Angebot!

Azathioprine

€26.92

-17%
Azathioprin ist ein verschreibungspflichtiges Arzneimittel, das zur Unterdrückung des Immunsystems eingesetzt wird. Es wird häufig nach Organtransplantationen oder bei bestimmten Autoimmunerkrankungen wie rheumatoider Arthritis verschrieben. Azathioprin hilft, übermäßige Abwehrreaktionen des Körpers zu regulieren und Entzündungen zu vermeiden. Die Einnahme sollte nach Anweisung des Arztes erfolgen, da regelmäßige Blutkontrollen und eine genaue Dosierung wichtig sind.

Azathioprin – Umfassende Patienteninformation für Deutschland

Basisinformationen zum Produkt

Wirkstoff (INN) Azathioprin
Gebräuchliche Handelsnamen in Deutschland Imurek®, Azathioprin-1A Pharma®, Azafalk®, Azathioprin-ratiopharm®
ATC-Code L04AX01
Verfügbare Darreichungsformen & Stärken Tabletten (50 mg, 100 mg), seltener als Lösung zur Injektion (50 mg/ml)
Hersteller Astellas, 1A Pharma, ratiopharm, Falk Pharma u.a.
Verschreibungsstatus Verschreibungspflichtig (Rx), keine Selbstmedikation erlaubt

Wirkungsweise

Azathioprin ist ein Immunsuppressivum. Das bedeutet, es unterdrückt das Immunsystem und hilft dadurch, unerwünschte Immunreaktionen, wie sie beispielsweise bei Autoimmunerkrankungen oder nach Organtransplantationen auftreten, zu verhindern.

  • Für Laien: Azathioprin verringert die Aktivität der körpereigenen Abwehr, wodurch Entzündungen vermindert und Abstoßungsreaktionen verhindert werden.
  • Für Fachkreise: Azathioprin ist ein Purin-Analogon, das nach Umwandlung zu 6-Mercaptopurin die Synthese von DNA und RNA hemmt. Dadurch wird die Proliferation von T- und B-Lymphozyten unterdrückt.

Pharmakokinetik: Aufnahme, Verstoffwechselung, Ausscheidung, Wirkungsdauer

  • Absorption: Nach oraler Einnahme wird Azathioprin rasch und gut (ca. 88%) aus dem Magen-Darm-Trakt aufgenommen.
  • Metabolisierung: In der Leber und den roten Blutkörperchen wird Azathioprin zu 6-Mercaptopurin umgewandelt.
  • Elimination: Die Ausscheidung erfolgt hauptsächlich über die Nieren (renal), teils unverändert, teils als Metaboliten.
  • Wirkungsdauer: Die Immunsuppression setzt oft verzögert nach mehreren Wochen kontinuierlicher Einnahme ein. Der therapeutische Effekt hält nach dem Absetzen noch einige Tage an.

Anwendung im Alltag & Best Practices (Deutschland)

  • Typische Dosierung: Meist zwischen 1–3 mg pro Kilogramm Körpergewicht pro Tag, abhängig von Indikation und individueller Verträglichkeit.
  • Einnahme: Täglich möglichst zur gleichen Uhrzeit mit reichlich Wasser, ganz schlucken, nicht zerkauen.
  • Schwangerschaft und Stillzeit: Azathioprin darf nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung eingenommen werden. Bitte ärztlichen Rat einholen!
  • Regelmäßigkeit: Wichtig für die Wirksamkeit ist die tägliche, regelmäßige Einnahme.
  • Apothekenhinweis: Arzneimittel-Vorrat rechtzeitig kontrollieren und nachbestellen, da eine eigenmächtige Pause zu Schüben führen kann.

Einnahme morgens oder abends?

  • Morgens: Viele Patienten nehmen Azathioprin am Morgen, um mögliche Übelkeit oder Müdigkeit nicht mit der Schlafenszeit zu überlagern.
  • Abends: Bei Beschwerden am Tag empfiehlt sich die Einnahme abends, um Nebenwirkungen zu "verschlafen".
  • Tipp: Wichtig ist die konsequente Einnahme zu einer gewählten festen Tageszeit.

Einnahme mit oder ohne Nahrung?

  • Mit Nahrung: Nahrungsmittel, besonders fettarme Kost oder ein kleines Frühstück, können helfen, Magenreizungen zu vermeiden. Dies ist für deutsche Ernährungsgewohnheiten mit Frühstück und Abendbrot gut geeignet.
  • Ohne Nahrung: Eine nüchterne Einnahme kann die Aufnahme verbessern, muss aber nicht zwingend erfolgen.
  • Empfehlung der deutschen Leitlinien: Falls Nebenwirkungen im Magen auftreten, Einnahme zum Essen erwägen.

