahmebescheinigung.

Alternative Therapieoptionen (Deutschland, Erstattungsfähigkeit, Vergleich)

  • 5-Fluoruracil (5-FU) i.v.: Selber Wirkmechanismus, jedoch intravenös (Krankenhaus, hoher Kontrollbedarf, kein häuslicher Einsatz).
  • Tegafur/Gimeracil/Oteracil (S-1®): Oral, jedoch nicht überall erstattet (überwiegend bei Magenkrebs).
  • Irinotecan, Oxaliplatin: Kombinationspartner, intravenös, hospitalpflichtig, andere Nebenwirkungsprofile.
  • Targeted Therapie z. B. Trastuzumab, Bevacizumab: Nur bei bestimmten Tumorsubtypen, oft i. v., Kombination mit Capecitabin möglich.
  • Alle genannten Arzneimittel unterliegen in Deutschland der Kontrolle durch das GKV-Spitzenverband AMNOG (Erstattungsfähigkeit) und den BfArM (Zulassung).

Vor- und Nachteile Capecitabin:
Vorteile: Orale Einnahme, Zuhause möglich, keine Infusionen nötig.
Nachteile: Strikte Einnahmeregeln, viele potenzielle Nebenwirkungen, Kontrolle wichtig.

Rechtlicher Status, Zulassung, Erstattung in Deutschland

  • Zulassung: Capecitabin ist durch das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) europaweit und in Deutschland zugelassen.
  • Rezeptpflicht: Nur gegen Kassen- oder Privatrezept, Abgabe in Apotheken.
  • Erstattung: Alle zugelassenen Indikationen werden von den gesetzlichen Krankenkassen (GKV, z. B. AOK, Barmer, TK) übernommen; Off-Label-Therapien nach Einzelfallentscheidungen.
  • Registrierung & Kontrolle: Überwachung über Arzneimittelgesetz (AMG), Apothekenbetriebsordnung (ApBetrO), EU-Pharmakovigilanz-Register.

Neueste Forschung und Leitlinien (2022–2025)

  • Aktuell bestätigen randomisierte Studien (vgl. Leitlinie S3 Darmkrebs 2024, Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie, DGHO) den gleichwertigen klinischen Nutzen oraler Capecitabin-Schemata gegenüber klassischen 5-FU-Infusionen in der Adjuvanz und metastasierten Situation.
  • Für ältere Patienten wurde in publizierten Daten (Jahrgänge 2022–2024, z. B. Onkologe 2023; DGHO-Update 2024) eine angepasste, meist niedrigere Startdosis empfohlen.
  • Capecitabin bleibt bei HER2-negativem metastasiertem Brustkrebs und fortgeschrittenem Kolorektalkarzinom in Erst- und Zweitlinientherapie laut S3-Leitlinien 2023 Therapiebasis.
  • Neue Phase-III-Studien (z. B. Intergroup-Studie 2024, internationale Fachliteratur) prüfen den frühzeitigen Einsatz auch bei seltenen Tumoren im Off-Label-Bereich.

Literaturnachweis: Deutsche Krebsgesellschaft (S3-Leitlinien), Fachzeitschrift „Der Onkologe“, DGHO-Empfehlungen 2023/2024.

Verfügbarkeit und Lieferung in Deutschland

Capecitabin ist in nahezu allen deutschen Apotheken auf Rezept erhältlich. Bei generischen Präparaten kann es kurzfristig zu Lieferengpässen kommen – meist stehen ausreichend Alternativen zur Verfügung.

Packungsgröße Rezeptpflicht Weitere Hinweise Apothekenverkaufspreis (AVP, ca.) Lieferzeit* (Berlin, München, Hamburg, Köln)
60 × 500 mg (Monatspackung) ja 1–2 Therapiezyklen 310–400 €1 Vor Ort oft sofort; Online-Apotheke 1–2 Werktage
120 × 150 mg ja Ergänzungspackung 110–160 €1 Wie oben
30 × 500 mg ja Kurztherapie/Anpassung 160–220 €1 Sofort

*Lieferzeiten können je nach Lagerbestand, Region und gewähltem Lieferservice abweichen.
1Angaben zur Zuzahlung/GKV-Übernahme: Rezeptpflichtig, gesetzliche Zuzahlung 5–10 € (Kassenrezept), Rest vom Versicherer übernommen.

FAQ – Häufig gestellte Patientenfragen

  1. Muss ich spezielle Vorkehrungen bei der Einnahme von Capecitabin treffen?
    Ja, halten Sie die genauen Einnahmezeiten (möglichst morgens und abends jeweils nach einer Mahlzeit) ein und nutzen Sie Tablettenboxen oder Handyerinnerungen. Melden Sie Ihrem Arzt Nebenwirkungen rechtzeitig.
  2. Darf ich Capecitabin auch unterwegs, z. B. im Restaurant, einnehmen?
    Ja, sofern es mit einer Mahlzeit erfolgt. Bewahren Sie eine kleine Dosis in der Originalverpackung auf und transportieren Sie den Medikationsplan immer mit.
  3. Kann ich unter Capecitabin Alkohol trinken?
    In kleinen Mengen erlaubt, aber besser vermeiden, um Nebenwirkungen wie Übelkeit oder Magenprobleme nicht zu verstärken.
  4. Was mache ich, wenn ich eine Capecitabindosis vergessen habe?
    Nehmen Sie die vergessene Dosis nicht nachträglich, sondern führen Sie das reguläre Schema fort und informieren Sie Ihren Arzt bei Unsicherheiten.
  5. Wer übernimmt die Kosten?
    Die gesetzlichen und privaten Krankenkassen in Deutschland übernehmen die zugelassenen Anwendungen vollständig; nur gesetzliche Zuzahlungen fallen an.

Zusätzliche Informationen

Dosierung: No selection

500mg

Paket: No selection

100 pill, 200 pill, 300 pill