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Ivermectin

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Ivermectin ist ein Arzneimittel, das zur Behandlung von bestimmten Parasiteninfektionen eingesetzt wird, zum Beispiel bei Krätze (Skabies) oder bestimmten Wurmerkrankungen. Es wirkt, indem es die Parasiten abtötet. Ivermectin wird meist als Tablette eingenommen und ist in der Regel gut verträglich. Bitte nehmen Sie das Medikament genau nach ärztlicher Anweisung ein und beachten Sie die Hinweise zu möglichen Nebenwirkungen.

Ivermectin: Patienteninformationsblatt für Deutschland

Grundlegende Produktinformationen

Wirkstoff (INN) Ivermectin
Handelsnamen in Deutschland Mectizan®, Scabioral® (je nach Indikation und Hersteller)
ATC-Code P02CF01
Erhältliche Darreichungsformen & Stärken Tabletten (3 mg, 6 mg, 12 mg); in Deutschland meist 3 mg Tabletten erhältlich
Hersteller Verschiedene: Meda Pharma, InfectoPharm, Serb, MSD u.a.
Verschreibungsstatus Rezeptpflichtig (verschreibungspflichtig gemäß AMG)

Wirkmechanismus

Laienverständliche Erklärung:
Ivermectin wirkt gegen Parasiten, indem es deren Nervenzellen lähmt und so das Absterben der Parasiten bewirkt. Dabei wirkt das Medikament gezielt auf bestimmte Parasitenarten und wird vom menschlichen Organismus gut vertragen.

Für Fachpersonal:
Ivermectin bindet selektiv und hochaffin an Glutamat-gesteuerte Chloridkanäle von Wirbellosen, wodurch Zellmembranpermeabilität für Chloridionen erhöht wird. Dies führt zur Hyperpolarisation, Lähmung und anschließendem Tod der Parasiten. Säugetierzellen sind durch die Blut-Hirn-Schranke geschützt; es erfolgt keine signifikante Wirkung auf das zentrale Nervensystem beim Menschen.

Pharmakokinetik

  • Absorption (Resorption): Nach oraler Einnahme rasche Aufnahme, Bioverfügbarkeit steigt bei fettreichen Mahlzeiten signifikant.
  • Metabolisierung: Hauptsächlich hepatisch durch CYP3A4.
  • Elimination: Ausscheidung überwiegend über die Fäzes, geringe Menge renal.
  • Wirkdauer: Plasmakonzentrations-Spitze 4–5 Stunden nach Einnahme, Halbwertszeit etwa 18 Stunden, Wirkdauer meist 24–72 Stunden je nach Indikation.

Anwendung im Alltag & Best Practices für Patienten in Deutschland

  1. Ivermectin wird meist als Tablette verordnet, häufig als Einzeldosis, gelegentlich mit Wiederholung nach 7–14 Tagen (z. B. bei Skabies).
  2. Die Tablette mit etwas Wasser einnehmen, vorzugsweise nüchtern eine Stunde vor oder zwei Stunden nach einer Mahlzeit (fettige Speisen können die Aufnahme verstärken und Nebenwirkungen verstärken).
  3. Exakte Dosierempfehlungen vom Arzt beachten – eine Überdosierung vermeiden!
  4. Saubere Hände und hygienische Maßnahmen während der Behandlung beachten, besonders bei ansteckenden Erkrankungen wie Skabies.
  5. Bei Unsicherheit Rücksprache mit dem Apotheker oder Arzt halten.

Dosierung morgens vs. abends

  • Vormittagseinnahme: Vorteilhaft wegen guter Patienten-Compliance; Mahlzeiten können leichter zeitlich abgestimmt werden.
  • Abendeinnahme: Möglich, aber auf nüchternen Magen oft schwieriger umzusetzen, da Fasten in Deutschland abends weniger praxisnah ist.
  • Tipp: Einen festen Zeitpunkt wählen und einzuhalten, z. B. morgens eine Stunde vor dem Frühstück, um die Regelmäßigkeit zu fördern und Wirkung zu optimieren.

Einnahme mit oder ohne Nahrung (deutsche Ernährungsgewohnheiten)

Ivermectin sollte idealerweise auf nüchternen Magen eingenommen werden, da fettige oder schwere Mahlzeiten die Aufnahme und somit auch das Nebenwirkungsrisiko erhöhen können. In Deutschland, wo das Frühstück oft kohlenhydratreich ist (Brot, Müsli), empfiehlt sich die Einnahme vor dem Frühstück oder mit ausreichendem Zeitabstand.

