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Aciclovir

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Aciclovir ist ein bewährtes Medikament zur Behandlung von Virusinfektionen wie Lippenherpes, Herpes genitalis und Gürtelrose. Es hemmt die Vermehrung von Viren im Körper und unterstützt eine schnellere Heilung. Aciclovir ist in verschiedenen Darreichungsformen wie Tabletten, Creme oder Salbe erhältlich. Bitte beachten Sie die Anwendungshinweise Ihres Arztes oder Apothekers und lesen Sie die Packungsbeilage vor der Anwendung sorgfältig durch.

Aciclovir – Umfassende Patienteninformation für Deutschland

Basisinformationen

Wirkstoff (INN)Aciclovir
Markennamen (DE)Zovirax®, Acic®, Aciclostad®, Heumann Aciclovir®, u.a.
ATC-CodeJ05AB01
Verfügbare Darreichungsformen & Stärken
  • Tabletten (z.B. 200 mg, 400 mg, 800 mg)
  • Cremes (5 %)
  • Suspensionen (z.B. 200 mg/5 ml)
  • Infusionslösungen (Lyophilisat zur Rekonstitution, 250 mg, 500 mg, 1.000 mg)
Hersteller (Auswahl)GlaxoSmithKline GmbH & Co. KG, Stada, Heumann, Hexal, Ratiopharm u.a.
VerschreibungsstatusRezeptpflichtig (außer Cremes zur topischen Anwendung)

Wirkmechanismus

Für Patienten einfach erklärt: Aciclovir ist ein sogenanntes Virostatikum. Das bedeutet, es verhindert die Vermehrung bestimmter Viren im Körper – vor allem Herpesviren wie Herpes simplex (z.B. Lippenherpes, Genitalherpes) und Varizella-Zoster-Virus (Gürtelrose, Windpocken).

Für Fachkreise: Aciclovir wird durch virale Thymidinkinase bevorzugt in infizierten Zellen zu Aciclovir-Monophosphat phosphoryliert und anschließend durch zelluläre Kinasen zum aktiven Triphosphat umgewandelt. Aciclovir-Triphosphat hemmt kompetitiv die virale DNA-Polymerase und führt so zum Kettenabbruch bei der viralen DNA-Synthese.

Pharmakokinetik

  • Resorption: Orale Bioverfügbarkeit bei Tabletten ca. 15-30 %
  • Verteilung: Gute Gewebepenetration, einschließlich ZNS
  • Metabolismus: Gering; Hauptausscheidung unverändert über die Nieren
  • Elimination: Renal, Halbwertszeit 2-3 Stunden (bei Niereninsuffizienz verlängert!)
  • Wirkdauer: Wirkt während der Therapie; wiederholte Gabe notwendig bei Infektionen

Alltag & Anwendung in Deutschland

  • Typische Dosierung (oral, Erwachsene):
    • Lippen- und Genitalherpes: 5x täglich 200 mg für 5 Tage (je nach Schwere evtl. länger)
    • Gürtelrose: 5x täglich 800 mg für 7–10 Tage
  • Cremes: Dünn auf die betroffene Stelle auftragen, 5x täglich über 4–10 Tage
  • Suspensionen & Infusionen: Nach ärztlicher Anordnung, v.a. bei Kindern oder schwerem Verlauf
  • Packungsbeilage stets beachten und Dosierempfehlungen des Arztes/der Apothekerin einhalten!

Tabletteneinnahme: Morgens oder Abends?

  • Wichtig ist die regelmäßige Einnahme, um die Wirksamkeit sicherzustellen.
  • Typischerweise: alle 4 Stunden tagsüber (z.B. 7, 11, 15, 19, 23 Uhr) – auf gleichmäßige Abstände achten!
  • Wenn eine Einnahme vergessen wurde, nicht die doppelte Dosis einnehmen, sondern die nächste reguläre Einnahme fortsetzen.
  • Vorteil morgens: Bessere Planbarkeit, weniger Risiko des Vergessens aufgrund von Müdigkeit am Abend.

Mit oder ohne Nahrung?

