Angebot!

Allopurinol

€0.00

-17%
Allopurinol wird zur Behandlung von Gicht und erhöhten Harnsäurewerten im Blut eingesetzt. Das Medikament hilft, die Bildung von Harnsäure zu verringern und damit schmerzhafte Gichtanfälle vorzubeugen. Es ist wichtig, Allopurinol regelmäßig und wie vom Arzt verordnet einzunehmen. Bei Fragen oder Unsicherheiten wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder Apotheker.

Allopurinol – Patienteninformation und Beratung

Grundlagen: Produktinformationen

Wirkstoff (INN) Allopurinol
Handelsnamen (Deutschland) Allopurinol ratiopharm®, Allopurinol AL®, Allopurinol Beta®, Allopurinol STADA® u.a.
ATC-Code M04AA01
Verfügbare Darreichungsformen und Stärken Tabletten: 100 mg, 300 mg
Hersteller (DE) ratiopharm GmbH, STADA Arzneimittel AG, ALIUD Pharma u.a.
Verschreibungsstatus Verschreibungspflichtig (Rezeptpflichtig)

Wirkmechanismus (Laien & Fachinfo)

Für Patientinnen und Patienten: Allopurinol senkt den Harnsäurespiegel im Blut. Dadurch verringert es die Gefahr von Gichtanfällen oder Nierenschäden durch Harnsäurekristalle. Es blockiert ein Enzym (Xanthinoxidase), das an der Produktion von Harnsäure beteiligt ist.

Für Fachkreise: Allopurinol hemmt kompetitiv die Xanthinoxidase und verhindert so die Umwandlung von Hypoxanthin und Xanthin zu Harnsäure. Es wird in der Leber zu Oxipurinol metabolisiert, das ebenfalls inhibitorisch wirkt.

Pharmakokinetik

  • Resorption: Oral rasche und vollständige Aufnahme, Bioverfügbarkeit ca. 80–90 %
  • Metabolismus: Hauptsächlich hepatisch (Leber), Bildung von Oxipurinol (ebenfalls wirksam)
  • Elimination: Hauptsächlich renal als Allopurinol und Oxipurinol
  • Wirkdauer: Effekt tritt nach wenigen Tagen ein, Wirkspiegel stabil nach 1–2 Wochen
  • Halbwertszeit: Allopurinol ~1–2 Stunden, Oxipurinol ~18–30 Stunden

Allopurinol im Alltag – Anwendung & Verhalten

  • Meist als Tabletten täglich einzunehmen
  • Dosierung individuell (meist 100–300 mg/Tag)
  • Regelmäßige Einnahme entscheidend für Therapieerfolg
  • Blutuntersuchungen zur Harnsäurekontrolle empfohlen
  • In den ersten Wochen: Gichtanfälle möglich (Vorbeugung durch z.B. Colchicin möglich)

In Deutschland wird empfohlen, die Tablette stets zur gleichen Tageszeit mit ausreichend Wasser einzunehmen. Besonders im Rahmen einer Dauermedikation in der Gichttherapie ist es wichtig, keinen Tag auszulassen.

Morgens oder abends – Der ideale Einnahmezeitpunkt

  • Am Morgen: Vorteil: Leichtere Einnahme-Kontrolle, Alltagsintegration.
  • Am Abend: Keine zwingenden Vorteile oder Nachteile.
  • Ratschlag: Wichtig ist nicht der exakte Zeitpunkt, sondern die konsequente tägliche Einnahme.

Tipp: Wählen Sie eine Tageszeit, die Sie zuverlässig einhalten können (z.B. mit Frühstück).

Einnahme zu den Mahlzeiten oder nüchtern?

  • Die Einnahme kann unabhängig von den Mahlzeiten erfolgen
  • Falls Magenbeschwerden auftreten: Mit einer Mahlzeit einnehmen
  • Typisch deutsche Ernährung beeinflusst die Wirkung nicht maßgeblich

Achtung: Eine purinreiche Ernährung (z.B. viel Innereien, Hülsenfrüchte, Fleisch, Wurst, Fisch, Alkohol) kann die Harnsäure erhöhen und die Wirksamkeit beeinträchtigen. Typische deutsche Kost: Achten Sie darauf, Fleisch, Wurst und Bier in Maßen zu genießen!

