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Prednisolone

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Prednisolon ist ein Medikament aus der Gruppe der Kortikosteroide. Es wird eingesetzt, um Entzündungen zu lindern und das Immunsystem bei verschiedenen Erkrankungen wie Allergien, Asthma oder rheumatischen Beschwerden zu regulieren. Die Dosierung und Behandlungsdauer richtet sich nach Ihrer individuellen Situation. Bitte nehmen Sie Prednisolon nur nach ärztlicher Verordnung ein und beachten Sie die Hinweise zur Einnahme und möglichen Nebenwirkungen in der Packungsbeilage.

Prednisolon – Patienteninformationen für Deutschland

Grundlegende Produktinformationen

  • Internationaler Freiname (INN): Prednisolon
  • Handelsnamen in Deutschland: Decortin®, Predni®-Tablinen, Prednisolon-ratiopharm®, Prednisolon Stada®, u.a.
  • ATC-Code: H02AB06
  • Verfügbare Darreichungsformen und Stärken:
    • Tabletten (1 mg, 5 mg, 10 mg, 20 mg, 50 mg, 100 mg)
    • Saft/Lösung (5 mg/5 ml, 20 mg/5 ml)
    • Augentropfen, Injektionslösungen, Rektalschaum
  • Hersteller (u.a.): Merck, ratiopharm, STADA, Hexal, AOP Orphan, Aristo
  • Verschreibungsstatus: Verschreibungspflichtig gemäß Arzneimittelgesetz (AMG)

Wirkmechanismus

Für Laien: Prednisolon ist ein synthetisch hergestelltes Medikament, das die Wirkung des natürlichen Kortisons nachahmt. Es unterdrückt bestimmte Teile des Immunsystems und hilft dabei, Entzündungen, allergische Reaktionen und das Abwehrsystem im Körper zu reduzieren.
Für Fachleute: Prednisolon ist ein Glukokortikoid mit starker antiinflammatorischer, antiallergischer und immunsuppressiver Wirkung. Es wirkt durch Bindung an intrazelluläre Glukokortikoidrezeptoren, hemmt die Expression proinflammatorischer Zytokine und verhindert die Aktivierung von Immunzellen. Die Effektivität ist dosisabhängig und zeigt sich bei verschiedensten inflammatorischen und Autoimmunerkrankungen.

Pharmakokinetik

  • Resorption: Nach oraler Einnahme wird Prednisolon sehr gut (ca. 80–100 %) im Magen-Darm-Trakt aufgenommen.
  • Metabolisierung: Überwiegend hepatisch durch CYP3A4 in der Leber abgebaut.
  • Elimination: Hauptsächlich renal als inaktive Metabolite, Halbwertszeit ca. 2–4 Stunden (klinische Wirkdauer bis 36 Stunden).
  • Anwendungsdauer: Je nach Indikation kurzzeitig bis dauerhaft (z.B. als Stoßtherapie oder chronische Erhaltungstherapie).

Anwendung im Alltag und bewährte Vorgehensweisen

  1. Die Dosierung erfolgt streng nach ärztlicher Verordnung. Typischerweise beginnt man mit einer höheren Dosis, die schrittweise reduziert wird (Ausschleichen).
  2. Tabletten sollten morgens, idealerweise zwischen 6–8 Uhr, eingenommen werden (siehe unten).
  3. Nicht abrupt absetzen! Besonders bei längerer Anwendung (>2 Wochen) muss Prednisolon langsam ausgeschlichen werden, um Nebenniereninsuffizienz zu vermeiden.
  4. Prednisolon kann mit oder nach einer Mahlzeit eingenommen werden, um Magenbeschwerden vorzubeugen.
  5. Regelmäßige Kontrolluntersuchungen bei längerer Einnahme: Blutdruck, Blutzucker, Gewicht, Osteoporose-Vorsorge.

