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Zofran (Ondansetron)

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Zofran (Wirkstoff: Ondansetron) ist ein Arzneimittel, das zur Vorbeugung und Behandlung von Übelkeit und Erbrechen eingesetzt wird. Es wird häufig bei Patienten verwendet, die sich einer Chemotherapie, Strahlenbehandlung oder Operation unterziehen. Zofran blockiert bestimmte Signale im Gehirn, die Übelkeit auslösen, und wird in Tablettenform oder als Lösung angeboten. Bitte beachten Sie die Dosierungsanweisungen Ihres Arztes.

Zofran (Ondansetron) – Umfassende Patienteninformation

Basisinformationen zum Produkt

Wirkstoff (INN)Ondansetron
Deutschland Markenname(n)Zofran®, Ondansetron Stada®, Ondansetron-ratiopharm®, diverse Generika
ATC-CodeA04AA01
Erhältliche Darreichungsformen & StärkenFilmtabletten (4 mg, 8 mg), oral lösliche Tabletten, Lösung zum Einnehmen, Injektionslösung (2 mg/ml)
Hersteller / ImporteurNovartis Pharma GmbH, STADA Arzneimittel AG, ratiopharm GmbH u.a.
VerschreibungsstatusVerschreibungspflichtig in Deutschland gemäß §48 AMG

Wirkungsweise

Für Patienten erklärt: Zofran (Ondansetron) wirkt gezielt gegen Übelkeit und Erbrechen, indem es einen bestimmten Botenstoff (Serotonin) im Gehirn und Darm blockiert. So werden Reize, die den Brechreiz auslösen, unterdrückt – ganz ohne sedierende (beruhigende) Effekte.

Für Fachkreise: Ondansetron ist ein selektiver 5-HT3-Rezeptorantagonist. Es hemmt die Serotonin-vermittelte Stimulation der Vagusnerven und die Aktivierung des Brechzentrums (Area postrema). Klinisch relevant besonders zur Prävention und Behandlung von Zytostatika-induzierter und postoperativer Übelkeit/Erbrechen (CINV/PONV).

Pharmakokinetik

  • Resorption: Gute Aufnahme nach oraler Gabe, Bioverfügbarkeit ca. 60% (First-Pass-Effekt).
  • Metabolisierung: Überwiegend hepatisch durch CYP3A4 sowie CYP1A2 und CYP2D6.
  • Ausscheidung: Vorwiegend renal, teils auch biliär, größtenteils als Metabolite.
  • Wirkdauer: 4 bis 8 Stunden, Dosierung je nach Therapieintervall.

Anwendung im Alltag & deutschlandtypische Hinweise

  • Typische Dosierung: Erwachsene und Jugendliche ab 12 Jahren: 8 mg 1–2-mal täglich je nach Indikation.
  • Einnahmeformen: Tabletten unzerkaut mit Wasser einnehmen, lösliche Tabletten ohne Wasser im Mund zergehen lassen. Lösung dosiert abmessen.
  • Injektionslösung: Nur unter ärztlicher Kontrolle, meist im Krankenhaus oder in onkologischen Zentren.
  • Therapiedauer: Kurzzeittherapie; genaue Dauer nach ärztlicher Anweisung.
  • Achtung: Selbstmedikation ist in Deutschland nicht zulässig – stets ärztliche Kontrolle erforderlich!

Morgendliche vs. abendliche Einnahme

  • Morgens: Vorteilhaft vor dem Frühstück oder vor Chemotherapie, wenn Tagesrhythmus eingehalten wird. Verhindert Übelkeit tagsüber, besonders im Rahmen von Chemo- oder Strahlentherapie.
  • Abends: Geeignet bei nächtlicher Übelkeit oder wenn Chemo-/OP abends erfolgen.
  • Tipp: Regelmäßig zum gleichen Zeitpunkt erhöhen Wirksamkeit und Verträglichkeit.

Mit oder ohne Nahrung?

  • Zofran kann unabhängig von Mahlzeiten eingenommen werden.
  • Mit Nahrung: Kein Einfluss auf die Aufnahme, ggf. aber besser verträglich für Patienten mit empfindlichem Magen.
  • Zu beachten: Klassische deutsche Mahlzeiten, z.B. deftige Speisen, beeinflussen die Wirkung nicht.

