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Medroxyprogesterone (Medroxyprogesterone Acetate)

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Medroxyprogesteron (Medroxyprogesteronacetat) ist ein Hormonpräparat, das zur Behandlung verschiedener Erkrankungen wie Menstruationsstörungen, Endometriose oder zur Hormonersatztherapie eingesetzt wird. Es hilft, den Hormonhaushalt zu regulieren und Beschwerden zu lindern. Das Medikament wird meist in Tablettenform eingenommen. Die genaue Dosierung und Anwendungsdauer legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt individuell für Sie fest. Bitte beachten Sie die ärztlichen Anweisungen.

Medroxyprogesteron (Medroxyprogesteronacetat): Umfassende Patienteninformation

Basisinformationen zum Produkt

Internationaler Freiname (INN) Medroxyprogesteronacetat
Bekannte Handelsnamen in Deutschland Provera®, Depo-Clinovir® (Injektionspräparat), Medrogestan® (teils als Import), Generika
ATC-Code G03AC06
Verfügbare Darreichungsformen & Stärken
  • Tabletten: 2,5 mg, 5 mg, 10 mg
  • Depot-Injektionen: 150 mg/ml, 50 mg/ml
Hersteller Pfizer Pharma GmbH, Generika-Hersteller (z. B. Stada, Hormosan)
Verschreibungsstatus Verschreibungspflichtiges Arzneimittel

Wirkmechanismus

Einfach erklärt: Medroxyprogesteron ist ein künstliches Hormon, das dem körpereigenen Gelbkörperhormon (Progesteron) ähnelt. Es reguliert unter anderem den Menstruationszyklus, erleichtert den Aufbau der Gebärmutterschleimhaut und kann diese stabilisieren.
Für Spezialisten: Medroxyprogesteronacetat wirkt als synthetisches Gestagen, bindet an Progesteronrezeptoren und hemmt die Gonadotropin-Sekretion (FSH, LH), führt zur Endometriumatrophie und wirkt antigonadotrop sowie antiöstrogen. In Depo-Formulationen hemmt es zuverlässig die Ovulation.

Pharmakokinetik

  • Resorption: Guter Effekt nach oraler Einnahme. Die Bioverfügbarkeit liegt bei ca. 80–95 % nach Tabletteneinnahme.
  • Metabolisierung: Hauptsächlich hepatisch über CYP3A4. Metaboliten werden inaktiviert.
  • Ausscheidung: Hauptsächlich renal, zum Teil auch biliär.
  • Dauer der Wirkung: Tabletten: ca. 12–24 Stunden je nach Dosierung; Depot-Injektionen: 8–13 Wochen pro Applikation.

Anwendung im Alltag & Einnahmeempfehlungen (Deutschland)

In Deutschland wird Medroxyprogesteron zur Behandlung hormoneller Störungen, starker oder unregelmäßiger Monatsblutungen, Endometriose, zur Verhütung (nur Depot), sowie unterstützend bei Brust- und Endometriumkarzinomen verwendet.

  • Typische Dosierung bei Zyklusstörungen: Täglich 5–10 mg Tabletten über 10–14 Tage pro Zyklus.
  • Endometriose: 10 mg Tabletten 3-mal täglich über mehrere Monate.
  • Empfängnisverhütung (Depot): 150 mg i.m. alle 12 Wochen.

Die Tabletten werden stets nach ärztlicher Vorgabe – meist oral und mit ausreichend Flüssigkeit – eingenommen.

Morgens oder abends? Einnahmezeitpunkt im Fokus

  • Vorteile morgens: Bessere Verträglichkeit insbesondere bei Müdigkeit als Nebenwirkung. Einfachere Integration in die Alltagsroutine (z. B. gemeinsam mit Frühstück oder anderen Medikamenten).
  • Vorteile abends: Für Patientinnen mit gastrointestinalen Nebenwirkungen kann die abendliche Einnahme sinnvoller sein.
  • Tipp: Entscheiden Sie sich idealerweise für eine feste Einnahmezeit und bleiben Sie dabei, um Wirksamkeit und Verträglichkeit zu optimieren.

Mit oder ohne Mahlzeit?

