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Levaquin (Levofloxacin)

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Levaquin (Wirkstoff: Levofloxacin) ist ein Antibiotikum, das zur Behandlung verschiedener bakterieller Infektionen eingesetzt wird, zum Beispiel bei Infektionen der Lunge, Harnwege oder Haut. Es wirkt, indem es das Wachstum der Bakterien stoppt. Levaquin wird in der Regel als Tablette eingenommen und sollte nach ärztlicher Anweisung verwendet werden. Bitte beachten Sie mögliche Nebenwirkungen und informieren Sie Ihren Arzt über andere Medikamente.

Levaquin (Levofloxacin) – Patienteninformation für Deutschland

Grundlegende Produktinformationen

Wirkstoff Levofloxacin (INN)
Handelsnamen in Deutschland Levaquin, Tavanic, Levofloxacin-ratiopharm, Levofloxacin-1A Pharma, Levofloxacin STADA, u.a.
ATC-Code J01MA12
Verfügbare Darreichungsformen und Stärken
  • Filmtabletten: 250 mg, 500 mg, 750 mg
  • Infusionslösung: 5 mg/ml (100 ml, 250 ml)
Hersteller (Auswahl) Sanofi-Aventis, Hexal, ratiopharm, STADA, Mylan, 1A Pharma
Verschreibungsstatus Rezeptpflichtig (in ganz Deutschland)
Erstattung Grundsätzlich von gesetzlichen Krankenkassen (GKV) erstattungsfähig, abhängig vom Anwendungsgebiet

Wirkmechanismus

Für Patienten einfach erklärt: Levofloxacin ist ein Antibiotikum der Klasse der Fluorchinolone. Es wirkt, indem es die Bakterien daran hindert, sich zu vermehren und lebenswichtige Erbinformationen zu kopieren. Dadurch sterben die Bakterien ab, und die Infektion kann bekämpft werden.

Für Fachpersonal: Levofloxacin inhibiert die bakterielle DNA-Gyrase (Topoisomerase II) und Topoisomerase IV. Dadurch wird die Supercoil-Struktur und die Teilung der DNA in den Erregern verhindert, was zu deren Absterben (bakterizide Wirkung) führt.

Pharmakokinetik

  • Resorption: Levofloxacin wird nach oraler Gabe nahezu vollständig und rasch (Bioverfügbarkeit ca. 99%) aufgenommen.
  • Metabolismus: Nur geringer Lebermetabolismus, Hauptmetabolite klinisch inaktiv.
  • Elimination: Hauptsächlich unverändert renal (über die Nieren, ca. 85% innerhalb von 48 Stunden).
  • Halbwertszeit: 6–8 Stunden bei Erwachsenen; kann bei Niereninsuffizienz verlängert sein.
  • Wirkdauer: Eine Gabe genügt täglich aufgrund längerer Halbwertszeit.

Anwendung im Alltag und bewährte Anwendungshinweise (Deutscher Kontext)

Levofloxacin wird meist für die Behandlung von bakteriellen Infektionen verwendet, wie Lungenentzündung, Harnwegsinfekte oder Hautinfektionen. In Deutschland sind in der Regel die Filmtabletten am weitesten verbreitet; die Infusionslösung wird oft im Krankenhaus angewandt.

  • Typische Dosierung: Erwachsene erhalten meist 250 mg–500 mg einmal täglich, je nach Art und Schwere der Infektion.
  • Anwendung: Tabletten mit ausreichend Flüssigkeit einnehmen, nicht zerkauen. Nach Möglichkeit täglich zur gleichen Uhrzeit.
  • Kinder und Jugendliche: Anwendung nur in begründeten Ausnahmefällen, da Nebenwirkungen auf wachsendes Gewebe möglich sind.
  • Ältere Patienten: Nierenfunktion prüfen und ggf. Dosis anpassen.
  • Dauer der Anwendung: Abhängig vom Infektionsort und -schwere, meist 5–14 Tage.
  • Nicht eigenständig absetzen, auch wenn Symptome nachlassen.

Morgendliche vs. abendliche Einnahme

  • Vorteil Morgen: Reduziert das Risiko von Schlafstörungen oder zentralnervösen Nebenwirkungen (wie Unruhe, Schlaflosigkeit).
  • Vorteil Abend: Gelegentlich günstiger bei morgendlicher Übelkeit, aber nicht Standardempfehlung.
  • Tipp: Immer zur gleichen Tageszeit einnehmen, um den Spiegel konstant zu halten. Absprache mit Arzt/Apotheker ratsam.

Einnahme zu den Mahlzeiten oder nüchtern (mit Bezug auf die deutsche Ernährung)

  • Kann unabhängig von den Mahlzeiten eingenommen werden.
  • Milchprodukte (Milch, Joghurt, Quark) und calciumreiche Mineralwässer können die Aufnahme vermindern.
  • Zwischen Einnahme von Milchprodukten und Levofloxacin sollte mindestens 2 Stunden Abstand liegen.
  • Typische deutsche Frühstücksgewohnheiten mit Brötchen, Kaffee oder Tee beeinflussen die Aufnahme nicht, solange keine Milchprodukte direkt konsumiert werden.

