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Metoclopramide

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Metoclopramid ist ein Medikament, das zur Behandlung von Übelkeit und Erbrechen eingesetzt wird. Es hilft, die Magenbewegung zu fördern und Beschwerden wie Völlegefühl zu lindern. Ihr Arzt verschreibt Metoclopramid, wenn andere Maßnahmen nicht ausreichend wirken. Beachten Sie bitte die Dosierungshinweise und informieren Sie Ihren Arzt über mögliche Nebenwirkungen wie Müdigkeit oder Unruhe. Das Arzneimittel ist rezeptpflichtig.

Metoclopramid – Umfassende Patienteninformation

Grundlegende Produktinformationen

Wirkstoff (INN) Metoclopramid
Handelsnamen in Deutschland MCP-ratiopharm®, Paspertin®, Gastrosil®, diverse Generika
ATC-Code A03FA01
Erhältliche Darreichungsformen & Stärken Tabletten (10 mg), Tropfen (1 mg/ml), Injektionslösungen (10 mg/2 ml)
Hersteller ratiopharm, Teva, Pfizer, Grünenthal, diverse Generika
Verschreibungsstatus Rezeptpflichtig (nur auf ärztliches Rezept in Apotheken erhältlich)

Wirkmechanismus (Wirkungsweise)

Metoclopramid blockiert spezifische Dopamin-Rezeptoren (D2-Antagonist) im Magen-Darm-Trakt und im Gehirn. Dadurch wird die Magenentleerung beschleunigt und Übelkeit sowie Erbrechen werden unterdrückt. Für Fachleute: Der Wirkstoff fördert die Magenperistaltik und erhöht den Tonus des unteren Ösophagussphinkters. Zentral hemmt Metoclopramid die Brechreiz-Auslösung in der Area postrema des Gehirns.

Pharmakokinetik

  • Resorption: Rasch und nahezu vollständig nach oraler Einnahme, maximale Plasmakonzentration nach ca. 30–60 Minuten.
  • Metabolisierung: Leber (hauptsächlich durch CYP2D6, Glukuronidierung und Sulfatierung).
  • Ausscheidung: Überwiegend renal (als Metabolite und in geringem Maße unverändert).
  • Wirksamkeitsdauer: Ca. 4–6 Stunden (verlängert bei Niereninsuffizienz oder Leberfunktionsstörung).

Einsatz im Alltag & Anwendungshinweise

In Deutschland wird Metoclopramid vor allem zur Vorbeugung und Behandlung von Übelkeit und Erbrechen verschiedener Ursachen eingesetzt, z. B. bei Migräne, nach Operationen oder im Rahmen von Chemotherapien. Die typische Dosierung bei Erwachsenen beträgt 10 mg bis zu 3-mal täglich.

  1. Tabletten oder Tropfen mit Wasser einnehmen.
  2. Vorzugsweise spätestens 30 Minuten vor den Mahlzeiten oder vor zu erwartenden „Übelkeitsauslösern“ einnehmen.
  3. Bei dauerhafter Anwendung nie über 5 Tage kontinuierlich ohne Rücksprache mit dem Arzt nutzen.
  4. Für Kinder, ältere Menschen oder Patienten mit eingeschränkter Nieren- oder Leberfunktion: individuelle Dosisanpassung nötig.

Dosierung: morgens vs. abends

  • Am Morgen: Vorteilhaft bei morgendlicher Übelkeit oder zur Prophylaxe vor einem langen Tag mit erhöhtem Risiko (z.B. Reisen, Chemotherapie).
  • Am Abend: Gut, falls Übelkeit vor allem in der Nacht auftritt. Nachteil: Manche Nebenwirkungen (z.B. Müdigkeit) können sich verstärken.
  • Regelmäßigkeit: Möglichst feste Einnahmezeiten wählen, um Wirkspiegel konstant zu halten.

Einnahme mit oder ohne Nahrung (Essgewohnheiten in Deutschland)

Metoclopramid sollte optimalerweise 30 Minuten vor den Mahlzeiten eingenommen werden, da dies die motilitätsfördernde Wirkung im oberen Magen-Darm-Trakt verbessert. Ein typisch deutsches Frühstück (Brot, Müsli) oder warme Gerichte am Mittag beeinflussen die Aufnahme minimal; jedoch kann fettreiche Nahrung die Resorptionsgeschwindigkeit etwas vermindern. Kaffee, Milch oder Softdrinks sind in normalen Mengen unbedenklich.

