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Lithobid (Lithium)

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Lithobid enthält den Wirkstoff Lithium und wird zur Behandlung und Vorbeugung von manischen und depressiven Phasen bei bipolaren Störungen eingesetzt. Es hilft, Stimmungsschwankungen zu stabilisieren und Rückfälle zu verhindern. Die Dosierung wird vom Arzt individuell festgelegt, da regelmäßige Blutkontrollen wichtig sind. Bitte wenden Sie sich bei Fragen oder Nebenwirkungen an Ihren behandelnden Arzt oder Apotheker.

Produktbeschreibung: Lithobid (Lithium)

Grundlegende Produktinformationen

Internationaler Freiname (INN) Lithium
Handelsnamen in Deutschland Lithobid®, Quilonum® retard, Priadel®, Liskonum® und Generika
ATC-Code N05AN01
Verfügbare Darreichungsformen und Stärken Retardtabletten (z. B. 300 mg, 450 mg, 600 mg), Filmtabletten, teilweise Lösung zur oralen Einnahme
Hersteller Sanofi-Aventis, Pfizer, Teofarma, diverse Generikahersteller
Verschreibungsstatus Verschreibungspflichtig (Rezeptpflicht nach deutschem Arzneimittelrecht)

Wirkmechanismus (Wirkweise)

Für Patientinnen und Patienten: Lithium wirkt hauptsächlich, indem es die Aktivität bestimmter Botenstoffe im Gehirn stabilisiert. Dadurch hilft es, Stimmungsschwankungen zu verringern und langfristige Stimmungen auszugleichen.

Für Fachpersonal: Lithiumionen wirken hemmend auf die Phosphatidylinositolsignalkaskade, GSK-3β und beeinflussen nachgewiesenermaßen monoaminerge Transmittersysteme. Klinisch manifestiert sich dies in einer antimanischen, antidepressiven und antisuizidalen Wirkung.

Pharmakokinetik

  • Resorption: Rasch und nahezu vollständig im Magen-Darm-Trakt aufgenommen. Die orale Bioverfügbarkeit liegt bei etwa 95–100%.
  • Verteilung: Vd: ca. 0,7–1 l/kg KG; Lithium verteilt sich primär im Gesamtkörperwasser. Überwindet die Blut-Hirn-Schranke langsam.
  • Stoffwechsel: Lithium wird praktisch nicht metabolisiert.
  • Ausscheidung: Renal, nahezu vollständig als unverändertes Ion (Achtung bei Nierenfunktionsstörungen!).
  • Halbwertszeit: 18–36 Stunden, erhöhte Halbwertszeit im höheren Alter und bei Nierenfunktionseinschränkung.

Anwendung im Alltag und bewährte Praktiken

  • Typische Dosierung: Die Erstdosis liegt meist bei 450–900 mg/Tag, verteilt auf 1–2 Einzelgaben. Die Erhaltungsdosis wird individuell nach dem im Blut gemessenen Lithiumspiegel angepasst.
  • Anwendung: Tabletten mit ausreichend Flüssigkeit (Wasser) und möglichst regelmäßig zur gleichen Tageszeit einnehmen.
  • Blutspiegel: Regelmäßige Kontrollen sind wichtig; therapeutischer Zielbereich liegt meist bei 0,6–1,2 mmol/l (abhängig von Indikation und Patientengruppe).
  • Hinweis für Deutschland: Regelmäßig Laborkontrollen (Lithium-Blutspiegel, Nieren- und Schilddrüsenfunktion, Elektrolyte) in der behandelnden Praxis abstimmen. Ihr Arzt/Apotheker wird individuell beraten.

Einnahme morgens vs. abends

  • Morgens: Vorteil: bessere Tagesstruktur, geringeres Risiko für Schlafstörungen. Nachteil: Höhere Spitzen im Blutspiegel bei einigen Patienten.
  • Abends: Vorteil: niedrigere Tagespeaks, bei Patienten mit Neigung zu Magenreizung günstiger. Nachteil: Mögliches Risiko für Müdigkeit am nächsten Tag.
  • Tipp: Bleiben Sie möglichst bei einer festen Tageszeit. Retardformulierungen können besonders abends sinnvoll sein. Ihr Arzt wird Sie individuell beraten.

Mit oder ohne Nahrung? (Einfluss der Mahlzeiten, typisch deutsche Ernährungsgewohnheiten)

Lithiumtabletten können unabhängig von den Mahlzeiten eingenommen werden. Um Magenbeschwerden zu vermeiden, empfiehlt es sich jedoch, das Medikament nach dem Essen einzunehmen. Dies ist insbesondere in Deutschland sinnvoll, da viele Patienten ein ausgiebiges Frühstück oder Abendessen einnehmen.

