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Imuran (Azathioprine)

€26.92

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Imuran (Azathioprin) ist ein Medikament, das das Immunsystem schwächt. Es wird eingesetzt, um Abstoßungsreaktionen nach einer Organtransplantation zu verhindern und Autoimmunerkrankungen wie rheumatoide Arthritis oder Morbus Crohn zu behandeln. Imuran hilft dabei, das Abwehrsystem Ihres Körpers zu regulieren. Ihr Arzt wird regelmäßige Kontrollen empfehlen, um Nebenwirkungen frühzeitig zu erkennen und die Therapie optimal einzustellen.

Imuran (Azathioprin): Umfassende Patienteninformation

Basisinformationen zum Produkt

Wirkstoff (INN) Azathioprin
Handelsnamen in Deutschland Imurek, Azafalk, Azathioprin-ratiopharm, Imuran (Import)
ATC-Code L04AX01
Verfügbare Darreichungsformen & Stärken
  • Tabletten: 25 mg, 50 mg
  • Filmtabletten: 50 mg
  • Injektionslösung (seltener im Klinikbedarf): 100 mg/Vial
Hersteller Desitin Arzneimittel GmbH, ratiopharm GmbH, Mylan Germany GmbH u.a.
Verschreibungsstatus Verschreibungspflichtig (Rx)

Wirkmechanismus – Wie wirkt Azathioprin?

Azathioprin ist ein sogenanntes Immunsuppressivum. Es hemmt gezielt die Produktion und Aktivität bestimmter Immunzellen. Dadurch wird das Immunsystem „herunterreguliert“, was Autoimmun-Reaktionen und Abstoßungsreaktionen nach Organtransplantationen verhindert. Für Fachkreise: Azathioprin ist ein Prodrug, das im Körper zu 6-Mercaptopurin metabolisiert wird, welches Purinsynthese und damit die Bildung von T- und B-Lymphozyten hemmt.

Pharmakokinetik

Resorption:
Gute Resorption nach oraler Einnahme (ca. 50–90 %), individuell variabel.
Metabolismus:
Hauptsächlich hepatisch durch Enzyme wie Thiopurin-Methyltransferase (TPMT); genetische Variabilität der Enzyme kann die Verträglichkeit beeinflussen.
Ausscheidung:
Überwiegend renal (über den Urin) als Inaktive Metaboliten.
Wirkeintritt & Wirkdauer:
Wirkungseintritt: Nach 4–8 Wochen; volle Wirkung nach mehreren Monaten. Wirkdauer: 6–12 Stunden pro Dosis, aber immunologische Effekte halten länger an.

Im Alltag: Anwendung, Dosierung und deutsche Besonderheiten

  • Typische Dosierungen (Erwachsene): Initial 1–2,5 mg/kg Körpergewicht/Tag; bei Transplantationen oft höhere Startdosis. Kinder erhalten meist gewichtsadaptierte Dosen.
  • Einnahme in der Regel 1× täglich, gleiche Uhrzeit zur Erleichterung der Therapietreue (Adhärenz).
  • Tabletten unzerkaut mit ausreichend Flüssigkeit einnehmen.
  • Regelmäßige Blutkontrollen (Vollblutbild, Leberwerte) sind verpflichtend.
  • Vor Therapiebeginn wird in Deutschland ein TPMT-Test empfohlen (Pharmakogenetik, Kassenleistung), um schwere Nebenwirkungen vorherzusagen.
  • Einnahme immer nach ärztlicher Verordnung. Plötzliche Therapiepause oder Dosisänderung vermeiden!

Einnahme morgens oder abends?

  • Morgens: Viele Patienten bevorzugen die Einnahme am Morgen, da Übelkeit seltener auftritt und Kontrollblutentnahmen tagsüber besser koordiniert werden können.
  • Abends: Bei abendlicher Einnahme können potenzielle Nebenwirkungen während des Schlafens weniger störend wahrgenommen werden.
  • Tipp: Wichtig ist vor allem die regelmäßige Einnahme zur selben Tageszeit, um Blutspiegelschwankungen zu minimieren.

Einnahme zu den Mahlzeiten oder auf nüchternen Magen?

  • Azathioprin kann grundsätzlich sowohl mit als auch ohne Nahrung eingenommen werden. Die Resorption kann durch Nahrung etwas verzögert werden, die Wirkung bleibt jedoch erhalten.
  • Übelkeit reduziert sich häufig, wenn das Arzneimittel nach einer Mahlzeit eingenommen wird.
  • In Deutschland ist eine Einnahme nach einem typischen, leichten Frühstück (Brot, Müsli) üblich. Sehr fettreiche oder ballaststoffreiche Speisen sollten gemieden werden.
  • Wichtig: Grapefruitprodukte vermeiden, da sie die Verstoffwechselung beeinflussen können.

