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Advair Diskus (Salmeterol+Fluticasone)

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-17%
Advair Diskus enthält die Wirkstoffe Salmeterol und Fluticason. Es wird zur regelmäßigen Behandlung von Asthma und chronisch obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) eingesetzt. Salmeterol erweitert die Atemwege, während Fluticason Entzündungen in der Lunge reduziert. Advair Diskus sollte täglich und wie vom Arzt verordnet angewendet werden, um Beschwerden vorzubeugen. Es ist kein Notfallmedikament für akute Atemnot.

Advair Diskus (Salmeterol + Fluticason): Umfassende Patienteninformation für Deutschland

Grundlegende Produktinformationen

Wirkstoff (INN) Salmeterol (langwirksamer Beta2-Agonist), Fluticasonpropionat (Glukokortikosteroid)
Deutsche Handelsnamen Seretide Diskus®, AirFluSal Diskus® (Generika), weitere
ATC-Code R03AK06
Verfügbare Stärken und Formen Diskus-Inhalator: 50/100 μg, 50/250 μg, 50/500 μg (Salmeterol/Fluticason pro Dosis)
Hersteller GlaxoSmithKline GmbH & Co. KG, Hexal AG (Generika)
Verschreibungsstatus Verschreibungspflichtig gemäß AMG §48

Wirkmechanismus

  • Für Patienten: Salmeterol erleichtert das Atmen, indem es die Bronchien entspannt. Fluticason wirkt entzündungshemmend und beugt neuen Beschwerden vor.
  • Für Fachkreise: Salmeterol ist ein selektiver, langwirksamer Beta2-Agonist, der eine Bronchodilatation über mindestens 12 Stunden bewirkt. Fluticasonpropionat ist ein inhalatives Glukokortikosteroid mit lokaler antientzündlicher Wirkung anhand der Hemmung von Zytokinfreisetzung, Leukozytenmigration und Mastzellenstabilisierung. Die Kombination adressiert sowohl bronchiale Hyperreagibilität als auch chronische Entzündung.

Pharmakokinetik

  • Absorption: Nach inhalativer Anwendung geringe systemische Bioverfügbarkeit (<15 %; First-Pass-Effekt für Fluticason).
  • Metabolismus: Fluticason wird primär in der Leber (CYP3A4) zu inaktivem 17β-Carboxylmetabolit umgesetzt; Salmeterol vorrangig in der Leber über CYP3A4 oxidiert.
  • Ausscheidung: Überwiegend fäkal (Fluticason) bzw. urinal (Salmeterol und Metaboliten).
  • Wirkdauer: Rund 12 Stunden pro Dosis.

Anwendung im Alltag und bewährte Praktiken

  • Die Anwendung erfolgt in der Regel 2-mal täglich, möglichst morgens und abends.
  • Anwender sollten den Diskus-Inhalator sachgerecht bedienen & regelmäßig reinigen.
  • Der Arzt passt die Stärke individuell dem Schweregrad des Asthmas oder der COPD an.
  • Zwischen zwei Anwendungen sollten etwa 12 Stunden liegen – Konstantheit ist wichtig.
  • Nach der Inhalation Mund ausspülen, um Pilzbefall (Mundsoor) vorzubeugen.
  • Der Diskus ist einfach zu bedienen, auch für ältere Menschen & Kinder ab 4 Jahren (Arztanweisung beachten).

Dosis morgens vs. abends

  • Morgens: Verbessert häufig die Tageskontrolle, insbesondere bei Anstrengung am Tag.
  • Abends: Kann bei nächtlichen Beschwerden hilfreich sein.
  • Empfohlener Rhythmus: Einnahme alle 12 Stunden (z. B. 8:00 und 20:00 Uhr).
  • Tipp: Im Alltag feste Rituale (z. B. Zähneputzen) mit der Anwendung verknüpfen.

Einnahme mit oder ohne Nahrung

  • Die Wirkung wird von den Mahlzeiten in der Regel nicht beeinflusst.
  • Da die Inhalation unabhängig von der Nahrungsaufnahme erfolgen kann, ist sie gut mit deutschen Essgewohnheiten vereinbar.
  • Nach der Inhalation sollte jedoch Mund und Rachen gespült werden – am besten nicht direkt vor einer Mahlzeit.

