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Cilostazol

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Cilostazol wird zur Behandlung von Durchblutungsstörungen in den Beinen eingesetzt, wie zum Beispiel bei peripherer arterieller Verschlusskrankheit (pAVK). Es verbessert die Durchblutung, indem es die Blutgefäße erweitert und die Blutplättchen daran hindert, zu verklumpen. So können Schmerzen beim Gehen gelindert werden. Die Einnahme sollte genau nach ärztlicher Anweisung erfolgen. Bei Fragen oder Nebenwirkungen wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder Apotheker.

Cilostazol: Umfassende Patienteninformation

Basisinformationen zum Produkt

  • Wirkstoff (INN): Cilostazol
  • Handelsnamen in Deutschland: Pletal®, Cilostazol Krewel Meuselbach, Cilostazol ratiopharm
  • ATC-Code: B01AC23
  • Verfügbare Darreichungsformen & Stärken: Tabletten à 50 mg und 100 mg
  • Hersteller: Otsuka Pharma GmbH, Krewel Meuselbach GmbH, ratiopharm GmbH, Generika-Anbieter
  • Verschreibungsstatus: Verschreibungspflichtig nach §48 AMG, Einlösung nur mit ärztlichem Rezept

Wirkmechanismus

Cilostazol gehört zur Gruppe der Phosphodiesterase-III-Hemmer (PDE-III-Inhibitoren) und wird vor allem zur Behandlung von Durchblutungsstörungen in den Beinen (periphere arterielle Verschlusskrankheit, Stadium II) eingesetzt. Der Wirkstoff verhindert den Abbau von cAMP (zyklisches Adenosinmonophosphat) in den Blutplättchen und der Gefäßmuskulatur. Dies führt zu einer Erweiterung der Blutgefäße und vermindert die Verklumpung der Blutplättchen. Das Ergebnis: Das Blut fließt leichter, Schmerzen beim Gehen (Schaufensterkrankheit) nehmen ab und die Gehstrecke wird länger.

Vertiefte Informationen für Fachpersonal

Die selektive Hemmung der PDE III erhöht intrazelluläres cAMP, was zur Vasodilatation sowie zur Hemmung der Thrombozytenaggregation führt. Darüber hinaus hat Cilostazol eine leichte antiproliferative Wirkung auf glatte Gefäßmuskelzellen. Es besitzt jedoch keine antikoagulatorische Wirkung wie Vitamin-K-Antagonisten oder direkte orale Antikoagulantien.

Pharmakokinetik

  • Resorption: Schnell und nahezu vollständig nach oraler Einnahme (Bioverfügbarkeit etwa 90%)
  • Metabolisierung: In der Leber (vorwiegend durch CYP3A4, CYP2C19)
  • Elimination: Überwiegend renal (Niere), teils fäkal
  • Halbwertszeit: 11–13 Stunden; aktive Metaboliten bis 20 Stunden
  • Wirkdauer: Die Wirkung hält nach regelmäßiger Einnahme kontinuierlich an; Steady-State nach 4–5 Tagen

Anwendung im Alltag & Praktische Hinweise

Cilostazol wird in der Regel zur Behandlung der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit (pAVK) Stadium II nach Fontaine eingesetzt, wenn andere Maßnahmen (u.a. Gehtraining, Risikofaktor-Kontrolle) nicht ausreichen und keine Durchblutungs-intervention infrage kommt. Die Tabletten sind zum Einnehmen bestimmt und sollten stets an den vom Arzt vorgegebenen Einnahmezeiten genommen werden, um eine gleichmäßige Wirkung zu erzielen.

  • Typische Dosierung: 2x täglich 100 mg (morgens und abends im Abstand von 12 Stunden). Ggf. Dosisanpassung bei Nebenwirkungen, Leber- oder Nierenfunktionsstörungen.
  • Anleitung: Tablette unzerkaut mit ausreichend Wasser einnehmen.
  • Häufigkeit: Tägliche Anwendung, regelmäßige Einnahme ist entscheidend für die Wirkung.
  • Dauer: Die Wirkung setzt allmählich ein, meist innerhalb von 2–4 Wochen bewertet der Arzt die Wirksamkeit.

Einnahme morgens vs. abends

Die Einnahme von Cilostazol sollte zweimal täglich (typisch: morgens und abends, z.B. 8 Uhr und 20 Uhr) mit etwa 12 Stunden Abstand erfolgen.

  • Vorteile fester Einnahmezeiten: Gleichmäßiger Plasmaspiegel, geringeres Risiko von Nebenwirkungen
  • Tipp: Die regelmäßige Einnahme fördert die Wirksamkeit. Nutzen Sie Alltagsrituale (Frühstück, Abendessen) als Erinnerungsstütze.
  • Zu beachten: Einnahme möglichst immer mit oder direkt nach einer Mahlzeit (siehe unten).

Einnahme mit oder ohne Mahlzeit

Cilostazol sollte grundsätzlich mit einer Mahlzeit eingenommen werden, vorzugsweise nach dem Frühstück und dem Abendessen. Die Aufnahme wird durch fettreiche Speisen zwar erhöht, aber gleichzeitig besteht ein höheres Risiko für Nebenwirkungen.