Interaktionen – Was ist zu beachten?

Arzneimittel / Lebensmittel Interaktionsgefahr
Azathioprin, 6-Mercaptopurin Wirkungsverstärkung, erhöhte Toxizität – Dosisanpassung zwingend notwendig!
Warfarin, andere Vitamin-K-Antagonisten Verstärkte blutgerinnungshemmende Wirkung – INR-Kontrollen intensivieren
Thiaziddiuretika Erhöhtes Risiko für Hautreaktionen und Blutbildveränderungen
Amoxicillin/Ampicillin Erhöhtes Risiko für allergische Hautausschläge
Alkohol Fördert Harnsäureanstieg; Gichtanfallrisiko steigt
Purinreiche Speisen (Fleisch, Innereien, Hülsenfrüchte) Schlechtere Wirksamkeit; Harnsäure kann weiter steigen

Tipp: Besprechen Sie Arzneimittelwechselwirkungen immer vorab mit Ihrer Apotheke oder Ihrem Arzt!

Indikationen – Offizielle und Off-Label-Anwendungen

Indikation Zulassungsstatus in DE
Chronische Gicht (Hyperurikämie mit Gichtanfällen) Offiziell zugelassen
Nierensteine bei Harnsäureüberschuss Offiziell zugelassen
Hyperurikämie infolge von Tumorlysesyndrom / Chemotherapie Offiziell zugelassen
Andere Hyperurikämien (von Enzymdefekten, seltene Erkrankungen) Off-Label, individuelle Therapie

Dosierungen nach Indikation und Patientengruppe

Indikation/Patientengruppe Typische Dosierung
Erwachsene, leichter Harnsäureanstieg 100–200 mg/Tag
Erwachsene, schwere Hyperurikämie / Rezidivierende Gicht 300–600 mg/Tag (ggf. aufgeteilt auf 2–3 Dosen)
Kinder (<15 Jahre, selten notwendig) 10–20 mg/kg/Tag, max. 400 mg/Tag
Ältere Patienten/Nierenfunktionsstörung Reduzierte Dosierung nach ärztlicher Einschätzung

Hinweis: Die Anfangsdosis sollte nied­rig gewählt und dann langsam gesteigert werden. Die Dosisanpassung erfolgt entsprechend dem Harnsäurespiegel.

Sicherheitsprofil – Nebenwirkungen & Warnhinweise

Häufigkeit Beispiele
Sehr häufig/häufig (≥1/10, ≥1/100) Magen-Darm-Beschwerden (Übelkeit, Durchfall), Hautausschläge (leichte Formen), erhöhte Leberwerte
Gelegentlich (≥1/1.000) Allergische Reaktionen, Kopfschmerzen, Schwindel
Selten (≥1/10.000) Schwere Hautreaktionen (Stevens-Johnson-Syndrom, toxische epidermale Nekrolyse), Blutbildveränderungen, Fieber
Sehr selten Anaphylaxie, akutes Leberversagen, Niereninsuffizienz

Warnhinweis: Bei ersten Anzeichen von schwerem Hautausschlag, Fieber, Schleimhautveränderungen oder grippeähnlichen Symptomen Allopurinol sofort absetzen und ärztliche Hilfe aufsuchen!

Richtige Anwendung – Praktische Apotheken- und Klinik-Tipps

  • Nehmen Sie Allopurinol immer regelmäßig ein, auch wenn Sie beschwerdefrei sind
  • Starttherapie möglichst nicht während eines akuten Gichtanfalls
  • Bei Nierenfunktionsstörung: Regelmäßige ärztliche Kontrolle notwendig
  • Ausreichende Flüssigkeitszufuhr (ca. 2 Liter/Tag) zur Unterstützung der Harnsäureausscheidung
  • Ernährung: Purinarme Kost bevorzugen (wenig Fleisch, Innereien, Bier, Hülsenfrüchte)
  • Bei Vergessen der Einnahme: Nicht doppelt nehmen, beim nächsten Mal wie gewohnt fortfahren