Interaktionswarnungen

Wechselwirkungs-Partner Mögliche Auswirkungen Hinweis
Allopurinol Erhöhte Azathioprin-Blutspiegel, höheres Nebenwirkungsrisiko Dosisanpassung notwendig
ACE-Hemmer Erhöhtes Risiko für Blutbildveränderungen Regelmäßige Kontrollen empfohlen
Warfarin (Marcumar®) Wirkungsabschwächung von Warfarin INR-Überwachung
Lebendimpfstoffe Erhöhte Infektionsgefahr Impfungen vor Therapiebeginn prüfen
Alkohol Verstärkte Lebertoxizität möglich Alkoholkonsum deutlich einschränken
Haushaltsmittel (Grapefruit, Johanniskraut) Beeinträchtigung der Arzneimittelwirkung Vorsicht, ggf. meiden

Indikationen

Indikation Status in Deutschland Kurzbeschreibung
Organtransplantationen (Niere, Herz usw.) Offiziell zugelassen Verhinderung von Abstoßungsreaktionen
Autoimmunhepatitis, Lupus erythematodes, Morbus Crohn, Colitis ulcerosa Offiziell zugelassen/Empfehlung Langfristige Kontrolle der Erkrankung
Rheumatoide Arthritis, Vaskulitiden Teils Off-Label Vor allem bei spezieller Arzt-Indikation
Dermatologische Erkrankungen (Pemphigus vulgaris, andere) Off-Label Nur auf Anweisung eines Facharztes

Dosierung nach Indikation und Patientengruppe

Indikation Erwachsene (Standard) Kinder Ältere Patienten
Transplantation 1–3 mg/kg/Tag 0,5–2,5 mg/kg/Tag Mit Vorsicht, ggf. reduzierte Dosis
Autoimmunerkrankungen 1–2,5 mg/kg/Tag 0,5–2 mg/kg/Tag Anfangs möglichst niedrig, engmaschige Überwachung

Hinweis: Die genaue Dosierung legt Ihr behandelnder Arzt individuell anhand Ihrer Werte und Verträglichkeit fest.

Sicherheitsprofil & Nebenwirkungen

Beobachten Sie sorgfältig Ihr Befinden während der Therapie. Bei Auffälligkeiten wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Häufigkeit Beispiel-Nebenwirkungen Besonderer Hinweis
Sehr häufig Infektionen, Blutbildveränderungen, Übelkeit, Appetitlosigkeit Häufige Labor-Kontrollen ratsam
Häufig Müdigkeit, Bauchschmerzen, Hautausschläge, Haarausfall Mögliche Therapieanpassung nötig
Gelegentlich Leberfunktionsstörungen, Allergien Kontrolle der Leberwerte
Selten Bösartige Tumore (bei Langzeittherapie), Pankreatitis Spezielle Überwachung erforderlich
Sehr selten Lungenentzündung, schwere Hautreaktionen Sofortärztliche Vorstellung notwendig

Ratschläge zur richtigen Anwendung

  • Regelmäßige Blutbild- und Leberwertkontrollen, Mindestens zu Therapiebeginn: 1x wöchentlich, später alle 1–3 Monate
  • Kontakt mit erkrankten Menschen möglichst vermeiden (Infektionsrisiko!)
  • Niemals die Dosis ändern oder absetzen ohne ärztliche Rücksprache
  • Bei Anzeichen einer Infektion (Fieber, Halsschmerzen), sofort Arzt aufsuchen
  • Lichtschutz beachten: Azathioprin kann die Lichtempfindlichkeit erhöhen. Besonders im deutschen Sommer Sonnenschutz verwenden!

Alternative Behandlungsoptionen (Kassenleistung, Vergleich)

  • Mycophenolatmofetil (z.B. CellCept®): Gleichfalls als Immunsuppressivum, Vorteil: Weniger Leukopenie, Nachteil: Teurer, Nebenwirkungen wie Durchfall
  • Metotrexat (MTX): Für viele Autoimmunerkrankungen Standard, günstiger, jedoch Lebertoxizität, Zusatzkontrollen erforderlich
  • Ciclosporin, Tacrolimus: Systeme Immunsuppressiva mit anderer Nebenwirkungscharakteristik, teurer
  • Biologika (Infliximab, Adalimumab): Vor allem bei therapieresistentem Morbus Crohn/Colitis ulcerosa, hohe Kosten, spezielle Kontrollen, Spritzen

Alle Alternativen werden im GKV-Regelversorgungskatalog (NFZ entspricht GKV in DE) in Abhängigkeit von Diagnosen und ärztlicher Anordnung grundsätzlich übernommen.

