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Imodium (Loperamide)

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Imodium (Wirkstoff: Loperamid) wird zur Behandlung von akutem Durchfall eingesetzt. Es hilft, die Darmbewegungen zu verlangsamen und so den Stuhl zu festigen. Imodium lindert Symptome wie häufige oder plötzliche Stuhlgänge und sorgt für eine spürbare Erleichterung. Das Medikament sollte nur kurzfristig und gemäß den Anweisungen des Arztes oder Apothekers eingenommen werden. Bei länger anhaltendem Durchfall bitte ärztlichen Rat einholen.

Imodium (Loperamid): Umfassende Patienteninformation für Deutschland

Basisinformationen zum Produkt

Wirkstoff (INN) Loperamid
Deutsche Handelsnamen Imodium®, Loperamid-ratiopharm®, Loperamid AL®, Stopex®
ATC-Code A07DA03
Verfügbare Darreichungsformen und Stärken
  • Hartkapseln (2 mg Loperamid-Hydrochlorid)
  • Schmelztabletten (2 mg)
  • Tabletten (2 mg)
  • Orale Lösung/Tropfen (1 mg/ml)
Hersteller Johnson & Johnson GmbH, ratiopharm GmbH, Aliud Pharma GmbH, Teva GmbH u.a.
Verschreibungsstatus Rezeptfrei bis 12 mg/Tag und max. 2 Tage; darüber hinaus verschreibungspflichtig (gemäß § 48 AMG)

Wirkmechanismus

Loperamid ist ein sogenanntes peripher wirkendes μ-Opioidrezeptor-Agonist. Es hemmt die Darmperistaltik, indem es die Aktivität der glatten Darmmuskulatur reduziert. Dadurch wird die Passagezeit des Darminhalts verlängert, Wasserresorption gesteigert und der Stuhl fester. Loperamid wirkt hauptsächlich lokal im Darm, ohne das zentrale Nervensystem zu beeinflussen, da es kaum die Blut-Hirn-Schranke überwindet.

  • Für Fachkreise: Loperamid bindet an μ-Opioidrezeptoren der Plexus myentericus im Enterischen Nervensystem, hemmt die Freisetzung von Acetylcholin und Prostaglandinen, mindert damit Darmmotilität und sekretiert Wasser/Elektrolyte rück.

Pharmakokinetik

  • Resorption: Loperamid wird nach oraler Einnahme zu etwa 40 % absorbiert, unterliegt jedoch einem ausgeprägten First-Pass-Effekt in der Leber.
  • Metabolismus: Abbau vorrangig in der Leber durch CYP3A4 und CYP2C8 zu inaktiven Metaboliten.
  • Elimination: Hauptsächlich biliär-fäkal, geringe renale Eliminierung.
  • Wirkdauer: Wirkeintritt meist innerhalb von 1–3 Stunden, Wirkungsdauer ca. 8–12 Stunden je nach Dosis und individueller Reaktion.

Anwendung im Alltag & Best Practices

Imodium wird bei akutem und chronischem Durchfall angewendet. Bei akutem Durchfall beträgt die übliche Anfangsdosis für Erwachsene 2 Kapseln/Tabletten (4 mg), gefolgt nach jedem ungeformten Stuhlgang mit je 1 Kapsel/Tablette (2 mg). Maximale Tagesdosis: 8 Kapseln/Tabletten (16 mg, rezeptpflichtig); rezeptfrei bis 12 mg pro Tag und maximal 2 Tage. Ohne ärztlichen Rat sollte Loperamid nicht länger als 2 Tage eingenommen werden. Falls Durchfall länger anhält, suchen Sie bitte einen Arzt auf.

  • Tabletten/Kapseln ganz schlucken, vorzugsweise mit Wasser.
  • Schmelztabletten eignen sich besonders unterwegs oder bei Schluckbeschwerden.
  • Ein häufiger Einsatz ist auf Reisen, bei Prüfungen oder stressigen Alltagssituationen.
  • Immer auf ausreichende Flüssigkeits- und Elektrolytzufuhr achten, z.B. durch leichte Bouillons, Kräutertees und stilles Wasser.

Einnahme am Morgen oder Abend

  • Morgens: Ein Vorteil ist eine vorhersagbare Kontrolle bei reisebedingtem oder arbeitsbedingtem Durchfall.
  • Abends: hilfreich bei nächtlichem Durchfall oder zur Linderung vor dem Schlafen.
  • Tipps: Versuchen Sie, bei regelmäßigen Problemen die Einnahme zur gleichen Tageszeit zu planen. Dosieren Sie nach Bedarf entsprechend der Stuhlfrequenz.