Wechselwirkungen

Interaktionspartner Mögliche Wechselwirkung Empfohlene Maßnahme
CYP3A4-Inhibitoren (z.B. Ketoconazol, Makrolid-Antibiotika) Erhöhte Ondansetron-Spiegel, verstärkte Nebenwirkungen Sorgfältige ärztliche Überwachung
CYP3A4-Induktoren (z.B. Rifampicin, Carbamazepin) Verminderte Wirkung ggfs. Dosisanpassung
Andere QT-verlängernde Medikamente (z. B. Amiodaron, bestimmte Antidepressiva) Erhöhtes Risiko für Herzrhythmusstörungen QT-Zeit engmaschig überwachen
Serotonerge Substanzen (SSRIs, Triptane) Serotonin-Syndrom möglich Vorsicht, bei Symptomen sofort Arzt kontaktieren
Alkohol Kein relevanter Einfluss, jedoch ratsam zu verzichten Vermeidung empfohlen
Lebensmittel Keine bekannten Wechselwirkungen Keine Einschränkung

Indikationen (Anwendungsgebiete)

Offizielle Indikation (zugelassen) Off-Label-Anwendung
Vorbeugung & Behandlung von Übelkeit und Erbrechen während Chemo- & Strahlentherapie (CINV, RINV) Schwangerschaftsübelkeit (Hyperemesis gravidarum, nur nach strenger Nutzen-Risiko-Abwägung)
Postoperative Übelkeit und Erbrechen (PONV) Chronische gastrointestinale Beschwerden (nur Einzelfallentscheidung)

Dosierung nach Indikation & Patientengruppe

Indikation Erwachsene Kinder (≥6 Monate) Ältere Patienten (>65 Jahre)
Zytostatika-/Strahlentherapie-induzierte Übelkeit 8–32 mg/Tag aufgeteilt (i.d.R. max. 3 Dosen) 0,15 mg/kg i.v. vor jeder Chemotherapie, max. 8 mg/Dosis Wie Erwachsene, evtl. langsamere Dosissteigerung
Postoperative Prophylaxe 4 mg unmittelbar vor Narkoseeinleitung einmalig 0,1 mg/kg i.v., max. 4 mg Wie Erwachsene
Schwangerschaftsübelkeit (off-label!) Nach ärztlicher strenger Nutzen-Risiko-Abwägung, siehe Fachinformation Keine Anwendung empfohlen Wie Erwachsene

Sicherheitsprofil & Nebenwirkungen

  • Sehr häufig (>10%): Kopfschmerzen
  • Häufig (1-10%): Verstopfung, Hitzewallungen, lokale Reaktionen bei Injektion
  • Gelegentlich (0,1-1%): Krampfanfälle, unregelmäßiger Herzschlag, EKG-Veränderungen (QT-Verlängerung)
  • Selten (0,01-0,1%): Überempfindlichkeitsreaktionen, anaphylaktischer Schock
  • Sehr selten (<0,01%): Leberfunktionsstörung, schwere Erregungszustände

Warnhinweise: Bei Patienten mit Risikofaktoren für QT-Verlängerung, Leberfunktionsstörungen, Schwangerschaft oder Einnahme von anderen herz- oder nervenwirksamen Medikamenten: Nur nach sorgfältiger Risiko-Nutzen-Abwägung anwenden.

Richtige Anwendung (Tipps & Hinweise für Deutschland)

  • Arzneimittel stets nach Verordnung einnehmen/verwenden; keine Dosisanpassung ohne ärztlichen Rat.
  • Bei der Tabletteneinnahme auf ausreichend Flüssigkeit achten – idealerweise ein Glas Leitungswasser aus deutscher Trinkwasserversorgung.
  • Tabletten vor Licht und Feuchtigkeit geschützt, bei Raumtemperatur (max. 25 °C), lagern.
  • Bei unsicherer Wirkung oder Auftreten von Nebenwirkungen zügig ärztlichen oder pharmazeutischen Rat einholen.
  • Im Notfall/bei Allergiezeichen (Schwellung, Atemnot): Notarzt unter 112 rufen.

Alternative Behandlungsoptionen (in Deutschland erstattungsfähig – Übersicht)

  • Granisetron: Ähnlich wirksamer 5-HT3-Antagonist, meist als Generikum erhältlich – vergleichbare Wirksamkeit, leichte Unterschiede im Nebenwirkungsprofil.
  • Tropisetron, Palonosetron: 5-HT3-Antagonisten, etwas längere Wirkdauer. Palonosetron geeignet bei stark emetogener Chemotherapie.
  • Metoclopramid (MCP): Bei weniger schwerer Übelkeit, günstig, aber häufiger neurologische Nebenwirkungen.
  • Dexamethason (Glukokortikoid): Häufig als Kombination, nicht als Monotherapie.
  • Aprepitant/Fosaprepitant: Bei schwerer Übelkeit und Erbrechen, v. a. in Kombination mit Ondansetron.

Gegenüberstellung: Ondansetron wird aufgrund seiner hohen Wirksamkeit und geringen sedierenden Nebenwirkungen bevorzugt, insbesondere bei Krebspatient:innen.