Dosierung morgens vs. abends

Ärzte empfehlen die morgendliche Einnahme, da der Körper zu dieser Zeit natürlicherweise Kortisol produziert („circadiane Rhythmik”):
Vorteile der morgendlichen Einnahme:

  • Geringeres Risiko für Nebenwirkungen wie Schlafstörungen
  • Bessere Verträglichkeit für den Magen
  • Reduzierte Beeinträchtigung der Nebennierenfunktion
Tipps:
  • Wenn mehrere Dosen täglich erforderlich sind, große Mehrheit der Dosis am Morgen, ggf. eine kleine Zusatzdosis am Mittag.
  • Keine Einnahme am späten Nachmittag oder Abend, um Schlafprobleme zu vermeiden.

Einnahme mit oder ohne Mahlzeit

Prednisolon kann den Magen reizen. Es wird empfohlen, die Tablette mit einem Glas Wasser und zu oder nach einer Mahlzeit einzunehmen. Dies gilt besonders in Deutschland, wo das Frühstück oft aus Brot, Müsli oder Milchprodukten besteht, die die Verträglichkeit verbessern.
Bei morgendlicher Einnahme reicht ein leichtes Frühstück – auf sehr fettreiche Kost sollte verzichtet werden, da diese die Aufnahme geringfügig verzögern kann.

Interaktionswarnungen

Interaktionspartner Wirkung Empfehlung
Alkohol Verstärkt Magenreizung, erhöht Risiko für Magengeschwüre Alkoholkonsum reduzieren oder vermeiden
NSAR (z.B. Ibuprofen, Diclofenac) Erhöhtes Risiko für Magen-Darm-Blutungen/Geschwüre Nur nach Rücksprache mit Arzt/Apotheker gemeinsam anwenden
Antikoagulanzien (z.B. Warfarin) Kann deren Wirkung verstärken oder abschwächen INR regelmäßig kontrollieren lassen
CYP3A4-Inhibitoren (z.B. Ketoconazol, Grapefruitsaft) Erhöhte Prednisolonkonzentration im Blut Vorsicht bei gleichzeitiger Anwendung
Diabetesmedikamente Prednisolon kann Blutzucker erhöhen Dosisanpassung erforderlich, Blutzucker überwachen
Bestimmte Impfstoffe (Lebendimpfstoffe) Verminderte Wirksamkeit, erhöhtes Risiko für Infektionen Impfung mit Arzt abklären

Indikationen

Offizielle Indikationen (Zulassung) Off-Label/Individuelle Anwendung
  • Rheumatische Erkrankungen (z.B. rheumatoide Arthritis)
  • Allergien, Asthma bronchiale
  • Autoimmunerkrankungen
  • Entzündliche Darmerkrankungen (z.B. Morbus Crohn, Colitis ulcerosa)
  • Nephrotisches Syndrom
  • Dermatologische Erkrankungen (z.B. Psoriasis, Ekzeme)
  • Akute Schübe bei Multipler Sklerose (i.v. Stoßtherapie)
  • Endokrinologische Erkrankungen (z.B. Nebenniereninsuffizienz)
  • COVID-19 (nur bei schwerem Verlauf)
  • Organtransplantation
  • Akute Gichtanfälle
  • Lungenfibrose

Dosierungen nach Indikation

Indikation Erwachsene Kinder/Jugendliche Ältere Patienten
Rheumatoide Arthritis 5–15 mg/Tag (initial höher möglich, ausschleichen) 0,25–2 mg/kg/Tag, möglichst niedrig dosieren Wie Erwachsene, ggf. geringere Startdosis
Asthma bronchiale (akuter Schub) 40–60 mg/Tag für 5–14 Tage, dann ausschleichen 1–2 mg/kg/Tag, kurzfristig Wie Erwachsene, Überwachung auf Nebenwirkungen
Morbus Crohn/Colitis ulcerosa 40–60 mg/Tag 1–2 mg/kg/Tag Wie Erwachsene, engmaschige Kontrolle
Multiple Sklerose (Schub) 500–1000 mg/Tag i.v. für 3–5 Tage (Stoßtherapie) Nach individueller ärztlicher Festlegung Wie Erwachsene, unter intensiver Kontrolle
Allergische Reaktionen 20–50 mg/Tag, kurzfristig 0,5–1 mg/kg/Tag Wie Erwachsene

Sicherheitsprofil und Nebenwirkungen

Wie alle Glukokortikoide kann auch Prednisolon unerwünschte Wirkungen haben, insbesondere bei längerer Anwendung oder hohen Dosen.

