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Valproic Acid

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Valparin enthält den Wirkstoff Valproinsäure und wird zur Behandlung von Epilepsie und bestimmten Formen von Krampfanfällen eingesetzt. Es hilft, die Häufigkeit und Schwere der Anfälle zu verringern. Ihr Arzt entscheidet über die passende Dosierung und führt regelmäßige Kontrollen durch. Bitte nehmen Sie das Medikament immer wie verordnet ein und sprechen Sie bei Fragen oder Nebenwirkungen mit Ihrem Arzt oder Apotheker.

Valproinsäure – Umfassende Patienteninformation

Grundlegende Produktinformation

Internationaler Freiname (INN)Valproinsäure
Deutsche HandelsnamenErgenyl®, Orfiril®, Convulex®, Valproat-neuraxpharm®
ATC-CodeN03AG01
Verfügbare Darreichungsformen und Stärken Tabletten: 150 mg, 300 mg, 500 mg
Retardtabletten: 300 mg, 500 mg
Sirup: 150 mg/5 ml
Lösung zum Einnehmen: 100 mg/ml
Infusionslösung: 100 mg/ml
Hersteller in Deutschland Desitin Arzneimittel GmbH, Sanofi-Aventis Deutschland GmbH, G.L. Pharma GmbH, neuraxpharm Arzneimittel GmbH
VerschreibungsstatusVerschreibungspflichtig (Rx), Betäubungsmittelgesetz nicht zutreffend.

Wirkmechanismus

Für Patienten: Valproinsäure hilft, elektrische Störungen im Gehirn zu stabilisieren und Krampfanfälle zu verhindern. Sie wirkt, indem sie die Überaktivität bestimmter Gehirnbotenstoffe reduziert.
Für Fachkreise: Der antikonvulsive Effekt beruht auf einer Steigerung der Konzentration von γ-Aminobuttersäure (GABA) im zentralen Nervensystem durch Hemmung des GABA-Abbaus und Modulation präsynaptischer Ionenkanäle. Weitere Effekte sind die Hemmung spannungsabhängiger Natriumkanäle und die Beeinflussung von NMDA-Rezeptoren.

Pharmakokinetik

  • Resorption: Oral verabreicht, nahezu vollständige Aufnahme innerhalb von 1–4 Stunden (Retard: bis zu 12 Stunden).
  • Verteilung: Plasmaproteinbindung ~90%. Überwindet die Blut-Hirn-Schranke.
  • Metabolisierung: In der Leber, hauptsächlich durch Glukuronidierung und mitochondriale β-Oxidation.
  • Elimination: Überwiegend renal als Metabolite; Eliminationshalbwertszeit 8–20 Stunden (verlängert bei Kindern und älteren Menschen).
  • Wirkdauer: 12–24 Stunden bei Retardformen; 8–12 Stunden bei sirupartigen oder Tablettenformen.

Anwendung im Alltag – Praktische Tipps

  • Die typische Anfangsdosis wird individuell nach Anweisung des Arztes gewählt und langsam gesteigert.
  • Tabletten und Retardformen unzerkaut mit Wasser einnehmen.
  • Für Kinder und Senioren sind Dosierungsanpassungen notwendig.
  • Wichtig: Regelmäßige Einnahme zur selben Tageszeit, um gleichbleibenden Wirkstoffspiegel zu garantieren.

In Deutschland erfolgt die Verordnung und Kontrolle durch den behandelnden Neurologen oder Psychiater. Die Handhabung, zum Beispiel im Alltag, kann mit einer Tablettendose oder Erinnerungsapps erleichtert werden.

Dosierung: Morgens vs. Abends

ZeitpunktVorteileNachteile / Hinweise
Morgens Wachzustand, bessere Kontrolle über Tageskrampfanfälle, Reduktion möglicher Müdigkeit in der Schule/Arbeit Bei ausgeprägter Tagesmüdigkeit kann ggf. die Abenddosis erhöht werden
Abends Angenehm für Patienten, die tagsüber Nebenwirkungen (Müdigkeit) spüren, fördert Therapietreue nach Feierabend Bei vergessener Einnahme am Tag Gefahr von Wirkverlust; ggf. Risiko nächtlicher Anfälle nicht optimal abgedeckt
Split morning/evening Gleichmäßig über 24h verteilt, weniger Plasmaspiegelschwankungen Höherer Organisationsaufwand

Tipp: Bei Retardformen ist eine Einmalgabe meist ausreichend.

Einnahme zu / nach / unabhängig von den Mahlzeiten – Hinweise für deutsche Essgewohnheiten

  • Valproinsäure kann unabhängig von den Mahlzeiten eingenommen werden.
  • Bei empfindlichem Magen empfiehlt sich die Einnahme nach einer leichten Mahlzeit (z.B. Frühstück mit Brot oder Joghurt), um Magenbeschwerden zu vermeiden.
  • Deutsche Hauptmahlzeiten enthalten oft fett- und eiweißreiche Komponenten (z.B. Fleischgerichte, Milchprodukte), was die Aufnahme nicht relevant beeinflusst.
  • Milchprodukte, wie sie in deutschen Frühstücken häufig benutzt werden, sind unproblematisch.