  • Eine Einnahme auf nüchternen Magen kann die Verträglichkeit verbessern, ist jedoch weniger praktikabel und kann die Wirksamkeit beeinträchtigen.
  • Im deutschen Alltag mit üblichem Frühstück und Abendbrot empfiehlt sich die Einnahme stets unmittelbar nach der Nahrungsaufnahme.

Wechselwirkungen

Partner Art der Wechselwirkung Empfehlung
Starke CYP3A4- oder CYP2C19-Inhibitoren (z.B. Ketoconazol, Erythromycin, Clarithromycin, Grapefruitsaft) Erhöhtes Risiko für Nebenwirkungen aufgrund erhöhter Cilostazol-Spiegel Kombination vermeiden oder Dosisanpassung erforderlich
Antikoagulantien (z.B. Warfarin, DOAKs) Erhöhtes Blutungsrisiko Regelmäßige Blutbildkontrolle, Vorsicht bei gemeinsamer Anwendung
NSAIDs (z.B. Ibuprofen, Diclofenac) Verstärktes Risiko für Magen-Darm-Blutungen Nur unter ärztlicher Kontrolle kombinieren
Alkohol Verstärkung von Nebenwirkungen (z.B. Kopfschmerzen, Schwindel) Reduzierter, maßvoller Konsum empfohlen
Andere blutgerinnungshemmende Medikamente Blutungsgefahr erhöht Nur mit Zustimmung des Arztes kombinieren

Indikationen – Zulassungsstatus in Deutschland

Indikation Status Bemerkung
Periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK) Fontaine II Zugelassen (on-label) Zur Verbesserung der schmerzfreien Gehstrecke bei Patienten ohne Ruheschmerzen oder Gewebeverlust, die nicht für Revaskularisierung geeignet sind
Sekundärprophylaxe nach zerebrovaskulären Ereignissen Off-label Nur auf ärztliche Anordnung, Nutzen-Risiko-Abwägung zwingend
Raynaud-Syndrom, andere vaskuläre Störungen Off-label Nur nach Rücksprache mit Fachärzten

Dosierung nach klinischer Indikation

Patientengruppe Empfohlene Dosis Anpassungen/Kommentare
Erwachsene 2x 100 mg/Tag Abstand 12 Std.; ggf. Dosisreduktion bei Nebenwirkungen
Ältere Patienten (>65 Jahre) 2x 100 mg/Tag Gute Verträglichkeit; jedoch engmaschige Überwachung empfohlen
Leber-/Niereninsuffizienz Gegebenenfalls Dosisanpassung Nur nach ärztlicher Rücksprache
Kinder und Jugendliche Nicht zugelassen Anwendung nur im Rahmen klinischer Studien

Sicherheitsprofil / Nebenwirkungen

Wie jedes Arzneimittel kann auch Cilostazol Nebenwirkungen verursachen. Nachfolgend finden Sie eine Übersicht über häufige und seltene Nebenwirkungen sowie wichtige Warnhinweise:

  • Sehr häufig (>10%): Kopfschmerzen, Durchfall, Palpitationen (Herzrasen)
  • Häufig (1–10%): Schwindel, Ödeme (v.a. an den Beinen), abdominelle Schmerzen, Übelkeit, Dyspepsie, Nasenbluten
  • Gelegentlich (<1%): Herzrhythmusstörungen, Hautausschläge, Hitzewallungen, veränderte Leberwerte
  • Selten (<0,1%): Schwere Blutungen, Thrombopenie, allergische Reaktionen, Angina pectoris

Warnhinweise:

  • Nicht anwenden bei bestehender schwerer Herzinsuffizienz, instabiler Angina pectoris, frischem Myokardinfarkt oder schwerer Leberinsuffizienz.
  • Regelmäßige Kontrolluntersuchungen (Blutbild, Leberfunktion, EKG) werden empfohlen.

Ratschläge zur richtigen Anwendung

  • Nehmen Sie Cilostazol immer genau nach ärztlicher Anweisung ein.
  • Regelmäßige Kontrolle der Blutgerinnung, insbesondere bei blutverdünnenden Begleitmedikamenten.
  • Melden Sie ungewöhnliche Blutungen, Atemnot, Brustschmerzen oder auffällige Hautveränderungen sofort Ihrem Arzt oder Apotheker.
  • Für besten Therapieerfolg: Kombinieren Sie die Einnahme mit regelmäßiger Bewegung (Gehtraining) und gesunder Lebensweise (z. B. mediterrane Kost, Verzicht auf Rauchen).
  • Medikament nicht eigenständig absetzen. Das Absetzen sollte nur nach Rücksprache erfolgen.

