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Nimotop (Nimodipine)

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-17%
Nimotop enthält den Wirkstoff Nimodipin und wird zur Vorbeugung und Behandlung von Durchblutungsstörungen im Gehirn, insbesondere nach einer Subarachnoidalblutung, eingesetzt. Es hilft dabei, Gefäßverengungen zu verhindern und die Sauerstoffversorgung des Gehirns zu verbessern. Nimotop wird als Filmtablette oder Infusionslösung verwendet. Bitte nehmen Sie das Arzneimittel nur nach ärztlicher Anweisung und genau nach Dosierungsempfehlung ein.

Nimotop® (Nimodipin): Umfassende Produktinformation für Patientinnen und Patienten in Deutschland

Grundlegende Produktinformationen

Wirkstoff (INN) Nimodipin
Handelsnamen in Deutschland Nimotop®, Nimodipin Hexal®, Nimodipin Teva®, diverse Generika
ATC-Code C08CA06
Verfügbare Darreichungsformen und Stärken
  • Tabletten (Hartkapseln): 30 mg
  • Lösung zur Infusion: 10 mg/50 ml (0,2 mg/ml)
  • Lösung oral: 60 mg/50 ml
Hersteller Bayer AG, HEXAL AG, Teva GmbH, Ratiopharm GmbH (verschiedene Generika-Anbieter)
Verschreibungsstatus Verschreibungspflichtig (Rezeptpflichtig gemäß AMVV/URPL-Vorgaben)

Wirkmechanismus

Für Patientinnen und Patienten: Nimodipin ist ein Arzneimittel aus der Gruppe der sogenannten Calciumantagonisten. Es erweitert gezielt die Blutgefäße im Gehirn, indem es bestimmte Kanäle in den Gefäßwänden blockiert. So verbessert es die Durchblutung und hilft, Sauerstoffmangel in Hirngewebe nach bestimmten Schlaganfallformen vorzubeugen.

Für Fachpersonal: Nimodipin blockiert selektiv spannungsabhängige L-Typ-Calciumkanäle in glatter Gefäßmuskulatur, insbesondere im zerebrovaskulären Bereich, führt zu Vasodilatation und reduziert das Risiko eines zerebralen Vasospasmus nach Subarachnoidalblutung. Geringer Einfluss auf systemische Blutdruckwerte trotz hoher Lipophilie und Passage durch die Blut-Hirn-Schranke.

Pharmakokinetik

  • Resorption: Nach oraler Gabe rasch, Bioverfügbarkeit ca. 13% (starker First-Pass-Effekt).
  • Metabolisierung: Hepatisch, überwiegend durch CYP3A4. Haupt-Metabolite pharmakologisch inaktiv.
  • Ausscheidung: Überwiegend renal, teils biliär; ca. 70% mit dem Urin als Metabolite.
  • Wirkdauer: Bei Tabletten/ Kapseln ca. 4–6 Stunden; Infusion kurz nach Ende der Gabe abklingend.

Anwendung im Alltag & Best-Practice (Deutschland)

Nimotop®-Tabletten nehmen Sie grundsätzlich regelmäßig nach Verordnung Ihres Arztes oder Ihrer Ärztin ein. In Deutschland wird Nimodipin fast ausschließlich zur Vorbeugung und Behandlung von Durchblutungsstörungen im Gehirn nach Blutungen (z.B. Subarachnoidalblutung) eingesetzt. Der Beginn und die Dauer der Therapie werden ärztlich individuell festgelegt.

  • Empfohlene Standarddosis für Erwachsene: 1 Tablette (30 mg) alle 4 Stunden (insgesamt 6 Tabletten/Tag = 180 mg täglich) für maximal 21 Tage.
  • Zu Beginn häufig intravenös (Infusion im Krankenhaus), anschließend Tabletten zu Hause.
  • Nicht eigenständig absetzen oder Dosierung ändern.
  • Tabletten mit ausreichend Flüssigkeit unzerkaut einnehmen.
  • Tabletten möglichst immer zur gleichen Tageszeit einnehmen, regelmäßige Einnahme ist für die Wirksamkeit entscheidend.

Einnahme am Morgen versus am Abend

  • Nimodipin muss mehrmals täglich, möglichst gleichmäßig verteilt, eingenommen werden (z.B. 06:00, 10:00, 14:00, 18:00, 22:00, 02:00 Uhr).
  • Frühzeitige Einnahme stabilisiert den Blutspiegel und verringert Schwankungen.
  • Im deutschen Alltag empfiehlt sich das Stellen eines Weckers oder Erinnerungsalarms zur Sicherstellung der Regelmäßigkeit – auch in Kliniken üblich.
  • Prinzipiell ist keine spezielle tageszeitliche Präferenz nötig (kein morgendliches Überwiegen von Nebenwirkungen).

