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Amantadine

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Amantadin ist ein Arzneimittel, das zur Behandlung der Parkinson-Krankheit sowie bestimmter Grippeviren eingesetzt wird. Es hilft, Bewegungsstörungen zu verringern und kann Symptome einer Virusinfektion lindern. Die Einnahme sollte genau nach ärztlicher Anweisung erfolgen. Häufige Nebenwirkungen sind leichte Unruhe, Schlaflosigkeit oder Mundtrockenheit. Bitte sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, falls Sie Fragen oder Bedenken zu Amantadin haben.

Amantadin – Umfassende Informationen für Patienten in Deutschland

Grundlegende Produktinformationen

Internationaler Freiname (INN) Amantadin
Handelsnamen in Deutschland Symmetrel®, PK-Merz®
ATC-Code N04BB01
Erhältliche Darreichungsformen & Stärken Tabletten (100 mg), Kapseln (100 mg), Sirup (10 mg/ml)
Hersteller (DE) Merz Pharmaceuticals GmbH, Orion Pharma GmbH u.a.
Verschreibungsstatus Verschreibungspflichtig (Rx)

Wirkmechanismus von Amantadin

  • Für Laien: Amantadin hilft dabei, die Signalübertragung im Gehirn zu verbessern und kann dadurch Bewegungsstörungen mindern. Zusätzlich wird die Ausbreitung von bestimmten Viren (wie Influenza A) gehemmt.
  • Für Fachkreise: Amantadin wirkt antagonistisch an NMDA-Rezeptoren, steigert so die Freisetzung von Dopamin im ZNS und hemmt dessen Wiederaufnahme. Weiterhin verhindert es die Uncoating-Phase von Influenza-A-Viren über Blockade des M2-Protonenkanals.

Pharmakokinetik (Wie wirkt das Arzneimittel im Körper?)

  • Resorption: Gute orale Bioverfügbarkeit (~90 %) mit Spitzenkonzentration nach 2–4 Std. im Blut.
  • Metabolismus: Kaum Metabolisierung, Hauptausscheidung als unverändertes Amantadin über die Niere.
  • Elimination: Eliminationshalbwertszeit ca. 15–17 (bis 29) Stunden, bei Nierenfunktionseinschränkung bis zu mehrere Tage.
  • Wirkungsdauer: Über 12–24 Stunden, daher meist einmal oder zweimal täglich einzunehmen.

Anwendung im Alltag & Best Practices

  • Die Dosierung und Dauer der Einnahme werden individuell vom Arzt festgelegt.
  • Typische Dosierungen bei Parkinson: Anfang meist 100 mg/Tag, Steigerung auf 200–400 mg/Tag möglich.
  • Bei älteren Menschen und Kindern wird die Dosis angepasst und langsam eingeschlichen.
  • Tabletten im Ganzen mit etwas Wasser einnehmen, vorzugsweise zu festen Tageszeiten.

Dosis morgens oder abends?

  • Morgens: Einnahme morgens wird bevorzugt, da Amantadin wachmachend wirken kann und Schlafstörungen möglich sind.
  • Abends: Eine Einnahme am späten Abend kann Schlafprobleme fördern – dies sollte vermieden werden.
  • Tipp: Bei Bedarf die Dosis auf morgens oder auf morgens und mittags verteilen, um den Schlaf nicht zu beeinträchtigen.

Einnahme mit oder ohne Nahrung

  • Amantadin kann unabhängig von den Mahlzeiten eingenommen werden.
  • Bei Magenproblemen empfiehlt sich die Einnahme nach oder mit dem Essen, um die Verträglichkeit zu verbessern.
  • Typische deutsche Mahlzeiten wie Brot, Milchprodukte oder ein warmes Mittagessen beeinflussen die Wirkung nicht wesentlich.

