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Xylocaine (Lidocaine)

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Xylocaine enthält den Wirkstoff Lidocain und wird zur lokalen Betäubung verwendet. Es lindert Schmerzen, indem es die Nerven in dem behandelten Bereich kurzfristig blockiert. Xylocaine wird häufig bei kleineren medizinischen Eingriffen, Zahnbehandlungen oder zur Schmerzlinderung bei bestimmten Beschwerden eingesetzt. Die Anwendung erfolgt meist als Creme, Gel oder Injektion. Bitte verwenden Sie Xylocaine nur nach Anweisung Ihres Arztes oder Apothekers.

Xylocaine (Lidocain) – Umfassende Patienteninformation

Basisinformationen zum Produkt

Wirkstoff (INN) Lidocain
Handelsnamen in Deutschland Xylocain®, Lidocain-ratiopharm®, Lidocain Stada®, diverse Generika
ATC-Code N01BB02
Verfügbare Darreichungsformen & Stärken Lösung zur Injektion (0,5 %, 1 %, 2 %), Gel (2 %), Spray (10 %), Salbe (2 %), Pflaster (5 %)
Hersteller (Beispiele) AstraZeneca GmbH, ratiopharm GmbH, STADA Arzneimittel AG, diverse Generika-Hersteller
Verschreibungsstatus Rezeptpflichtig in Deutschland (außer bei bestimmten topischen Anwendungen)

Wirkmechanismus

Für Patienten: Lidocain gehört zur Gruppe der Lokalanästhetika. Es blockiert gezielt die Weiterleitung von Schmerzsignalen in den Nerven, wodurch betroffene Körperstellen schmerzfrei werden.

Für Fachkreise: Lidocain hemmt spannendungsabhängige Natriumkanäle in der Nervenzellmembran und unterbindet dadurch die Erregungsleitung sensorischer und motorischer Nervenfasern. Die Wirkung tritt lokal begrenzt ohne systemische Bewusstseinsveränderungen auf.

Pharmakokinetik

  • Resorption: Rasch nach parenteraler Gabe, teils unterschiedlich bei topischer Anwendung.
  • Metabolismus: Hauptsächlich hepatisch (Leber).
  • Elimination: Über die Nieren (vorwiegend als Metaboliten).
  • Wirkeintritt: Nach Injektion ca. 2-5 Minuten; topisch 2-10 Minuten.
  • Wirkdauer: Lokale Nervenblockade 1–2 Stunden; Spray & Salbe 15–60 Minuten.

Anwendung im Alltag & Best Practices (Deutschland)

Xylocain wird in Deutschland häufig in folgenden Anwendungsbereichen genutzt:

  • Lokalanästhesie bei kleineren chirurgischen Eingriffen (z.B. Zahnarzt, Hautarzt, Geburtshilfe)
  • Schmerztherapie (z.B. orale Schleimhäute, Neuralgien, proktologische Beschwerden)
  • Rhythmusstörungen (intravenös, unter ärztlicher Überwachung)

Die Anwendung erfolgt nach ärztlicher Anweisung, typischerweise durch medizinisches Fachpersonal. Topische Präparate können nach Anleitung auch selbstständig angewendet werden.

Anwendung morgens vs. abends

Xylocain wird je nach Indikation eingesetzt – nicht täglich zu festen Zeiten wie viele Dauermedikamente. Dennoch empfiehlt es sich, die Anwendung stets zur gleichen Tageszeit und in Abhängigkeit von geplanten Behandlungen vorzunehmen (z. B. morgens vor Arztbesuch oder Zahnarzttermin).

  • Morgens: Vorteilhaft für Behandlungen und Schmerzlinderung im Tagesverlauf.
  • Abends: Bei nächtlichen Beschwerden, z.B. bei Neuralgien oder schmerzhaften Mundulzera, kann die Anwendung vor dem Schlafengehen sinnvoll sein.

Bei mehrfacher Anwendung sollte mindestens das vorgegebene Zeitintervall (meist 4–6 Stunden) eingehalten werden.

