Angebot!

Cyclosporine

€0.00

-17%
Cyclosporin ist ein Medikament, das Ihr Immunsystem gezielt abschwächt. Es wird häufig eingesetzt, um Abstoßungsreaktionen nach Organtransplantationen zu verhindern oder bestimmte Autoimmunerkrankungen zu behandeln. Die Einnahme erfolgt meist in Form von Kapseln oder Lösung. Während der Therapie sind regelmäßige ärztliche Kontrollen wichtig, um Nebenwirkungen und die richtige Dosierung sicherzustellen. Bitte nehmen Sie Cyclosporin immer genau nach Anweisung Ihres Arztes ein.

Cyclosporin – Umfassende Patienteninformation

Grundlegende Produktinformationen

Wirkstoff (INN) Cyclosporin (Ciclosporin)
Handelsnamen (Deutschland) Sandimmun®, Cicloral®, Immunosporin®, Optimmune®
(je nach Darreichungsform und Hersteller)
ATC-Code L04AD01
Verfügbare Darreichungsformen / Stärken Weichkapseln (10 mg, 25 mg, 50 mg, 100 mg), Lösung zum Einnehmen (100 mg/ml), Infusionslösung (50 mg/ml), Augensalbe (0,2 %)
Hersteller Novartis, Teva, ratiopharm, Zentiva, Alcon (für Augensalbe)
Verschreibungsstatus Rezeptpflichtig (Apothekenpflicht nach AMG, §48)

Wirkmechanismus

Cyclosporin ist ein immunsuppressiver Wirkstoff aus der Gruppe der Calcineurin-Inhibitoren. Es hemmt gezielt die Aktivierung bestimmter weißer Blutkörperchen (T-Lymphozyten), indem es die Produktion von Interleukin-2 blockiert. Dadurch wird die Immunantwort abgeschwächt, was vor allem nach Organtransplantationen wichtig ist, um Abstoßungsreaktionen zu verhindern.
Für Spezialisten: Cyclosporin bindet an Cyclophilin in T-Zellen, inhibiert Calcineurin und verhindert die dephosphorylierung des nukleären Faktors der aktivierten T-Zellen (NFAT). Die Folge ist eine reduzierte Transkription von Zytokingenen, primär für Interleukin-2.

Pharmakokinetik

  • Absorption: Moderat; stark abhängig von individuellen Unterschieden und der Nahrung. Bioverfügbarkeit bei oraler Gabe etwa 30 % (10–89 %).
  • Metabolismus: Überwiegend hepatisch durch CYP3A4.
  • Elimination: Vor allem biliär (mit der Galle), nur minimal renal (über die Niere).
  • Halbwertszeit: 6–18 Stunden (abhängig von Alter, Leberfunktion und Transplantattyp).

Anwendung im Alltag & bewährte Praxis (Deutschland)

  • Typische Dosierung: Je nach Indikation meist zwischen 2 und 12 mg/kg Körpergewicht pro Tag, individuell angepasst (regelmäßige Kontrolle der Cyclosporin-Blutspiegel empfohlen).
  • Medikament möglichst immer zur gleichen Tageszeit einnehmen.
  • Kapseln unzerkaut mit Wasser schlucken. Lösung exakt abmessen; ggf. in Orangensaft, Milch oder Wasser einrühren (nicht mit Grapefruitsaft).
  • Infusionslösung nur im klinischen Umfeld, Augensalbe nach Anweisung bei trockenen Augen/Autoimmunkrankheiten.
  • Kinder und ältere Patienten benötigen oftmals angepasste Dosierungen.
  • Keine eigenmächtige Dosisänderung – engmaschige ärztliche Kontrolle!

Einnahme morgens oder abends?

  • Morgens und abends einnehmen (meist 2-mal täglich), um stabile Wirkspiegel zu sichern. Exakte Uhrzeiten mit behandelndem Arzt absprechen.
  • Vorteile morgens: Kontrolle im Tagesablauf leichter, Blutspiegelkontrolle meist vormittags im Labor.
  • Nachteile abends: Eventuell Einfluss auf Schlaf, aber oft notwendig bei Spread der Dosis für gleichmäßigen Spiegel.
  • Tipp: Wecker oder Smartphone-Erinnerung verwenden, um Regelmäßigkeit sicherzustellen.

Einnahme zu Mahlzeiten?

  • Cyclosporin kann mit oder ohne Nahrung eingenommen werden, sollte aber immer konsistent erfolgen (also immer mit oder immer ohne Essen).
  • Fettreiche Nahrung verlangsamt und verstärkt die Aufnahme. In Deutschland sind traditionelle Mahlzeiten oft sehr unterschiedlich zusammengesetzt (z.B. Frühstück leicht, Mittagessen üppig).
    Konstant beibehalten!
  • Kein Grapefruitsaft – dieser erhöht die Wirkstoffaufnahme und somit das Risiko für Nebenwirkungen!

