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Trimethoprim

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Trimethoprim ist ein Antibiotikum, das zur Behandlung von bakteriellen Infektionen, vor allem Harnwegsinfektionen, eingesetzt wird. Es wirkt, indem es das Wachstum der Bakterien hemmt. Nehmen Sie das Medikament immer genau nach Anweisung Ihres Arztes ein. Bei Fragen oder Nebenwirkungen wenden Sie sich bitte an Ihr medizinisches Fachpersonal. Trimethoprim ist nicht gegen Virusinfektionen wie Erkältungen wirksam.

Trimethoprim – Umfassende Produktinformation für Patient:innen in Deutschland

Grundlegende Produktinformationen

Wirkstoff (INN) Trimethoprim
Handelsnamen in Deutschland Infectotrimet®, Infectomedin®, Generika
ATC-Code J01EA01
Erhältliche Darreichungsformen & Stärken Tabletten (100 mg, 200 mg), Suspension (50 mg/5 ml)
Kombinationspräparate (mit Sulfamethoxazol: z.B. Cotrimoxazol)
Hersteller (Auswahl) Infectopharm Arzneimittel und Consilium GmbH, diverse Generikahersteller
Verschreibungsstatus Rezeptpflichtig (verschreibungspflichtig gemäß AMVV)

Wirkmechanismus

  • Erläuterung für Patient:innen: Trimethoprim ist ein Antibiotikum, das das Wachstum von Bakterien hemmt. Es blockiert ein Enzym namens Dihydrofolatreduktase, das Bakterien benötigen, um Folsäure herzustellen. Ohne Folsäure können sich die Bakterien nicht vermehren und sterben ab.
  • Fachliche Erklärung: Trimethoprim inhibiert selektiv das bakterielle Enzym Dihydrofolatreduktase und unterbricht so die Synthese von Tetrahydrofolsäure, einem essentiellen Cofaktor für die DNA-Synthese in Prokaryonten.

Pharmakokinetik

  • Resorption: Trimethoprim wird nach oraler Einnahme rasch und nahezu vollständig (>90 %) vom Magen-Darm-Trakt absorbiert.
  • Verteilung: Hohe Gewebegängigkeit, erreicht therapeutische Konzentrationen im Urin, Lunge und Gehirnflüssigkeit.
  • Metabolisierung: Ca. 20 % werden in der Leber zu inaktiven Metaboliten umgewandelt.
  • Elimination: Überwiegend renale Ausscheidung (ca. 50–60 % unverändert im Urin).
  • Wirkdauer: Halbwertszeit ca. 8–12 Stunden (bei eingeschränkter Nierenfunktion verlängert).

Anwendung im Alltag & Empfehlungen

Trimethoprim wird in Deutschland vor allem bei unkomplizierten Harnwegsinfektionen (Blasenentzündung), gelegentlich bei anderen durch empfindliche Bakterien verursachten Infektionen eingesetzt. Es sollte immer so lange und regelmäßig eingenommen werden, wie vom Arzt oder der Ärztin verordnet. Die Tabletten werden unzerkaut mit ausreichend Flüssigkeit eingenommen. Bei Suspensionen empfiehlt sich ein Messlöffel oder eine Dosierspritze zur exakten Dosierung.

  1. Typische Dosierungen für Erwachsene: 100 mg bis 200 mg zwei Mal täglich oder einmal täglich (bei unkomplizierter Zystitis häufig 200 mg abends für fünf Tage).
  2. Kinderdosierungen: Die Dosierung richtet sich nach dem Körpergewicht; genaue Absprache mit Kinderärzt:innen erforderlich.
  3. Senior:innen: Die Nierenfunktion sollte überprüft werden, gegebenenfalls ist eine Dosisanpassung notwendig.

Morgens oder abends einnehmen?

  • Einmal täglich: Abendliche Einnahme wird in Deutschland bevorzugt, insbesondere zur Therapie von Harnwegsinfekten – so ist eine hohe Arzneistoffkonzentration im morgendlichen Urin gewährleistet.
  • Zweimal täglich: Möglichst gleichmäßige Abstände (z. B. 8 Uhr und 20 Uhr) beibehalten. Erinnerungsalarme im Handy oder Pläne im Kalender können helfen, die regelmäßige Einnahme sicherzustellen.
  • Tipp: Wichtig ist die Kontinuität, um die Wirksamkeit zu gewährleisten und Resistenzen zu vermeiden. Einnahmezeiten sollten nicht häufiger umgestellt werden.

Einnahme zu den Mahlzeiten oder nüchtern?

  • Trimethoprim kann unabhängig von den Mahlzeiten eingenommen werden. In seltenen Fällen treten Magenbeschwerden auf – dann empfiehlt sich die Einnahme nach einer leichten Mahlzeit.
  • Die Wirksamkeit wird durch typische deutsche Kost (z.B. Mischkost, vegetarisch, ballaststoffreich) nicht beeinflusst.
  • Reichliches Trinken (insbesondere bei Harnwegsinfekten) unterstützt die Wirkung.