Einnahme mit oder ohne Nahrung

Lidocain kann unabhängig von den Mahlzeiten angewendet werden. Bei oraler Anwendung sollte mindestens 1 Stunde nach der Anwendung nichts gegessen oder getrunken werden, um die Wirkung nicht zu beeinträchtigen. Deutsche Ernährungsgewohnheiten (z.B. feste Hauptmahlzeiten) beeinflussen die Anwendung nicht wesentlich.

Interaktionshinweise

Interagierender Stoff Hinweis
Alkohol Kann die Schwelle für Nebenwirkungen senken (z.B. ZNS-Störungen, Schläfrigkeit).
Beta-Blocker, Antiarrhythmika Klasse I + III Erhöhte Risiko für Herzrhythmusstörungen; ggf. Dosisanpassung notwendig.
Klarithromycin, Itraconazol u.a. CYP3A4-Hemmer Erhöhte Lidocain-Spiegel, Gefahr verstärkter Nebenwirkungen.
Epileptika Wirkverminderung von Lidocain möglich.
Grapefruit(-Saft) Kann den Lidocain-Spiegel erhöhen (bei systemischer Anwendung relevant).

Indikationen (offiziell & Off-Label)

Indikation Status
Lokalanästhesie (infiltrativ, regional, topisch) Offiziell zugelassen
Schmerzhafte Läsionen in der Mundhöhle Offiziell/topische Anwendung
Kammerarrhythmien nach Myokardinfarkt Offiziell (i.v., stationär)
Postherpetische Neuralgie (z.B. 5% Pflaster) Offiziell zugelassen
Chronische Proktalgie (Zäpfchen, Salbe) Off-Label

Dosierung nach Indikation

Patientengruppe Indikation Dosierungsempfehlung
Erwachsene Lokalanästhesie (injektion) 1-5 ml (10-50 mg), max. 200 mg/Einzeldosis
Erwachsene Pflaster 5 % (Neuralgie) Bis zu 3 Pflaster für max. 12 h/Tag
Kinder >2 J. Topische Anwendung (z. B. Zahnarzt) 0,1-0,2 ml Gel/Spray, max. 3 mg/kg KG
Senioren Alle Formen Dosisreduktion erwägen; Nieren- und Leberfunktion prüfen

Sicherheitsprofil und Nebenwirkungen

Häufigkeit Beispielhafte Nebenwirkungen
Häufig (≥1/100) Rötung, Schwellung, Brennen an Applikationsstelle, Taubheit, leichte Übelkeit
Gelegentlich (<1/1000) Kopfschmerzen, Schwindel, Benommenheit, Blutdruckabfall
Selten (<1/10.000) Allergische Reaktionen, Atemnot, Krampfanfälle, Herzrhythmusstörungen
Warnhinweise Nicht auf verletzte Haut auftragen; bei Leber-/Nierenerkrankungen Rücksprache mit Arzt

Richtlinien zur Anwendung & Tipps aus der Apotheke

  • Genau an die Dosierung und Anwendungsdauer halten.
  • Topische Präparate nur auf gesunde, unverletzte Haut/Schleimhaut auftragen.
  • Keine Augenkontakt! Bei Kontakt mit viel Wasser ausspülen und ggf. Arzt aufsuchen.
  • Sprays/Gels nicht einatmen oder schlucken.
  • Vor einer OP: Anwendung in der Praxis/bei Ambulanz vom Fachpersonal durchführen lassen.
  • Verfallsdatum beachten; Nach Öffnen bei Zimmertemperatur und außerhalb der Reichweite von Kindern lagern.

Alternative Behandlungsoptionen (mit GKV-Erstattung)

  • Prilocain (z. B. EMLA®-Creme): Für topische Anwendung, gute Hautpenetration, langsamere Wirkung als Lidocain.
  • Mepivacain: Ähnlicher Wirkeintritt, in einigen Praxen bevorzugt – geringere Vasodilatation.
  • Bupivacain, Articain: Längere Wirkdauer. Besonders für größere Eingriffe, jedoch potenziell höhere Toxizität.
  • Tramadol, Paracetamol, NSAR: Bei systemischem Schmerz, teils als Ergänzung einsetzbar.

