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Imiquimod

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Imiquimod ist eine Creme, die zur Behandlung bestimmter Hauterkrankungen wie aktinischer Keratose, oberflächlichem Basalzellkarzinom und Feigwarzen eingesetzt wird. Das Medikament regt das Immunsystem der Haut an, um krankhafte Zellen zu bekämpfen. Die Anwendung erfolgt meist mehrmals pro Woche direkt auf die betroffene Hautstelle. Nebenwirkungen wie Rötung, Juckreiz oder Brennen sind möglich, klingen aber häufig im Verlauf der Behandlung ab.

Imiquimod – Patienteninformation und Anwendungshinweise

Grundlegende Produktinformationen

Wirkstoff (INN)Imiquimod
Deutsche HandelsnamenAldara®, Zyclara®, Bascellex®
ATC-CodeD06BB10
Darreichungsformen & StärkenCreme (5%, 3,75%), typischerweise in Einzeldosisbeuteln à 250 mg (5%) oder Pumpdispenser (3,75%)
HerstellerMeda Pharma GmbH & Co. KG, Mylan Healthcare GmbH, Almirall Hermal GmbH
VerschreibungsstatusVerschreibungspflichtig (nach deutschem Arzneimittelgesetz)

Wirkmechanismus

Imiquimod wirkt als Immunmodulator. Vereinfacht gesagt stimuliert er gezielt das körpereigene Immunsystem in der Haut, um kranke oder infizierte Zellen besser zu bekämpfen. Er aktiviert bestimmte Zellen (z.B. Makrophagen und dendritische Zellen), wodurch vermehrt Botenstoffe wie Interferon-alpha, Interleukine und Tumornekrosefaktor-alpha freigesetzt werden. Diese Botenstoffe sorgen dafür, dass das Immunsystem die betroffenen Hautzellen erkennt und entfernt.
Für Fachkreise: Imiquimod ist ein Agonist des Toll-like-Rezeptors 7 (TLR-7). Durch die Bindung an diesen Rezeptor auf Immunzellen werden antivirale und antitumorale Zytokine stimuliert.

Pharmakokinetik

  • Absorption: Sehr geringe Aufnahme durch die Haut (weniger als 0,9% der Dosis gelangen ins Blut).
  • Metabolismus: Nach Aufnahme erfolgt ein rascher Abbau in der Leber zu inaktiven Metaboliten.
  • Elimination: Hauptsächlich über die Leber, anschließend über den Urin und Stuhl ausgeschieden.
  • Wirkdauer: Immunstimulation beginnt nach Stunden und hält mehrere Tage an, daher genügt meist 2–5 Anwendungen pro Woche.

Anwendung im Alltag: Dosierung, Gebrauch, Hinweise in Deutschland

  • Vor Anwendung Hände gründlich waschen und betroffene Hautstelle reinigen und trocknen.
  • Creme dünn und gleichmäßig auf die betroffene Hautstelle auftragen und sanft einmassieren. Nicht auf offene Wunden oder Schleimhäute bringen (mit Ausnahme von Genitalwarzen nach ärztlicher Anweisung).
  • Nach 6–10 Stunden (je nach Präparat) die behandelte Stelle mit Wasser und milder Seife abwaschen.
  • Übliche Gebrauchshäufigkeit:
    • Aldara® 5%: 3x wöchentlich (z.B. Montag, Mittwoch, Freitag) für bis zu 16 Wochen je nach Indikation.
    • Zyclara® 3,75%: Tägliche Anwendung über 2 bis 6 Wochen gemäß ärztlicher Anweisung.
  • Nur auf verschriebene Stellen anwenden.
  • Nach dem Auftragen Hände wieder gründlich reinigen.

Für die tägliche Anwendung in Deutschland gilt: Regelmäßigkeit verbessert die Wirksamkeit. Ideal ist die Anwendung am Abend (siehe dazu folgender Abschnitt).

Dosierung morgens vs. abends – Vorteile und Tipps

  • Die abendliche Anwendung hat sich bewährt: Die Creme kann über Nacht einwirken, ohne durch Kleidung oder Tagesaktivitäten abgerieben zu werden.
  • Am Morgen nach der empfohlenen Einwirkzeit (meist 6–10 Stunden) gründlich abwaschen.
  • Vorteil: Reduziertes Risiko für UV-Exposition (Sonne kann die Haut reizen).
  • TIPP: Immer zur selben Tageszeit auftragen und eine Erinnerung im Handy stellen.
  • Morgendliche Anwendung ist bei Unverträglichkeiten oder aus organisatorischen Gründen als Alternative möglich, aber seltener empfohlen.