Wechselwirkungen – Interaktionswarnungen

InteraktionspartnerHinweis
AlkoholErhöht die Gefahr von Nebenwirkungen wie Benommenheit oder Leberbelastung.
Antiepileptika (z.B. Carbamazepin, Phenytoin)Veränderte Blutspiegel, erhöhte Toxizitätsgefahr oder Wirkverlust.
MAO-Hemmer, AntidepressivaVerstärkte ZNS-Wirkung möglich.
Antikoagulanzien (z.B. Warfarin)Verstärkte Blutungsneigung.
Enzyminduktoren (z.B. Rifampicin)Wirkverlust von Valproat möglich.
Proteasehemmer, LamotriginErhöhtes Risiko für schwere Hautreaktionen.
LebensmittelKeine relevanten bekannten Interaktionen. Grapefruitsaft nicht relevant.

Indikationen – zugelassene und Off-Label-Anwendungen

Indikation Zugelassen in Deutschland? Bemerkungen
Epilepsie (verschiedene Formen) Ja 1. Wahl zur Monotherapie und Kombinationstherapie
Bipolare Störungen (Phasenprophylaxe, akute Manie) Ja Nur wenn Lithium kontraindiziert oder unverträglich
Migräneprophylaxe Ja (Orfiril long®) Nur bei schwerer Migräne
Schizophrenie (adjuvant) Nein (Off-Label) Nur in Ausnahmefällen bei Therapierefraktärität
Affective Störungen (weitere) Nein (Off-Label) Individuelle ärztliche Entscheidung

Dosierung nach klinischer Indikation und Patientengruppe

Indikation Erwachsene Kinder/Jugendliche Senioren
Epilepsie Oral: 10–15 mg/kg KG/Tag (Erhaltungsdosis: 20–30 mg/kg KG/Tag) Start: 10–15 mg/kg KG/Tag, langsame Steigerung, max. 40 mg/kg KG/Tag Reduzierte Anfangsdosis, langsame Steigerung, engmaschige Kontrolle
Bipolare Störung 750–2000 mg/Tag (je nach Spiegel) Off-Label, selten: nach Körpergewicht Vorsicht; niedrige Dosis, engmaschige Kontrolle
Migräneprophylaxe 500–1500 mg/Tag Keine Zulassung 500–1000 mg/Tag, individuell anpassen

Sicherheitsprofil und Nebenwirkungen

Häufigkeit Typische Nebenwirkungen
Sehr häufig (>10%) Appetitsteigerung, Gewichtszunahme, Übelkeit, Zittern, Müdigkeit, reversible Haarausdünnung
Häufig (1-10%) Leichtes Zittern, Erbrechen, Durchfall, Verwirrtheit, Reizbarkeit, Hautausschläge
Gelegentlich (0,1-1%) Leberwerterhöhung, Thrombozytopenie, Störungen der Blutgerinnung, Menstruationsstörungen
Selten (<0,1%) Leberversagen, Pankreatitis, schwere Hautreaktionen (Stevens-Johnson-Syndrom), schwere Allergien, Enzephalopathie

Warnhinweise: Frauen im gebärfähigen Alter sollten Valproinsäure nur nach strenger Abwägung einnehmen, da ein erhöhtes Risiko für Fehlbildungen bei Ungeborenen besteht.
Regelmäßige Kontrolle der Leberwerte sowie Blutbild empfohlen.

Richtige Anwendung – Tipps vom Apotheker

  • Nehmen Sie Valproinsäure immer genau nach ärztlicher Vorschrift ein.
  • Bei vergessener Einzeldosis – nicht doppelt einnehmen, sondern baldmöglichst fortsetzen.
  • Nehmen Sie regelmäßig an ärztlichen Kontrollterminen teil (Leberwerte, Blutbild, Plasmaspiegel).
  • Kein abruptes Absetzen – Gefahr von Krampfanfällen!
  • Auf Alkohol verzichten. Fragen Sie bei neuen Medikamenten (inkl. pflanzlichen Präparaten) Ihren Arzt oder Apotheker.
  • Frauen: Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über Empfängnisverhütung und Schwangerschaft!
  • Bei Nebenwirkungen den Arzt aufsuchen (besonders bei Hautveränderungen, anhaltender Übelkeit, Gelbfärbung der Haut).