Rechtlicher, Status & Erstattung in Deutschland

  • Arzneimittelrecht: Zugelassen gemäß dem deutschen Arzneimittelgesetz (AMG), überwacht durch das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM)
  • Verschreibungspflichtig: Rezeptpflicht nach §48 AMG. Keine Selbstmedikation!
  • Erstattung: Kostenübernahme durch alle gesetzlichen Krankenkassen (GKV), bei medizinischer Indikation. Privatrezepte werden von den meisten PKV übernommen.
  • Rabattverträge: Viele Präparate unterliegen Rabattverträgen mit deutschen Krankenkassen. Bitte ggf. Nachfragen zu Austauschpräparaten.

Aktuelle Studien & Fachliche Empfehlungen (2022–2025)

  • 2022–2023: Die Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie und Gastroenterologie (z.B. DGVS-Leitlinien zu chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen) empfiehlt weiterhin Azathioprin als relevante Basistherapie – auch im internationalen Vergleich.
  • Erkenntnis: Für Transplantierte, aber auch für Autoimmunpatienten, bleibt Azathioprin ein bewährtes, lebenslang einsetzbares und kostengünstiges Immunsuppressivum – individuelle TPMT-Testung (Enzymaktivität) wird empfohlen, um Nebenwirkungsrisiko zu senken.
    Quelle: Deutsche Leitlinien, Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft, BfArM-Meldungen (2022–2024)
  • Nebenwirkungsmanagement und individuelle Dosisanpassungen werden unter Berücksichtigung neuer Biomarker, wie TPMT/NUDT15, mittlerweile empfohlen.

Verfügbarkeit und Lieferung in Deutschland

Packungsgröße (Tabletten à 50 mg) Richtpreis (Brutto, GKV, Stand 2024) Lieferzeit Berlin Lieferzeit München Lieferzeit Hamburg Lieferzeit Düsseldorf
20 Stück ca. 20 € 1–2 Werktage 1–2 Werktage 1–2 Werktage 1–2 Werktage
50 Stück ca. 30 € 1–2 Werktage 1–2 Werktage 1–2 Werktage 1–2 Werktage
100 Stück ca. 45 € 1–3 Werktage 1–3 Werktage 1–3 Werktage 1–3 Werktage

Individuelle Lieferzeiten und -kosten können je nach Versandapotheke variieren. Rezeptpflichtige Arzneimittel werden meist bevorzugt behandelt.

FAQ – Häufig gestellte Patientenfragen zu Azathioprin

  1. Wie lange dauert es, bis Azathioprin wirkt?
    Die Wirkung setzt in der Regel nach einigen Wochen, manchmal erst nach 3–12 Wochen ein. Geduld und eine regelmäßige Einnahme sind wichtig.
  2. Darf ich während der Therapie normale Impfungen erhalten?
    Totimpfstoffe (z. B. Grippe, Tetanus) dürfen meist verabreicht werden. Lebendimpfstoffe (z. B. Masern, Mumps, Röteln) sind kontraindiziert. Sprechen Sie vor Impfungen immer mit Ihrem Arzt!
  3. Muss ich meine Ernährung umstellen?
    Grundsätzlich nicht. Rohmilchprodukte, rohes Fleisch, rohe Eier und unzureichend gekochtes Gemüse sollten wegen Infektionsrisiko eher gemieden werden.
  4. Ist eine Einnahme in der Schwangerschaft möglich?
    Nur nach sorgfältiger ärztlicher Abwägung und strenger Indikation ist Azathioprin möglich. Es gibt einige kontrollierte Berichte über sichere Anwendung, dennoch ist eine enge Überwachung notwendig.
  5. Kann ich Alkohol trinken?
    Starker Alkoholkonsum sollte vermieden werden, da sowohl Alkohol als auch Azathioprin die Leber belasten. Geringe Mengen (z. B. ein Glas Bier oder Wein) sind bei stabilen Leberwerten meist vertretbar, besprechen Sie dies mit Ihrem Arzt.

Wichtiger Hinweis: Diese Informationen ersetzen keine medizinische Beratung. Bei weiteren Fragen wenden Sie sich bitte an Ihren behandelnden Arzt oder Apotheker.

Zusätzliche Informationen

Dosierung: No selection

25mg, 50mg

Paket: No selection

30 pill, 60 pill, 90 pill, 120 pill, 240 pill, 270 pill