  • Aciclovir-Tabletten und -Suspensionen können mit oder ohne Nahrung eingenommen werden. Mahlzeiten beeinflussen die Aufnahme kaum.
  • Bei empfindlichem Magen empfiehlt sich die Einnahme nach einer leichten Mahlzeit (z.B. typisch deutsches Frühstück, Brotzeit).
  • Viel trinken ist wichtig, um die Nierenfunktion zu unterstützen!

Wechselwirkungen & Warnhinweise

Interaktionspartner/UmstandEmpfohlene Maßnahmen
Medikamente mit Nierenbelastung (z.B. Ciclosporin, Aminoglykoside) Nierenfunktion engmaschig überwachen
Probenecid Kann die Ausscheidung von Aciclovir vermindern → Dosisanpassung möglich
Mycophenolat-Mofetil Achtung auf Konzentrationen beider Substanzen
Alkohol Keine dokumentierten direkten Wechselwirkungen; maßvoller Konsum empfohlen
Lebensmittel Keine relevanten Wechselwirkungen bekannt

Indikationen

IndikationZugelassener Gebrauch (DE)Off-Label-Einsatz
Herpes simplex (Lippenherpes, Genitalherpes) Ja -
Herpes simplex Enzephalitis Ja -
Herpes zoster (Gürtelrose) Ja -
Windpocken Bei Immunsupprimierten -
Prophylaxe bei Immunsupprimierten Ja -
Andere Herpesviren (z.B. EBV, CMV) - Einzelne Fälle (nach ärztlicher Abwägung)

Dosierung nach Indikation und Patientengruppe

IndikationErwachseneKinderSenioren/Niereninsuffizienz
Lippen-/Genitalherpes 5x/Tag 200 mg (5 Tage) 5x/Tag 200 mg (5 Tage, ggf. gewichtsadaptiert) Dosisanpassung je nach Nierenfunktion
Gürtelrose 5x/Tag 800 mg (7–10 Tage) 4x/Tag 20 mg/kg (max. 800 mg) Dosisanpassung erforderlich
Prophylaxe (Immunsupprimierte) 4x/Tag 200 mg 4x/Tag 200 mg Dosisanpassung erforderlich
Herpes-Enzephalitis (i.v.) 10 mg/kg KG alle 8 h (14–21 Tage) 250–500 mg/m2 KG alle 8 h Dosis individuell anpassen

Die konkrete Dosierung hängt immer vom behandelnden Arzt ab und ist an Begleiterkrankungen und Alter anzupassen. Keine Selbstmedikation ohne ärztliche Rücksprache!

Sicherheitsprofil & Nebenwirkungen

HäufigkeitBeispiel-Nebenwirkungen
Sehr häufig (≥1/10) Leichte Hautreaktionen bei Creme; Kopfschmerzen, Übelkeit
Häufig (≥1/100, <1/10) Bauchschmerzen, Durchfall, Müdigkeit, Juckreiz, Hautausschlag
Gelegentlich (≥1/1.000, <1/100) Schwindel, Fieber, Hautentzündungen
Selten/<1/1.000 Nierenfunktionsstörung, allergische Reaktionen (Schwellungen, Atemnot), neurologische Effekte (Krämpfe, Verwirrtheitszustände), Leberfunktionsstörungen
  • Bei plötzlichen, starken Reaktionen oder Allergiezeichen sofort ärztliche Hilfe suchen!
  • Nierenstatus sollte bei längerer oder hochdosierter Einnahme kontrolliert werden.

Anwendungstipps aus der Apotheke

  • Pünktlichkeit der Einnahme steigert den Therapieerfolg – Handywecker/eine Übersichtstabelle hilft!
  • Viel trinken, um Nieren zu schonen (ca. 1,5-2 l/Tag, sofern medizinisch nicht anders verordnet)
  • Bei häufiger Herpesbildung gemeinsam mit dem Hausarzt mögliche Ursachen und Prophylaxestrategien besprechen
  • Anwendung der Creme: Nur auf die befallene Haut, Hände vorher und nachher waschen
  • Nicht im Gesicht/bei Kontaktlinsenträgern in Augennähe auftragen! Bei Infektionen am Auge sofort Facharzt kontaktieren

Alternative antivirale Therapien (Deutschland, GKV erstattbar)