Tipp für Deutschland: Viel Flüssigkeitszufuhr ist wichtig – achten Sie auf gleichmäßige Trinkgewohnheiten (mindestens 1,5–2 Liter/Tag, keine übermäßigen Schwankungen).

Wechselwirkungen (Interaktionen)

Bitte beachten Sie folgende wichtige Wechselwirkungen:

Interaktionspartner Wirkung Empfehlung
Entwässerungsmittel (Thiazide, Schleifendiuretika) Erhöhte Lithiumspiegel Vorsicht, ggf. Dosisanpassung
ACE-Hemmer / Angiotensin-II-Antagonisten Erhöhte Lithiumspiegel Regelmäßige Spiegelkontrolle
NSAR (z. B. Ibuprofen, Diclofenac) Erhöhte Lithiumspiegel möglich Ggf. Ausweichpräparate (Paracetamol)
Kaliumreiche Diät, Salzzufuhr Schwankung der Lithiumspiegel Keine starken Veränderungen der Salzaufnahme
Alkohol Verstärkte Nebenwirkungen und Entgleisungen Reduzieren oder meiden
Antidepressiva, Antipsychotika Veränderte Wirkung, Gefahr für Nebenwirkungen Nur unter ärztlicher Kontrolle kombinieren

Indikationen: zugelassene & Off-Label-Anwendung

Indikation Zugelassen (DE/BfArM) Off-Label (klinische Praxis)
Rezidivprophylaxe bipolarer Störungen ✔️ -
Akute Manie ✔️ -
Schwere Depression (adjuvant) ✔️ (bei Therapieresistenz) -
Suizidprophylaxe ✔️ -
Cluster-Kopfschmerz - ✔️
Borderline-Störungen - ✔️ (weniger häufig)

Dosierung nach klinischer Indikation (Empfehlungen, Erwachsene/Kinder/Ältere)

Indikation Erwachsene Kinder/Jugendliche (≥12 J.) Ältere (>65 J.)
Akute Manie Beginn 450–900 mg/Tag, Anpassen nach Blutspiegel (0,8–1,2 mmol/l) 10–20 mg/kg KG, Zielspiegel wie Erwachsene Beginn bei niedrigerer Dosis, Zielspiegel 0,4–0,8 mmol/l
Rezidivprophylaxe bipolare Störung Erhaltungsdosis individuell nach Blutspiegel (0,6–1,0 mmol/l) Wie Erwachsene, strengere Kontrolle Niedrige Erhaltungsdosis, häufigere Kontrollen
Adjuvante Therapie Depression 600–900 mg/Tag, Zielspiegel 0,5–0,8 mmol/l Nur in Ausnahmefällen und nach Rücksprache Sehr niedrige Dosis, engmaschige Kontrolle

Sicherheitsprofil & Nebenwirkungen

Bei sachgemäßer Anwendung ist Lithium gut verträglich, dennoch können Nebenwirkungen auftreten:

Sehr häufig (≥10%) Häufig (1–10%) Gelegentlich (0,1–1%) Selten (<0,1%)
  • Zittern (Tremor)
  • Durst, vermehrtes Wasserlassen
  • Gewichtszunahme
  • Magen-Darm-Beschwerden (Übelkeit, Erbrechen, Durchfall)
  • Polyurie, Polydipsie
  • Leichte Benommenheit
  • Schilddrüsen-Unterfunktion
  • Hautausschlag
  • Verlangsamte Bewegungen
  • Herzrhythmusstörungen
  • Schwere Nierenfunktionsstörungen
  • Verwirrtheit

Warnhinweis: Symptome einer Überdosierung sind Erbrechen, grober Tremor, Muskelzuckungen, Sprechstörungen und Bewusstseinsstörungen. Bitte sofort ärztliche Hilfe aufsuchen!

Leitfaden für die richtige Anwendung (deutsche Praxis)

  • Nehmen Sie das Arzneimittel stets regelmäßig und wie verordnet ein.
  • Vermeiden Sie größere Schwankungen bei der Flüssigkeitsaufnahme oder Salzzufuhr – z. B. bei Hitzewellen oder intensiver sportlicher Aktivität ggf. Rücksprache mit Ihrem Arzt halten.
  • Bei Fieber, Durchfall oder Erbrechen kann sich Ihr Lithiumspiegel gefährlich erhöhen – suchen Sie Ihren Arzt auf!
  • Alle empfohlenen Laborkontrollen (Nierenfunktion, Schilddrüse, Elektrolyte) regelmäßig durchführen lassen.
  • Halten Sie Rücksprache mit Ihrer Apotheke zu möglichen Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln (z. B. Schmerzmittel, Antibiotika).

