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Permethrin

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Permethrin ist ein Arzneimittel zur äußerlichen Anwendung, das zur Behandlung von Krätzmilben (Skabies) und Kopfläusen eingesetzt wird. Es tötet die Parasiten sowie ihre Eier zuverlässig ab. Die Creme oder Lösung wird direkt auf die Haut oder ins Haar aufgetragen und nach einer bestimmten Einwirkzeit wieder abgewaschen. Permethrin ist in der Regel gut verträglich. Bitte befolgen Sie sorgfältig die Anwendungshinweise Ihres Arztes oder Apothekers.

Permethrin – Umfassende Patienteninformation

Grundlegende Produktinformationen

Wirkstoff (INN) Permethrin
Handelsnamen in Deutschland InfectoPedicul, Permethrin ratiopharm, Permethrin Infectopharm, Lyclear (zul. Arzneimittel/Medizinprodukte)
ATC-Code P03AC04
Verfügbare Darreichungsformen/Stärken Creme (5 %), Lösung (1 %), Shampoo (1 %)
Hersteller InfectoPharm, ratiopharm, verschiedene Generika-Hersteller
Verschreibungsstatus Apothekenpflichtig, zum Teil rezeptfrei (je nach Anwendungsgebiet und Packungsgröße)

Wirkmechanismus

Für Patienten:
Permethrin ist ein Arzneimittel aus der Gruppe der Pyrethroide und tötet auf der Haut lebende Parasiten wie Kopfläuse, Krätzemilben (Sarcoptes scabiei) und andere Ektoparasiten ab. Es wirkt, indem es das Nervensystem der Parasiten schädigt und sie dadurch schnell absterben.

Für Spezialisten:
Permethrin blockiert spannungsabhängige Natriumkanäle der Parasitenmembran und führt so zu einem verlängerten Öffnungszustand, was zu Lähmung und Exitus der Parasiten führt. Für Säugetiere ist Permethrin in therapeutischen Dosen wenig toxisch, da humane Leberesterasen es rasch abbauen.

Pharmakokinetik

  • Absorption: Sehr geringe systemische Aufnahme (<2 %), da Anwendung überwiegend topisch.
  • Metabolismus: Rascher metabolischer Abbau in der Haut, bei systemischer Aufnahme rascher Metabolismus in der Leber zu inaktiven Stoffwechselprodukten.
  • Elimination: Hauptsächlich renale Ausscheidung der Metaboliten, geringe Mengen im Stuhl.
  • Wirkdauer: 2–10 Tage je nach Indikation und Anwendungsturnus.

Anwendung im Alltag und bewährte Vorgehensweisen

Permethrin wird in Deutschland zur Behandlung von Kopfläusen (Pediculosis capitis), Krätze (Skabies) und seltener anderen Parasiteninfektionen eingesetzt. Die häufigste Form ist die 5-prozentige Creme für Krätze und die 1-prozentige Lösung oder das Shampoo für Kopfläuse.

Typische Dosierung und Anwendung:

  • Kopfläuse: Lösung oder Shampoo großzügig auf das trockene Haar und die Kopfhaut auftragen, 10 Minuten einwirken lassen, abspülen und nasses Haar mit speziellem Läusekamm auskämmen. Nach 7–10 Tagen Wiederholung, um geschlüpfte Nissen zu behandeln.
  • Krätze: 5 %-Creme auf den gesamten Körper (ausgenommen Gesicht/Schleimhäute) vom Hals abwärts auftragen, mind. 8–12 Stunden einwirken lassen, danach gründlich abduschen. Je nach Befall kann eine Wiederholung nach 7–14 Tagen angezeigt sein.
Hinweis: Bettwäsche, Kleidung und Handtücher bei Mindesttemperatur von 60°C waschen. Textilien, die nicht gewaschen werden können, in Plastiktüte 72 Stunden luftdicht verschließen.

Anwendung morgens vs. abends

Die Anwendung am Abend ist für die Krätze üblich, da die Creme über Nacht einwirken kann. Vorteil: Die Haut hat ausreichend Kontaktzeit und soziale Einschränkungen am Tag werden vermieden.