Warnhinweise zu Wechselwirkungen

Wechselwirkungsquelle Hinweis
Arzneimittel (z. B. Ketoconazol, Ritonavir) Starke Hemmung von CYP3A4 kann Fluticason-Spiegel erhöhen (Risiko für systemische Effekte)
Betablocker Wirkungsabschwächung von Salmeterol; Gefahr von Bronchospasmen
Andere Bronchodilatatoren Erhöhtes Risiko für Nebenwirkungen (z. B. Tremor)
Alkohol Kein Einfluss auf die Wirkung, jedoch Vorsicht bei Lebernfunktionsstörungen
Grapefruitsaft Kann Fluticason-Bioverfügbarkeit erhöhen (nur in hohen Mengen relevant)

Indikationen

Indikation Status Details
Asthma bronchiale (ab 4 Jahre) Offiziell (Zulassung BfArM) Dauertherapie, keine Akutbehandlung
Chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD) bei Erwachsenen Offiziell Ab mittlerer Schwere & bei Exazerbationen
Allergisches Asthma Off-Label Nur auf individuelle ärztliche Entscheidung
Asthma bei Kindern unter 4 Jahren Off-Label/keine Zulassung Individuelle Nutzen-Risiko-Abwägung erforderlich

Dosierung nach klinischer Indikation

Patientengruppe Asthma bronchiale COPD
Erwachsene 1 Inhalation 2x täglich (100/250/500 μg – je nach Schweregrad) 1 Inhalation 2x täglich (250/500 μg – je nach Leitlinienempfehlung)
Kinder (4-11 Jahre) 1 Inhalation 2x täglich (100 μg Fluticason / 50 μg Salmeterol) Nicht für COPD indiziert
Ältere Menschen (>65 J.) Wie Erwachsene, jedoch mit besonderer Überwachung Wie Erwachsene, ggf. Anfangsdosis reduzieren

Sicherheitsprofil und Nebenwirkungen

Häufigkeit Beispielhafte Nebenwirkungen
Sehr häufig Soor (Mundpilz), Heiserkeit, Kopfschmerzen
Häufig Reizhusten, Halsschmerzen, Muskelkrämpfe, Zittern
Gelegentlich Schnupfen, erhöhte Blutzuckerwerte, Blutdrucksteigerung
Selten Allergische Reaktionen, Herzerkrankungen, Nebenniereninsuffizienz
Sehr selten Wachstumsverzögerung bei Kindern, Osteoporose
  • Warnhinweise: Bei Atemnot, Herzklopfen oder allergischen Symptomen sofort ärztlichen Rat einholen.
  • Regelmäßige Kontrolle durch Arzt empfohlen (u. a. Messung der Lungenfunktion, Inspektion Mund/Rachen, ggf. Blutzucker, Elektrolyte bei Risikopatienten).

Empfehlungen zur richtigen Anwendung

  1. Vor der ersten Anwendung Betriebsanleitung aufmerksam lesen (als Broschüre, als QR-Code in deutschen Apotheken verfügbar).
  2. Inhalator vor jedem Gebrauch aktivieren und aufrecht halten.
  3. Nach jeder Anwendung: Mund gründlich mit Wasser ausspülen und das Wasser ausspucken.
  4. Gerät regelmäßig mit einem trockenen Tuch reinigen (kein Wasser verwenden).
  5. Bei fehlerhafter Handhabung (z. B. zu schwaches Einatmen) Rücksprache mit dem Arzt oder Apotheker.
  6. Sichere Aufbewahrung außerhalb der Reichweite von Kindern – kühl und trocken lagern.

Alternative Therapieoptionen

  • Andere Kombinationspräparate:
    • Symbicort® (Formoterol + Budesonid): Vorteile: flexible Dosierung, Turbohaler; Nachteil: andere Wirkdauer.
    • Viani® (wie Seretide): weitgehend identisch, verschiedene Darreichungsformen.
  • ICS-Monotherapie (z. B. Fluticason oder Budesonid): indiziert bei mildem Asthma.
  • LABA-Monotherapie (z. B. Formoterol): nicht empfohlen ohne ICS!
  • Anticholinergika (Tiotropium): v. a. bei COPD, weniger Bronchodilatation bei Asthma.
  • Leukotrienantagonisten (Montelukast): v. a. als Add-on bei Asthma – in D erstattungsfähig für spezielle Patientengruppen.
  • Ambulante Sauerstofftherapie: Nur bei schwerster COPD.