  • Medroxyprogesteronacetat kann unabhängig von den Mahlzeiten eingenommen werden.
  • Vollständige Aufnahme auch bei Einnahme zum Beispiel mit einem typisch deutschen Frühstück (Brötchen, Kaffee, Joghurt, etc.).
  • Bei Magenbeschwerden empfiehlt sich jedoch die Einnahme nach dem Essen.

Interaktionswarnungen

Kategorie Beispiele Hinweise
Wechselwirkungen mit Medikamenten
  • Enzyminduktoren (z. B. Rifampicin, Carbamazepin, Johanniskraut)
  • Antikoagulanzien (Gerinnungshemmer)
  • Antidiabetika
Dosisanpassung & Rücksprache mit Arzt/Apotheker erforderlich!
Wechselwirkungen mit Nahrungsmitteln
  • Keine relevanten Interaktionen zu typischen deutschen Lebensmitteln bekannt
Unabhängig von Mahlzeiten einnehmbar
Alkohol Alkoholkonsum in Maßen möglich Erhöht ggf. die Leberbelastung und Nebenwirkungsgefahr

Indikationen: Zugelassene und Off-Label-Anwendungen

Indikation Zugelassen in DE? Kommentar
Hormonelle Zyklusstörungen Ja Häufige Anwendung bei Amenorrhoe und Dysfunktion
Dysfunktionelle Uterusblutungen Ja Stabilisierung der Gebärmutterschleimhaut
Empfängnisverhütung (Depotform) Ja Injektion alle 12 Wochen
Endometriose Ja Langanhaltende Behandlung möglich
Hormonabhängige Tumoren (z. B. Endometrium-, Mammakarzinom) Ja (als Zusatzbehandlung) Nur unter onkologischer Kontrolle
Knochenmarkskarenz bei Männern (Palliativeinsatz) Off-label Nur in Ausnahmefällen auf individueller Verordnung

Dosierungen je nach klinischer Anwendung

Indikation Erwachsene Kinder/Jugendliche Ältere Menschen
Zyklusstörungen 5–10 mg täglich (10–14 Tage pro Zyklus) Keine Anwendung ohne fachärztliche Kontrolle Wie Erwachsene, ggf. Vorsicht bei Leber-/Niereninsuffizienz
Empfängnisverhütung (Depot) 150 mg i.m. alle 12 Wochen Selten angewendet Wie Erwachsene, Nutzen-Risiko-Abwägung beachten
Endometriose 10 mg 3 × tägl., individuell anpassbar Nur bei starker Indikation Wie Erwachsene, engmaschige Kontrolle
Tumorindikation 200–400 mg tägl. (individuell, off-label) i.d.R. nicht empfohlen Siehe Erw., strenge Überwachung

Sicherheitsprofil & Nebenwirkungen

  • Sehr häufig/häufig: Zwischenblutungen, Kopfschmerzen, Brustspannen, Stimmungsschwankungen, Akne, Gewichtszunahme, Müdigkeit
  • Gelegentlich: Übelkeit, Wassereinlagerungen, Libidoverlust, Haarausfall
  • Selten: Thrombosen, Leberschäden, schwere allergische Reaktionen; langfristig: geringfügig erhöhtes Risiko für Osteoporose (Depot-Anwendung)
Warnhinweis Empfehlung
Schwangerschaft/Stillzeit In der Regel kontraindiziert: Anwendung nur nach ärztlicher Empfehlung!
Starke Blutungsstörungen, Thromboserisiko Vor Anwendung Risikofaktoren prüfen lassen!
Lebererkrankungen Dosisanpassung/Wirkstoffwechsel beachten

Hinweise für die richtige Anwendung (Deutsche Standards, Apothekentipps)

  • Verwenden Sie das Medikament stets wie vom Facharzt oder Ihrer Apotheke empfohlen.
  • Kombinieren Sie keine anderen hormonellen Präparate ohne Rücksprache mit Ihrem Arzt.
  • Regelmäßige Kontrollen (Blutdruck, Gewicht, evtl. Laborkontrollen) einhalten.
  • Nie eigenmächtig absetzen. Bei vergessener Einnahme möglichst baldmöglichst nachholen.
  • Lagern Sie Tabletten kühl und trocken, Depotpräparate im Kühlschrank (2–8 °C).