Alternative Therapieoptionen

  • Febuxostat – Bei Unverträglichkeit gegen Allopurinol; stärker, aber mehr Kontrollen nötig (teurer, nicht immer erstattungsfähig)
  • Benzbromaron – Für Patient:innen mit Niereninsuffizienz; fördert Harnsäureausscheidung (Leberüberwachung nötig, teils erstattungsfähig)
  • Urikosurika (Probenecid, Sulfinpyrazon) – Selten, eher bei Prophylaxe eingesetzt (nicht für Niereninsuffizienz)
  • Lebensstiländerung – Purinarme Ernährung und Gewichtskontrolle sind essentiell

Vorteile von Allopurinol: Gut erprobt, flächendeckend verfügbar, oft Kassenleistung.
Nachteile: Seltene, teils schwere Überempfindlichkeitsreaktionen möglich, Dosisanpassung bei Niereninsuffizienz erforderlich.

Rechtlicher Status, Registrierung und Erstattung in Deutschland

  • Zugelassen von: Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM)
  • Verordnung: Rezeptpflichtig (nur auf ärztliches Rezept)
  • Erstattung: GKV/PKV-Leistung, bei medizinischer Notwendigkeit (Hyperurikämie, Gicht, Tumorlysesyndrom)
  • Packungsbeilage und Fachinformation in Deutsch unbedingt durchlesen
  • Hohe Versorgungssicherheit durch zahlreiche Generika

Aktuelle Studien & klinische Leitlinien (2022–2025)

  • 2023 – Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie: Empfehlung zur frühzeitigen und konsequenten Dauerbehandlung chronischer Hyperurikämie; Ziel-Harnsäurewert < 6 mg/dl
  • 2022 – S2k-Leitlinie "Gichtarhtritis": Allopurinol bleibt Mittel der ersten Wahl, Dosissteigerung bis zur Zielharnsäure erlaubt unter Kontrolle
  • Internationale Studien: Febuxostat mit Reservecharakter bei Allopurinol-Unverträglichkeit; keine signifikant bessere Mortalität
  • Forschung: Entwicklung neuer urikostatischer Substanzen; Fokus auf Chronifizierung & Präventivstrategien

Quellen: Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie e.V., Arzneiverordnung in der Praxis (AVP), „Rheumatology“ Journal, S2k-Leitlinie 2022 Gichtarthritis.

Verfügbarkeit & Lieferung in Deutschland

PZN Packungsgröße Tabletten-/Menge Indikativer Preis (GKV/2024) Lieferzeit (Berlin, München, Hamburg, Köln, Dresden)
02298207 Klein (<50 Tabletten) 20 Stück 3,40 € Meist am selben Werktag, online 1–2 Tage
02298313 Mittel 50 Stück 7,80 € In Ballungszentren Lieferung am gleichen Tag über Vor-Ort-Apotheken
02298432 Groß 100 Stück 13,00 € DHL, Hermes: i.d.R. 1–2 Werktage deutschlandweit

Achtung: Die Preise können je nach Apotheke und Erstattung durch Krankenkasse geringfügig abweichen.

FAQ – Häufige Patientenfragen

  1. Wie lange muss ich Allopurinol einnehmen?
    In der Regel lebenslang bei chronischer Gicht oder Hyperurikämie; Therapieunterbrechungen können Rückfälle und Gichtanfälle fördern.
  2. Muss ich meine Ernährung anpassen?
    Ja! Purinarme Ernährung (wenig Fleisch, Innereien, Alkohol) unterstützt Ihren Therapieerfolg erheblich.
  3. Darf Allopurinol während eines akuten Gichtanfalls begonnen werden?
    Nein. Besser erst nach Abklingen des Schubs starten, um Komplikationen zu vermeiden.
  4. Kann ich Allopurinol mit anderen Medikamenten kombinieren?
    Oft ja, aber beachten Sie potenzielle Wechselwirkungen (z.B. mit Azathioprin, Diuretika); Rücksprache mit Arzt/Apotheker ist wichtig!
  5. Was tun, wenn ich die Einnahme vergesse?
    Nachholen, sobald Sie es merken (am selben Tag); nie die doppelte Dosis einnehmen!

Fragen Sie bei Unsicherheiten immer Ihre Ärztin/Ihren Arzt oder Ihr Apothekenteam!

Zusätzliche Informationen

Dosierung: No selection

300mg

Paket: No selection

30 pill, 60 pill, 90 pill