  • Valaciclovir (z.B. Valaciclovir Stada®): Prodrug mit besserer Bioverfügbarkeit, seltener Einnahme notwendig, etwas höhere Kosten
    • Vorteil: Nur 2-3x/Tag Einnahme
  • Famciclovir (z.B. Famciclovir-ratiopharm®): Auch oral verfügbar, schnelle Wirkung bei Zoster
  • Penciclovir (topisch): Bei Lippenherpes, häufig sehr gute Verträglichkeit
  • Alle genannten Präparate sind verschreibungspflichtig, von der GKV erstattbar und landesweit verfügbar

Rechtslage, Zulassung und Kostenerstattung (Deutschland)

  • Zulassung: Aciclovir ist in Deutschland durch das BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte) für die genannten Indikationen zugelassen.
  • Rezeptpflicht: Systemische Präparate (Tabletten, Suspension, Infusion) sind rezeptpflichtig; topische Creme zur Lippenherpesbehandlung ist rezeptfrei.
  • Erstattungsstatus: Aciclovir-Präparate sind auf dem GKV-Arzneimittelverordnungsweg für zulassungsbezogene Indikationen erstattungsfähig.
  • Herstellungsland/Chargenkontrolle: Produktion erfolgt meist in der EU. Sicherheits- und Qualitätskontrollen nach deutschen Standards.

Aktueller Stand der Wissenschaft (2022–2025)

  • Laut S2k-Leitlinie „Management kutaner und mukokutaner Herpes simplex und Zoster-Infektionen“ (AWMF, Stand 2023) bleibt Aciclovir das Mittel der 1. Wahl, besonders bei HSV-Infektionen und Zoster bei Risikopatienten.
  • Deutsche Gesellschaft für Krankenhaushygiene (DGKH, 2024): Empfiehlt frühe antivirale Therapie zur Reduktion der Komplikationen und Virusausbreitung.
  • Internationale Studien zeigen: Moderne Virostatika sind weiterhin hochwirksam; Resistenzprobleme in Europa selten.
  • Klinische Praxis in Deutschland: Kombination mit adäquater Wundpflege und Immunkompetenz bleibt entscheidend für Behandlungserfolg.

Verfügbarkeit, Packungsgrößen und Lieferzeiten

PackungsgrößeFormDurchschnittspreis (Apotheke DE, Stand 2024)Lieferzeit
25/50/100 Tabletten 400 mg ca. 18–38 € Standard: 24–48 h, Express: Same Day in Berlin, Hamburg, München
2–10 g Tube 5 % Creme ca. 5–12 € Standard: sofort in fast allen deutschen Apotheken
125 ml 200 mg/5 ml Susp. ca. 16–20 € Binnen 24–72 h (Apotheken-Vorbestellung)
Infusionslösung 500 mg Nur Krankenhaus- oder Rezeptbezug 2–4 Tage

FAQ – Häufig gestellte Patientenfragen

  • Kann ich Aciclovir auch ohne Rezept kaufen?
    Nur die Creme zur oberflächlichen Anwendung ist in Deutschland rezeptfrei erhältlich. Tabletten und Suspensionen erfordern ein ärztliches Rezept.
  • Wie schnell wirkt Aciclovir?
    Erste Besserung der Beschwerden ist oft innerhalb von 24–48 Stunden spürbar, insbesondere bei früher Anwendung direkt zu Symptombeginn.
  • Darf ich Aciclovir in der Schwangerschaft oder Stillzeit nehmen?
    Nur nach ärztlicher Rücksprache! Nutzen-Risiko-Abwägung entscheidend. Beim Stillen: mögliche geringe Wirkstoffausscheidung in die Muttermilch bekannt.
  • Was tun bei vergessener Einnahme?
    Die ausgelassene Dosis nicht nachholen, sondern wie gewohnt weitermachen. Bei Unsicherheiten Rücksprache mit Arzt oder Apotheker halten.
  • Kann ich mit Aciclovir Auto fahren?
    In aller Regel ja. Beachten Sie jedoch: Sehr selten können Schwindel, Müdigkeit oder Verwirrtheit auftreten.

Diese Patienteninformation ersetzt keine ärztliche Beratung. Für weitergehende Informationen und Unterstützung wenden Sie sich bitte an Ihre behandelnde Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke vor Ort.

Zusätzliche Informationen

Dosierung: No selection

200mg, 400mg, 800mg

Paket: No selection

30 pill, 60 pill, 90 pill