Vergleich: Lidocain bietet meist die schnellste Wirkung und hohe Gewebeverträglichkeit; Alternativen können je nach Patient und Eingriff empfehlenswert sein.

Rechtliche, regulatorische & Erstattungsdetails (Deutschland)

  • Zulassung: Über das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) zugelassen.
  • Verschreibungspflicht: Rezeptpflichtig, insbesondere bei systemischer Anwendung.
  • Erstattung: Von gesetzlichen Krankenkassen (GKV) für die meisten zugelassenen Indikationen; je nach Kassenvertrag abweichend bei topischen Formen.
  • Weitere Überwachung (AMG/G-BA): Regelmäßige Überprüfung durch das Paul-Ehrlich-Institut bzw. den Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA).

Aktueller Forschungsstand & klinische Leitlinien (2022–2025)

  • 2022 (Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin): Lidocain bleibt Goldstandard bei Lokalanästhesie, neue Studien bestätigen gute Verträglichkeit und Wirksamkeit (z.B. bei neuropathischen Schmerzen).
  • 2023 (Cochrane Review): Topische Lidocain-Plaster weiterhin effizient bei postherpetischer Neuralgie.
  • 2024 (Deutsche Schmerzgesellschaft): Empfehlung, bei älteren Patienten und Kindern individuelle Dosierungen und besondere Vorsicht anzuwenden.
  • Internationale Literatur (2022–2025): Erforschung systemischer Effekte bei chronischen Schmerzen, jedoch bleibt die topische Anwendung vorrangig.

Quellen: BfArM, Deutsche Schmerzgesellschaft, Cochrane Library.

Verfügbarkeit, Packungsgrößen & Lieferservice

Präparatform Packungsgröße Ungefähre Apotheken-UVP (€) Lieferzeit (WT)
Xylocain Injektionslösung 1 % 10 x 5 ml ca. 17 – 22 € Berlin: 1–2 WT; München: 1–2 WT; Hamburg: 1–2 WT
Xylocain Gel 2 % 30 g ca. 11 € Düsseldorf: 1–3 WT; Frankfurt: 1–3 WT
Lidocain Pflaster 5 % 5 Stück ca. 27–34 € Stuttgart: 1–2 WT; Nürnberg: 2–3 WT
Xylocain Spray 10 % 50 ml ca. 17 € Köln: 1–2 WT; Leipzig: 1–2 WT

Die Verfügbarkeit ist in nahezu jeder deutschen Apotheke gegeben. Für seltene Formen/Faßgrößen bitte vorab anfragen. Online-Bestellung über Apotheken möglich, i.d.R. mit Rezept vor Lieferung.

FAQ – Häufig gestellte Patientenfragen

  1. Wie schnell wirkt Xylocain?
    Die Wirkung tritt je nach Darreichungsform meist innerhalb von 2–5 Minuten (Injektion) oder 5–10 Minuten (Spray, Gel) ein.
  2. Muss ich vor der Anwendung von Xylocain etwas Bestimmtes beachten?
    Ja, bitte berühren Sie nach der Anwendung keine Schleimhäute/Augen, essen oder trinken Sie erst ca. 1 Stunde nach Schleimhautanwendung. Für Injektionen: Dies erfolgt immer durch medizinisches Personal.
  3. Was passiert, wenn ich Xylocain versehentlich verschlucke?
    Bei geringen Mengen sind meist keine Probleme zu erwarten. Bei größeren Mengen: Umgehend Arzt/Poisonszentrum kontaktieren, da systemische Nebenwirkungen auftreten können.
  4. Darf ich mit Xylocain Auto fahren?
    Normalerweise ja, jedoch können in seltenen Fällen Schwindel oder Benommenheit auftreten – beobachten Sie Ihre Reaktion nach der Anwendung.
  5. Wann sollte ich Xylocain nicht anwenden?
    Bei bekannter Überempfindlichkeit gegen Lidocain oder ähnliche Lokalanästhetika, auf offenen Wunden, bei schwerer Leber- oder Herzerkrankung – immer Rücksprache mit Ihrem Arzt halten!

Zusätzliche Informationen

Dosierung: No selection

2%

Paket: No selection

2 tube, 4 tube, 6 tube