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Proventil (Salbutamol)

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Proventil (Salbutamol) ist ein schnell wirkendes Medikament zur Behandlung von Atemwegserkrankungen wie Asthma und chronisch obstruktiver Bronchitis. Es hilft, die Atemwege zu erweitern, erleichtert das Atmen und lindert akute Atemnot. Der Inhalator wird nach Bedarf verwendet, zum Beispiel bei plötzlicher Atemnot oder vor körperlicher Anstrengung. Beachten Sie die Anweisungen Ihres Arztes und informieren Sie sich über mögliche Nebenwirkungen.

Proventil (Salbutamol) – Umfassende Patienteninformation

Grundlegende Produktinformationen

Wirkstoff (INN)Salbutamol
Handelsnamen in DeutschlandProventil®, SalbuHEXAL®, Ventolin®, Salbutamol ratiopharm®
ATC-CodeR03AC02
Verfügbare Darreichungsformen Dosieraerosol (100 µg/Sprühstoß), Inhalationslösung zur Verneblung (0,5%, 2,5 mg/ml), Tabletten (2 mg, 4 mg)
Hersteller (Auswahl) Hexal AG, ratiopharm GmbH, GlaxoSmithKline GmbH & Co. KG
VerschreibungsstatusRezeptpflichtig (Apothekenpflichtig; § 48 AMG)

Wirkmechanismus

Salbutamol ist ein kurz wirksames Beta2-Sympathomimetikum (Beta2-Agonist). Es erweitert („dilatiert“) die Bronchien, indem es an spezifische Rezeptoren der Bronchialmuskulatur bindet. Für Patientinnen und Patienten bedeutet das: Salbutamol hilft schnell gegen Atemnot, indem es die verengten Atemwege entspannt und so die Atmung erleichtert. Für medizinische Fachkreise: Die Wirkung erfolgt über die Stimulation des Beta2-adrenergen Rezeptors, was zur Aktivierung der Adenylatcyclase, zur Steigerung des cAMP-Spiegels und letztlich zur Relaxation der glatten Muskulatur der Bronchien führt.

Pharmakokinetik

  • Absorption: Nach Inhalation rascher Wirkungseintritt (innerhalb weniger Minuten), orale Bioverfügbarkeit 50–60%.
  • Metabolisierung: Hauptsächlich in der Leber durch Sulfatierung zu inaktiven Metaboliten.
  • Ausscheidung: Über die Nieren; Eliminationshalbwertszeit ca. 2 bis 7 Stunden.
  • Wirkdauer: Nach Inhalation ca. 4–6 Stunden.

Anwendung im Alltag und bewährte Praxis (Deutschland)

Salbutamol ist ein Notfall- und Bedarfsmedikament zur schnellen Linderung akuter Atemnot. Es findet sich häufig als „Reliever“ im Alltag von Menschen mit Asthma bronchiale oder chronisch-obstruktiven Lungenerkrankungen (COPD) und ist ein wichtiger Bestandteil des persönlichen Asthma-Notfallplans.

  • Typische Dosierung (Erwachsene): 1–2 Hübe (100–200 µg) nach Bedarf, maximal 8 Hübe täglich (ärztliche Rücksprache erforderlich).
  • Anwendung: Atomizer kräftig schütteln, Ausatmen, Mundstück mit Lippen umschließen, Wirkstoff beim Einatmen freisetzen. Gerät regelmäßig reinigen, um Wirksamkeit zu gewährleisten.
  • Hinweis: Bei mehr als 2 Anwendungen pro Woche ärztliche Kontrolle einholen, um eine unzureichende Grundtherapie auszuschließen!

Dosierungszeitpunkt – morgens vs. abends

  • Morgens: Vorteilhaft bei morgendlicher Belastung, z.B. vor dem Sport oder auf dem Schulweg. Geringeres Risiko nächtlicher Symptome.
  • Abends: Sinnvoll bei nächtlichen Atemproblemen. Vorsicht vor Schlafstörungen durch Nebenwirkungen (Unruhe, Herzklopfen).
  • Tipp: Salbutamol nach Bedarf; regelmäßiges Zeitfenster nicht notwendig, aber Einnahmezeiten dokumentieren für das Arztgespräch.