Warnhinweise zu Wechselwirkungen

Interaktionspartner Beschreibung Klinische Relevanz
Fettreiche Speisen Steigern die Aufnahme von Ivermectin (höhere Nebenwirkungsgefahr) Hohe Bedeutung – nüchtern einnehmen
Alkohol Kann Nebenwirkungen (z. B. Benommenheit) verstärken Vermeidung empfohlen
Makrolid-Antibiotika (z. B. Clarithromycin) Können Plasmaspiegel von Ivermectin erhöhen Arzt/Apotheker informieren
Warfarin Mögliche Verstärkung der blutverdünnenden Wirkung Regelmäßige INR-Kontrolle
CYP3A4-Hemmer (z. B. Grapefruitsaft, Ketoconazol) Erhöhte Ivermectin-Plasmaspiegel Vorsicht geboten
Immunmodulatoren Mögliche Wechselwirkungen nicht vollständig erforscht Nur nach Rücksprache mit Arzt

Indikationen (amtlich und Off-Label)

Indikation Zulassungsstatus Kurzbeschreibung
Starkeiloidiasis (Darm-Infektion durch Fadenwürmer) Zugelassen Standard-Indikation in Deutschland
Skabies (Krätzmilbenbefall) Seit 2016 zugelassen Alternative zu topischen Mitteln, insbesondere bei schwerem Verlauf
Onchozerkose (Flußblindheit) Zugelassen Häufig in tropischen Ländern, selten in Deutschland
Filariosen Zugelassen (nach Indikation) Behandlung einiger Wurmarten
Kopfläuse Off-Label Selten angewendet, meist topische Mittel bevorzugt
COVID-19 Nicht zugelassen Wissenschaftlich nicht belegt, nicht empfohlen!

Dosierung nach Indikation (Erwachsene, Kinder, Ältere)

Indikation Erwachsene Kinder (>15 kg) Ältere Patienten
Starkeiloidiasis 1x 200 µg/kg, evtl. Wiederholung nach 2 Wochen Wie Erwachsene, mindestens 15 kg Körpergewicht Wie Erwachsene, ggf. Dosisanpassung bei Begleiterkrankungen
Skabies 1x 200 µg/kg, ggf. Wiederholung nach 7–14 Tagen Wie Erwachsene, ab 15 kg Körpergewicht Wie Erwachsene, besondere Vorsicht bei Multimorbidität
Onchozerkose 150 µg/kg alle 6–12 Monate Wie Erwachsene Wie Erwachsene

Hinweis: Die Dosierung erfolgt nach Körpergewicht und genauer ärztlicher Anordnung.

Sicherheitsprofil & Nebenwirkungen

  • Meist gut verträglich
  • Häufige Nebenwirkungen (>1%):
    • Schwindel, Übelkeit, Bauchschmerzen
    • Müdigkeit
    • Kopfscherzen
    • Juckreiz oder Hautausschlag (insbesondere bei Skabies oder Onchozerkose, teils Reaktion auf absterbende Parasiten)
  • Seltene Nebenwirkungen (<1%):
    • Sehstörungen
    • Blutbildveränderungen
    • Leberwertanstieg
  • Warnhinweise:
    • Bei Leberfunktionsstörungen besondere Vorsicht
    • Nicht während Schwangerschaft/Stillzeit ohne ärztliche Rücksprache
    • Bei Überempfindlichkeit gegen Inhaltsstoffe kontraindiziert
    • Keine Anwendung bei Kindern unter 15 kg Körpergewicht

Richtlinien zur richtigen Anwendung

  1. Medikament genau wie verordnet einnehmen
  2. Ohne Rücksprache mit Arzt nicht absetzen oder dosieren
  3. Tablette mit ausreichend Wasser und auf nüchternen Magen einnehmen
  4. Gebrauchte Kleidung und Bettwäsche bei Skabies heiß waschen
  5. Alle Kontaktpersonen ggf. gleichzeitig behandeln (bei Skabies)
  6. Bei schweren Nebenwirkungen sofort ärztliche Hilfe suchen

Alternative Behandlungsoptionen (mit Erstattungsstatus)

  • Permethrin-Creme (z. B. InfectoScab®): Erste Wahl bei Skabies, erstattungsfähig, topische Anwendung, geringeres systemisches Risiko, aber häufig mehrere Anwendungen nötig.
  • Benzylbenzoat (z. B. Antiscabiosum 10%): Alternativ, aufgetragen auf die Haut, ebenfalls erstattungsfähig.
  • Albendazol, Mebendazol: Alternativen bei anderen Wurmerkrankungen, erstattungsfähig in spezifischen Fällen.
  • Spinosad (bei Kopfläusen): Topische Anwendung, erstattungsfähig.

