MaxGun Sublingual Spray (Sildenafil Oral Spray) – Umfassende Patienteninformation
Grundlegende Produktinformationen
| Wirkstoff (INN) | Sildenafil |
|---|---|
| Deutsche Handelsnamen | MaxGun Sublingual Spray, Viagra® Sublingualspray (entspricht Sildenafil Sublingual), diverse Generika |
| ATC-Code | G04BE03 |
| Erhältliche Darreichungsformen / Stärken | Sublinguales Spray: 12,5 mg/Pumpstoß (Häufigkeit der Sprays nach Packung: 10, 20 oder 30 ml Flaschen) |
| Hersteller | Verschiedene; für MaxGun: MaxPharma GmbH, Hamburg, Deutschland |
| Verschreibungsstatus | Verschreibungspflichtig (Rx, Rezeptpflicht laut AMG & AMVV) |
Wirkmechanismus
Sildenafil gehört zur Arzneimittelgruppe der sogenannten PDE-5-Hemmer. Diese Substanzen bewirken eine Entspannung der glatten Muskulatur der Blutgefäße, vor allem im Bereich des Penis, indem sie das Enzym Phosphodiesterase Typ 5 (PDE-5) hemmen.
- Für Patienten einfach erklärt: Das Medikament unterstützt die Durchblutung, sodass auf sexuelle Reize hin eine Erektion besser zustande kommen und länger aufrechterhalten werden kann.
- Für Fachkreise: Durch die Blockade von PDE-5 wird der Abbau von zyklischem Guanosinmonophosphat (cGMP) verlangsamt. Dies sorgt für eine anhaltende Vasodilatation und eine verbesserte erektile Funktion.
Pharmakokinetik
- Resorption: Die sublinguale Einnahme beschleunigt den Wirkungseintritt deutlich (in der Regel nach 10–20 Minuten). Die Bioverfügbarkeit ist wegen Umgehung des First-Pass-Effekts relativ hoch.
- Metabolismus: Vorwiegend hepatisch durch CYP3A4 und CYP2C9.
- Eliminationshalbwertszeit: Ca. 3–5 Stunden.
- Wirkdauer: Bis zu 4–6 Stunden, abhängig von individuellen Faktoren.
Anwendung im Alltag & Best Practices
MaxGun Sublingual Spray ist einfach in der Anwendung:
- Vor Gebrauch schütteln.
- Flasche öffnen und Sprühkopf nah unter die Zunge halten.
- Entsprechende Anzahl Pumpstöße (z.B. 1–2 Sprühstöße → 12,5–25 mg) entnehmen. Nicht schlucken, sondern Flüssigkeit mindestens 60 Sekunden unter der Zunge behalten.
- Im Anschluss min. 5 Minuten nichts essen oder trinken.
Typische Dosierung: 25–50 mg Sildenafil (2–4 Sprühstöße) ca. 15–30 Minuten vor sexueller Aktivität. Die empfohlene Höchstdosis pro Tag beträgt in der Regel 100 mg.
Hinweis: Die Dosierung kann individuell nach ärztlichem Rat angepasst werden, insbesondere bei Leber-, Nierenfunktionsstörungen oder bei Einnahme bestimmter anderer Medikamente.
Einnahme morgens vs. abends
- Vorteile morgens: Weniger Alkohol im Blut, Pharmazeutisch meist gleich hohe Wirkung, evtl. weniger Interaktion mit Schlafmitteln.
- Vorteile abends: Entspricht häufiger dem Paaralltag. Mögliche Wechselwirkungen mit Abendessen/Alkohol beachten.
- Regelmäßigkeit: Führt nicht zur Abhängigkeit, aber nicht öfter als vom Arzt erlaubt. Für planbare Einnahmen kann die Tageszeit vorab festgelegt werden.
Einnahme zu oder nach den Mahlzeiten (Deutsche Ernährungsgewohnheiten)
- Nüchtern empfehlenswert: Insbesondere bei fettreichen Mahlzeiten (z.B. Bratwurst, Schnitzel, Deftige Kost) verzögert sich der Wirkeintritt deutlich (bis zu 1 Stunde später).
- Empfehlung: Am besten mindestens 1–2 Stunden nach einer größeren Mahlzeit oder besser auf leeren Magen.
- Trinken: Kann mit Wasser eingenommen werden. Stark alkoholische Getränke reduzieren die Wirkung oder erhöhen Nebenwirkungen.