Wechselwirkungen (Interaktionshinweise)

Interaktion Empfehlung/Wirkung
Grapefruitsaft Verboten! Führt zu erhöhter Cyclosporin-Konzentration im Blut.
Alkohol In Maßen unproblematisch, kann jedoch die Leber zusätzlich belasten. Ärztliche Rücksprache empfohlen.
Johanniskraut Kontraindiziert, da schnellerer Abbau von Cyclosporin – Wirkung sinkt.
Makrolid-Antibiotika (z.B. Clarithromycin, Erythromycin) Vorsicht! Können Cyclosporin-Spiegel erhöhen, Risiko für Toxizität.
Antimykotika (z.B. Ketoconazol) Spiegel steigt, mehr Nebenwirkungen möglich.
NSAIDs/Schmerzmittel (z.B. Ibuprofen) Risiko für Nierenfunktionsstörungen steigt.
Kaliumsparende Diuretika (z.B. Amilorid) Risiko für Hyperkaliämie (zu viel Kalium im Blut).
Impfungen (Totimpfstoffe, Lebendimpfstoffe) Abgeschwächte Wirkung; Lebendimpfstoffe meist kontraindiziert.

Zugelassene & Off-Label-Indikationen (Deutschland)

Indikation Offiziell zugelassen Off-Label
Organtransplantation (z.B. Niere, Leber, Herz, Lunge) -
Knochenmarktransplantation -
Schweres endogenes Uveitis -
Schwerer Morbus Behçet, atopische Dermatitis, Psoriasis, Rheumatoide Arthritis ✓ (teils, abhängig vom Präparat) -
Nephrotisches Syndrom (bei Erwachsenen und Kindern) ✓ (bei steroidrefraktären Formen) -
Colitis ulcerosa, andere Autoimmunerkrankungen - Ja, ärztliche Einzelfallentscheidung
Augensalbe: Keratoconjunctivitis sicca (trockene Augen) -

Dosierung nach Indikationen (Erwachsene/Kinder/Ältere)

Indikation Erwachsene Kinder Ältere Patienten
Organtransplantation Initial 10–12 mg/kg KG/Tag, anschließend Erhaltungsdosis 2–6 mg/kg/Tag wie Erwachsene, Dosis individuell anpassen wie Erwachsene, engmaschige Kontrolle der Nierenfunktion
Rheumatoide Arthritis 2,5–4 mg/kg KG/Tag bei Jugendlichen individuell nach Körpergewicht niedrig starten, Dosis langsam steigern
Psoriasis 2,5–5 mg/kg KG/Tag nur in Ausnahmefällen, keine Standardtherapie Dosis reduzieren, Risiko-Nutzen prüfung
Nephrotisches Syndrom 5 mg/kg KG/Tag 6 mg/kg KG/Tag s. Erwachsene, ggf. Dosis verringern
Augensalbe 2-mal täglich in den Bindehautsack nach Anweisung w. Erwachsene

Sicherheitsprofil & Nebenwirkungen

Häufigkeit Beispielhafte Nebenwirkungen Hinweis/Warnung
Sehr häufig (>10 %) Nierenfunktionsstörungen, Bluthochdruck, Zittern (Tremor), erhöhter Blutdruck Regelmäßige Blutdruck- und Nierenkontrolle unerlässlich!
Häufig (1–10 %) Infektionen, Kopfschmerzen, Zahnfleischwucherung, erhöhter Blutzucker, erhöhte Blutfette Gute Mundhygiene, Infektionsprophylaxe
Gelegentlich (<1 %) Magen-Darm-Beschwerden, Muskelkrämpfe, Leberfunktionsstörungen Leberwerte regelmäßig überwachen
Selten Hirnerkrankungen (z.B. Reversible Enzephalopathie), Allergien, erhöhtes Krebsrisiko (Langzeitanwendung) Beim Auftreten neurologischer Symptome sofort Arzt aufsuchen!
Sehr selten Schwere Infektionen, Leberversagen Notfall; sofortige medizinische Hilfe suchen

Richtlinien für die richtige Anwendung (Apotheker-/Kliniktipps für Deutschland)

  • Blutspiegelkontrollen und Laborüberwachung regelmäßig (häufiger in der Einstellungsphase).
  • Zahnarztbesuche regelmäßig wahrnehmen (Risiko Zahnfleischwucherung beachten).
  • Händewaschen und Hygienemaßnahmen strikt einhalten, um Infektionen zu vermeiden.
  • Alle Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel dem behandelnden Arzt mitteilen (Wechselwirkungen!).
  • Reiselustige: Reisemedizinisch beraten lassen (Impfungen, Infektionsschutz).
  • Packungsbeilage sorgfältig lesen und aufbewahren.