Einnahme mit oder ohne Nahrung

Loperamid kann mit oder ohne Nahrung eingenommen werden. Nahrungsaufnahme hat keinen signifikanten Einfluss auf die Bioverfügbarkeit. In Deutschland übliche Mahlzeiten (z.B. deftige Brotzeiten, warme Abendessen) können mit Loperamid kombiniert werden.

  • Alkohol sollte gemieden werden, da er die Verträglichkeit beeinträchtigen kann.
  • Empfehlung: Einnahme mit Wasser, unabhängig von den Mahlzeiten.

Interaktionswarnungen

Interaktionspartner Art der Wechselwirkung Empfehlung
Alkohol Mögliches ZNS-Risiko bei Missbrauch Alkoholkonsum meiden
CYP3A4- und CYP2C8-Inhibitoren (z.B. Itraconazol, Gemfibrozil) Steigerung des Loperamid-Spiegels Arzt fragen, ggf. Dosisanpassung
Arzneimittel mit QTc-Verlängerung (z.B. Erythromycin) Erhöhtes Risiko für Herzrhythmusstörungen Kombination vermeiden
Andere Antidiarrhoika Verstärkte Nebenwirkungen Nur auf ärztliche Anweisung kombinieren
Cholestyramin Kann Loperamid-Wirkung herabsetzen Einnahme im Abstand von mindestens 2 Stunden

Indikationen

Klinische Indikation Off-Label Bemerkung
Akuter Durchfall (Erwachsene/ab 12 J.) ja Reguläre Zulassung
Chronischer Durchfall (z.B. Reizdarm-Syndrom) ja Rational, aber Off-Label für Kinder unter 12 J.
Kurzdarmsyndrom mit Stomadiarrhö ja Spezialisteneinsatz
Reisedurchfall (Prophylaxe/Therapie) nein Nur symptomatische Therapie

Dosierung nach Indikation

Alter/Indikation Empfohlene Anfangsdosis Maximaldosis
Erwachsene (akuter Durchfall) 4 mg, danach 2 mg nach jedem ungeformten Stuhl 16 mg (8 Tabletten/Kapseln) pro Tag (rezeptpflichtig), 12 mg (rezeptfrei)
Kinder 6–12 Jahre 2 mg nach erstem ungeformten Stuhl max. 6 mg/Tag
Senioren (>65 J.) Erwachsenendosis, individuell anpassen Besonderes Augenmerk auf Elektrolytstatus
Kinder unter 6 Jahre Keine Anwendung empfohlen Keine

Sicherheitsprofil und Nebenwirkungen

  • Häufig (≥1/100, <1/10): Verstopfung, Blähungen, Übelkeit, Kopfschmerzen, Schwindel
  • Gelegentlich (≥1/1.000, <1/100): Hautausschlag, Mundtrockenheit, Abdominalschmerzen
  • Selten (<1/1.000): Überempfindlichkeitsreaktionen, schwere allergische Reaktionen, paralytischer Ileus (Darmverschluss)
  • Warnhinweise: Bei Blut im Stuhl, hoher Temperatur, starker Schwäche, Anzeichen einer Austrocknung oder wenn der Durchfall länger als 2 Tage anhält – sofort ärztliche Hilfe aufsuchen!
  • Symptome einer Überdosierung: Benommenheit, Koordinationsstörungen, Atemdepression, besonders bei Kindern (medizinischer Notfall!)

Praktische Tipps zur sicheren Anwendung in Deutschland

  • Nicht zur Einnahme bei blutigem Durchfall, hohem Fieber oder bakteriellen Infektionen (z.B. Salmonellen, Shigellen, EHEC).
  • Vor allem bei älteren Menschen, Kindern und Patienten mit chronischen Erkrankungen besondere Vorsicht und niedrige Dosierung.
  • Als kurzfristige Lösung anwenden, nicht als Dauermedikation.
  • Elektrolytlösungen (z.B. Elotrans) ergänzend bei starkem Flüssigkeitsverlust verwenden.
  • Bei weiterem Arzneimittelbedarf über Rezept kann der behandelnde Arzt weitere Galeniken verschreiben.
  • Da rezeptfreie Packungen auf 12 mg/Tag und 2 Tage limitiert sind, bei Bedarf an längerer Anwendung immer ärztlichen Rat einholen.