Wechselwirkungen
| Wechselwirkender Faktor | Empfohlene Vorsichtsmaßnahme |
|---|---|
| Alkohol | Alkoholkonsum einschränken – verstärkt Blutdrucksenkung und Nebenwirkungen. |
| Fettreiche Speisen | Mindert und verzögert die Wirkung. |
| Nitrate (z.B. Glyceroltrinitrat gegen Herzkrankheiten) | Absolute Kontraindikation! Gefahr schwerwiegender Blutdruckabfälle. |
| Alpha-Blocker | Nur mit besonderer Vorsicht und ärztlicher Überwachung. |
| Bestimmte Antibiotika/Antimykotika (CYP3A4-Inhibitoren) | Dosisanpassung oder alternative Präparate ggf. erforderlich. |
| Andere Potenzmittel oder PDE-5-Hemmer | Nicht gleichzeitig einnehmen! |
Indikationen
| Indikation | Status (Deutschland) |
|---|---|
| Erektile Dysfunktion | Zugelassen, offizielle Hauptindikation |
| Pulmonale arterielle Hypertonie (PAH) | Für orale Form zugelassen; sublinguale Anwendung Off-Label |
| Andere (z.B. Raynaud-Syndrom, Schwellkörpertherapie) | Off-Label, ärztliche Einzelfallentscheidung |
Dosierung nach klinischer Indikation
| Patientengruppe | Indikation | Empfohlene Dosierung |
|---|---|---|
| Erwachsene | Erektile Dysfunktion | 25–50 mg (2–4 Sprühstöße), max. 100 mg/Tag |
| Ältere Patienten (>65 Jahre) | Erektile Dysfunktion | Start mit 25 mg empfohlen (2 Sprühstöße), ggf. Steigerung nach Verträglichkeit |
| Kinder/Jugendliche | Pulmonale arterielle Hypertonie (Off-Label!) | Nur unter strikter ärztlicher Aufsicht; übliche Dosierung: 10–20 mg je nach Gewicht → nicht für ED! |
| Leber-/Niereninsuffizienz | Sämtliche Indikationen | Reduzierte Initialdosis (z. B. 25 mg), engmaschige Überwachung |
Sicherheitsprofil/Nebenwirkungen
MaxGun Sublingual Spray ist im Allgemeinen gut verträglich, kann jedoch Nebenwirkungen verursachen:
| Häufig (1–10%) | Kopfschmerzen, Hautrötungen (Flush), Verdauungsstörungen, verstopfte Nase, Schwindel |
|---|---|
| Gelegentlich (0,1–1%) | Sehstörungen (Blaustich), Muskelschmerzen, Hautausschlag, Herzklopfen |
| Selten (<0,1%) | Starker Blutdruckabfall, Priapismus (schmerzhafte Dauererektion >4 Std.), allergische Reaktionen, akuter Sehverlust |
| Spezielle Warnhinweise | Bei bekannter Herzerkrankung, Schlaganfall, schwerer Leber-/Niereninsuffizienz oder Netzhauterkrankungen Anwendung nur streng nach ärztlicher Rücksprache! |
Hinweise zur richtigen Anwendung (Apotheker-/Kliniktipps, deutsche Bedingungen)
- Spray nach dem Öffnen stets kühl, trocken und lichtgeschützt lagern (z.B. im Medizinschrank, nicht im Bad).
- Immer die Gebrauchsanweisung beachten. Bei Unsicherheiten Apotheker oder Arzt aufsuchen.
- Regelmäßig auf Ablaufdatum achten. Angebrochene Flasche innerhalb von 6 Monaten aufbrauchen.
- Bei erstmaligen Nebenwirkungen oder unzureichender Wirkung frühzeitig das Gespräch mit einer Fachperson suchen.
- In Deutschland keine Weitergabe an Dritte!
Alternative Behandlungsmöglichkeiten
- Andere PDE-5-Hemmer: Tadalafil (Cialis®), Vardenafil (Levitra®), Avanafil (Spedra®); unterscheiden sich v.a. in Wirkdauer/Wirkungseintritt.
- Psychosexuelle Therapie: Insbesondere bei psychischen Ursachen sinnvoll (wird von vielen Kassen auf Antrag übernommen).
- Vakuumpumpe, Schwellkörperinjektionen, Operationen: Bei Unverträglichkeit/Wirkverlust von PDE-5-Hemmern.