Ivermectin kommt vorrangig zum Einsatz, wenn lokale Therapien unwirksam oder nicht anwendbar sind.

Rechtlicher Status & Erstattung in Deutschland

  • Zulassung: In Deutschland seit 2016 (für Skabies); regulatorische Überwachung durch das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM)
  • Verschreibung: Nur mit Rezept vom Arzt erhältlich
  • Erstattung: Gesetzliche Krankenkassen (GKV) übernehmen die Kosten bei zugelassenen Indikationen
  • Verfügbarkeit: Nicht in jeder Apotheke vorrätig, meist auf Bestellung lieferbar

Neueste Forschung & Klinische Empfehlungen (2022–2025)

  • Deutsche und europäische Leitlinien (z. B. Leitlinie der DEGAM, der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft 2023) empfehlen Ivermectin bei schwerer oder therapieresistenter Skabies als orale Alternative zu topischen Mitteln.
  • Nationale und internationale Studien (vgl. Curr Opin Infect Dis. 2023; Satpathy et al., Dtsch Arztebl 2022) haben keinen Nutzen von Ivermectin bei COVID-19 nachweisen können – Anwendung außerhalb zugelassener Indikationen wird ausdrücklich nicht empfohlen.
  • Kürzlich publizierte Meta-Analysen bestätigen das günstige Nebenwirkungsprofil bei korrekter Anwendung.
  • Bei epidemischen Skabies-Ausbrüchen (Pflegeheime, Gemeinschaftseinrichtungen) spielt Ivermectin eine zunehmend wichtige Rolle in der Strategie zur Ausrottung.

Verfügbarkeit & Lieferzeiten in Deutschland

Packungsgröße Beispielpreis (Apothekenverkaufspreis) Lieferzeit Berlin Lieferzeit München Lieferzeit Hamburg Lieferzeit Köln
4 Tabletten (3 mg) ca. 34–39 € 24–48 Std 24–48 Std 24–48 Std 24–48 Std
20 Tabletten (3 mg) ca. 145–150 € 2–3 Werktage 2–3 Werktage 2–3 Werktage 2–3 Werktage

Preise je nach Apotheke und Herstellerangabe; Lieferung oft auch per Botendienst oder Versandapotheke möglich.

FAQ – Häufig gestellte Patientenfragen

  1. Wie nehme ich Ivermectin richtig ein?
    Nehmen Sie die verordnete Dosis morgens, mindestens eine Stunde vor dem Frühstück, mit reichlich Wasser ein. Halten Sie die Anweisungen Ihres Arztes genau ein.
  2. Darf ich während der Ivermectin-Behandlung Alkohol trinken?
    Alkohol kann die Nebenwirkungen verstärken. Es ist ratsam, auf Alkohol während der Behandlung zu verzichten.
  3. Müssen auch Familienangehörige behandelt werden, wenn ich Skabies habe?
    Ja, meist empfiehlt sich eine gleichzeitige Behandlung aller engen Kontaktpersonen, um eine erneute Ansteckung zu vermeiden.
  4. Was mache ich, wenn ich eine Einnahme vergesse?
    Holen Sie die Einnahme nach, sobald Sie es bemerken. Liegt der nächste Einnahmezeitpunkt bereits nahe, nehmen Sie nicht die doppelte Dosis ein, sondern halten Sie sich weiter an Ihren Plan. Im Zweifel kontaktieren Sie Ihren Arzt.
  5. Wie lange dauert es bis zur Besserung?
    Erste Verbesserungen treten meist nach wenigen Tagen ein. Bei Skabies kann der Juckreiz jedoch noch mehrere Wochen nach Abtöten der Milben andauern.

Zusätzliche Informationen

Dosierung: No selection

3mg, 6mg, 12mg

Paket: No selection

10 pill, 20 pill, 30 pill, 40 pill, 60 pill, 80 pill, 100 pill, 120 pill, 180 pill, 270 pill