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Phenergan (Promethazine)

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Phenergan enthält den Wirkstoff Promethazin und wird zur Behandlung von Übelkeit, Erbrechen, allergischen Reaktionen sowie als Beruhigungsmittel verwendet. Es gehört zur Gruppe der Antihistaminika und hat eine beruhigende Wirkung. Phenergan kann bei Reiseübelkeit, Schlafstörungen und Allergien helfen. Die Einnahme sollte nur nach ärztlicher Anweisung erfolgen. Beachten Sie mögliche Nebenwirkungen wie Müdigkeit und sprechen Sie bei Fragen mit Ihrem Arzt oder Apotheker.

Phenergan® (Promethazin): Umfassender Patientenratgeber

Grundlegende Produktinformationen

Bezeichnung (INN) Promethazin
Handelsnamen in Deutschland Phenergan®, Atosil®, Generika
ATC-Code R06AD02
Verfügbare Darreichungsformen & Stärken Tabletten (10 mg, 25 mg, 50 mg), Saft/Lösung (2,5 mg/ml), Zäpfchen (Einzelfälle)
Hersteller: Sanofi, diverse Generikahersteller
Verschreibungsstatus Verschreibungspflichtig gemäß §48 AMG

Wirkmechanismus

Für Patienten einfach erklärt: Promethazin wirkt als sogenanntes Antihistaminikum der ersten Generation. Es blockiert einen bestimmten Botenstoff im Körper, das Histamin, das unter anderem an Allergien und Juckreiz beteiligt ist. Zusätzlich hat Phenergan® beruhigende und schlaffördernde Eigenschaften, weshalb es manchmal auch zur Beruhigung oder bei Schlafstörungen verwendet wird.

Für Fachkreise: Promethazin ist ein Phenothiazinderivat mit antagonistischen Effekten am H1-Histamin-Rezeptor. Neben der antihistaminergen Wirkung besitzt es anticholinerge, antiemetische und in höheren Dosen schwach antipsychotische Eigenschaften. Es blockiert zusätzlich zentrale dopaminerge, muskarinerge und adrenerge Rezeptoren.

Pharmakokinetik (Aufnahme, Verstoffwechselung, Ausscheidung, Wirkdauer)

  • Resorption: Schnelle Aufnahme nach oraler Einnahme, Wirkungseintritt nach ca. 20–60 Minuten.
  • Metabolismus: Hepatische Metabolisierung (CYP2D6). Gefahr von Kumulation bei Leberinsuffizienz.
  • Elimination: Vorwiegend renal, kleinere Anteile biliär; Halbwertszeit ca. 12 Stunden.
  • Wirkdauer: Je nach Dosis und Applikationsform 4–12 Stunden.

Alltagshanwendung und bewährte Praxis in Deutschland

Promethazin wird in Deutschland vornehmlich zur Linderung von Allergien (z. B. Nesselsucht), bei Übelkeit und als Schlaf- oder Beruhigungsmittel eingesetzt. Seltener wird es unterstützend bei Unruhezuständen verwendet.
Die Anwendung erfolgt meist in Form von Tabletten oder Tropfen, seltener als Saft (z. B. für Kinder). Die Einnahme sollte stets nach ärztlicher Verordnung und nur in der geringsten wirksamen Dosis erfolgen.

  • Typische Tagesdosis Erwachsene: 25–75 mg verteilt auf 1–3 Gaben.
  • Für Kinder: Dosierung nach Gewicht; meist 0,125–0,5 mg/kg Körpergewicht/Tag.
  • Ältere Menschen: Vorsichtige Dosistitration; erhöhte Empfindlichkeit gegenüber Nebenwirkungen.
  • Niemals eigenmächtig dosieren, stets Rücksprache mit Arzt oder Apotheker halten.

Morgens vs. abends: Einnahmezeitpunkt und Tipps zur Regelmäßigkeit

Die Empfehlung zur Einnahme hängt vom Anwendungsziel ab:

  • Am Abend: Bei Schlafstörungen oder Sedierung ist die abendliche Einnahme etwa 30–60 Minuten vor dem Schlafgehen sinnvoll.
  • Morgens: Zur Allergiekontrolle ggf. am Morgen; wegen der sedierenden Wirkung kann es zu Tagesmüdigkeit kommen.

Tipp: Nehmen Sie das Präparat möglichst immer zur gleichen Uhrzeit ein. So wird die Gefahr von Vergessen reduziert und Sie profitieren von einer gleichmäßigen Wirkung.

Vorteile der abendlichen Einnahme: Besserer Schlaf, reduzierte Müdigkeit tagsüber.
Nachteile: Lang anhaltende Wirkung kann auch noch am nächsten Morgen Müdigkeit verursachen.