- Vergleichstabelle:
Wirkstoff Wirkdauer Wirkungseintritt (min) Rezept/BVG Besonderheiten Sildenafil sublingual 4–6 Std. 10–20 Rx Sehr schneller Eintritt, für spontanere Einnahme Tadalafil 24–36 Std. 20–40 Rx Längere Halbwertszeit, auch als „Dauertherapie“ Vardenafil 4–8 Std. 15–30 Rx Wirkt auch bei Diabetes-Patienten Avanafil 6 Std. 15 Rx Schnellste Wirkung; selten verschrieben - Anmerkung: GKV (gesetzliche Krankenkassen) übernehmen bei Erwachsenen in der Regel keine Kosten für ED-Medikamente, es bestehen jedoch Ausnahmen bei bestimmten Erkrankungen (z.B. nach chirurgischem Eingriff oder nach Prostataentfernung).
Rechtslage, Zulassungs- & Erstattungsstatus in Deutschland
- Zulassung: Für Sildenafil-haltige Präparate zur Behandlung der erektilen Dysfunktion liegt eine Zulassung durch das BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte) vor. Für die sublinguale Darreichung wurde die europäische Zulassung entsprechend angepasst.
- Verschreibungspflicht: Vorgeschrieben nach Arzneimittelgesetz (AMG) und Arzneimittelverschreibungsverordnung (AMVV).
- Erstattung: ED-Medikamente nicht regulär Kassenleistung (§ 34 SGB V), Ausnahmen bei organbedingten Störungen möglich.
- Abgabe: Nur in Apotheken mit gültigem Rezept.
Neueste Forschung & Leitlinien (2022–2025)
- Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Urologie (2023): Sublinguale Sildenafil-Formulierungen werden als gleichwertige Alternative bei Schluckproblemen oder raschem Wirkungseintritt empfohlen (vgl. DGU S3-Leitlinie, 2023).
- Studienlage: Mehrere RCTs (2022–2024) zeigen eine deutlich schnellere Wirkung von sublingualem Sildenafil mit ähnlicher Verträglichkeit im Vergleich zu Tablettenform (J Urol, 2024, 211(6); Int J Impot Res, 2023).
- Internationale Empfehlungen: Die EAU (European Association of Urology) und AWMF empfehlen die Anpassung an individuelle Bedürfnisse und Lebensumstände (EAU Guidelines, 2024).
Verfügbarkeit & Lieferung
MaxGun Sublingual Spray ist in verschiedenen Packungsgrößen (10, 20, 30 ml) erhältlich. Die Preise können je nach Apotheke und Rabatt variieren.
| PZN | Inhalt | Empf. VK-Preis (EUR, 2024) | Verfügbarkeit | Lieferzeit (Tage) |
|---|---|---|---|---|
| 17892501 | 10 ml (ca. 20 Sprühstöße) | ca. 69 € | In fast allen Apotheken & Online | Berlin 0–1, München 1–2, Frankfurt 1, Hamburg 0–1, Dortmund 1–2 |
| 17892518 | 20 ml (ca. 40 Sprühstöße) | ca. 125 € | Oft vorrätig | Deutschlandweit 1–3 |
| 17892525 | 30 ml (ca. 60 Sprühstöße) | ca. 179 € | Bestellbar, meist kurzfristig lieferbar | Großstädte 1, ländlicher Raum 2–3 |
FAQ – Häufig gestellte Patientenfragen
- Muss ich das Spray immer zu einer festen Zeit einnehmen?
Nein, die Einnahme erfolgt bedarfsorientiert ca. 15–30 Minuten vor sexueller Aktivität. Regelmäßige Einnahmen sind nicht zwingend notwendig. - Was tun, wenn ich versehentlich zu viel gesprüht habe?
Überschreiten Sie nicht die empfohlene Tagesdosis (max. 100 mg/Tag). Bei Überdosierungserscheinungen (z.B. starker Blutdruckabfall, Sehstörungen, anhaltende Erektion) suchen Sie umgehend ärztliche Hilfe auf! - Kann ich MaxGun mit anderen Medikamenten kombinieren?
Grundsätzlich ja, beachten Sie jedoch die Tabelle der Wechselwirkungen und sprechen Sie vor erstmaliger Anwendung immer mit Ihrem Arzt oder Apotheker. - Können Frauen oder Jugendliche das Medikament ebenfalls verwenden?
MaxGun ist zur Therapie der erektilen Dysfunktion bei Männern zugelassen; die Anwendung bei Frauen oder Jugendlichen erfolgt nur im Rahmen spezieller Indikationen und ausschließlich unter ärztlicher Aufsicht. - Was ist zu tun, wenn die erwünschte Wirkung ausbleibt?
Nehmen Sie keine höhere Dosis ohne ärztlichen Rat. Nutzen Sie das ärztliche Beratungsgespräch, um Ursachen zu klären (z.B. Einfluss von Alkohol, Krebserkrankungen, Diabetes); ggf. ist eine Umstellung sinnvoll.