Häufige Nebenwirkungen (>1%) Selten/Sehr selten Wichtige Warnhinweise
  • Gewichtszunahme
  • Erhöhter Blutzucker/Diabetesneigung
  • Erhöhtes Infektionsrisiko
  • Bluthochdruck
  • Vollmondgesicht, Stammfettsucht
  • Stimmungsschwankungen, Schlafstörungen
  • Muskelschwäche
  • Magengeschwüre/Blutungen
  • Knochenabbau (Osteoporose)
  • Grauer Star (Katarakt), Grüner Star (Glaukom)
  • Hautveränderungen (z.B. Akne, Striae)
  • Wachstumsverzögerung bei Kindern
  • Nicht abrupt absetzen!
  • Regelmäßige Kontrolle von Blutdruck, Blutzucker, Gewicht
  • Knochenvorsorge beachten (Vitamin D, Calcium)

Hinweise zur sicheren Anwendung (praktische Tipps aus der Apotheke)

  1. Packungsbeilage sorgfältig lesen und alle Dosierungsanweisungen des Arztes beachten.
  2. Nie eigenmächtig die Dosis verändern oder das Präparat absetzen!
  3. Bei Zeichen einer Infektion (z.B. Fieber, Halsschmerzen) sofort Kontakt zum Arzt aufnehmen.
  4. Vorsorge gegen Osteoporose beachten: Bewegung, kalziumreiche Ernährung, ggf. Vitamin D Präparate.
  5. Regelmäßige Blutdruck- und Blutzuckerkontrollen.
  6. Den Medikamentenausweis (Kortison-Ausweis) mitführen!
  7. Bei längerer Anwendung: Augenärztliche Kontrolluntersuchungen (Glaukom, Katarakt).
  8. Grippe- und Pneumokokkenimpfung sind empfohlen.

Alternative Therapieoptionen (Erstattung durch GKV/NFZ)

  • Methylprednisolon: Ähnliche Wirkung, teilweise besser verträglich bei bestimmten Erkrankungen. Vergleichbarer Preis, ebenfalls GKV-erstattet. Vorteil: Etwas geringerer Einfluss auf den Salzhaushalt.
  • Prednison: Prodrug-Form von Prednisolon, in Deutschland erhältlich und gleichwertig substituierbar.
  • Budesonid (z.B. bei Morbus Crohn, Asthma): Lokal wirksames Kortikosteroid mit geringerer systemischer Nebenwirkungsrate. Nachteil: Geringere Wirksamkeit bei schweren Verläufen.
  • Dexamethason: Stärker wirksames Glukokortikoid, aber längere Halbwertszeit, daher erhöhtes Risiko für Nebenwirkungen bei Dauertherapie.
  • Biologika (z.B. Adalimumab, Infliximab; bei einigen Autoimmunerkrankungen und IBD): Moderne, gezieltere Therapien, aber hohe Kosten, teils restriktive GKV-Erstattung, in der Regel für schwerere Fälle reserviert.
  • Krankengymnastik, physikalische Therapie, DMARDs (z.B. Methotrexat, Azathioprin): Begleitende oder alternative Maßnahmen je nach Erkrankung, teils obligat.