Wechselwirkungen & Warnhinweise

Interagierende Substanzen Risiken/Bemerkungen
Alkohol Verstärkung zentralnervöser Nebenwirkungen; besser vermeiden
Antipsychotika (z.B. Haloperidol) Erhöhtes Risiko für extrapyramidale Störungen
Antidepressiva (SSRI, MAO-Hemmer) Steigert das Risiko eines Serotonin-Syndroms
Anticholinergika, Opioide Abschwächung der prokinetischen Wirkung von Metoclopramid
Digoxin Beeinträchtigte Absorption möglich
Levodopa Wirkminderung bei gleichzeitiger Anwendung
Kombination mit Alkohol Zunahme von Müdigkeit und zentralnervösen Nebenwirkungen

Indikationen (Zugelassen & Off-label)

Zugelassene Anwendungen Off-Label-Anwendungen
  • Behandlung von Übelkeit und Erbrechen unterschiedlicher Ursachen (z. B. Migräne, postoperativ, Chemo-/Radiotherapie)
  • Förderung der Magenentleerung bei Gastroparese (v.a. bei Diabetes mellitus)
  • Therapie der gastroösophagealen Refluxkrankheit (nur in Ausnahmefällen!)
  • Stillenförderung (wegen Prolaktinerhöhung) – nicht empfohlen

Dosierung nach Indikation, Alter und Patientengruppe

Indikation/Gruppe Empfohlene Dosierung Maximaldosis
Erwachsene & Jugendliche (>15 J.) 10 mg bis 3x täglich 30 mg/Tag, maximal 5 Tage
Kinder (1–14 J.) 0,1–0,15 mg/kg KG pro Dosis, bis zu 3x täglich 0,5 mg/kg KG/Tag, maximal 5 Tage
Ältere Patienten Start mit 5 mg, vorsichtige Steigerung bei Bedarf Wie Erwachsene, jedoch engmaschige Kontrolle
Nieren- und Leberfunktionsstörung Reduzierte Dosis (z. B. alle 8–12 Stunden, ggf. halbe Dosis) Individuell anpassen

Sicherheitsprofil & Nebenwirkungen

Häufigkeit Nebenwirkungen
Sehr häufig (≥1/10) Müdigkeit, Benommenheit
Häufig (≥1/100 bis <1/10) Durchfall, Kopfschmerzen, Bewegungsstörungen (z. B. Zittern, unwillkürliche Bewegungen)
Gelegentlich (≥1/1.000 bis <1/100) Nervosität, Depression, Verwirrtheit, Ausschlag, erhöhter Prolaktinspiegel (Galaktorrhoe, Gynäkomastie)
Selten (<1/1.000) Herzrhythmusstörungen (QT-Verlängerung), Krampfanfälle
Sehr selten (<1/10.000) Malignes neuroleptisches Syndrom; schwere allergische Reaktionen
  • Warnhinweise: Kinder und Jugendliche reagieren empfindlicher – Risiko für Bewegungsstörungen und EPS. Nicht anwenden bei Epilepsie, Parkinson, Magen-Darm-Blutungen oder mechanischem Ileus!

Leitfaden zur sachgerechten Anwendung (Apotheker-Tipps für Deutschland)

  1. Tabletten/Tropfen immer nach Plan einnehmen, nicht „nach Gefühl“. Unregelmäßige Einnahme verringert die Wirkung.
  2. Nicht selbst verlängern oder abbrechen; immer Rücksprache mit behandelndem Arzt halten.
  3. Bei ersten Anzeichen von Nebenwirkungen (beispielsweise Bewegungsstörungen, Zittern, ungewöhnliche Müdigkeit) sofort Arzt oder Apotheke informieren.
  4. Zahlreiche Medikamente, die in Deutschland häufig genutzt werden (z.B. Herzmittel, Antidepressiva), können mit Metoclopramid wechselwirken – deshalb stets aktuelle Medikamentenliste vorlegen.
  5. Für Langzeiteinnahme nicht zugelassen: Wegen erhöhtem Risiko schwerer Nebenwirkungen (Tardive Dyskinesien).
  6. Bei Bedarf, z.B. Reiseübelkeit, rechtzeitig vor der geplanten Aktivität einnehmen.