Wechselwirkungen & Warnhinweise

Kategorie Beispiel / Hinweis
Alkohol In moderaten Mengen kein Problem, exzessiver Konsum sollte jedoch bei Infektionen vermieden werden.
Lebensmittel Keine relevanten Wechselwirkungen mit deutschen Standardlebensmitteln (inkl. Milchprodukte und typischer Kost).
Medikamente
  • Blutgerinnungshemmer (z. B. Warfarin): Wirkungsverstärkung möglich, engmaschige INR-Kontrolle empfohlen.
  • Antiepileptika (z. B. Phenytoin): Plasmaspiegelanstieg möglich.
  • ACE-Hemmer, kaliumsparende Diuretika: Risiko für Hyperkaliämie steigt.
  • Andere Antibiotika: Nicht unkritisch kombinieren, Rücksprache erforderlich.

Indikationen (Anwendungsgebiete)

Offizielle Indikation Beschreibung
Unkomplizierte Harnwegsinfektionen Akute bakterielle Blasenentzündung insbesondere bei Frauen
Prophylaxe rezidivierender Harnwegsinfekte Niedrig dosiert, häufig bei Patient:innen mit wiederkehrenden Infektionen
Pneumocystis-jirovecii-Pneumonie Kombinationstherapie mit Sulfamethoxazol, v. a. bei immunsupprimierten Patient:innen (z.B. HIV/AIDS)
Off-Label-Anwendung Andere bakterielle Infektionen nach Resistenztestung, nur auf ärztliche Anordnung

Dosierung je Indikation und Patientengruppe

Indikation Erwachsene Kinder Senior:innen
Unkomplizierte Harnwegsinfektion 200 mg abends für 5–7 Tage 4–8 mg/kg/Tag, verteilt auf 2 Einzelgaben 200 mg abends, evtl. Dosisanpassung bei Niereninsuffizienz
Prophylaxe 100 mg abends, oft mehrere Monate 2 mg/kg/Tag (Einzeldosis) 100 mg abends, individuelle Anpassung
Pneumocystis-jirovecii-Pneumonie (Kombitherapie) 15–20 mg/kg/Tag (mit Sulfamethoxazol) entsprechend kg-abhängig wie Erwachsene, genaue Überwachung

Sicherheitsprofil und Nebenwirkungen

  • Häufig: Leichte Magen-Darm-Beschwerden (Übelkeit, Erbrechen, Durchfall), Hautausschlag, Juckreiz
  • Gelegentlich: Kopfschmerzen, Müdigkeit, Blutbildveränderungen (z. B. Leukopenie)
  • Selten/ernsthaft: Allergischer Schock, Stevens-Johnson-Syndrom, starke Blutbildveränderungen (Anämie, Thrombozytopenie), Leber- und Nierenschäden
  • Wichtige Warnhinweise: Bei Anzeichen einer allergischen Reaktion (Atemnot, Hautbläschen, Schwellungen) oder einer Infektion (Fieber, Halsschmerzen bei Therapiebeginn) sofort ärztliche Hilfe aufsuchen.

Richtige Anwendung & Tipps aus der Apotheke

  • Arzneimittel immer wie verordnet einnehmen – nicht vorzeitig abbrechen, auch wenn die Beschwerden nachlassen.
  • Ausreichende Flüssigkeitszufuhr ist ratsam, um die Ausscheidung über den Urin zu fördern und Blasenentzündungen vorzubeugen.
  • Behältnis vor Feuchtigkeit und Sonnenlicht schützen. Suspensionen nach Anbruch im Kühlschrank lagern (Hinweise auf den Beipackzettel beachten).
  • Nach Kontakt mit Infizierten auf Hygienemaßnahmen achten. Bei rezidivierenden Infekten: Beratungsmöglichkeiten in Deutschland wahrnehmen (Hausarztpraxis, Apothekenberatung)
  • Nicht mit anderen Antibiotika oder Folsäure-Präparaten kombinieren, ohne ärztliche Rücksprache.

Therapiealternativen (Kassenleistung, Vergleich mit anderen Wirkstoffen)

  1. Nitrofurantoin: Vorteil: ebenfalls bei unkomplizierten Harnwegsinfektionen einsetzbar, niedrige Resistenzrate. Nachteil: Keine Anwendung bei Niereninsuffizienz.
  2. Fosfomycin: Vorteil: Einmalgabe, unkomplizierte Anwendung. Nachteil: Teurer als Trimethoprim, nicht für Kinder geeignet.
  3. Pivmecillinam/Mecillinam: Vorteil: Gute Verträglichkeit, spezifisch für Harnwege. Nachteil: Teils weniger verfügbar.
  4. Cefuroxim: Vorteil: Gute Verträglichkeit. Nachteil: Breiteres Wirkspektrum, daher Resistenzgefahr.
  5. Alle genannten Präparate sind Kassenleistungen (GKV) bei medizinischer Notwendigkeit.