Warnhinweise zu Wechselwirkungen

Interaktionspartner Erklärung
Andere zentral wirksame Medikamente (z.B. Anticholinergika, Levodopa) Mögliche Verstärkung von Nebenwirkungen wie Verwirrtheit oder Halluzinationen
Diuretika (z.B. Hydrochlorothiazid) Gefahr einer Amantadin-Überdosierung durch verringerte Ausscheidung
Alkohol Verstärkung zentralnervöser Nebenwirkungen, erhöhte Unfallgefahr
Grippeschutzimpfung (Influenza-Impfung) Kein Einfluss; kann wie gewohnt erfolgen

Indikationen: Wofür wird Amantadin eingesetzt?

Indikation Zulassungssituation (Deutschland) Bemerkung
Morbus Parkinson (idiopathisch, symptomatisch) Zugelassen Mono- oder Kombinationstherapie, v.a. bei Dyskinesien
Extrapyramidale Bewegungsstörungen (z.B. medikamenteninduziert) Zugelassen V.a. bei Neuroleptika-induzierten Störungen
Influenza-A-Prophylaxe und Therapie Keine aktuelle Zulassung in Deutschland Historisch genutzt, kritisch wegen Resistenzen
Multiple Sklerose (OFF-LABEL, Fatigue/Tremor) Off-Label In Rücksprache mit Neurologen, begrenzte Evidenz
COVID-19 (experimentell) Off-Label/Studienlage Nur im Rahmen von Studien

Dosierung nach klinischer Indikation

Patientengruppe Indikation Empfohlene Dosis
Erwachsene Parkinson 100 mg 1–3×/Tag, einschleichend steigern
Ältere Menschen Parkinson Start mit 100 mg/Tag, langsam erhöhen, ggf. max. 200 mg/Tag
Kinder ab 5 Jahre Bewegungsstörungen 1–3 mg/kg KG/Tag, unter strenger ärztlicher Kontrolle
Patienten mit Niereninsuffizienz Alle Indikationen Dosisanpassung nötig! Gefahr der Überdosierung

Sicherheitsprofil & Nebenwirkungen

  • Sehr häufig: Unruhe, Einschlafstörungen, Mundtrockenheit, leichte Übelkeit.
  • Häufig: Schwindel, Kopfschmerzen, Konzentrationsstörungen, Ödeme (vor allem an den Beinen).
  • Gelegentlich: Halluzinationen, Verwirrtheit, Sehstörungen, Herzrhythmusstörungen.
  • Selten: Blasenentleerungsstörungen, Hautausschlag mit bläulicher Verfärbung (Livedo reticularis).
  • Warnhinweise: Bei Verwirrtheit, Halluzinationen oder Herzproblemen sofort Rücksprache mit dem Arzt halten!

Richtiger Umgang im Alltag

  • Medikament regelmäßig nach Verordnung einnehmen, nicht eigenmächtig absetzen.
  • Tabletten nicht zerkauen, unzerkaut mit etwas Flüssigkeit schlucken.
  • Bei Vergessen einer Einnahme die nächste Dosis wie gewohnt einnehmen – nicht doppelt dosieren!
  • Pausen, Änderungen oder das Absetzen immer mit dem behandelnden Arzt absprechen.
  • Blutdruck und Nierenfunktion sollten regelmäßíg ärztlich kontrolliert werden (insbesondere im Alter).
  • Während der Therapie auf vermehrte Müdigkeit, Schwindel und Halluzinationen achten; im Zweifelsfall Kontakt mit Fachpersonal suchen.

Alternative Therapieoptionen

Wirkstoff Handelsname (DE) Kurzbewertung
Levodopa/Carbidopa Madopar®, Sinemet® Goldstandard bei Parkinson, gut verträglich, ggf. Dyskinesie-Risiko
COMT-Hemmer (Entacapon, etc.) Comtess®, Tasmar® Verlängern Wirkung von Levodopa, Gefahr von Durchfall / Leberschäden
Dopaminagonisten (Pramipexol, Ropinirol, etc.) Sifrol®, Requip® Weniger „Wirkungsfluktuationen“, aber mehr Impuls-Kontrollstörungen
MAO-B-Hemmer (Selegilin, Rasagilin) Azilect®, Eldepryl® Weniger motorische Komplikationen, verträgliches Profil
NMDA-Antagonisten (andere) - Weniger klinische Erfahrung als mit Amantadin