Wechselwirkungen (Nahrungsmittel, Alkohol, Medikamente)

Wechselwirkungspartner Empfehlung Bemerkung
Antazida, Eisenpräparate, Zinkpräparate Mindestens 2 Stunden Abstand Reduzieren die Aufnahme erheblich
Milch & Milchprodukte Min. 2 Stunden Abstand Kalzium verhindert Resorption
Alkohol Maßvoll konsumieren Risiko zentralnervöser Nebenwirkungen erhöht
Antikoagulantien (z.B. Warfarin) Kontrolle der Gerinnungswerte Verstärkter Effekt möglich
Antidiabetika Blutzuckerkontrolle intensivieren Hypo- bzw. Hyperglykämie möglich
Corticosteroide Vorsicht bei Sehnenbeschwerden Erhöhtes Risiko für Sehnenentzündung/Riss
NSAID (nicht-steroidale Antirheumatika) Nur nach ärztlicher Rücksprache Krampfanfallrisiko kann steigen

Anwendungsgebiete (Indikationen)

Indikation Zugelassen in Deutschland Off-Label
Ambulant erworbene Pneumonie (CAP) Ja
Harnwegsinfektionen (komplizierte/unkomplizierte, Pyelonephritis) Ja
Haut- und Weichteilinfektionen Ja Tuberkulose (in Spezialfällen)
Chronische Bronchitis (akute Exazerbation) Ja
Sinusitis (akute bakterielle Nasennebenhöhlenentzündung) Ja
Prostatitis (bakteriell) Ja

Dosierungen je nach Indikation, Altersgruppe und Begleiterkrankung

Indikation Erwachsene Ältere Patienten Kinder/Jugendliche*
Pneumonie 500 mg/Tag (7–14 Tage) Dosisreduktion bei eingeschränkter Nierenfunktion Nur in Ausnahmefällen, individuell
Harnwegsinfekte 250–500 mg/Tag (7–10 Tage) Siehe oben Nur nach Rücksprache, individuelle Dosierung
Hautinfektionen 500 mg/Tag (7–14 Tage) Siehe oben Sehr selten, Ausnahmefälle
Sinusitis 500 mg/Tag (10–14 Tage) Siehe oben Keine Zulassung

*Bei Kindern und Jugendlichen nur nach sorgfältiger ärztlicher Nutzen-Risiko-Abwägung.

Sicherheitsprofil & Nebenwirkungen

  • Häufige Nebenwirkungen (>1 %): Übelkeit, Durchfall, Kopfschmerzen, Schwindel, Schlafstörungen, Anstieg der Leberenzyme.
  • Gelegentliche Nebenwirkungen: Mundtrockenheit, Hautausschlag, Juckreiz, Pilzinfektionen.
  • Selten, aber schwerwiegend:
    • Sehnenentzündung, Sehnenriss (Achillessehne!)
    • QT-Zeit-Verlängerung im EKG, Herzrhythmusstörungen
    • Leberfunktionsstörungen, Hepatitis
    • Psychische Störungen (Unruhe, Depressionen, Halluzinationen)
    • Krampfanfälle
  • Warnungen: Bei ersten Anzeichen von Sehnenbeschwerden, schweren Hautreaktionen, Leberproblemen oder psychischen Veränderungen Anwendung sofort beenden und ärztlichen Rat suchen!
  • Kontraindikationen: Überempfindlichkeit gegen Levofloxacin oder andere Fluorchinolone, Epilepsie, bestehende Sehnenerkrankungen.
  • Vorsicht: Schwangere und Stillende, Patienten mit schweren Nierenfunktionsstörungen.

Empfehlungen zur sicheren Anwendung

  • Nehmen Sie Levaquin wie vom Arzt verschrieben ein, beenden Sie die Therapie nicht ohne Rücksprache.
  • Bei ungewöhnlichen Nebenwirkungen sofort Kontakt zu Arzt oder Apotheker aufnehmen.
  • Trinken Sie ausreichend Flüssigkeit und vermeiden Sie fett- und kalziumreiche Speisen zum Einnahmezeitpunkt.
  • Schützen Sie sich während der Behandlung vor intensiver Sonnenbestrahlung (erhöhte Photosensibilität).
  • Informieren Sie alle behandlungsbeteiligten Ärzte über die Anwendung von Levofloxacin, insbesondere bei Herz-, Nieren- oder Lebererkrankungen.
  • Nehmen Sie Ihre Tablette möglichst zu festen Zeiten ein – die deutsche Apotheken-App kann Sie unterstützen.
  • Kinder- und Jugendschutz beachten: Tabletten sicher verwahren!