Rechtlicher, regulatorischer & Erstattungsstatus in Deutschland

  • Zulassung: Gemäß Arzneimittelgesetz (AMG) und Zulassung durch das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM).
  • Rezeptstatus: Verschreibungspflichtig laut Arzneimittelverschreibungsverordnung (AMVV).
  • Erstattung: Trimethoprim ist grundsätzlich erstattungsfähig durch alle gesetzlichen Krankenkassen (GKV), sofern die Indikation anerkannt ist.
  • Preisbindung: Preise in Deutschland sind gesetzlich reguliert. Zuzahlung nach gesetzlicher Vorgabe (meistens 5–10 € pro Packung, ggf. Befreiung möglich).

Neueste Forschung und Leitlinien (Stand 2022–2025)

  • Die aktuelle S3-Leitlinie "Unkomplizierte Harnwegsinfektionen" (AWMF-Register Nr. 043/044, Stand 2023) empfiehlt Trimethoprim weiterhin bei niedriger lokaler Resistenzrate als eine mögliche Erstlinientherapie für Frauen.
  • Neuere Studien (z. B. DGU 2024, European Urology 2023) heben den Stellenwert der Einnahmeregelmäßigkeit und die Individualisierung der Therapie (Patientenalter, Komorbidität, Verlauf) hervor.
  • Trimethoprim bleibt insbesondere bei unkomplizierten Infektionen wichtig, trotz wachsender Resistenzproblematik (<20 % sollte die lokale Resistenzrate laut Leitlinie nicht überschreiten).
  • Die gleichzeitige Anwendung von Folsäurepräparaten wird weiterhin kontrovers diskutiert; Absprache mit dem Arzt ist notwendig.

Verfügbarkeit, Packungsgrößen & Lieferzeiten (ausgewählte Städte)

Packungsgröße (Stück/ml) Typischer Preis (GKV) Apotheken-Lieferzeit (Städtebeispiel)
10 Tabletten à 100 mg ca. 10–16 € (inkl. GKV-Zuzahlung) Berlin: meist vorrätig
München: 24 h
Hamburg: 24 h
Frankfurt: 24–48 h
20 Tabletten à 200 mg ca. 16–20 € Berlin: vorrätig
Restliche große Städte: 24–48 h
100 ml Suspension (50 mg/5 ml) ca. 15 € Bundesweit: 1–2 Tage

In ländlichen Regionen kann die Lieferzeit abweichen (1–3 Tage). Alternativ: Expressbestellung über Online-Apotheken möglich.

Häufig gestellte Patientenfragen (FAQ)

  1. Kann Trimethoprim meine Pille beeinflussen?
    Nein, Trimethoprim alleine beeinträchtigt die Wirkung hormoneller Verhütungsmittel (Pille) nicht. Bei Durchfallerkrankung oder Erbrechen durch die Infektion kann die Sicherheit der Pille jedoch reduziert sein.
  2. Darf ich mit Trimethoprim Auto fahren oder Maschinen bedienen?
    Ja, im Regelfall werden keine Nebenwirkungen erwartet, die die Fahrtüchtigkeit einschränken. Bei Schwindel, Benommenheit oder Sehproblemen jedoch bitte auf das Führen von Fahrzeugen verzichten.
  3. Kann ich Trimethoprim im Rahmen der Schwangerschaft oder Stillzeit nehmen?
    In der Schwangerschaft sollte Trimethoprim nicht ohne ausdrückliche ärztliche Anordnung verwendet werden, da Risiken für das ungeborene Kind bestehen können. In der Stillzeit ist die Anwendung in der Regel nicht empfohlen; ärztliche Rücksprache ist zwingend.
  4. Was passiert, wenn ich eine Dosis vergesse?
    Die ausgelassene Dosis so bald wie möglich nachholen. Ist es fast Zeit für die nächste Einnahme, nur diese nehmen – keine doppelte Dosis einnehmen.
  5. Wie lange dauert es, bis eine Wirkung eintritt?
    Die Symptome verbessern sich meist innerhalb von 1–2 Tagen. Der gesamte vom Arzt verordnete Einnahmezeitraum sollte jedoch konsequent eingehalten werden, auch wenn Sie sich früher besser fühlen.

Diese Information ersetzt nicht die Beratung durch medizinisches Fachpersonal. Bitte wenden Sie sich bei Fragen an Ihre Arztpraxis oder Apotheke.

Zusätzliche Informationen

Dosierung: No selection

400/80mg, 800/160mg

Paket: No selection

30 pill, 60 pill, 90 pill, 120 pill, 180 pill, 360 pill