Anwendung mit oder ohne Nahrung – Einfluss der Ernährung

  • Imiquimod wird äußerlich angewendet, d.h. Nahrungsaufnahme spielt keine direkte Rolle bei der Wirkung.
  • Normale deutsche Ernährungsgewohnheiten (Frühstück, Mittagessen, Abendessen) beeinflussen die Wirksamkeit nicht.
  • Starke Hautfette/Kosmetika sollten nicht gleichzeitig aufgetragen werden – mindestens 1–2 Stunden Abstand.

Wechselwirkungen (Interaktionen)

Art der Interaktion Beispiel Empfohlene Maßnahme
Mit anderen topischen Therapien Salben mit Cortison, Salicylsäure, Retinoiden Nur nach Rücksprache mit Arzt/Apotheker gemeinsam oder versetzt anwenden
Immunsuppressive Systemtherapie Z.B. Ciclosporin, Methotrexat Wirkung von Imiquimod kann vermindert sein
Verbände/Okklusion Wasserundurchlässige Pflaster Erhöhte Wirkstoffaufnahme, nicht empfohlen
Alkoholaufnahme Keine direkte Interaktion bekannt Normale, verantwortungsvolle Einnahme unproblematisch
Lebensmittel Keine relevant -

Indikationen (Zulassung & Off-Label-Verwendung)

Indikation Zugelassen (Ja/Nein) Kurzbeschreibung
Aktinische Keratose Ja Vorstufen von Hautkrebs auf nicht behaarter Haut (z. B. Gesicht, Kopfhaut)
Genitale/Perianale Warzen (Condylomata acuminata) Ja Durch HPV verursachte Feigwarzen im Genital-/Analbereich
Superfizielles Basalzellkarzinom Ja Bestimmte Formen von hellem Hautkrebs (oberflächlicher Basaliom)
Morbus Bowen (Carcinoma in situ) Nein* *Off-Label: Nach individueller Risiko-Nutzen-Abwägung möglich
Mollusca contagiosa Nein* *Off-Label, v. a. bei Erwachsenen

Dosierung je nach Indikation und Patientengruppe

Indikation Erwachsene Kinder/Jugendliche Ältere Patienten
Aktinische Keratose (Aldara® 5%) 3x/Woche (max. 1 Beutel), abends, 4–8 Wochen Nicht empfohlen* Wie Erwachsene
Genitale/Perianale Warzen 3x/Woche, max. 1 Beutel, bis max. 16 Wochen Nicht empfohlen unter 12 J.
Im Einzelfall ärztlich möglich ab 12 J.
Wie Erwachsene
Superfizielles Basalzellkarzinom 5x/Woche (Mo–Fr), 6 Wochen Klinisch nicht ausreichend geprüft Wie Erwachsene, cave: vorsichtige Überwachung z. B. bei Hautatrophie

Unverträglichkeiten und Nebenwirkungen (Sicherheitsprofil)

  • Sehr häufig (>10%): Rötung, Juckreiz, Brennen, leichte Schuppung oder Krustenbildung, Schmerzen an der Applikationsstelle.
  • Häufig (1–10%): Anschwellen der behandelten Stelle, Erosionen, Exanthem (Ausschlag), Kopfschmerzen, grippeähnliche Symptome.
  • Gelegentlich (<1%): Müdigkeit, Fieber, Appetitverlust, Muskel-/Gelenkbeschwerden, Übelkeit.
  • Selten (<0,1%): Hautinfektionen, allergische Reaktionen.
  • Warnhinweise: Bei übermäßigen Hautreaktionen Anwendung pausieren und ärztlichen Rat einholen. Nicht auf stark geschädigte oder entzündete Haut auftragen.

Anwendungsrichtlinien und praktische Tipps (Deutschland)

  • Nur auf die vom Arzt angegebenen Stellen auftragen, regionale UV-Exposition der behandelten Hautstelle während und nach Therapie meiden.
  • Bei stark irritierter oder wehender Haut die Therapie pausieren, Rücksprache mit Arzt/Apotheker halten.
  • Keinen Verband anbringen, da dies die Wirkstoffaufnahme erhöhen könnte.
  • Enge Kleidung meiden, bis die Creme komplett eingezogen ist.
  • Einwegbeutel nur für eine Anwendung verwenden, Reste sofort entsorgen.
  • Anwendung außerhalb der Reichweite von Kindern lagern.
  • Kühl (< 25°C), aber nicht im Kühlschrank aufbewahren.