Warnhinweise und Wechselwirkungen

Interaktionspartner Mögliche Auswirkung Empfehlung
Allopurinol Erhöht Spiegel & Nebenwirkungsrisiko Azathioprindosis um 75% senken, strenge Überwachung
ACE-Hemmer, Cotrimoxazol Erhöhtes Risiko für Blutbildveränderungen Regelmäßige Blutbildkontrolle
Warfarin Wirkabschwächung von Warfarin INR engmaschig kontrollieren
Lebendimpfstoffe (z. B. Masern, Mumps, Röteln) Abgeschwächte Impfantwort oder Impfkrankheit möglich Impfberatung vor Therapiebeginn
Alkohol Erhöht Leberbelastung, Risiko für Leberschäden Alkoholkonsum minimieren, Leberwerte kontrollieren
Grapefruitprodukte Kann Verstoffwechselung beeinflussen Vermeiden

Indikationen (Zulassung und Off-Label-Gebrauch)

Indikation Zugelassen / Off-label
Organtransplantation (Prävention der Abstoßung) Zugelassen
Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen (Morbus Crohn, Colitis ulcerosa) Zugelassen
Autoimmunhepatitis Off-label (Leitlinienempfehlung)
Systemischer Lupus erythematodes, Rheumatoide Arthritis Off-label (Leitlinienempfehlung)
Dermatologische Erkrankungen (Bullöses Pemphigoid, Pemphigus vulgaris) Off-label (Sonderverordnung möglich)

Dosierung nach Indikation & Altersgruppe

Indikation Erwachsene Kinder Ältere Patienten
Transplantation 1,5–3 mg/kg/Tag 1–3 mg/kg/Tag Vorsicht, ggf. niedrigere Startdosis
CED (Morbus Crohn, Colitis ulcerosa) 1,0–2,5 mg/kg/Tag 1–2,5 mg/kg/Tag Engmaschige Überwachung
Autoimmunerkrankungen (off-label) 1–2,5 mg/kg/Tag Nach Facharztangabe Niedrigste wirksame Dosis

Sicherheitsprofil und Nebenwirkungen

  • Häufig (>1/10): Übelkeit, Erbrechen, Appetitlosigkeit, leichte Anämie, gelegentliche leichte Leberwerterhöhung
  • Gelegentlich (1/100–1/10): Infektionen, Blutbildveränderungen (Leuko-, Thrombozytopenie), Haarausfall
  • Selten (<1/1.000): Schwere Infektionen, Pankreatitis, Leberschädigung, schwerwiegende Überempfindlichkeitsreaktionen
  • Sehr selten (<1/10.000): Lymphome und andere Krebserkrankungen, insbesondere bei chronischer Langzeittherapie
  • Warnhinweise: Regelmäßige Kontrollen von Blutbild, Leber- und Nierenwerten sind gesetzlich verpflichtend. Bei Infektionszeichen, Fieber oder unerklärlichen Blutungserscheinungen sofort ärztlich vorstellen!

Leitfaden zur richtigen Anwendung: Apotheken- und Klinikratgeber

  1. Legen Sie die Einnahmezeit fest und halten Sie diese konsequent ein.
  2. Nehmen Sie das Medikament möglichst nach einer kleinen Mahlzeit ein, um Übelkeit zu vermeiden.
  3. Vermeiden Sie alkoholfreie und alkoholische Grapefruitgetränke.
  4. Erneuern Sie Ihr Rezept rechtzeitig – Azathioprin ist dauerhaft verschreibungspflichtig.
  5. Besprechen Sie alle zusätzlichen Medikamente oder Nahrungsergänzungsmittel mit Ihrem Arzt/Apotheker.
  6. Vergessen Sie keine Kontrolluntersuchungen. Betroffene Patienten erhalten in Deutschland einen „Methotrexat- oder Immunsuppressiva-Pass“ zur Erinnerung.
  7. Melden Sie Fieber, Halsschmerzen, Blutergüsse oder ungewöhnliche Müdigkeit sofort!

Alternative Therapien und Kostenübernahme

  • Alternativen (gesetzliche Krankenkasse erstattet):
    • 6-Mercaptopurin (Engpässe möglich; vergleichbarer Wirkmechanismus)
    • Biologika (z. B. Infliximab, Adalimumab, Vedolizumab bei CED)
    • Methotrexat bei rheumatoider Arthritis/Autoimmunerkrankungen
    • Mycophenolat-Mofetil oder Tacrolimus (bei Transplantationen)
  • Vorteile/Nachteile:
    • Azathioprin ist meist gut verträglich, langjährig erprobt, günstiger als viele Alternativen
    • Biologika wirken oft schneller und gezielter; höheres Infektionsrisiko, deutlich teurer
    • Methotrexat: häufiger gut wirksam, aber nicht für alle Indikationen geeignet
  • Für Azathioprin gilt die Erstattungspflicht durch die Gesetzliche Krankenversicherung (GKV), wenn eine Indikation gemäß Fachinformation vorliegt. „Off-label“-Anwendungen werden von der Kasse nur bei nachgewiesenem Nutzen und nach Einzelantrag erstattet.