  • Morgens: Weniger empfohlen, da die Einwirkzeit stört und Kleidung sowie Aktivitäten einschränkt.
  • Abends: Praktisch zur Übernacht-Einwirkung, am Morgen duschen und Hautpflege fortsetzen. Besonders für Kinder geeignet.
Für Kopfläuse kann die Anwendung morgens oder abends erfolgen; Einwirkzeit beachten!

Anwendung in Verbindung mit Mahlzeiten

Permethrin wird äußerlich aufgetragen – die Wirkung ist unabhängig von den Mahlzeiten. Sie können vor, während oder nach dem Essen behandelt werden. Die Ernährung (z. B. typisch deutsches Frühstück oder Abendbrot) spielt keine Rolle.

Wechselwirkungen und Warnhinweise

Art Beschreibung
Lebensmittel Keine relevanten Wechselwirkungen. Nicht schlucken!
Alkohol Keine bekannten Wechselwirkungen; äußerliche Anwendung beachten.
Medikamente Keine relevanten Interaktionen bei äußerlicher Anwendung. Vorsicht bei gleichzeitiger Kortikosteroidtherapie (mögliche Unterdrückung von Abwehrreaktionen der Haut).
Spezielle Warnhinweise Augenkontakt vermeiden, nicht auf Schleimhäute und offene Wunden auftragen.

Indikationen

Indikation Zulassung Deutschland Anmerkung
Kopfläuse (Pediculosis capitis) Ja Erstlinientherapie
Krätze (Skabies) Ja Empfohlene Standardbehandlung
Filzläuse, Körperläuse Teilweise Off-label in Absprache mit Arzt
Floh-, Milbenbefall Nein Nur unter ärztlicher Kontrolle/off-label

Dosierung nach klinischer Indikation

Indikation Erwachsene Kinder (ab 2 Monate) Ältere (>65 Jahre)
Kopfläuse 1 %-Lösung/Shampoo, einmalig, nach 7–10 Tagen wiederholen wie Erwachsene wie Erwachsene, ggf. hautschonendere Anwendung
Krätze 5 %-Creme, einmalig, ggf. nach 7–14 Tagen wiederholen Anwendung ab 2 Monate, wie oben ggf. testweise auf kleiner Fläche beginnen

Sicherheitsprofil und Nebenwirkungen

  • Häufig: Leichte Hautirritationen (Brennen, Juckreiz), Rötung, Taubheitsgefühl
  • Gelegentlich: Überempfindlichkeitsreaktionen, allergische Kontaktdermatitis
  • Selten: Verschlimmerung der Symptome durch Immunreaktion (Postskabiöses Ekzem), systemische Symptome (bei sehr großflächiger Anwendung, insb. bei Säuglingen)
  • Warnhinweise: Anwendung in Schwangerschaft und Stillzeit nur nach Rücksprache; Säuglinge unter 2 Monaten nicht behandeln.

Hinweise zur richtigen Anwendung (Pharmazeutische Beratung)

  • Vor der Anwendung Empfehlungen des Arztes, Apothekers oder der Packungsbeilage lesen und beachten.
  • Hände gründlich waschen; nach Auftragen ebenfalls waschen (außer bei Krätze ggf. anderslautende Anweisung!).
  • Bei Kontakt mit Augen, gründlich mit Wasser ausspülen.
  • Anwendung konsequent und vollständig durchführen, Wiederholungsbehandlung nicht vergessen.
  • Haushaltsmitbewohner ebenfalls behandeln, um Reinfektion zu verhindern.
  • Kleidung, Bettwäsche, Kuscheltiere etc. heiß waschen (mind. 60°C).

Alternative Behandlungsmöglichkeiten

  • Dimeticon-Präparate (z. B. NYDA): Für Kopfläuse, physikalische Wirkung, auch für Schwangere/Kinder geeignet, keine Resistenzproblematik.
  • Benzylbenzoat (z. B. Antiscabiosum FNA): Alternative bei Krätze; kann Haut mehr reizen.
  • Benzylalkohol: Für Läuse, weniger verbreitet.
  • Orale Ivermectin-Therapie (nur unter ärztlicher Kontrolle): Bei schwerer oder therapieresistenter Krätze.
  • Alle Methoden bedürfen ärztlicher Abklärung und ggf. Rezeptpflicht!