Alternativen & Kurzbewertung (GKV-Erstattung)

  • Domperidon (Motilium®): Ähnliche Wirkung, geringe ZNS-Nebenwirkungen, jedoch in Deutschland stark eingeschränkt zugelassen (QT-Verlängerung!)
  • Dimenhydrinat (Vomex®): Besonders bei Reiseübelkeit – evtl. mehr Müdigkeit, OTC erhältlich (ohne Rezept)
  • Ondansetron (Zofran®): Sehr wirksam bei Chemotherapie, Rezeptpflicht, teurer, GKV-Erstattung im Bedarfsfall
  • Ingwer-Präparate: Natürliche Alternative bei leichter Übelkeit (z. B. Schwangerschaft, Reise), aber weniger stark als Metoclopramid

Rechtlicher & Erstattungsstatus in Deutschland

  • Registrierung: Gemäß BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte) zugelassen
  • GKV-Erstattung: Grundsätzlich erstattungsfähig bei nachgewiesener Indikation. Kein OTC-Verkauf, nur auf ärztliches Rezept (rezeptpflichtig).
  • Verordnung nur auf begrenzte Zeit: Langzeitanwendung in Deutschland nicht zugelassen; maximal 5 Tage in Folge.

Neueste Studien & Leitlinien (2022–2025)

  • Die S3-Leitlinie „Antiemese bei Tumorpatienten“ (AWMF-Registernummer 032-054; 2023) bestätigt Metoclopramid weiterhin als Mittel 2. Wahl nach 5HT3-Antagonisten bei moderater Übelkeit.
  • Eine aktuelle Publikation im „Deutschen Ärzteblatt“ (2022) hebt das Risiko neurologischer Nebenwirkungen, v.a. bei Kindern, hervor; deshalb wurde die Anwendung strikt limitiert.
  • Ebenso fordern Kassenärztliche Vereinigungen und das BfArM eine umfassende Nutzen-Risiko-Abwägung, insbesondere bei längerem Gebrauch.

Weitere Informationen und wissenschaftliche Updates finden Sie unter: BfArM (Rote-Hand-Briefe), AWMF-Leitlinien.

Verfügbarkeit & Lieferung in Deutschland

Paketgröße Stückzahl/Tabletten/Tropfen Apothekenpreis (ca.) Lieferzeit (Stadtapotheke/Online, DE)
Kleinpackung 50 Tabletten à 10 mg ca. 9–14 EUR vor Ort meist vorrätig; Online 1–2 Tage
Standard 100 Tabletten à 10 mg ca. 15–22 EUR wie oben
Tropfen 100 ml (1 mg/ml) ca. 11–18 EUR wie oben
  • Verfügbarkeit: In deutschen Apotheken üblicherweise sofort oder innerhalb von 24 Stunden lieferbar – auch in ländlichen Regionen oder Großstädten wie Berlin, München, Hamburg.
  • Lieferung nach Hause: Online-Apotheken mit Rezeptannahme bieten schnellen Versand – meist 1–2 Werktage deutschlandweit.

FAQ – Häufige Patientenfragen

  • 1. Wie lange darf ich Metoclopramid einnehmen?
    In Deutschland ist die Anwendung pro Episode auf maximal 5 Tage begrenzt. Eine längere Einnahme ist nur in strengen Ausnahmefällen und unter ärztlicher Kontrolle möglich.
  • 2. Ist Metoclopramid für Kinder geeignet?
    Die Anwendung bei Kindern erfolgt nur nach ärztlicher Verordnung, bei sehr exakter Dosierung und niemals zur Langzeittherapie.
  • 3. Welche Hinweise muss ich bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?
    Nur nach sorgfältiger ärztlicher Abwägung und unter Kontrolle einnehmen. In der Stillzeit möglich, aber mit Vorsicht – Metoclopramid geht in die Muttermilch über.
  • 4. Kann ich Metoclopramid mit meinen anderen Medikamenten kombinieren?
    Besprechen Sie jede neue Medikation mit dem Arzt oder Apotheker, da zahlreiche Arzneistoffe (z.B. Antidepressiva, Parkinson-Medikamente) Wechselwirkungen verursachen können.
  • 5. Ist eine Fahrtauglichkeit während der Einnahme gewährleistet?
    Zu Beginn der Therapie oder bei Müdigkeitsgefühl sollten Patienten auf das Führen von Fahrzeugen und das Bedienen von Maschinen verzichten.

Diese Patienteninformation ersetzt nicht das Gespräch mit Ihrem Arzt oder Apotheker. Bei Fragen helfen wir Ihnen gerne persönlich in Ihrer Apotheke weiter.

Zusätzliche Informationen

Dosierung: No selection

10mg

Paket: No selection

30 pill, 60 pill, 90 pill, 120 pill, 180 pill, 360 pill