Rechtlicher und erstattungsrechtlicher Status in Deutschland

  • Zulassung: BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte)
  • Verordnung: Rezeptpflichtig nach AMG §48
  • Erstattung: Erstattet durch alle gesetzlichen Krankenkassen (GKV), Zuzahlung möglich (Ausnahmen bei Befreiung, Kinder unter 18 Jahren)
  • Packungsgrößen: 60 oder 120 Dosen (Einheiten)

Aktuelle Studien und klinische Leitlinien (2022–2025)

  • Deutsche Atemwegsliga (2023, S2k-Leitlinie): Seretide/Advair empfohlen ab Stufe 3 Asthma bronchiale und für schwere COPD (in Kombinationstherapie).
  • GOLD 2023: Fixkombinationen wie Salmeterol/Fluticason als Therapieoption bei Patienten mit Exazerbationen und/oder persistierenden Symptomen.
  • Neue Meta-Analysen (Lancet Respir Med 2022, Pneumologie 2024) bestätigen Wirksamkeit und Sicherheit von ICS/LABA für symptomatische Patienten.
  • Empfohlene Reduktion der ICS-Dosis, sobald Asthma stabil kontrolliert (Step-down-Prinzip).
  • Die Langzeitanwendung soll unter regelmäßiger Kontrolle der Nebenwirkungen und Kosten erfolgen.

Verfügbarkeit und Lieferung

Packungsgröße Apothekenverkaufspreis* Lieferzeit (z. B. über Vor-Ort-Apotheken, Versandapotheken)
60 Inhalationen ca. 65 € 1–2 Arbeitstage – Berlin, München, Hamburg
120 Inhalationen ca. 120 € 1–3 Arbeitstage – bundesweit
  • *Preisangaben Stand: Juni 2024. Tatsächliche Preise und Lieferbedingungen können je nach Apotheke variieren.
  • Verfügbarkeit in lokalen Apotheken und führenden Versandapotheken (DocMorris, Shop Apotheke, Aponeo, etc.) sehr gut.

FAQ – Häufige Patientenfragen und Antworten

  • Wie lange sollte ich Advair Diskus anwenden?
    Die Anwendung ist meist langfristig vorgesehen, solange Atemwege chronisch entzündet oder verengt sind. Änderungen der Dosis oder ein Absetzen sollten ausschließlich nach ärztlicher Absprache erfolgen.
  • Kann ich Advair Diskus in der Schwangerschaft oder Stillzeit verwenden?
    Eine Anwendung ist möglich, sollte jedoch nur nach Rücksprache mit dem Frauenarzt oder dem Lungenfacharzt erfolgen. Die Nutzen-Risiko-Abwägung ist individuell zu entscheiden.
  • Was tun bei akutem Asthmaanfall oder plötzlicher Atemnot?
    Advair/Seretide ist nicht für die Akuttherapie geeignet! Hierbei kommt ein schnellwirksames Notfallmedikament zum Einsatz (z. B. Salbutamol). Im Zweifel Notruf wählen: 112.
  • Sind regelmäßige Kontrollen erforderlich?
    Ja, mindestens alle 3–6 Monate beim behandelnden Lungenfacharzt oder Hausarzt – sowohl zur Therapiekontrolle als auch zum Ausschluss von Nebenwirkungen.
  • Wie erkenne ich, ob die Inhalation richtig funktioniert?
    Der Diskus-Inhalator gibt bei korrekter Anwendung ein typisches Klickgeräusch ab. Für die Kontrolle der Inhalation können Sie spezielle Trainings in der Apotheke oder bei der Medizinischen Fachangestellten nutzen.

Zusätzliche Informationen

Dosierung: No selection

100/50mcg, 250/50mcg, 500/50mcg

Paket: No selection

1 inhaler, 2 inhaler, 3 inhaler