Einnahme mit oder ohne Nahrung, Besonderheiten für Deutschland

  • Nimodipin-Tabletten sollten mindestens 1 Stunde vor oder 2 Stunden nach einer Mahlzeit eingenommen werden.
  • Eine fettreiche deutsche Mahlzeit kann die Wirkung und Aufnahme des Arzneimittels verändern (Verzögerung/Abschwächung des Effekts möglich).
  • Grapefruitsaft vermeiden! Er kann die Wirkung und Nebenwirkungen deutlich verstärken.
  • Trinken Sie die Tablette/n mit ausreichend Wasser (kein Milchprodukt oder Alkohol).

Warnhinweise zu Wechselwirkungen

Interaktionspartner Empfehlung/Wirkung
Grapefruitsaft/-produkte Starke Wirkungsverstärkung, verboten
Alkohol Kann Nebenwirkungen und Blutdrucksenkung verstärken, vermeiden
CYP3A4-Inhibitoren (z.B. Erythromycin, Ketoconazol, Ritonavir) Erhöhtes Nebenwirkungsrisiko, Arzt befragen
CYP3A4-Induktoren (z.B. Rifampicin, Carbamazepin, Johanniskraut) Abgeschwächte Wirkung, Anwendung vermeiden
Antihypertensiva, Betablocker Zusätzliche Blutdrucksenkung, Kombination ärztlich abklären

Indikationen (zulassungsbezogen und Off-Label)

Indikation Status in Deutschland Kurzbeschreibung
Vorbeugung und Therapie von zerebralen Vasospasmen nach Subarachnoidalblutung Zugelassen Standard-Nutzung, typischer Klinikgebrauch
Andere Durchblutungsstörungen des Gehirns Off-Label Nur in klinischen Studien oder Einzelfallentscheidungen
Demenz, Alzheimer, Tinnitus Off-Label / Nicht empfohlen Keine Evidenz, von Anwendung wird abgeraten

Dosierung nach klinischer Indikation

Patientengruppe Standarddosis Besondere Hinweise
Erwachsene 6 x 30 mg pro Tag (alle 4 Stunden) für 21 Tage Bei start im Krankenhaus oft erst Infusion, dann Tabletten
Ältere Erwachsene (> 65 Jahre) Wie Erwachsene, ggf. niedrigere Anfangsdosis Individuelle Anpassung bei Nieren-/Leberfunktionsstörung
Kinder < 18 Jahre Keine gesicherte Zulassung/keine Empfehlung Nur nach strikter ärztlicher Anweisung in Ausnahmefällen

Sicherheitsprofil & Nebenwirkungen

  • Sehr häufig bis häufig:
    • Kopfschmerzen
    • Übelkeit, Verdauungsstörungen
    • Blutdruckabfall (Hypotonie)
    • Hitzewallungen, Hautrötungen
    • Allgemeine Schwäche, Schwindel
  • Gelegentlich:
    • Herzklopfen, Tachykardie
    • Leichte Schwellungen (Ödeme)
  • Selten, aber schwerwiegend:
    • Allergische Reaktionen (Atemnot, Ausschlag, Juckreiz)
    • Leberfunktionsstörungen (Laborkontrollen empfohlen)
    • Herzrhythmusstörungen

Richtige Anwendung: Ratschläge aus der Apotheke und Klinik

  • Halten Sie den vorgeschriebenen Einnahmeplan strikt ein – Wecker/Apps nutzen.
  • Informieren Sie alle behandelnden Ärzte und Ihren Apotheker über sämtliche eingenommene Medikamente, auch über rezeptfreie Präparate und Nahrungsergänzungsmittel.
  • Blutdruck regelmäßig messen, besonders zu Therapiebeginn und bei Symptomen wie Schwindel.
  • Vor größeren Eingriffen (OP, Zahnbehandlungen) ärztlichen Rat einholen.
  • Auto fahren oder Maschinen bedienen erst nach individueller Verträglichkeit erlaubt (Gefahr von Schwindel).

Alternative Therapieoptionen (mit GKV-Erstattung)

  • Behandlung des zerebralen Vasospasmus nach Subarachnoidalblutung: Nimodipin ist Standard, keine direkt vergleichbare Alternative.
  • Andere Calciumantagonisten wie Verapamil oder Nifedipin nicht zugelassen und zeigen keine gleichwertige Evidenz.
  • Allgemeine intensivmedizinische Maßnahmen (Flüssigkeitsmanagement, Elektolytkontrolle, Blutdruckregulation, evtl. endovaskuläre Eingriffe) ergänzen die Therapie.
  • Andere Medikamente zur Prävention/Therapie zerebraler Vasospasmen sind nicht GKV-erstattungsfähig oder off-label.