Einnahme zu oder unabhängig von Mahlzeiten

Das Inhalieren von Salbutamol ist nicht vom Essen abhängig. Es sollte jedoch auf einen sauberen Mund geachtet werden, um Pilzinfektionen vorzubeugen. Bei oraler Anwendung (Tabletten, Lösung) können Magenbeschwerden auftreten; Einnahme mit etwas Nahrung ist für empfindliche Personen ratsam. Im deutschen Alltag (typisches Frühstück, Hauptmahlzeiten um die Mittagszeit oder abends) bleibt die Wirksamkeit davon unbeeinträchtigt.

Interaktionen und Wechselwirkungen

Interaktionpartner / HinweisEmpfehlung
Betablocker (z.B. Bisoprolol, Metoprolol)Verminderte Wirkung von Salbutamol, Gefahr von Asthmaanfall
Diuretika, DigoxinVerstärkte Kaliumsenkung, Kontrolle der Elektrolyte erforderlich
MAO-Hemmer, trizyklische AntidepressivaErhöhtes Risiko für Nebenwirkungen am Herzen (Herzrasen, Rhythmusstörungen)
AlkoholWirkungsverstärkung möglicher Nebenwirkungen wie Schwindel; Vorsicht
Koffein (Kaffee, Cola)Steigerung nervöser Nebenwirkungen möglich

Indikationen (Anwendungsgebiete)

IndikationZulassung (Deutschland)
Akute Atemnot bei Asthma bronchialeoffiziell zugelassen
Chronisch-obstruktive Bronchitis / COPDoffiziell zugelassen
Bronchospasmus bei anderen Lungenerkrankungenoffiziell zugelassen
Off-label: hyperkaliämische Notfallsituationennur stationär, ärztliche Anordnung

Dosierung nach klinischer Indikation

Patientengruppe Indikation Typische Dosierung
Erwachsene Asthma/COPD Anfall 1–2 Hübe (100–200 µg) als Inhalation, max. 8 Hübe/Tag
Kinder (6–12 J.) Asthma/COPD Anfall 1 Hieb (100 µg), ggf. wiederholen, max. 4 Hübe/Tag
Kleinkinder (unter 6 J.) Asthma/COPD Anfall (nur nach ärztlicher Anweisung) 0,1–0,2 mg/kg Körpergewicht, als Inhalation oder Verneblung
Senioren Asthma/COPD Wie Erwachsene, Start mit geringerer Dosis empfohlen

Sicherheitsprofil und Nebenwirkungen

Sehr häufig/häufig (>1/10–1/100)Zittern, Kopfschmerzen, Herzrasen, Unruhe, Muskelkrämpfe
Gelegentlich (1/100–1/1.000)Herzrhythmusstörungen, niedriger Kaliumwert, Mundtrockenheit
Selten/sehr selten (<1/1.000)Überempfindlichkeitsreaktionen, allergischer Schock, Paradoxer Bronchospasmus
Warnhinweise Nicht bei schwerer Herzerkrankung oder unbehandeltem Bluthochdruck ohne ärztliche Kontrolle anwenden. Bei häufiger Anwendung → Arzt aufsuchen.

Empfehlungen zur richtigen Anwendung (Pharmazie-/Kliniktipps)

  • Bei Erstverordnung: Apothekenberatung und Einweisung in die korrekte Inhalationstechnik in Anspruch nehmen.
  • Vor Anwendung: Dosieraerosol schütteln.
  • Regelmäßige Reinigung des Mundstücks verhindert Funktionsstörungen.
  • Inhalationsplan/Medikamentenpass führen.
  • Zur schnellen Linderung, nicht als Ersatz der Langzeitkontrolle!
  • Bei deutschen Krankenkassen als Notfallmedikament erstattungsfähig (Rezept vorlegen).