Alternative Behandlungsoptionen (Erstattung GKV, Übersicht Vor- & Nachteile)

  • Valproat (Erstattung durch GKV): Alternative bei Unverträglichkeit oder Kontraindikation für Lithium. Bevorzugt bei Epilepsie-Kombination oder Schwangerschaftswunsch weniger geeignet.
  • Quetiapin, Lamotrigin: Einsatz je nach Störungsbild als Stimmungsstabilisierer, jeweils unterschiedliche Nebenwirkungsprofile (z. B. Gewichtszunahme, Hautreaktionen bei Lamotrigin).
  • Carbamazepin: Vor allem in Sonderfällen (z. B. „Rapid Cycling“), erhöhtes Risiko für Arzneimittelinteraktionen.

Im direkten Vergleich weist Lithium die international beste Evidenz für die Rezidivprophylaxe bipolarer Störungen und insbesondere zur Suizidprophylaxe auf.

Rechtslage, Zulassung & Kostenübernahme in Deutschland

  • Zulassungsbehörde: Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM).
  • Verschreibungspflicht: Lithium ist ein verschreibungspflichtiges Arzneimittel (Rezept notwendig).
  • Erstattung: Kosten werden von allen gesetzlichen Krankenkassen (GKV) übernommen.
  • Rechtsgrundlagen: Arzneimittelgesetz (AMG), VerpackV und Betäubungsmittelrecht sind zu beachten.

Aktuelle Studien & Leitlinien (2022–2025)

  • Die S3-Leitlinie der DGPPN (2023) und internationale Empfehlungen (z. B. CANMAT 2022, NICE 2024) betonen die weiterhin führende Rolle von Lithium insbesondere in der bipolaren Störung.
  • Neue Studien bestätigen: Lithium reduziert das Suizidrisiko signifikant und schützt am zuverlässigsten vor Rückfällen.
  • Evidenzlage zur Anwendung bei Depression und Cluster-Kopfschmerz wächst, bleibt jedoch eingeschränkter als bei bipolarer Störung.
  • Verschärfte Empfehlungen für engmaschigeren Nieren- und Schilddrüsenmonitoring (siehe: AWMF-Leitlinien 038/019).

Verfügbarkeit, Packungsgrößen und Lieferzeiten

Handelsform / Packungsgröße mg pro Tablette Stück / Packung Preis (ca., GKV-Abgabepreis)
Lithobid retard 450 mg 100 27–32 €
Quilonum retard 450 mg 100 29–34 €
Priadel 400 mg 100 27–31 €
Lieferzeiten (Onlinebestellung/Apotheke vor Ort) Berlin Hamburg München Köln Frankfurt
Apotheke vor Ort sofort / am selben Tag sofort / am selben Tag sofort / am selben Tag sofort / am selben Tag sofort / am selben Tag
Onlineapotheke 1–2 Werktage 1–2 Werktage 1–2 Werktage 1–2 Werktage 1–2 Werktage

FAQ – Häufige Fragen von Patienten

  1. Muss ich lebenslang Lithium einnehmen?
    In den meisten Fällen der bipolaren Störung ist eine langfristige, häufig auch lebenslange Einnahme empfehlenswert, um Rückfällen und Suizid vorzubeugen. Eine Beendigung sollte immer nur schrittweise und unter ärztlicher Aufsicht erfolgen.
  2. Was mache ich, wenn ich eine Tablette vergessen habe?
    Nehmen Sie die verpasste Dosis so bald wie möglich nach – niemals die doppelte Menge einnehmen! Bei Unsicherheit sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker.
  3. Darf ich während der Lithiumtherapie Sport treiben?
    Ja, aber achten Sie auf ausgeglichene Flüssigkeitszufuhr und vermeiden Sie Dehydratation (z. B. durch starkes Schwitzen). Bei längerer körperlicher Anstrengung Rücksprache mit Ihrem Arzt halten.
  4. Kann ich Lithium während der Schwangerschaft einnehmen?
    Die Lithiumtherapie in der Schwangerschaft erfordert eine sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung und engmaschige ärztliche Kontrollen. Es besteht ein Risiko für Fehlbildungen, daher in jedem Fall Rücksprache mit dem behandelnden Arzt!
  5. Wie oft sind Blutkontrollen notwendig?
    Zu Beginn 1–2 Mal pro Woche, später im Abstand von 4–12 Wochen, langfristig mindestens alle 3 Monate. Auch bei Krankheit oder Nebenwirkungen sollte der Spiegel kontrolliert werden.

Hinweis: Diese Informationen ersetzen nicht die persönliche Beratung durch Ärzte oder Apotheker. Für weitere Fragen wenden Sie sich bitte an Ihr behandelndes Fachpersonal!

Zusätzliche Informationen

Dosierung: No selection

300mg

Paket: No selection

30 pill, 60 pill, 90 pill, 120 pill, 180 pill, 360 pill