Rechtlicher Status, Registrierung und Erstattung in Deutschland

  • Amantadin ist gemäß deutschem Arzneimittelgesetz (AMG) verschreibungspflichtig.
  • Zugelassen und geführt beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM).
  • Kostenübernahme durch die Gesetzliche Krankenversicherung (GKV) bei zugelassenen Indikationen möglich.
  • Abgabe ausschließlich in Apotheken durch Vorlage eines gültigen Rezepts.
  • Keine freie (OTC) Verfügbarkeit!

Neueste wissenschaftliche Empfehlungen & Literatur (2022–2025)

  • Deutsche Leitlinie Morbus Parkinson (2023): Amantadin bleibt relevant in der Behandlung von dyskinetischen Störungen und als Zusatzoption bei motorischen Fluktuationen siehe AWMF 030-010.
  • MS-Behandlung (2024): Amantadin kann OFF-LABEL zur Behandlung von Fatigue bei MS in begründeten Einzelfällen eingesetzt werden.
  • COVID-19: Aktuelle Studien (2022–2024) zeigen keinen etablierten Nutzen für Amantadin; Anwendung ausschließlich im Studienkontext (Studienüberblick).

Verfügbarkeit, Lieferzeiten & Preise

Packungsgröße Inhalt UVP (Stand 2024)
Klein 20 Tabletten à 100 mg ca. 23 €
Mittel 50 Tabletten à 100 mg ca. 55 €
Groß 100 Tabletten à 100 mg ca. 98 €
Großstadt Voraussichtliche Lieferzeit (Apothekenlieferung)
Berlin 3–6 Stunden (same/day Express möglich)
München 6–24 Stunden
Hamburg 6–24 Stunden
Frankfurt a.M. 6–24 Stunden
Köln/Düsseldorf 6–24 Stunden
Ländlicher Raum 1–2 Werktage

FAQ – Häufige Fragen von Patient:innen

  1. Kann ich Amantadin mit anderen Parkinson-Medikamenten kombinieren?
    Ja, Amantadin kann laut ärztlicher Anordnung mit Levodopa, Dopaminagonisten oder MAO-B-Hemmern kombiniert werden. Bitte informieren Sie den Arzt/Apotheker über alle eingenommenen Präparate, um Wechselwirkungen zu vermeiden.
  2. Was soll ich bei einer vergessenen Tabletteneinnahme tun?
    Lassen Sie einfach die vergessene Dosis aus und nehmen Sie die nächste Tablette wie gewohnt ein. Niemals eine doppelte Dosis einnehmen!
  3. Muss ich bei Amantadin-Dauertherapie bestimmte Kontrolluntersuchungen wahrnehmen?
    Ja, regelmäßige ärztliche Kontrollen insbesondere der Nierenfunktion und des Blutdrucks sind empfohlen. Bei älteren Patienten engmaschigere Kontrollen.
  4. Darf ich während der Einnahme von Amantadin Alkohol trinken?
    Alkohol kann Nebenwirkungen wie Schwindel oder Verwirrtheit verstärken. Am besten während der Therapie ganz darauf verzichten oder Rücksprache mit Ihrem Arzt halten.
  5. Beeinflusst Amantadin das Autofahren?
    Zu Beginn der Therapie und bei Nebenwirkungen wie Schläfrigkeit, Sehstörungen oder Verwirrtheit sollten Sie kein Fahrzeug führen oder Maschinen bedienen. Die Fahrtauglichkeit kann individuell unterschiedlich eingeschränkt sein.

Bei weiteren Fragen wenden Sie sich bitte vertrauensvoll an Ihr Apothekenteam oder Ihren behandelnden Arzt.

Zusätzliche Informationen

Dosierung: No selection

100mg

Paket: No selection

30 pill, 60 pill, 90 pill, 120 pill, 180 pill, 360 pill