Rechtlicher, regulatorischer und Erstattungsstatus in Deutschland

  • Zulassung: Durch das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM)
  • Rezeptpflicht: Streng verschreibungspflichtig (AMG §48)
  • Erstattung/GKV: Prednisolon ist auf der Liste der erstattungsfähigen Arzneimittel der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV)
  • Packungsgrößen: N1 (klein), N2 (mittel), N3 (groß) – je nach Einsatzdauer
  • Kontrolle: Apothekenabgabe nur gegen gültiges Rezept
  • Betäubungsmittelgesetz: Nicht unter das BtMG fallend

Aktuelle Forschung und klinische Leitlinien (Stand 2022–2025)

  • Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh), Leitlinie 2022: Prednisolon bleibt ein zentrales Medikament bei akuten und chronischen rheumatischen Erkrankungen, wird aber möglichst kürzer und niedriger dosiert eingesetzt (www.dgrh.de).
  • Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM), S3-Leitlinie 2023: Zunehmende Empfehlung zur frühzeitigen Kombination mit steroid-sparenden Medikamenten und Osteoporose-Prophylaxe.
  • COVID-19-Therapie: Prednisolon (wie Dexamethason) kann laut deutscher und WHO-Leitlinie zur Behandlung schwerer COVID-19-Verläufe in stationärer Umgebung eingesetzt werden, jedoch nicht routinemäßig bei milden Verläufen (www.rki.de, www.awmf.org).
  • Internationale Studien (2022–2024) bestätigen das günstige Nutzen-Risiko-Verhältnis bei strikter Indikationsstellung und adäquater Überwachung.

Verfügbarkeit und Lieferung

Prednisolon ist deutschlandweit in allen Apotheken erhältlich. Bitte beachten Sie die Packungsgrößen – die Wahl erfolgt je nach Therapiedauer und -form.

Packungsgröße (Tabletten 5 mg) Apothekenverkaufspreis (ungefähr) Lieferzeit (z.B. bei Online-Bestellung) Verfügbarkeit in Großstädten (Berlin, München, Hamburg, Köln, Frankfurt)
N1 (20 Stück) 6–10 € 1–2 Werktage Sofort, alle genannten Städte
N2 (50 Stück) 13–18 € 1–2 Werktage Sofort, alle genannten Städte
N3 (100 Stück) 22–35 € 2–4 Werktage Sofort, alle genannten Städte

FAQ – Häufige Patientenfragen

  1. Wie lange darf ich Prednisolon einnehmen?
    Die Einnahmedauer hängt von der Erkrankung ab. Ihr Arzt bestimmt individuell, wie lange die Therapie notwendig ist. Bei längerer Einnahme erfolgt regelmäßige Kontrolle der Nebenwirkungen.
  2. Was mache ich, wenn ich die Einnahme vergessen habe?
    Nehmen Sie die vergessene Dosis ein, sobald Sie sich erinnern – es sei denn, es ist kurz vor der nächsten geplanten Dosis. In diesem Fall lassen Sie die vergessene Tablette aus und nehmen Sie keine doppelte Menge ein.
  3. Macht Prednisolon abhängig?
    Prednisolon macht nicht körperlich abhängig wie Suchtmittel, aber eine plötzliche Beendigung kann gefährlich sein. Deshalb nie eigenmächtig absetzen.
  4. Kann ich während der Prednisolon-Therapie Sport treiben?
    Ja, Bewegung beugt Nebenwirkungen vor (z.B. Osteoporose). Vermeiden Sie jedoch intensiven Sport bei Infekten oder sehr hoher Dosis. Klären Sie mit Ihrem Arzt ab, wie viel Bewegung ratsam ist.
  5. Muss ich meine Ernährung anpassen?
    Möglichst salz- und zuckerarm, ausreichend Calcium und Vitamin D (z.B. Milchprodukte, grünes Gemüse), viel trinken. Reduzieren Sie Alkohol und Fast Food.

Für weitere Fragen wenden Sie sich bitte an Ihre Apotheke oder Ihren behandelnden Arzt.
Diese Information ersetzt keine medizinische Beratung und dient der Orientierung.

Zusätzliche Informationen

Dosierung: No selection

5mg, 10mg, 20mg, 40mg

Paket: No selection

30 pill, 60 pill, 90 pill, 120 pill, 180 pill, 270 pill, 360 pill