Alternative Behandlungsmöglichkeiten (und Erstattung in Deutschland)

  • Andere kurzwirksame Beta2-Agonisten: Fenoterol (Berotec®), Reproterol
  • Langwirksame Beta2-Agonisten (LABA): Salmeterol, Formoterol (für Dauertherapie, nicht als Notfallmedikament!)
  • Inhalative Anticholinergika: Ipratropiumbromid (Atrovent®)
  • Kombinationspräparate: z.B. Salbutamol/Ipratropium (Berodual®)
  • Alternative: Theophyllin (Wirkungseintritt verzögert, daher Notfallanwendung ungeeignet)

Alle oben genannten Präparate sind durch die gesetzlichen Krankenkassen (NFZ/Nationale Gesundheitsfonds) leitliniengerecht erstattungsfähig, Anpassung und Auswahl nach ärztlicher Empfehlung.

Rechts-, Zulassungs- und Erstattungsstatus in Deutschland

  • Zulassung: Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM)
  • Legalstatus: Rezeptpflichtiges Arzneimittel gemäß AMVV
  • Erstattung: Voll erstatttbar durch gesetzliche Krankenkassen (GKV) nach ärztlichem Rezept
  • Lieferfähigkeit: Breite Verfügbarkeit in deutschen Apotheken
  • Apothekenpflicht: Verkauf nur in Apotheken

Neueste Forschung und Leitlinien (2022–2025)

Salbutamol bleibt weiterhin Goldstandard für die Notfallbehandlung bei Asthmaanfällen laut aktuellen deutschen (NRW)-Asthmaleitlinien 2024 (AWMF) sowie internationaler Empfehlungen (GINA, 2024). Neue Studien (u.a. Spieth et al., Dtsch Arztebl Int 2023) betonen dokumentiertes Nebenwirkungsmanagement und regelmäßige Überprüfung der Bedarfsanwendung. Auch für die Kinderheilkunde bleibt Salbutamol erste Wahl als Reliever, allerdings unter Berücksichtigung der altersadaptierten Dosierung und unter streng ärztlicher Kontrolle.

Verfügbarkeit, Packungsgrößen und Lieferzeiten

Packungsgröße Preis (UVP, €)* Verfügbarkeit (Apotheken) Lieferzeit (bis)
Dosieraerosol 200 Hübe ca. 15–20 € hoch Berlin: 1 Tag
Hamburg: 1 Tag
München: 1–2 Tage
Köln: 1 Tag
Frankfurt: 1 Tag
Inhalationslösung 20x2,5 ml ca. 20–25 € hoch Berlin: 1 Tag
Hamburg: 1 Tag
München: 1–2 Tage
Tabletten 100 Stk. ca. 10 € mittel bundesweit 1–3 Tage

*Preise können je nach Apotheke und Kasse variieren, Zuzahlungen möglich.

FAQ – Häufige Patientenfragen zu Proventil (Salbutamol)

  • Wie lange wirkt ein Hub Salbutamol?
    Nach Inhalation tritt die Wirkung bereits nach wenigen Minuten ein und hält in der Regel 4–6 Stunden an.
  • Darf ich Salbutamol vorbeugend vor dem Sport anwenden?
    Ja, dies ist in Deutschland zulässig und wird bei Belastungsasthma oft empfohlen. Sprechen Sie dies vorher mit Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt ab.
  • Was mache ich, wenn Salbutamol nicht hilft?
    Bleibt die Besserung aus oder verspüren Sie starke Atemnot, holen Sie sofort ärztliche Hilfe (Notruf: 112)!
  • Brauche ich für Proventil ein neues Rezept?
    Ja, Salbutamol ist in Deutschland verschreibungspflichtig. Ihr Haus- oder Lungenarzt stellt Ihnen das benötigte Rezept aus.
  • Wie erkenne ich Überdosierung oder Nebenwirkungen?
    Typische Zeichen sind Herzrasen, Zittern, Unruhe oder starke Kopfschmerzen. Im Zweifel nehmen Sie ärztlichen Kontakt auf.

Wichtiger Hinweis: Diese Informationen ersetzen nicht die individuelle Beratung durch Ihren Arzt oder Apotheker. Bitte wenden Sie sich bei Rückfragen stets an Ihr medizinisches Fachpersonal.

Zusätzliche Informationen

Dosierung: No selection

100mcg

Paket: No selection

1 inhaler, 3 inhaler, 6 inhaler