Alternativen – Vergleich & Überblick (Erstattung/Erstattungsstatus der GKV/NFZ in Deutschland)

  • Andere Gestagene: Norethisteron, Levonorgestrel (z. B. Mirena® Hormonspirale), Drospirenon – jeweils mit spezifischem Nebenwirkspektrum
  • Kombinationspräparate (Östrogen + Gestagen): Als Pille/Monopräparat zur Zyklusregulierung
  • Orale Kontrazeptiva, Mini-Pille (z. B. Cerazette®: Desogestrel)
  • Vor-/Nachteile:
    • Depotzeige erfordern weniger Anwendungsaufwand, erhöhen aber Risiko für Osteoporose und Zyklusveränderungen.
    • Gestagenmonopräparate sind verträglicher für Frauen mit Östrogenunverträglichkeit.
  • Alle genannten Präparate grundsätzlich erstattungsfähig bei medizinischer Indikation laut GKV. Privatrezepte möglich.

Rechtlicher Status, Zulassung & Erstattung in Deutschland

  • Zulassung durch das BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte). Alle deutschen Präparate validiert gemäß AMG (Arzneimittelgesetz).
  • Verschreibungspflicht gemäß AMVV; keine Abgabe ohne Rezept.
  • Erstattung: Medizinische Indikationen werden gemäß GKV-Richtlinien übernommen. Verhütungsmittel für Frauen unter 22 Jahren in der GKV regelmäßig erstattungsfähig.
  • Importpräparate unter Einhaltung des § 73 Abs. 3 AMG möglich.

Neueste Forschung & Leitlinien (2022–2025)

  • Neue Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) 2022: Medroxyprogesteron als Standard beim Management dysfunktioneller Uterusblutungen und bei Endometriose empfohlen.
  • Warnungen der EMA (2022–2023) bezüglich langfristiger Depot-Anwendung und dem Risiko für verringerte Knochendichte bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Regelmäßige DXA-Messungen empfohlen.
  • Aktuelle Übersichtsarbeiten (u.a. Deutsches Ärzteblatt 2023) betonen die Bedeutung der individuellen Nutzen-Risiko-Abwägung, insbesondere bei Patientinnen mit kardiovaskulären Risikofaktoren.

Verfügbarkeit, Packungsgrößen, Preisbeispiele & Lieferzeiten

Form Packungsgröße Preis (Stand: 2024) Lieferzeiten (DE Städte)
Tabletten 5 mg 30 Stück ca. 20–30 € je nach Hersteller Versandapotheken: 1–2 Werktage (Berlin, München, Hamburg, Köln, Frankfurt)
Depot 150 mg 1 Fertigspritze ca. 40–55 € 2–4 Werktage bundesweit (Abholung möglich)
Importpräparate 30–90 Stück variabel 3–7 Werktage, abhängig vom Anbieter

FAQ – Häufige Patientenfragen und Antworten

  • Wie lange muss ich Medroxyprogesteron einnehmen?
    Die Dauer richtet sich nach der Erkrankung und ärztlicher Empfehlung. In den meisten Fällen sind es bei Zyklusregulierung 10–14 Tage pro Zyklus.
  • Kann ich während der Einnahme Alkohol trinken?
    Gelegentlicher Konsum ist erlaubt, jedoch sollte exzessiver Alkoholkonsum vermieden werden, da er die Leber zusätzlich belasten kann.
  • Was tue ich, wenn ich eine Einnahme vergessen habe?
    Die vergessene Tablette schnellstmöglich nachnehmen. Ist es fast Zeit für die nächste Dosis, die ausgelassene Tablette nicht „doppelt“ einnehmen. Im Zweifelsfall Apotheke oder Arzt fragen.
  • Kann Medroxyprogesteron mein Gewicht beeinflussen?
    Gewichtszunahme ist möglich, aber individuell unterschiedlich ausgeprägt. Achten Sie auf ausreichend Bewegung und eine ausgewogene Ernährung.
  • Ist das Präparat für alle Frauen geeignet?
    Nein. Es gibt Kontraindikationen (Lebererkrankung, akute Thrombosen, ungeklärte Blutungen, Schwangerschaft). Immer Rücksprache mit Arzt halten.

Weitere Fragen?
Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt oder unserer Apotheke für eine persönliche Beratung. Nutzen Sie unsere telefonische Hotline oder das Kontaktformular für vertrauliche Anliegen.

Zusätzliche Informationen

Dosierung: No selection

10mg

Paket: No selection

30 pill, 60 pill, 90 pill, 120 pill, 180 pill, 360 pill