Einnahme mit oder ohne Nahrung – Bedeutung für Deutschland

Phenergan® kann unabhängig von den Mahlzeiten eingenommen werden. Die Wirkung setzt nach etwa einer halben Stunde ein und wird durch eine übliche deutsche Mischkost nicht wesentlich beeinflusst. Empfohlene Einnahme: mit einem Glas Wasser. Bei Empfindlichkeit des Magens empfiehlt sich die Einnahme nach dem Essen. Milchprodukte haben keinen besonderen Einfluss.

Wechselwirkungswarnungen

Kategorie Kritische Wechselwirkungen
Spezielle Nahrungsmittel Keine bedeutsamen Interaktionen mit Speisen; Grapefruitsaft ist unkritisch.
Alkohol Verstärkte sedierende Wirkung! Unbedingt meiden.
Andere Medikamente
  • Weitere ZNS-dämpfende Mittel (z. B. Benzodiazepine, Antidepressiva): Gefahr der Übermüdung, Atemdepression!
  • Steroide, Anticholinergika: Verstärkte Nebenwirkungen (z.B. Mundtrockenheit, Harnverhalt, Obstipation).
  • Blutdrucksenker: Vorsicht bei gleichzeitiger Einnahme!
Warnhinweis Bei Einnahme weiterer Medikamente immer Rücksprache mit Arzt/Apotheker halten!

Zugelassene und Off-Label-Indikationen

Indikation Status in Deutschland
Allergische Erkrankungen (Nasenschleimhautentzündung, Urtikaria) Zugelassen
Schlafstörungen (Kurzzeitanwendung) Zugelassen
Unruhe, Angst, Spannungszustände Off-Label
Übelkeit / Erbrechen Zugelassen
Prämedikation vor chirurgischen Eingriffen Einzelfall

Dosierung je nach Indikation (Erwachsene, Kinder, ältere Menschen)

Indikation Erwachsene Kinder (6–12 J.) Ältere Menschen
Allergien 25–50 mg/Tag in 1–2 Dosen 0,125-0,5 mg/kg/Tag Reduzierte Anfangsdosis (z. B. 12,5 mg/Tag), vorsichtige Steigerung
Schlafstörung 25–50 mg abends Individuell, meist als Einzeldosis Start mit 12,5 mg
Übelkeit/Erbrechen 12,5–25 mg/8h 0,5 mg/kg/Tag Ähnlich wie oben, ggf. längere Dosisintervalle

Hinweis: Die hier angegebenen Dosierungen entsprechen den üblichen Empfehlungen, können jedoch angepasst werden. Die Dosierung für Kinder unter 6 Jahren erfordert besondere ärztliche Kontrolle!

Sicherheitsprofil und Nebenwirkungen

Häufigkeit Nebenwirkung Hinweis
Sehr häufig Schläfrigkeit, Benommenheit Vor allem zum Therapiebeginn
Häufig Mundtrockenheit, Sehstörungen, Schwindel, Verstopfung Meist dosisabhängig
Gelegentlich Herzrhythmusstörungen, Blutdruckabfall Vorsicht bei älteren Menschen
Selten Extrapyramidale Symptome, Krampfanfälle Bei Überdosierung oder Empfindlichkeit
Sehr selten Allergische Reaktionen, schwere Hautreaktionen Sofort ärztliche Hilfe nötig
Warnhinweis Missbrauchs- und Abhängigkeitsgefahr! Nur kurzfristige Anwendung empfohlen

Richtige Anwendung – Praktische Hinweise (nach deutscher Praxis)

  • Stets mit ausreichend Flüssigkeit einnehmen.
  • Keine Fahrzeuge führen oder Maschinen bedienen nach Einnahme!
  • Alkohol komplett vermeiden.
  • Bei Auftreten schwerer Nebenwirkungen oder Überdosierung: sofort Arzt aufsuchen.
  • Medikament nicht abrupt absetzen, Dosisreduktion ggf. in Rücksprache mit Ärztin/Arzt.
  • Arzneimittel gemäß Packungsbeilage und Rat des Arztes aufbewahren (keine Aufbewahrung über 25°C, kindersicher lagern).

Alternative Behandlungsmöglichkeiten (Nach aktuellem Stand der Erstattung/Verfügbarkeit durch das GKV)

  • Antihistaminika der 2. Generation: Loratadin, Cetirizin, Desloratadin → Weniger sedierend, gut verträglich, rezeptfrei erhältlich.
  • Melatonin: Zugelassen bei bestimmten Schlafstörungen im Alter, rezeptpflichtig, gute Verträglichkeit.
  • Pflanzliche Präparate: Baldrian, Passionsblume (zur Beruhigung, frei verkäuflich).
  • Andere Sedativa/Schlafmittel: Z-Substanzen (z. B. Zolpidem), Benzodiazepine → Rezeptpflichtig, Suchtgefahr, nur Kurzzeitanwendung.
  • Antiemetika: Dimenhydrinat (Rezeptfrei für Reisekrankheit), MCP (Metoclopramid; verschreibungspflichtig).