Alternative Behandlungsmöglichkeiten (Kassenleistung/NFZ)

  • Orale Rehydratationslösungen (ORL): Standard bei akuten Durchfällen, auch für Kinder (Erstattungsfähig nach SGB V, Anlage V)
  • Medizinalkohle (z.B. Kohle-Compretten): Für leichte Fälle (weniger wirksam als Loperamid)
  • Tanninalbuminat: Pflanzlich, mild wirkend (für leichte bis mittlere Diarrhö, Kinder geeignet)
  • Probiotika (z.B. Saccharomyces boulardii): Zur unterstützenden Therapie (Studienlage uneinheitlich, aber als Zusatzoption anerkannt)
  • Vergleich:
    • Loperamid: Schnell, wirksam, alltagskompatibel — aber nicht für Infektionsdurchfälle geeignet
    • ORL: Unverzichtbar zur Vermeidung von Austrocknung, v. a. bei Kindern/Senioren
    • Kohle/andere: Weniger effizient, aber gut verträglich

Rechtliche, Registrierung und Erstattungsstatus in Deutschland

  • Staatliche Zulassung: Loperamid-haltige Präparate sind von der deutschen Zulassungsstelle (BfArM) genehmigt.
  • Apothekenpflicht: Imodium und Generika unterliegen der Apothekenpflicht.
  • Rezeptfrei: Bis 12 mg/Tag und maximal 2 Tage – bei Packungen mit nicht mehr als 12 mg Gesamtdosis gemäß § 48 Arzneimittelgesetz (AMG).
  • Rezeptpflichtig: Bei chronischer Diarrhö oder höheren Dosierungen.
  • Kostenübernahme: Akute unkomplizierte Durchfälle: Loperamid für Erwachsene nicht erstattungsfähig; für Kinder/Jugendliche wird i. d. R. ORL bezahlt (GKV/NFZ).
  • PZN-Kennzeichnung auf jeder Packung; Preisbindung gemäß Arzneimittelpreisverordnung.

Aktuelle Studienlage & Klinische Leitlinien (2022–2025)

  • Die S3-Leitlinie „Akuter Durchfall im Erwachsenenalter“ (AWMF-Registernummer 021-009, Stand 2023) empfiehlt Loperamid zur kurzfristigen symptomatischen Behandlung, jedoch nicht bei infektiösen Ursachen.
  • Internationale Studien (z. B. British Medical Journal, Lancet 2023): Loperamid ist bei Reizdarm-bedingtem Durchfall und Reisedurchfall wirksam, unter strenger Indikationsstellung auch bei Pädiatrie eingesetzt.
  • Laut Deutschem Ärzteblatt 2024: Keine Anwendung bei blutigem Durchfall oder bei bestehender Vorerkrankung wie Colitis ulcerosa ohne ärztliche Kontrolle. Resistenzlage bei bakteriellen Durchfallerkrankungen beachten!

Verfügbarkeit, Packungsgrößen, Preise und Lieferzeiten

Packungsgröße (Tabletten/Kapseln) Preis (UVP)* Lieferzeit Großstadt (Berlin, Hamburg, München, Köln) Lieferzeit ländliche Gebiete
6 Stück ca. 4,50 € i.d.R. ≤ 24h (Apothekenlieferdienst, Same-Day möglich) 2–3 Werktage
12 Stück ca. 6,90 € ≤ 24h 2–3 Werktage
20 Stück (verschreibungspflichtig) ca. 13,90 € Mit Rezept: 24–48h 3–4 Werktage

*Preise können regional schwanken. Bei Versandapotheken ggf. zzgl. Versandkosten.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

  1. Wie lange darf ich Imodium ohne ärztlichen Rat einnehmen?
    Imodium darf bei akutem Durchfall ohne ärztlichen Rat maximal 2 Tage angewendet werden. Falls die Beschwerden länger anhalten, Blut im Stuhl oder hohes Fieber auftritt, konsultieren Sie bitte einen Arzt.
  2. Kann ich mit Imodium mein normales Essen beibehalten?
    Ja – Loperamid wirkt unabhängig von der Nahrungsaufnahme. Während der Durchfallphase empfiehlt sich jedoch eine leichte, fettarme Ernährung, beispielsweise Zwieback, Reis, Bananen und Kräutertees.
  3. Ist Imodium auch für Kinder geeignet?
    Imodium darf erst ab 6 Jahren und unter ärztlicher Aufsicht gegeben werden. Für jüngere Kinder steht vorrangig eine Flüssigkeits- und Elektrolytzufuhr im Fokus. Die Dosierung ist anzupassen und bedarf einer Anmeldung beim Arzt.
  4. Was mache ich, wenn ich zu viel Loperamid eingenommen habe?
    Im Fall einer Überdosierung (z. B. ausgeprägte Müdigkeit, Benommenheit, Atembeschwerden): Sofort einen Notarzt verständigen – besonders wichtig bei Kindern!
  5. Hilft Imodium auch bei Reisedurchfall?
    Ja, die symptomatische Therapie ist möglich. Eine Selbstmedikation sollte aber nicht in Ländern mit hohem Infektionsrisiko erfolgen – achten Sie stets auf Begleitsymptome und ärztlichen Rat bei Auslandsaufenthalten.

Zusätzliche Informationen

Dosierung: No selection

2mg

Paket: No selection

30 pill, 60 pill, 90 pill, 120 pill, 180 pill, 270 pill, 360 pill