Alternative Therapieoptionen (mit GKV-Erstattung, Kurzbewertung)

  • Tacrolimus – Vorteil: Stärker bei manchen Indikationen, weniger ausgeprägt Zahnfleischwachstum; Nachteil: Höheres Diabetesrisiko.
  • Mycophenolat-Mofetil – Vorteil: Weniger Nierenschädigung, Nachteil: Nur in Kombinationstherapie, Nebenwirkungen wie Durchfall möglich.
  • Azathioprin – Vorteil: Breites Erfahrungsspektrum, einfachere Laborkontrollen; Nachteil: Potentiell zytotoxisch, erhöhtes Risiko für Leukopenie.
  • Sirolimus/Everolimus (mTOR-Hemmer) – Vorteil: Nicht nephrotoxisch; Nachteil: Wundheilungsstörung, Hyperlipidämie.
  • Belatacept – Vorteil: Keine Nierenschädigung, seltenere Einnahme notwendig; Nachteil: Nur i.v.-Verabreichung, spezialisiert.

Rechtlicher Status, Registrierung, Erstattung (Deutschland)

  • Zulassung: EMA- und BfArM-zugelassen für diverse Indikationen, Arzneimittelgesetz (AMG) §21.
  • Rezeptpflicht: Verschreibungspflichtig gem. §48 AMG.
  • GKV-Erstattung: Voll übernommen bei zugelassenen Indikationen gemäß G-BA/BAG; Zuzahlung möglich.
  • Retaxierung: Keine ohne ärztliche Verordnung; Apothekenpflicht.

Neueste Forschung & Leitlinien (Stand 2022–2025)

  • Deutsche Gesellschaft für Nephrologie (DGfN) und Deutsche Gesellschaft für Transplantationsmedizin (DTG): Cyclosporin bleibt unverzichtbarer Bestandteil der Immunsuppression, vor allem Nierentransplantation (2024).
  • Europäische Leitlinien (KDIGO, 2023): Neue Dosierempfehlungen für Kombinationsimmunsuppression, individuell anzu- passen.
  • Forschung zu Cyclosporin-Mikroemulsionen und innovativen Formulierungen (Lancet 2024): Geringere Nebenwirkungen, ähnliche Wirksamkeit.
  • DFG-geförderte Studien (2023): Cyclosporin auch bei schwerer atopischer Dermatitis wirkungsvoll und sicher bei begrenzter Anwendungsdauer.

Verfügbarkeit und Lieferzeiten

Cyclosporin ist deutschlandweit rezeptpflichtig in jeder Apotheke erhältlich. Bei Lieferengpässen meist alternative Hersteller verfügbar. Preisangaben variieren je nach Kassenvertrag und Packungsgröße.

Packungsgröße Indikativer Apothekenpreis (2024) Lieferzeit (Berlin/München/Hamburg/Köln/Frankfurt)
Sandimmun® 25 mg/50 Kaps. ca. 105–120 € 24–48 Std.
Cicloral® 100 mg/50 Kaps. ca. 230–260 € 24–48 Std.
Lösung 100 mg/ml / 50 ml ca. 510–550 € 24–72 Std.
Optimmune® Augensalbe 3,5 g ca. 43–55 € 24–48 Std.

FAQ – Häufige Patientenfragen zu Cyclosporin

  • 1. Muss ich Cyclosporin ein Leben lang nehmen?
    Nach Organtransplantation meist ja – aber Dosis kann sich verändern. Bei Autoimmunerkrankungen ist die Behandlungsdauer individuell und oftmals befristet.
  • 2. Kann ich mich während der Therapie gegen Corona oder Grippe impfen lassen?
    Totimpfstoffe (wie mRNA-Impfstoffe oder Grippe-Totimpfstoff) sind erlaubt, Lebendimpfstoffe jedoch kontraindiziert. Bitte immer Rücksprache mit Arzt/Apotheker.
  • 3. Was tun, wenn ich eine Dosis vergessen habe?
    Die vergessene Einnahme möglichst bald nachholen, wenn bis zur nächsten Dosis noch mehr als 4 Stunden verbleiben. Nie zwei Dosen zusammen einnehmen!
  • 4. Warum sind regelmäßige Blutkontrollen notwendig?
    Weil der Wirkstoffspiegel schwanken kann und Über- oder Unterdosierung riskant ist. Außerdem müssen Nierenfunktion, Leber und Blutdruck kontrolliert werden.
  • 5. Darf ich mit Cyclosporin Auto fahren oder Alkohol trinken?
    Auto fahren ist meist erlaubt, sofern keine Nebenwirkungen wie Schwindel auftreten. Alkohol möglichst nur in Maßen und nach ärztlicher Beratung, da Leber und Nieren belastet werden können.

Zusätzliche Informationen

Dosierung: No selection

25mg, 50mg, 100mg

Paket: No selection

12 pill, 24 pill, 30 pill, 60 pill