Die Auswahl der Alternativen erfolgt stets nach individueller Beratung durch den Arzt und unter Berücksichtigung der Erstattung durch die Gesetzliche Krankenversicherung (GKV).

Rechtlicher Status, Zulassung und Erstattung in Deutschland

  • Zulassung: Durch das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM).
  • Rezeptpflicht: Laut Arzneimittelgesetz verschreibungs- und apothekenpflichtig.
  • Erstattung: Nach GKV-Leistungskatalog; bei Erwachsenen und Kindern mit spezifischer Indikation, insbesondere zur Therapie von Allergien und als Sedativum auf Verordnung. Schlafmittel oft nur Kurzzeitverordnung erstattungsfähig.
  • Missbrauchskontrolle: Dokumentationspflicht in der Apotheke, insbesondere bei wiederholter Abgabe.

Aktueller Forschungsstand und Richtlinien (2022–2025)

  • 2022: Neue S2k-Leitlinie zum Management von Schlafstörungen bei Erwachsenen der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung: Promethazin nur zur Kurzzeitanwendung empfohlen, bevorzugt werden Arzneimittel der 2. Generation.
  • 2023: BfArM-Meldung zu vermehrten Beratungsbedarf aufgrund von Missbrauch und Nebenwirkungen; Hervorhebung der Beratungsrolle der Apotheker.
  • 2024: Studien (siehe Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft): Verstärkte Sensibilität bzgl. anticholinerger Last bei älteren Menschen, Empfehlung für eine individuelle Nutzen-Risiko-Abwägung.
  • 2025: Europäische EMA-Review zur Sicherheit von Antihistaminika der 1. Generation, Abschwächung der Empfehlungen für die Langzeitgabe.

Verfügbarkeit & Lieferung

PZN (z. B.) Packsungsgröße Apothekenverkaufspreis (UVP; Stand 06/2024) Lieferzeit nach Berlin/Hamburg/München (Werktage)
04567877 50 Tabletten à 25 mg ca. 18,95 € 1–2 / 1–2 / 2–3
09543211 Lösung, 100 ml ca. 22,10 € 1–2 / 1–2 / 2–3
Zur Verfügbarkeit lokaler Apotheken beachten Sie unseren Apothekenfinder.

FAQ – Häufige Patientenfragen

  1. Kann Phenergan® abhängig machen?
    Bei längerer Anwendung oder unsachgemäßer Dosierung besteht ein Risiko für psychische und praktische Abhängigkeit, insbesondere bei Schlafstörungen. Bitte setzen Sie das Medikament nie abrupt ab, sondern konsultieren Sie Ihren Arzt.
  2. Darf ich unter Phenergan® Auto fahren?
    Nein. Promethazin kann die Reaktionsfähigkeit erheblich beeinträchtigen. Autofahren, das Bedienen von Maschinen oder das Ausüben von Arbeiten mit Absturzgefahr sind strikt zu vermeiden.
  3. Ist Phenergan® in Schwangerschaft und Stillzeit erlaubt?
    In der Schwangerschaft und Stillzeit sollte Promethazin nur nach strenger ärztlicher Nutzen-Risiko-Abwägung und keinesfalls zur Selbstmedikation verwendet werden. Es sind möglicherweise sicherere Alternativen verfügbar – fragen Sie Ihren Arzt.
  4. Was ist zu tun, wenn ich eine Dosis vergessen habe?
    Holen Sie die Einnahme nicht nach. Nehmen Sie die nächste reguläre Dosis zum vorgesehenen Zeitpunkt ein. Beim wiederholten Vergessen Arzt informieren.
  5. Wer trägt die Kosten für Phenergan®?
    Bei ärztlicher Verordnung mit zugelassener Indikation übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen in der Regel die Kosten für das Präparat.

Diese Informationen dienen Ihrer Orientierung. Sie ersetzen nicht die Beratung durch Ihren Arzt oder Apotheker.
Bei Fragen kontaktieren Sie bitte unser Apothekenteam oder Ihren behandelnden Arzt.

Zusätzliche Informationen

Dosierung: No selection

10mg, 25mg

Paket: No selection

30 pill, 60 pill, 90 pill, 120 pill, 180 pill, 360 pill