Alternative Therapieoptionen (mit Vergleich)

  • Aktinische Keratose:
    • 5-Fluorouracil-Creme (Efudix®), Photodynamische Therapie (PDT), Diclofenac-Gel (Solaraze®), Ingenolmebutat (Picato® – im Rückruf, Stand 2024 nicht mehr verfügbar).
    • Vorteil Imiquimod: Keine systemische Toxizität, auch für dünne Läsionen am Kopf geeignet.
    • Nachteil: Längere Therapiedauer und lokale Reizwirkung.
  • Genitale Warzen:
    • Podophyllotoxin (Condyline®), Vereisung, chirurgische Abtragung, Trichloressigsäure.
    • Vorteil Imiquimod: Aktiviert das Immunsystem, reduziert Risiko erneuter Warzen.
    • Nachteil: Lokale Hautreaktionen, Anwendung über viele Wochen nötig.

Rechtlicher Status, Registrierung und Erstattung in Deutschland

  • Zulassung: Durch das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) für o.g. Indikationen.
  • Rezeptpflicht: Verschreibungspflicht nach § 48 AMG (Arzneimittelgesetz).
  • Erstattung: Gesetzliche Krankenversicherungen (GKV) übernehmen Kosten bei entsprechendem Indikationsnachweis. Off-Label-Anwendung nur nach Genehmigung.
  • PZN: Jede Packung hat eine eigene Pharmazentralnummer (PZN) für die deutsche Apotheke.
  • Kennzeichnung: "Apothekenpflichtiges Arzneimittel", wird nur in öffentlichen Apotheken abgegeben.

Aktuelle Studien und Leitlinien (2022–2025)

  • Aktinische Keratose und Basalzellkarzinom: S3-Leitlinie "Aktinische Keratose und Plattenepithelkarzinom der Haut" (AWMF-Register Nr. 032/022OL, 2023, Deutsche Dermatologische Gesellschaft): Imiquimod als wirksame Alternative bei multiplen, flachen Läsionen, auch für empfindliche Areale empfohlen (z. B. Gesicht, Ohrmuschel).
  • Genitale Warzen: Deutsche STI-Gesellschaft (2023): Imiquimod als Erstlinientherapie empfohlen, auch bei Rezidiven. Effektivität vergleichbar mit anderen lokalen Therapieansätzen.
  • Klinische Forschung: Internationale Studien (z.B. JAAD 2024, British Journal of Dermatology 2023) zeigen: Imiquimod ist wirksam und sicher, Nebenwirkungen sind meist lokal und reversibel. Keine erhöhte Krebsrate durch Behandlung.

Verfügbarkeit, Packungsgrößen und Lieferzeiten (Deutschland)

Packungsgröße Typische Anwendung Kassenpreis (Stand 2024) Lieferzeit (Großstadt) Lieferzeit (ländlich)
12 x 250 mg Beutel (Aldara® 5%) Geringe Flächen, kurze Therapiedauer ca. 68,75 € 24–48 h 1–3 Werktage
24 x 250 mg Beutel Längere Therapie, größere Areale ca. 135,40 € 24–48 h 1–3 Werktage
Zyclara® 3,75% (Pumpflasche, 7,5 g) Kleine bis mittlere Flächen ca. 110,00 € 24–48 h 1–3 Werktage

Bitte beachten Sie: Zahlung mit Rezept möglich, Erstattung abhängig von Versicherung/Indikation.

Häufige Patientenfragen (FAQ)

  1. Wie lange muss ich Imiquimod anwenden?
    Je nach Erkrankung und Hautbereich unterschiedlich: Meist 4–8 Wochen bei aktinischer Keratose, bis zu 16 Wochen bei Feigwarzen. Ihr Arzt informiert Sie über die genaue Therapiedauer.
  2. Was soll ich tun, wenn ich die Anwendung vergessen habe?
    Tragen Sie die Creme am nächsten vorgesehenen Termin wie gewohnt auf. Nicht doppelt anwenden!
  3. Darf ich Imiquimod im Sommer anwenden?
    Ja, aber Sonnenschutz ist wichtig: Sonnenexposition der behandelnden Stellen möglichst vermeiden. Unbedingt UV-Schutzcreme (LSF 50+) benutzen.
  4. Ist Imiquimod für Schwangere oder Stillende geeignet?
    Die Anwendung sollte sorgfältig mit dem Arzt besprochen werden. Beim Stillen soll ein Kontakt der Creme mit Brust oder Milch vermieden werden.
  5. Wann sollte ich Imiquimod nicht anwenden?
    Bei bekannter Allergie gegen den Wirkstoff, offenen Wunden, entzündeter oder aufgekratzter Haut sowie schweren Immunschwächen.

Für mehr Informationen – persönlich oder telefonisch in Ihrer Apotheke oder Dermatologie-Praxis beraten lassen!

Zusätzliche Informationen

Dosierung: No selection

5%

Paket: No selection

3 tube, 6 tube, 9 tube, 12 tube, 15 tube, 18 tube, 24 tube, 36 tube