Alternativen zur Behandlung – Übersicht (GKV-erstattet)

  • Carbamazepin: Wirksam bei fokalen Anfällen, weniger geeignet bei generalisierten Anfällen. Gefahr von allergischen Reaktionen höher als bei Valproat.
  • Lamotrigin: Geringere Gewichtszunahme, jedoch höhere zu Beginn Risiko für Hautausschläge; geeignet für Frauen im gebärfähigen Alter.
  • Levetiracetam: Gute Verträglichkeit; allerdings häufig Stimmungsschwankungen.
  • Topiramat, Oxcarbazepin, Phenytoin: Einsatz je nach Anfallstyp, Nebenwirkungsprofil beachten.

Vergleich: Im Gegensatz zu Valproinsäure sind einige Alternativen besser verträglich, haben jedoch besondere Nebenwirkungen (Haut, Psychiatrie, Hormone). Die Kostenerstattung erfolgt i.d.R. über die gesetzlichen Krankenkassen (GKV).

Rechtlicher, Registrierungs- und Erstattungsstatus in Deutschland

  • Zulassung: Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM)
  • Erstattung: Gesetzliche Krankenkassen (GKV) übernehmen i.d.R. die Kosten für zugelassene Indikationen
  • Verschreibung: Rezeptpflichtig (Apothekenpflicht gemäß AMG § 48)
  • Verordnungsmuster: Rotes Kassenrezept bei GKV-Versicherten, Privatrezept bei PKV
  • Kinder-/Jugendschutz: Nur nach strengen Regelungen, besonders Mädchen im gebärfähigen Alter
  • Substitutionsausschluss: Verschreibung von Retardtabletten gegen Austausch gesetzlich geschützt

Aktuelle Forschung und Leitlinien (2022–2025)

  • Die aktualisierte S3-Leitlinie „Diagnostik und Therapie der Epilepsien bei Erwachsenen“ (AWMF-Registernummer 030/085, Stand 2023) und die Deutsche Gesellschaft für Neurologie empfehlen Valproinsäure bei generalisierten Epilepsien als Standard, mit besonderer Vorsicht bei Frauen im gebärfähigen Alter.
  • Laut IQWiG-Bewertung (2024) gibt es keine sicheren Hinweise auf bessere Wirksamkeit von neueren Antiepileptika gegenüber Valproat bei bestimmten Epilepsieformen.
  • Die Internationale League Against Epilepsy (ILAE, 2024) betont die Bedeutung der individuellen Risikoeinschätzung – insbesondere bezüglich der Schwangerschaft/teratogenen Risiken.
  • In der bipolaren Störung ist Valproinsäure weiterhin Zweitlinienpräparat, bevorzugt wenn Lithium nicht geeignet ist, laut der S3-Nationale VersorgungsLeitlinie (Stand 2022).
  • Valproinsäure steht weiterhin auf der Liste der essentiellen Medikamente der WHO (Essential Medicines List 2023).

Verfügbarkeit und Lieferung

Packungsgröße Tabletten (Stück) Sirup (ml) Durchschnittspreis (€)
Kleinpackung 30 100 ca. 18–25
Standardpackung 100 250 ca. 45–65
Großpackung 200 500 ca. 85–120

Lieferdauer (Richtwerte):

  • Berlin, Hamburg, München: 1–2 Werktage
  • Frankfurt, Köln, Dresden: 2 Werktage
  • Ländliche Regionen: Bis zu 3 Werktage bei Apothekenversand
Angaben vorbehaltlich kurzfristiger Lieferengpässe. Rezeptpflichtiger Versand nur nach Vorlage eines gültigen Rezepts möglich.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

  • Kann ich Valproinsäure eigenständig absetzen?
    Nein, ein eigenmächtiges Absetzen kann zu schweren Krampfanfällen führen. Konsultieren Sie immer Ihren Arzt.
  • Ist eine Gewichtszunahme unvermeidlich?
    Gewichtszunahme tritt häufig auf, kann aber durch ausgewogene Ernährung und regelmäßige Bewegung gemindert werden. Bei starken Veränderungen wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Ernährungsberater.
  • Darf ich während der Behandlung Alkohol trinken?
    Alkohol kann die Nebenwirkungen verstärken und die Wirksamkeit beeinträchtigen. Am besten verzichten Sie während der Behandlung vollständig auf Alkohol.
  • Ist Valproinsäure auch für Schwangere geeignet?
    Während der Schwangerschaft nur nach sorgfältiger ärztlicher Abwägung und nur, wenn keine andere Therapie möglich. Es besteht ein erhöhtes Risiko für Fehlbildungen.
  • Muss ich meine Leber regelmäßig kontrollieren lassen?
    Ja, regelmäßige Blutuntersuchungen (Leberwerte, Blutbild, Valproat-Spiegel) sind wichtig, um Nebenwirkungen frühzeitig zu erkennen.

Zusätzliche Informationen

Dosierung: No selection

250mg, 500mg, 750mg

Paket: No selection

30 pill, 60 pill, 90 pill