Alternative Therapieoptionen – Vergleich und Erstattung

Alternatives Präparat Wirkstoffklasse Vorteile Nachteile Erstattungsstatus GKV
Amoxicillin Penicillin Gut verträglich, für viele Infektionen leitliniengerecht Unwirksam bei Chinolon-resistenten Erregern Ja
Doxycyclin Tetracycline Breites Wirkspektrum, günstig Kinder/Jugendliche nicht zugelassen Ja
Cefuroxim Cephalosporin Alternative bei Penicillinallergie Teurer, hohe Resistenzraten Ja
Ciprofloxacin Fluorchinolon Ähnliches Wirkspektrum Vergleichbare Nebenwirkungen, Reserveantibiotikum Ja

Hinweis: Alle aufgeführten Alternativen sind in Deutschland von der GKV erstattungsfähig, wenn medizinisch begründet.

Rechtlicher Status, Zulassung, und Erstattung

  • Levaquin (Levofloxacin) ist in Deutschland durch das BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte) zugelassen.
  • Rezeptpflichtig: Keine Abgabe ohne gültiges ärztliches Rezept.
  • Voll erstattungsfähig durch gesetzliche Krankenkassen nach AMNOG/GMG Rahmen, sofern Indikation erfüllt.
  • Apothekenpflichtig gemäß § 48 AMG.
  • Nicht zur Selbstmedikation!

Aktuelle Studien, Forschung und Empfehlungen (2022–2025)

  • Die Deutsche Gesellschaft für Infektiologie (DGI, 2024) empfiehlt den Einsatz von Levofloxacin bei komplizierten Atemwegs- und Harnwegsinfektionen nur nach bakteriellem Nachweis und Resistenzprüfung.
  • Die Anwendung bei unkomplizierten Infekten wurde eingeschränkt (BfArM, Rote Hand Brief 2023), da seltene, aber schwere Nebenwirkungen (wie irreversible Sehnenschäden, Aneurysmarisiko) berichtet wurden.
  • AWMF-Leitlinien (2022/2023): Levofloxacin ist weitgehend Reserveantibiotikum, bevorzugte Anwendung bei Multiresistenz, Kontraindikationen oder Therapieversagen anderer Antibiotika.
  • Die laufende Überwachung (Pharmakovigilanz) bestätigt: Nutzen und Risiko müssen individuell abgewogen werden.

Literatur: Deutsche Gesellschaft für Infektiologie (DGI) 2024; AWMF Leitlinien 2022/23; BfArM Informationen 2023–2025.

Verfügbarkeit, Packungsgrößen, Preise, Lieferzeiten

Packungsgröße Tabletten-Anzahl Preis (AVP, Stand 2024) Lieferzeit Berlin Lieferzeit München Lieferzeit Hamburg Lieferzeit Köln
Levaquin 500 mg 5 ~29 € 1–2 Werktage 1–2 Werktage 1–2 Werktage 1–2 Werktage
Levofloxacin-ratiopharm 500 mg 10 ~53 € 1–2 Werktage 1–2 Werktage 1–2 Werktage 1–2 Werktage
Tavanic 500 mg 14 ~73 € 2 Werktage 2 Werktage 2 Werktage 2 Werktage
Infusionslösung 500 mg/100 ml 1 ~40 € 2–3 Werktage 2–3 Werktage 2–3 Werktage 2–3 Werktage

Alle Preise sind Richtwerte, exklusive Rezeptgebühr. Lieferzeiten gelten unter Vorbehalt kurzfristiger Lieferengpässe.

FAQ – Häufig gestellte Patientenfragen & Antworten

  • Kann ich während der Levaquin-Behandlung Alkohol trinken?
    Geringe bis mäßige Mengen Alkohol sind grundsätzlich erlaubt, jedoch sollten Sie auf Alkohol weitgehend verzichten, da Müdigkeit und Reaktionsvermögen zusätzlich beeinträchtigt werden könnten.
  • Was mache ich, wenn ich eine Dosis vergessen habe?
    Nehmen Sie die vergessene Dosis so bald wie möglich ein. Ist es jedoch bald Zeit für die nächste Einnahme, überspringen Sie die vergessene Dosis. Niemals die doppelte Menge einnehmen!
  • Warum darf ich während der Behandlung kein Sonnenbad nehmen?
    Levofloxacin kann die Haut gegenüber Sonnenlicht empfindlicher machen. Es besteht die Gefahr von Hautausschlägen oder schweren Sonnenbränden. Daher empfehlen wir, direkte Sonneneinstrahlung zu vermeiden und Sonnenschutz zu verwenden.
  • Darf ich Levaquin einnehmen, wenn ich schwanger bin?
    Die Anwendung während Schwangerschaft und Stillzeit wird nicht empfohlen, da Risiken für das ungeborene Kind nicht ausgeschlossen werden können. Sprechen Sie unbedingt mit Ihrem behandelnden Arzt!
  • Kann ich mit Levaquin Auto fahren?
    Levofloxacin kann Schwindel, Benommenheit oder Sehstörungen verursachen. Fahren Sie nur dann Auto oder bedienen Sie Maschinen, wenn Sie sich absolut sicher fühlen!

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an Ihre Apotheke oder Ihren behandelnden Arzt.

Zusätzliche Informationen

Dosierung: No selection

250mg, 500mg, 750mg

Paket: No selection

30 pill, 60 pill, 90 pill, 120 pill, 180 pill, 240 pill, 360 pill