Vorteile Permethrin: Gute Wirksamkeit, breite Evidenz, sichere Anwendung.
Nachteile: Keine Wirkung auf Nissen, gelegentlich Hautirritationen; Resistenzentwicklung in Einzelfällen möglich.

Rechtlicher Status, Registrierung und Erstattung in Deutschland

  • Zulassungsinhaber: InfectoPharm, ratiopharm, diverse Hersteller
  • Registrierung (BfArM, PEI): Zugelassenes Humanarzneimittel in Deutschland
  • Erstattungsfähigkeit (GKV/NFZ): Für Kinder bis 12 Jahre und bei medizinischer Notwendigkeit. Bei Erwachsenen muss Indikation medizinisch belegt sein.
  • Verschreibungsstatus: Apothekenpflichtig; Creme oft rezeptfrei, alternative Packungen teils rezeptpflichtig.
  • Meldevorschriften: Meldepflichtige Parasitosen laut IfSG (Infektionsschutzgesetz) beachten!

Aktuelle Studien und Leitlinien (2022–2025)

  • Empfehlungen der AWMF-Leitlinie “Skabies” (2023): Permethrin bleibt Mittel erster Wahl.
  • Berichte des Robert-Koch-Instituts (2024): Zunehmende Resistenzentwicklung bei Kopfläusen; Dimeticon als Alternative empfohlen.
  • Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ) (2022): Permethrin für Säuglinge ab 2 Monate zugelassen, aber Anwendung besonders sorgfältig.
  • Internationale Empfehlungen (z.B. CDC, 2024): Permethrin nach wie vor Standard.

Erhältlichkeit, Packungsgrößen und Lieferung

Packungsgröße Typ Empfohlene VK (EUR) Versandzeit – Berlin Versandzeit – München Versandzeit – Hamburg
30 g Creme 5% ca. 12–15 € 24 h 24–48 h 24–48 h
100 ml Lösung 1% ca. 16–21 € 24 h 24–48 h 24–48 h
50 ml Shampoo 1 % ca. 13–19 € 24 h 24–48 h 24–48 h

Anmerkung: In vielen deutschen (Online-)Apotheken verfügbar, auf Rezept ggf. direkt in der Apotheke bestellbar.

FAQ – Häufige Patientenfragen

  • 1. Was mache ich, wenn die Behandlung mit Permethrin nicht erfolgreich war?
    Wiederholen Sie die Anwendung nach 7–10 Tagen. Bestehen weiterhin Symptome, suchen Sie einen Arzt auf – ggf. ist eine alternative Therapie oder ein Wechselwirkungsfaktor (z. B. unsachgemäße Anwendung, Reinfektion, Resistenz) die Ursache.
  • 2. Ist Permethrin während Schwangerschaft und Stillzeit sicher?
    Die Anwendung sollte nur nach Rücksprache mit Arzt/Apotheker erfolgen. Bisher sind keine schweren Nebenwirkungen bekannt, aber Risiko-Nutzen-Abwägung immer erforderlich.
  • 3. Kann ich Permethrin bei Babys anwenden?
    Permethrin ist für Kinder ab 2 Monaten zugelassen. Bei jüngeren Säuglingen sollte keine Behandlung erfolgen, es sei denn, der Arzt ordnet es explizit an.
  • 4. Was muss ich zur Hygiene beachten?
    Wäsche, Kleidung, Kuscheltiere und Bürsten mindestens 60°C waschen oder 72 Stunden luftdicht lagern. Alle engen Kontaktpersonen behandeln, um erneute Ansteckung zu verhindern.
  • 5. Wann sehe ich eine Besserung nach Anwendung?
    In der Regel setzt die Wirkung innerhalb von 1–2 Tagen ein. Juckreiz kann jedoch noch bis zu 2 Wochen bestehen bleiben, da die Haut noch auf abgestorbene Milben/Läuse reagieren kann.

Hinweis: Bitte halten Sie immer Rücksprache mit Ihrem Arzt oder Apotheker. Bei Fragen zur Anwendung und Verträglichkeit stehen wir Ihnen gerne beratend zur Seite.

Zusätzliche Informationen

Dosierung: No selection

30g

Paket: No selection

1 tube, 2 tube, 3 tube, 4 tube, 5 tube, 6 tube