Rechtliche & erstattungsrechtliche Hinweise für Deutschland

  • Zulassung: Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM), EMA-Registrierung.
  • Verschreibungspflicht: Rezept erforderlich (nach §48 Arzneimittelgesetz).
  • Erstattungsfähigkeit: Alle gesetzlichen Krankenversicherungen erstatten Zofran bei zugelassenen Indikationen (CINV, PONV etc.) nach NFZ-Gesetzgebung. Private Kassen auf Antrag.
  • Apothekenpflicht: Rezept muss in deutscher Apotheke eingelöst werden.
  • Importierte Ware: Zulässig, sofern Arzneimittel eine deutsche/EMA-Zulassung besitzen.

Aktuelle wissenschaftliche Empfehlungen und Studienlage (2022–2025)

  • Die aktuelle S3-Leitlinie „Supportive Therapie bei onkologischen Patienten“ (AWMF-Registernr. 032-049, 2023) empfiehlt 5-HT3-Antagonisten wie Ondansetron als Standard bei mäßig bis hoch emetogener Chemotherapie.
  • Aktuelle Studien (z.B. Roila F. et al., Ann Oncol 2024) zeigen, dass Ondansetron weiterhin zu den am besten wirksamen Antiemetika zählt, besonders in Kombination mit Dexamethason oder NK1-Antagonisten.
  • Für Schwangerschaftsübelkeit bleibt Ondansetron off-label und sollte aufgrund möglicher Risiken (z.B. Herzfehlbildungen beim Kind) nur nach sorgfältiger Prüfung eingesetzt werden (siehe u.a. Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe, 2023).
  • Für Kinder und ältere Patienten belegt die GPOH-Leitlinie (2024) eine sichere Anwendung bei Beachtung spezifischer Dosisempfehlungen.

Verfügbarkeit, Packungsgrößen & Lieferzeiten in Deutschland

Packungsgröße Typ Richtpreis (AVP, Juni 2024) Lieferzeit nach Stadt
6 Tabletten à 8 mg Filmtabletten ca. 24–30 € Berlin: 1 Tag, München: 1–2 Tage, Hamburg: 1 Tag, ländl. Gebiete: 2–3 Tage
10 Tabletten à 4 mg Filmtabletten ca. 23–28 € Wie oben
5 Ampullen à 2 ml (2 mg/ml) Injektionslösung ca. 49–58 € Wie oben
50 ml Lösung zum Einnehmen Trinklösung ca. 35–44 € Wie oben

Erhältlich in öffentlichen Apotheken und Versandapotheken, ggf. mit Rezeptübermittlung via E-Rezept/Scan.

Häufig gestellte Patientenfragen (FAQ)

  1. Kann ich Zofran während der Schwangerschaft anwenden?
    Ondansetron ist für die Schwangerschaft in Deutschland nicht offiziell zugelassen („off-label“). Eine Anwendung darf ausschließlich nach strenger ärztlicher Nutzen-Risiko-Abwägung erfolgen, da Studien Hinweise auf ein gering erhöhtes Risiko für kindliche Herzfehlbildungen liefern.
  2. Was tun bei Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen oder Herzklopfen?
    Die häufigste Nebenwirkung sind Kopfschmerzen. Diese klingen meist spontan ab. Bei starkem oder unregelmäßigem Herzschlag, Atemnot oder Blutdruckveränderungen sofort ärztliche Hilfe suchen!
  3. Kann ich Zofran mit anderen Medikamenten gegen Übelkeit kombinieren?
    Oft sinnvoll in Kombination mit Dexamethason oder Aprepitant (bei Chemotherapie). Niemals ohne ärztliche Rücksprache weitere Medikamente einnehmen, da Wechselwirkungen oder Doppelwirkungen entstehen können.
  4. Ist Autofahren nach der Einnahme von Zofran erlaubt?
    Zofran macht nicht müde und beeinflusst selten die Fahrtüchtigkeit. Dennoch: Bei auftretender Schwindelgefühl oder Konzentrationsproblemen Sicherheit im Straßenverkehr beachten!
  5. Wie lange dauert es, bis Zofran wirkt?
    Die Wirkung tritt meist schon innerhalb von 30 Minuten nach Tabletteneinnahme (oral) ein und hält ca. 4 bis 8 Stunden an.

Diese Informationen ersetzen nicht das ärztliche Beratungsgespräch. Im Zweifelsfall immer die behandelnde Ärztin oder den behandelnden Arzt, die Apothekerin oder den Apotheker fragen.

Zusätzliche Informationen

Dosierung: No selection

4mg, 8mg

Paket: No selection

30 pill, 40 pill, 60 pill, 90 pill, 120 pill, 180 pill