Rechtliche, Zulassungs- und Erstattungsinformationen (Deutschland)

  • Zulassung: Durch das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM).
  • Erstattung: Medikament bei zugelassener Indikation (Subarachnoidalblutung) von der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) bezahlt.
  • Verschreibung: Strikt rezeptpflichtig, keine Selbstmedikation möglich.
  • Registrierung: Nur im Rahmen des deutschen Arzneimittelrechts verkehrsfähig.

Aktuelle Studien & Klinische Leitlinien (2022–2025)

  • Die Deutsche Gesellschaft für Neurochirurgie und die Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft empfehlen laut S3-Leitlinie die Anwendung von Nimodipin nach Subarachnoidalblutung zur Prävention und Therapie von Vasospasmen (vgl. DGNC & DSG, 2023).
  • Internationale Metaanalysen und Cochrane-Reviews (2022, 2023) bestätigen die überlegene Wirksamkeit von Nimodipin bei zerebralen Vasospasmen mit einer Absenkung des Risikos für bleibende neurologische Defizite.
  • Neuere Untersuchungen (NEJM, 2024) weisen darauf hin, dass eine Individualisierung der Dosierung vorteilhaft sein kann, Routinedauer bleibt 21 Tage.
  • Keine gesicherte Wirksamkeit im Bereich der Demenz-, Alzheimer- oder Tinnitus-Therapie; Anwendungen in diesen Bereichen werden nicht empfohlen.

Verfügbarkeit und Lieferzeiten

Packsgröße Inhalt Preis (UVP, Stand 2024) Voraussichtliche Lieferzeit*
Kleinpackung 50 Tabletten (reicht ca. 8 Tage) ca. 45–60 € 1–3 Werktage
Standardpackung 100 Tabletten (reicht ~16 Tage) ca. 80–110 € 1–3 Werktage (Großstädte), 2–5 Tage (ländlich)
Infusionslösung 5 Ampullen à 50 ml ca. 90–120 € Nicht apothekenüblich, klinische Anwendung

*Lieferzeiten gelten für Online-Bestellung in Berlin, München, Hamburg, Köln und Umland. Bitte planen Sie bei knapper Versorgung der Apotheken ggf. Vorbestellung ein.

FAQ – Häufige Patientenfragen

  • Wie lange muss ich Nimodipin einnehmen?
    In den meisten Fällen verordnet Ihr Arzt Nimodipin für genau 21 Tage nach einer Subarachnoidalblutung. Die Dauer kann in Ausnahmefällen angepasst werden. Eigenständige Veränderungen der Einnahmedauer sind nicht erlaubt.
  • Was tun, wenn ich eine Einnahme vergesse?
    Holen Sie die Einnahme nicht doppelt nach. Setzen Sie die Einnahme wie geplant zur nächsten Uhrzeit fort und informieren Sie Ihren behandelnden Arzt, falls Unsicherheiten bestehen.
  • Muss ich meine Ernährung umstellen?
    Nein, außer dass Sie Grapefruitsaft und übermäßig fettreiche Mahlzeiten direkt nach der Einnahme meiden sollten. Achten Sie auf regelmäßige Mahlzeiten im Alltag, speziell in Klinik und Reha.
  • Ist Nimodipin schädlich für Herz oder Niere?
    Bei Vorschädigungen prüft Ihr Arzt den Einsatz sorgfältig. Nimodipin wird überwiegend über die Leber abgebaut; schwere Leber- oder Nierenschäden können die Dosierung beeinflussen. Sprechen Sie dazu Ihr Behandlungsteam an.
  • Kann ich unter Nimodipin Sport treiben?
    Leichte Bewegung ist möglich, jedoch sollte intensiver Sport, der zu starkem Blutdruckabfall führen kann, gemieden werden. Halten Sie ärztliche Rücksprache bei Unsicherheiten.

Wichtiger Hinweis: Diese Information ersetzt keine persönliche Beratung in Ihrer Apotheke oder ärztliche Anweisung. Fragen Sie bei Unsicherheiten zu Anwendung und Verträglichkeit stets Ihr Behandlungsteam vor Ort!

Zusätzliche Informationen

Dosierung: No selection

30mg

Paket: No selection

30 pill, 60 pill, 90 pill, 120 pill, 180 pill, 240 pill, 360 pill