Rechtlicher Status, Zulassung & Registrierung in Deutschland

  • Zulassung und Kontrolle: Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM)
  • Rezeptpflichtig: Ja, Abgabe nur gegen ärztliche Verschreibung gemäß AMG & AMVV
  • Im Arzneimittelstammregister (ABDA-Artikelstamm) und Lauer-Taxe gelistet.
  • Regelmäßige Aktualisierung der Fachinformation und Patienteninformation durch Hersteller/BfArM
  • Kassenerstattung nach geltender Arzneimittelrichtlinie (AM-RL) des G-BA

Aktuelle Forschung, Leitlinien & Literatur (2022–2025)

  • Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie (DGVS) empfiehlt weiterhin Azathioprin als Standardtherapie bei CED (2023, S3-Leitlinie M. Crohn und Colitis ulcerosa). Biologika als Folgetherapie reserviert.
  • TPMT-Therapiebegleitdiagnostik wird vor Therapiebeginn ausdrücklich empfohlen (DAZ 2023).
  • Europäische und amerikanische Leitlinien (ECCO, ACG) bestätigen Bedeutung als First-Line-Immunsuppressivum in Kombinationstherapien.
  • Aktuelle Diskussionen zu Langzeitrisiken (Krebserkrankungen) – neuere Studien zeigen, dass das absolute Risiko gering bleibt, wenn Monitoring stattfindet (siehe DGVS-Update 2024).

Verfügbarkeit & Lieferung

Packungsgröße Preis* (Stand 06/2024) Lieferzeit (Apothekenversand)
50 mg, 50 Tabletten ab ca. 26 EUR 1–2 Werktage (Berlin, Hamburg, München, Köln, Frankfurt)
50 mg, 100 Tabletten ab ca. 41 EUR 1–3 Werktage (Dresden, Stuttgart, Bremen, Nürnberg, Leipzig)
25 mg, 50 Tabletten ab ca. 22 EUR 1–3 Werktage deutschlandweit

*Preisangaben freibleibend, Zuzahlungen und Rabatte je nach Kasse möglich. Stand: Juni 2024

FAQ – Häufige Patientenfragen zu Imuran / Azathioprin

  1. Muss ich während der Einnahme von Imuran besonders auf meine Ernährung achten?
    Bei einer üblichen deutschen Mischkost sind keine speziellen Einschränkungen erforderlich, außer dem Verzicht auf Grapefruitprodukte. Alkohol sollten Sie nur in Maßen konsumieren. Melden Sie ungewöhnliche Nebenwirkungen Ihrem Arzt.
  2. Wie lange dauert es, bis Azathioprin wirkt?
    Die Wirkung setzt langsam ein, in der Regel nach 4–8 Wochen. Die volle Wirkung kann sich erst nach 3–6 Monaten zeigen. Geduld und konsequente Einnahme sind wichtig!
  3. Muss ich zur Einnahmezeit etwas beachten?
    Nehmen Sie Azathioprin täglich zur gleichen Uhrzeit ein. Bei starker Übelkeit kann eine nachträgliche Einnahme zum Essen helfen. Setzen Sie das Präparat niemals abrupt ab!
  4. Darf ich während der Einnahme geimpft werden?
    Totimpfstoffe dürfen verabreicht werden, aber Lebendimpfstoffe sind während der Behandlung zu vermeiden. Besprechen Sie anstehende Impfungen frühzeitig mit Ihrem Arzt.
  5. Übernimmt meine Krankenkasse die Kosten?
    Ja, bei zugelassenen Anwendungsgebieten und ärztlicher Verordnung übernehmen alle gesetzlichen und privaten Kassen die Kosten. Für individuelle Off-Label-Anträge kann eine schriftliche Genehmigung durch die Kasse erforderlich sein.

Wichtiger Hinweis: Diese Information ersetzt keinesfalls das persönliche ärztliche Gespräch. Für weitere Fragen wenden Sie sich bitte an Ihr betreuendes Facharztteam oder Ihre Apotheke vor Ort.

Zusätzliche Informationen

Dosierung: No selection

25mg, 50mg

Paket: No selection

30 pill, 60 pill, 90 pill, 120 pill, 240 pill, 270 pill