Alternativen – Erstattungsfähige Alternativmedikamente (GKV / nfz)

  • Naftidrofuryl (z.B. Dusodril®): Ein anderer Vasodilatator, weniger Nebenwirkungen aufs Herz, weniger Wechselwirkungen, vergleichbare Wirkung.
  • Pentoxifyllin: Ebenfalls zur Gehstreckenverlängerung bei pAVK zugelassen, günstig, oft geringere Wirksamkeit im direkten Vergleich.
  • Acetylsalicylsäure (ASS): Nicht zur Gehstreckenverlängerung, aber Standard zur Sekundärprävention vaskulärer Ereignisse.
  • Bewegungstherapie (Gehtraining): Wird immer empfohlen.
  • Interventionsmethoden: PTA (Ballondilatation) oder Bypass-Operation bei fortgeschrittener pAVK, falls medizinisch indiziert.

Vergleich: Cilostazol ist oft wirksamer als Pentoxifyllin in der Verbesserung der Gehstrecke, kann jedoch häufiger Kopfschmerzen und Palpitationen verursachen und ist kontraindiziert bei Herzinsuffizienz. Naftidrofuryl ist eine ebenfalls häufig genutzte Alternative mit günstigem Nebenwirkungsprofil.

Rechtslage, Zulassung und Erstattungsstatus in Deutschland

  • Zulassung: In Deutschland durch das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM)
  • Reimbursement: Grundsätzlich GKV-erstattungsfähig, Nutzenbewertung nach §35a SGB V (AMNOG-Prozess), aber unter Einschränkungen (z.B. nur bei pAVK II, kein alternatives Gehtraining möglich).
  • Verschreibung: Nur auf Rezept; nicht für Kinder, Schwangere oder Stillende zugelassen.
  • Apothekenpflicht: Arzneimittelgesetz (AMG) §43 – Abgabe nur in Apotheken.

Neueste Forschung & Klinische Leitlinien (2022–2025)

  • Gemäß der Leitlinie zur Diagnostik und Therapie der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit (AWMF-Registernummer 065-003) von 2023 ist Cilostazol bei geeigneten Patienten nach wie vor empfohlen, insbesondere wenn kein invasiver Eingriff möglich ist.
  • Neue Studien (u.a. BMJ 2022, European Heart Journal 2023) bestätigen die Gehstrecken-Verlängerung durch Cilostazol, weisen jedoch auf das erhöhte Risiko kardialer Nebenwirkungen hin. Eine sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung bleibt essenziell.
  • Die Deutsche Gesellschaft für Angiologie empfiehlt vorrangig Gehtraining, antithrombotische Prophylaxe und Lebensstilmodifikation; Cilostazol ist Add-on, wenn diese Maßnahmen nicht ausreichen.

Verfügbarkeit & Lieferzeiten (Stand 2024)

  • Packungsgrößen: 20, 50 oder 100 Tabletten-Zählpackungen
  • Beispielhafte Apothekenverkaufspreise (unverbindlich):
    50 mg, 100 Tabletten ca. 70 €; 100 mg, 100 Tabletten ca. 120 €
  • Anteil der Erstattung durch Krankenkassen je nach Indikation und GKV-Kasse
  • Vorrätig in den meisten öffentlichen Apotheken, bei Bestellung meist innerhalb von 24 Stunden lieferbar.
Stadt Lieferzeit ab Bestellung Verfügbarkeit
Berlin 4–12 Stunden sehr gut
Hamburg 1 Tag gut
München 1 Tag gut
Köln, Düsseldorf 1–2 Tage gut
Kleine Städte/Land 1–2 Tage abhängig vom Großhandel

FAQ – Häufig gestellte Fragen

  1. Wie lange muss ich Cilostazol einnehmen, bis sich eine Besserung zeigt?
    Erste Verbesserungen der Gehstrecke sind meist nach 2 bis 4 Wochen erkennbar. Die volle Wirkung sollte nach ca. 8–12 Wochen beurteilt werden. Ihr Arzt prüft regelmäßig den Fortschritt.
  2. Darf ich unter Cilostazol Autofahren oder Maschinen bedienen?
    Vor allem zu Beginn der Behandlung können Schwindel und Kopfschmerzen auftreten. Führen Sie Fahrzeuge oder bedienen Sie Maschinen nur, wenn Sie sich sicher fühlen.
  3. Muss ich während der Behandlung mit Cilostazol spezielle Kontrollen durchführen lassen?
    Ja, regelmäßige ärztliche Kontrollen (u.a. Blutbild, Leberfunktion, ggf. EKG) sind empfohlen, um Nebenwirkungen frühzeitig zu erkennen.
  4. Kann ich Cilostazol zusammen mit ASS oder anderen Blutverdünnern einnehmen?
    Nur nach Absprache mit Ihrem Arzt, da das Blutungsrisiko erhöht sein kann. Es sind ggf. zusätzliche Kontrollen erforderlich.
  5. Was mache ich, wenn ich eine Einnahme vergessen habe?
    Holen Sie die Einnahme nicht nach. Nehmen Sie die nächste Tablette zur gewohnten Zeit ein. Verdoppeln Sie nicht die Dosis.

Zusätzliche Informationen

Dosierung: No selection

50mg, 100mg

Paket: No selection

30 pill, 60 pill, 90 pill, 120 pill, 180 pill, 360 pill